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Emerson, Lake & Palmer

Trilogy

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Island
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Keith Emerson Organ, Synthesizer, Piano, Keyboards
Greg Lake Bass, Guitars, Vocals
Carl Palmer Percussion, Drums

Tracklist

Disc 1
1. The Endless Enigma (Part One) 6:37
2. Fugue 1:57
3. The Endless Enigma (Part Two) 2:00
4. From The Beginning 4:14
5. The Sheriff 3:22
6. Hoedown 3:48
7. Trilogy 8:54
8. Living Sin 3:11
9. Abaddon's Bolero 8:13
Gesamtlaufzeit42:16


Rezensionen


Von: Udo Gerhards @ (Rezension 1 von 3)


Das vierte ELP-Album geht leider immer wieder etwas unter, wenn es um die klassischen ELP-Alben geht. Dabei gehört sie sicherlich zu den konsistentesten Platten, die das Trio veröffentlicht hat; die Stimmung der Platte wirkt auf mich etwas zurückhaltender und weniger agressiv pompös, als es sonst öfter bei ELP der Fall ist, was der Musik aber sehr gut bekommt.

"Trilogy" beginnt mit der "Endless Enigma"-Suite; der erste Satz startet geheimnisvoll mit entfernten Synthie- und Zoukra-Sounds, fällt dann aber in einen kraftvoll hymnischen Hammond-Teil mit gutem Gesang von Lake und Emersons einmalig druckvoller Orgel. Der zweite Satz ist eine Klavier-Kadenz plus moderne bewegte Fuge für Klavier und Bass, während der dritte Satz zum Material des zweiten zurückkehrt, das Instrumentarium dabei aber durch fette Synthies erweitert. Insgesamt wirkt "Endless Enigma" sehr geschlossen und konzise, das ganze bei durchaus ansprechenden Grundideen: schön. "From The Beginning" ist dann die Lake-Ballade, ein bisschen gestrickt wie "Lucky Man" mit viel akustischer Gitarre, dezenter Percussion und einem piepsigem Moog-Solo, aber das ganze ist gut anzuhören und im Gegensatz zu späteren Lake-Nummern vollkommen unpeinlich. "The Sheriff" gibt dann den "Comic Relief"-Song, ist aber kein Ärgernis - vor allem dank Emersons Orgel-Sound. Als nächstes die Klassik-Bearbeitung: "Hoedown", ein Ausschnitt aus Aaron Copelands "Rodeo", eine kleine Hauruck-Nummer, die genau so klingt, wie sie heisst und nicht gerade klassisch wirkt. Für mich der am ehesten verzichtbare Titel auf "Trilogy". Der Titelsong marktiert den nächsten Longtrack (knapp 9 Minuten): sanfter Anfang mit Klavier und Gesang, ausgedehnte Klavierkadenz (fast wie bei einem Klavier-Konzert, danach eine ausgedehnte stampfend-dissonante Synthie-Attacke, nach der perkussive Orgel und zerrissene Begleitlinien fast "Tarkus"-Feeling aufkommen lassen. "Living Sin" ist ein kleiner Hammond-Rocker, dessen kantige Linien fast wie ein Gegenstück zu Bernsteins "Cool" klingen, auch wenn natürlich eine ganz andere Stimmung beschworen wird. Der Bezugspunkt von "Abbadon's Bolero" ist klar: wie im berühmten Ravel-Stück wird hier über einem Bolero-Rhythmus gradweise Spannung und Intensität gesteigert, bloss halt nicht mit einem Orchester, sondern mit Emersons Synthie-Orchester-Arsenal in etlichen parallelen Stimmen/Spuren.

"Trilogy" leidet eigentlich nur darunter, dass keine so herausragende Hammer-Nummer wie die "Tarkus"-Suite oder "Karn Evil 9" dabei ist; ansonsten bewegt sie sich auf durchgehend hohem Niveau, das den meisten Prog-Fans Freude bereiten sollte und enthält ausserdem einige der geschmackvollsten und einfallsreichsten Arbeit von Emerson mit dem Moog-Synthie (insbesondere in "Bolero").

Anspieltipp(s): The Endless Enigma, Part Two
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2002
Letzte Änderung: 24.4.2002
Wertung: 11/15

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Von: Michael Sujatta @ (Rezension 2 von 3)


Wahrlich rätselhaft beginnt die Endless-Enigma-Suite mit Synthieklängen, Pianoeinwürfen und verhaltener Percussion, die langsam an Intensität gewinnt; schließlich setzt die Hammond-Orgel ein... willkommen bei einer weiteren Ausgabe symphonischer progressiver Rockmusik der pompösen Art! Dominert wird das Stück von Greg Lakes warmem und ausdrucksstarkem Gesang in einer Komposition, die mit ihrem fanfarenhaften Orgelspiel ein wenig an den guten alten Johann Sebastian Bach angelehnt ist. Ihrem Titel gerecht bleibt die Suite, indem der erste Teil wiederum geheimnisvoll ausklingt und dem Hörer die Frage aufwirft, was wohl als nächstes kommen mag. Es folgt ein polyphones Zwischenspiel namens "Fugue" - wer hätte das gedacht - , an das sich der majestätische Abschluss anschließt. Wahrlich kraftstrotzend mit markerschütterndem Schlagzeugspiel kommt dieser Teil daher; mit geradezu metaphysischem Charakter endet er mit den Worten "...I begun to see the reason why I'm here...". Insgesamt sehe ich in "The Endless Enima" eine wahre Vorzeigekomposition, die einen gelungenen Einstieg in das Album bietet, jedoch kann das Werk im weiterem Verlauf der dementsprechend hohen Erwartungshaltung nicht immer voll gerecht werden.

"From The Beginning" ist eine akustische Ballade, die auf mich ein wenig ermüdend wirkt. Auch "The Sheriff" vermag mich nicht so richtig zu begeistern - es ist zwar nett anzuhören, aber auf Dauer ist es einfach zu belanglos. Interessant jedoch das flotte Honkey-Tonkey-Spiel am Ende, in dem Keith Emerson offenbart, weshalb er sich auch ein Leben als Unterhaltungskünstler in einem Pub hätte vorstellen können. "Hoedown" ist eine Klassik-Adaption, die aufgrund ihrer hektischen Machart und aufheizenden Wirkung gerne als Opener bei Livekonzerten verwendet wurde... ich spiele diesen Titel wirklich gerne an, auch wenn er etwas holprig und unpräzise daherkommt.

Kommen wir zu dem zweiten "Herzstück" des Albums: Das Titelstück entwickelt sich sehr dynamisch von einem verhaltenem Gesangspart mit gelungener Piano-Begleitung zu ziemlich aggressiven Ausbrüchen mit heftigen Synthie-Attacken. Bei etwa 5 Minuten Spielzeit steht kurzfristig das Schlagzeug im Vordergrund und Lakes Stimme erklingt kurzfristig, ehe das Stück mit herrlich dissonanten Synthieklängen ihren weiteren Verlauf nimmt und in einem ausgedehnten Finale endet.

In "Living Sin" scheint Greg Lake eine Art schizophrene Gestalt zu verkörpern; jedenfalls habe ich mich anfangs ziemlich über die äußerst tiefe Stimme gewundert, die gepaart mit später einsetzendem aggressivem Gesang in typischer Lake-Höhe eine düstere Atmosphäre aufkommen lässt - gewöhnungsbedürftig, aber akzeptabel. Letztlich folgt mit "Abaddon's Bolero" ein Stück der experimentellen Machart, das mit dem typischen Bolero-Rhythmus beginnt, allmählich an Intensität gewinnt und zusätzlich mit Synthieklängen "verziert" wird - diese Piepstöne sind irgendwie schon eine akustische Zumutung, eigentlich auch zu damaliger Zeit...

Wie bei anderen ELP-Werken auch handelt es sich bei "Trilogy" um ein einigermaßen durchwachsenes Album. Auch wenn es keinen grandiosen Longtrack wie "Karn Evil 9" oder "Tarkus" bietet, ist es auf alle Fälle eine Empfehlung wert, enthält es doch kleine Juwelen wie "Trilogy" und insbesondere "The Endless Enigma". Insgesamt kann man sagen, dass das Album in seiner Qualität etwas weniger erheblichen Schwankungen unterworfen ist als beispielsweise "Tarkus", d.h. das schwächere Material ist hier überwiegend immer noch hörenswert, während hingegen die wirklich hervorragenden Momente etwas spärlicher gesät sind. Jedoch ist "Brain Salad Surgery" in Sachen ELP bei mir immer noch erste Wahl.

[Noch eine Anmerkung am Rande: Ursprünglich wollten ELP das hochkarätige Gemälde "The Endless Enigma" von Salvador Dali - passend zum herausragenden Stück des Albums - als Cover verwenden, was jedoch am hohen Preis von damals 50'000 engl. Pfund scheiterte.]

Anspieltipp(s): Endless-Enigma-Suite
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.5.2003
Letzte Änderung: 9.5.2003
Wertung: 12/15

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Von: Fix Sadler (Rezension 3 von 3)


Tja - irgendwie geht dieses Album zwischen Tarkus und Brain Salad Surgery unter - wieso eigentlich? Ganz einfach, weil es nicht solche überragenden Longtracks bietet wie die genannten Alben. Konsistenz ist das Stichwort - ein Begriff, den mein geschätzter Kollege Udo gerne verwendet, und der hier richtige Arbeit verrichtet. Das Album ist einfach toll!

Endless Enigma ist ein Highlight des (damals zeitgenössischen) Prog. From The Beginning ist relativ schmalzloser Lake, The Sheriff die übliche ELP-Muppets-Show, Hoedown ein spektakuläres Emerson-Solo, das Titelstück ein bisschen sehr zurückhaltend, Livin Sin unerheblich und Abaddon's Bolero ist was der Name hergibt - im ELP-Gewand, versteht sich… - klasse Album!

Ich plädiere nach wie vor für das 1974er Live-Album, aber wem der Sound von ELP zusagt, sollte auch dringend diese Scheibe besitzen!!

Anspieltipp(s): Endless Enigma
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.4.2004
Letzte Änderung: 8.4.2004
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Emerson, Lake & Palmer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Emerson, Lake & Palmer 10.50 2
1971 Tarkus 11.00 3
1971 Pictures at an Exhibition 11.75 6
1973 Brain Salad Surgery 12.50 2
1974 Welcome Back My Friends To The Show That Never Ends 12.33 3
1977 Works, Volume 1 6.75 4
1977 Works, Volume 2 3.00 8
1978 Love Beach 6.75 4
1979 Works Live 10.00 1
1992 The Atlantic Years 12.00 1
1992 Black moon 4.75 4
1993 The Return of the Manticore 12.00 4
1993 Live At The Royal Albert Hall 9.00 3
1994 In The Hot Seat 1.60 5
1997 Live in Poland 8.00 1
1999 Pictures at an Exhibition. Collectors Edition (DVD) 12.67 3
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Two 12.00 1
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.One 11.00 1
2002 Works Orchestral Tour, Olympic Stadium, Montreal 1977 / The Manticore Special (DVD) 10.00 1
2002 Live at the Isle Of Wight Festival 1970 10.00 1
2002 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Three 8.00 1
2002 Re-Works 7.00 1
2004 Welcome Back (DVD) 9.00 1
2004 Inside Emerson Lake & Palmer. 1970 - 1995. An independent critical review (DVD) 10.00 1
2004 Masters From The Vaults (DVD) 10.00 1
2005 Beyond The Beginning (DVD) - 1
2005 Live at Montreux 1997 (DVD) 6.00 1
2006 The Birth Of A Band - Isle of Wight Festival Sat August 29th 1970 (DVD) 10.00 1
2006 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Four 5.00 1
2007 From the Beginning - 1
2009 Works Deluxe Edition - 1
2010 High Voltage - 1

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