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Kraftwerk

Electric Cafe

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1986
Besonderheiten/Stil: Moderne Electronica; Rock / Pop / Mainstream
Label: EMI
Durchschnittswertung: 8/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ralf Hütter
Florian Schneider
Wolfgang Flür
Karl Bartos

Tracklist

Disc 1
1. Boing boom tschak 2:58
2. Techno pop 7:42
3. Musique non stop 5:44
4. The telephone call 8:03
5. Sex object 6:51
6. Electric cafe 4:14
Gesamtlaufzeit35:32


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Nach der einflussreichen Platte "Computer world" und der dazugehörigen erfolgreichen Welt-Tournee führten unglückliche Umstände dazu, dass Kraftwerk in mancher Hinsicht den Anschluss verpassten. Man arbeitete gerade an der EP Tour de France, die einer für 1983 geplanten neuen Kraftwerk-Platte vorausgehen sollte, als Ralf Hütter einen schweren Fahrradunfall erlitt, der ihn für ein Jahr ausser Gefecht gesetzt hat. Nachdem Hütter sich wieder erholte, wurde die nie veröffentlichte Platte fertiggestellt (Arbeitstitel: "Technopop"). Weil Hütter aber mit dem Endergebniss unzufrieden war, beschloss man das Album, das später "Electric Cafe" genannt wurde, völlig neu aufzunehmen. Als die Arbeiten an "Electric Cafe" 1986 endlich abgeschlossen waren, klang das Album - vor allem für Kraftwerk-Verhältnisse - nicht gerade wegweisend, eher wie ein Versuch, mit den bereits vorhandenen Trends mitzuhalten, zumal einiges darauf bereits Anfang der 80-er entstand. Damit wäre vielleicht auch die Frage beantwortet, warum die Verkaufszahlen von "Electric Cafe" weit hinter den Erwartungen zurückblieben. Wolfgang Flür, der bald darauf die Gruppe verließ, beklagte in späteren Interviews die fehlende Weiterentwicklung der ehemaligen Musikpioniere.

Ich kann mich noch schwach an einen Fernsehbericht erinnern, der die Entstehung der 3D-Computergrafiken für Kraftwerk zeigte. Für so etwas musste man damals noch die USA, die Computer- und Software-Weltmacht, besuchen. Die besagten Grafiken sollten die Köpfe der Musiker in dem aktuellen Video und auf dem Albumcover darstellen. Damals war ich von dem Album aus irgendwelchen Gründen beeindruckt, aber inzwischen halte ich "Electric Cafe" für die bisher schwächste Kraftwerk-Platte. Musikalisch brachte "Electric Cafe" - vielleicht bis auf einige Klänge - nur wenig Neues. Aber alleine schon die solide, bereits von "Man-Machine" und "Computer world" bekannte minimalistische Kraftwerk-Arbeit in der "Boing Boom Tschak/Techno Pop/Musique Non Stop"-Suite, darunter die knochentrockenen, wohldosierten maschinellen Rhythmen und Klänge, wie beispielsweise die unverwechselbaren, verfremdeten, oder elektronisch erzeugten Stimmen, sollten die Anschaffung dieser Platte rechtfertigen. "Der Telefon Anruf" und "Sex Objekt" sind nette (wobei "Sex Objekt" auf mich insgesamt eher belanglos wirkt) Beispiele für einen elektronischen Kraftwerk-Popsong (inzwischen entstehen die meisten Popsongs wohl mindestens genauso elektronisch, also ohne "echte" Instrumente) a la "Das Model" von 1978. Nur die Arrangements sind komplexer und nicht mehr so spartanisch. Zugegeben: die diversen Telefon-Samples auf "Telephon call" wirken immer noch ziemlich kreativ und bestens in den Song integriert. Die einfallsreichen Arrangements, die vor allem auf Nutzung von verschiedensten - vorzugsweise "außermusikalischen" - Sounds beruhen, hört man auch auf "Sex Objekt". So spielen bei den einst so gitarrenfeindlichen Kraftwerk die funkigen Klänge einer Bassgitarre in diesem Song eine wichtige Rolle. In dem stimmungsvollen Titeltrack wird an die Melodielinien von "Trans-Europe Express" von 1977 angeknüpft.

Insgesamt offenbart "Electric Cafe", dass Kraftwerk ihre Rolle als musikalische Vorreiter 1986 weitgehend eingebüßt haben. Das sollte nur eine sachliche Feststellung sein: Niemand kann ernsthaft erwarten, dass eine Band etwa alle zehn Jahre eine neue Musikrichtung erfindet. Von "Electric Cafe" gibt es eine englische und eine deutsche Textversion, was bei den wenigen Songtexten nicht weiter von Bedeutung ist.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.4.2004
Letzte Änderung: 13.4.2004
Wertung: 8/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Vor kurzem habe ich mir das Album "Future Shock" von Herbie Hancock zugelegt, und schon beim ersten Titel ("Rockit") bin ich fast aus den Latschen gekippt: das Stück klingt frappierend nach Sachen wie "Techno Pop". Nur: "Future Shock" erschien bereits 1983, also einige Jahre vor "Electric Café". Natürlich ist "Future Shock" letzten Endes ein Jazz- (oder eher Fusion-)Album und keine minimalistische elektronische Popmusik, aber gemeinsame Einflüsse sind deutlich zu hören. Und damit bin ich bei der Feststellung meines Vorrezensenten: Kraftwerk haben nach "Computerwelt" keine großen musikalischen Innovationen mehr gebracht, alles ab "Electric Cafe" (was ja nicht sooo viel ist) läuft eher unter der Kategorie "solide Handwerksarbeit". Nett anzuhören ist es dennoch.

Anspieltipp(s): Techno Pop, Der Telefonanruf
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.12.2004
Letzte Änderung: 28.12.2004
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kraftwerk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Kraftwerk 1 11.67 3
1972 Kraftwerk 2 9.00 3
1973 Ralf & Florian 10.50 4
1974 Autobahn 12.00 3
1975 Radio-Aktivität 12.00 2
1977 Trans Europa Express 12.00 2
1978 The Man-Machine 12.00 1
1981 Computer World 11.00 1
1991 The Mix 8.50 2
1999 Tour de France (Single) 11.00 1
1999 Expo 2000 (Single) 7.00 1
2003 Tour de France Soundtracks 8.00 1
2004 Aerodynamik (Single) - 1
2005 Minimum-Maximum 9.67 3
2005 Minimum - Maximum (DVD) 11.50 2
2009 Der Katalog 13.00 2
2017 3-D Der Katalog 13.00 1
2017 3-D Der Katalog (BluRay-Boxset) 14.00 1

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