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Psychotic Waltz

Into the everflow

(Siehe auch: Leitfaden "ProgMetal")
(Archiv-Tipp 1/2010)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1992
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Dream Circle Records
Durchschnittswertung: 14.5/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Buddy Lackey Gesang
Brian McAlpin Gitarre
Dan Rock Gitarre
Ward Evans Bass
Norm Leggio Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Ashes 5:09
2. Out Of Mind 4:45
3. Tiny Streams 5:04
4. Into The Everflow 8:22
5. Little People 4:05
6. Hangin' On A String 3:37
7. Freakshow 5:40
8. Butterfly 9:18
Gesamtlaufzeit46:00


Rezensionen


Von: Georg Heep (Rezension 1 von 3)


"Into the everflow" ist eine der drei wichtigsten Platten des Progmetals (fragt mich nicht nach den anderen zwei). Im Rockhard schrieb man damals, daß sie das Potential hätte, ein Weltbild auseinanderfallen zu lassen und es dann wieder neu zusammenzusetzen. Ich halte dies nicht für übertrieben. Für mich ist diese CD ein 45 Minuten langer Trip in Traumwelten ohne Nach- oder Nebenwirkungen. Nicht irgendwelche Sportvereine haben mich damals vor Drogen aller Art bewahrt, nein, es war "Into the everflow", das mir klarmachte: weiter abheben geht eigentlich nicht.

Die Musik ist im Vergleich zum Debut weniger metallisch geworden, dafür grooviger, mehr psychedelisch, intensiver, schöner und erhabener. Das Gitarrenspiel ist meist lyrisch verträumt, eher selten wird man an die Vorbilder im Bereich des progressiven Metals erinnert. Die Stimme von Buddy geht hier leichter ins Ohr, ohne daß sie etwas von ihrer Einzigartigkeit verloren hat. Neben den ruhigen Tönen ("Into the everflow") bleiben der aggressiv rhythmische Gesang z.B. zu Beginn von "Freakshow" im Gedächtnis.

Die Platte beginnt mit "Ashes", einem Song, dessen Melodie immer wieder unaufgefordert in meinem Kopf auftaucht. Es folgt ein überraschend hartes und eher unkompliziertes Lied, "Out of mind", das herzlich zum Bangen einlädt.

Der Titelsong ist das Kernstück der Platte. Am Anfang steht ein Gitarrenriff, das ich eigentlich nur noch mit dem Eröffnungsriff von "Black Sabbath" von "Black Sabbath" (auf "Black Sabbath") vergleichen kann. Man ist sofort verzaubert und folgt der Band auf eine Traumreise, von der man nur deshalb freiwillig wieder mit zurückkommt, weil man weiß, daß da noch weitere Jahrhundertsongs warten. Der philosophisch-religiöse Text beeindruckt.

Weiter. "Hangin' on a string" ist die schönste Ballade, die ich kenne. Danach kommen mit "Freakshow" und "Butterfly" noch zwei ungemein komplexe und vielfältige Lieder, die jedes allein Ideen für jeweils ein ganzes Album vorzeigen können. Besonders "Butterfly" krönt die Platte, hier werden die 70er Jahre lebendig und Jimmy Hendrix, dem hier gehuldigt wird, nickt gefällig im ausgefeilten Rhythmus.

Die CD scheint mit unterschiedlichen Covern im Umlauf zu sein. Neben der Musik ein weiterer Grund, sie sich mehrmals zuzulegen.

Muß man kennen.

Anspieltipp(s): Into the everflow
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.4.2002
Letzte Änderung: 26.4.2002
Wertung: 14/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 3)


PSYCHOTIC WALTZ sind Legende. Die Band hat sich ja bekanntlich nach der Veröffentlichung von "Bleeding" aufgelöst. Den Höhepunkt der Schaffensperiode hatten die Mannen um das Gitarristenduo Rock/McAlpin aber einwandfrei auf ihren ersten beiden Alben. Nachdem "A Social Grace" sich ja schon Jahre in meinen Juwelen tummelt, wird es nun endlich Zeit, auch zum Nachfolger "Into The Everflow" von 1992 etwas zu schreiben.

Der Sound der ersten Veröffentlichungen ist ein echtes Manko. Leider hatte man damals einige Schwierigkeiten, eine vernünftige Plattenfirma zu finden und man produzierte größtenteils aus eigener Tasche. Übrigens ist "Into The Everflow" in Deutschland aufgenommen, genauer gesagt in den Phoenix Studios in Herne von Ralph Hubert, der trotz dieser Low-Budget Produktion noch das beste herausgeholt hat. Aber die Musik macht jedes Manko wett.

Das startet schon beim Opener, der irgendwie nicht von dieser Welt ist. "Ashes" schwebt in anderen Sphären, reißt einen mit und läßt einen nicht mehr los. Sehr harmonisch ist mal wieder der Gesang. Einfach gigantisch.

Dann wirds bretthart: "Out Of Mind" bläst einem wie ein Herbststurm durch die Ohren. Hart riffende Gitarren, psychedelischer Gesang, abgedrehte und sperrige Breaks. In dieses Stück muss man lange reinhören, um es zu begreifen.

Das ist auch bei "Tiny Streams" nicht wesentlich anders. Wieder geht es schräg los. Zäh fließen die Riffs ins Ohr, setzen den Gehörgang zu. Dazu kommt ein abgefahren spaciger Mittelpart, der besonders durch den geilen Gesang des Buddy Lackey lebt. Ansonsten eher der Schwachpunkt der CD.

Mit dem Titelsong verehrt man seine Vorbilder Black Sabbath. Das Stück ist stark an einen Black Sabbath Song der ersten Tage angelehnt (fragt nicht welchen, ich habs wieder vergessen). "Into The Everlow" ist für mich trotzdem einer der stärksten PSYCHOTIC WALTZ Songs. Die Steigerung ist einfach brilliant - man beginnt ganz leise und unmerklich kommt man an den Punkt an dem es kracht. Allein die doppelläufigen Gitarrensolos sind absolut hörenswert. Das Stück ist und bleibt in meinen Ohren ein zähes, psychedelisch abgefahrenes, episches Meisterwerk.

"Little People" kann die Tiefe nicht ganz halten, begeistert jedoch wieder durch die fulminante Gitarrenarbeit. Es ist schon brilliant, welche Riffs die beiden da runterzimmern.

"Hangin' On A String" ist dann eine sehr traurige Ballade, bei der Buddey Lackey seine Stimme fast schon unheimlich melancholisch einsetzt.

Mit "Freakshow" kommt der nächste Hammer des Albums. Diese doppelläufige Gitarrenarbeit ist einfach nur Gänsehaut und vor allem permanent vorhanden. Dieses Stück drückt kraftvoll genau dahin, wo es hin muss, nämlich direkt ins Herz. Und nach ca. 2 Minuten findet man sich in einem harmonischen Gitarrensolo wieder, welches den Song sanft ausklingen läßt... NEIN! Denn man fängt das Stück auf, führt es fort. Wie abgefahren!

Den Abschluß bildet dann "Butterfly". Hier werden alle Elemente des Albums vereint. Ruhig und getragen beginnt das Stück und geht anschließend über in einen schnellen und abgedrehten Instrumentalpart. Dann steigert man die Stimmung mit einem Teil, der besonders durch den dramatisch eingesetzten Gesang lebt. Man hat das Gefühl, dass gleich der große Knall kommt. Die ganze Band steigt in die Dramatik ein und mit einem kurzen Instrumentalteil leitet man dann den bezaubernden Percussion-Part ein. So wie man vorher Dramatik aufgebaut hat, so schafft man es auch, diese Stimmung wieder auf den Nullpunkt zu bringen. Leise und ruhig klingt das Album aus.

Das Fazit ist klar. Einen Meilenstein im gesamten Heavy Segment haben PSYCHOTIC WALTZ mit diesem Album veröffentlicht. Einordnen läßt sich die Musik der fünf Amerikaner eh nicht. Und nach "A Social Grace" ist dieses Album ein unbedingtes Pflichtalbum.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.6.2003
Letzte Änderung: 16.2.2004
Wertung: 15/15
verdrehter und abgefahrener Psycho-Metal

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 3 von 3)


Anmerkung:
Dieses Album wurde von Metal Blade im Frühjahr 2004 wiederveröffentlicht und ist in einer CD-Box zusammen mit dem Album "Bleeding" erhältlich. Das Remastern der Aufnahme kommt dem Album sehr zu Gute. Die Produktion wirkt voluminöser und druckvoller. Auch das Booklet wurde grafisch aufgepeppt. Als Bonus Material liegt eine CD bei, die neben einer Demo Aufnahme des Into The Everflow Albums (ohne Ashes und Out Of Mind) auch das Demo der Vorläuferband ASLAN beinhaltet.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.7.2004
Letzte Änderung: 4.8.2004
Wertung: keine

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Psychotic Waltz

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1990 A social grace 13.50 2
1994 Mosquito 7.50 2
1996 Bleeding 11.00 3
1998 Live & Archives - 1
1999 Dark Millenium - 1

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