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Renaissance

Time Line

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1983 (re-release 1997)
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Rock / Pop / Mainstream
Label: Repertoire Records
Durchschnittswertung: 2.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Annie Haslam vocals, percussion
Jon Camp bass, vocals
Michael Dunford guitars, vocals

Gastmusiker

Ian Mosley drums
Pete Baron drums
Peter Mosley drums
Eddie Hardin keyboards
Peter Gosling keyboards
Nick Magnus keyboards
David Thompson trumpet
John Acock saxophone

Tracklist

Disc 1
1. Flight 4:09
2. Missing Persons 3:37
3. Chagrin Boulevard 4:25
4. Richard IX 3:40
5. The Entertainer 4:49
6. Electric Avenue 4:57
7. Majik 3:13
8. Distant Horizons 3:58
9. Orient Express 3:55
10. Auto-tech 5:23
Gesamtlaufzeit42:06


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 3)


Dass die 80er Jahre musikalisch steiniges Gelände waren, ist ja seither hinreichend betont worden; wen sollte es da noch wundern, wenn auf dem seinerzeit letzten offiziellen Renaissance-Album eine Annie Haslam mit fescher Bonnie-Tyler-Frisur und im Jeanshemd das Coverbild ziert? Ich muss zugeben, dass mir das umstrittene "Camera camera"-Album noch ganz gut gefallen hatte, denn an eine Auferstehung von Alt-Proggern ohne New-Wave-Elemente glaubte ich längst nicht mehr, und dieser kurz angebundene "Camera"-Stil war ja wenigstens konsequent durch das Album gezogen worden. Dagegen schürte schon dieses "TimeLine"-Cover meine Befürchtungen, dass die Musik darauf ähnlich unentschlossen zwischen New Wave und Disco umherzirkulieren könnte, ohne einem die Frage zu beantworten, wer und wieso jemand sich das jetzt anhören sollte.

So ähnlich kam es dann auch, und den vielen Verrissen, die dieses Album bekommen hat, kann ich leider auch keine bessere Besprechung gegenüberstellen. Dabei ist von den zehn Songs darauf nicht ein einziger wirklich schlecht – allein aus dem komponierten Rohmaterial ließe sich eine ganze Menge anfangen (daraus ließe sich sogar ein gutes Renaissance-Album machen), aber wenn etwas gelingen und gelungen wirken soll, muss es eben mehr darstellen als die Summe seiner Teile. Was hier fehlt, sind Inspiration, Begeisterung und Vorstellungskraft der Musiker, was sie tatsächlich an den Hörer bringen wollten. Im Booklet der Repertoire-Wiederveröffentlichung steht denn auch ein Zitat von Michael Dunford, in dem er zugibt, dass es die Band nach diesem Album nicht mehr geschafft habe, ein neues zusammenzubekommen. Und das hört man auch schon auf "Time Line".

Ein paar Beispiele für den seltsamen Mischmasch, der hier geboten wird: "Majik" beginnt mit flirrenden und sehr übertrieben gekünstelten Synthie-Klängen, denen dann eine Vokalmelodie folgt, die genau wie die von "Northern lights" anfängt: wie könnte man das anders deuten als den verzweifelten Versuch der Band, in Ermangelung einer neuen Idee anzuknüpfen an ihren einen Hit und das Arrangement zugleich so zu übertreiben, dass es nicht auffällt? Tut es aber doch...

Oder "Electric Avenue": Schon dieser Titel ist mir irgendwie unsympathisch auf dem Album einer einstmals so klassisch ausgerichteten Progband, ich ahne schon, dass Effekthascherei zu erwarten sein dürfte. Dabei beginnt der Song in seiner instrumentalen Einleitung sogar recht originell, es wird eine gewisse Rhythm & Blues-Vorwitzigkeit angespielt, die tatsächlich angenehm überrascht, aber dann mündet das sofort in die unvermeidliche Hookline, die den Song geradezu gewaltsam auf Linie bürstet. Und das Saxophon am Schluss wirkt so aufgesetzt "modern" (jedenfalls für Renaissance-Verhältnisse), dass ich an den Beginn des Songs zurückdenke und mich frage, wieso sie nicht einfach so weitergemacht haben; dann hätte ich ihnen wahrscheinlich geglaubt, dass dieses Album mehr hätte sein können als nur eine krampfhafte und von Anfang an sinnlose Hit-Suche.

Oder "Orient express": Hier sollen sämtliche Fliegen mit einem Streich geschlagen werden – die Renaissance-typische Orient-Orientierung, ein mitreißender Pop-Rhythmus, eine wieder Renaissance-typische Melodieführung, die dann doch viel zu stark an "Ukraine ways" vom Vorgängeralbum erinnert, und dann ziehen die auch noch einen Trompetensatz in das ohnehin schon überladene Gebilde, so dass das Zuhören keinen Spaß mehr macht; dabei erinnert der Song an seinen besten Stellen sogar etwas an den Supertramp-Stil der "Bother where you bound/Free as a bird"-Phase: Daraus allein (und nicht aus allem gleichzeitig) hätte man etwas machen können!

Am wahrscheinlich gelungensten – jedenfalls im Sinne alter Renaissance-Fans – ist noch der Song "The Entertainer": der kommt einigermaßen stilsicher rüber, ist trotz seiner Kürze interessant gegliedert (mit gutem Piano, obwohl John Tout gar nicht dabei ist) und bringt zum Schluss Annies typische Vokalklimax ("Come and see!...Come and seeeee!...Come and SEE!!"). Nicht schlecht ist auch die gesamte Bassarbeit des Albums, was nicht verwunderlich ist, denn Jon Camp hat hier den größten Teil der Songs selbst geschrieben und sich verständlicherweise tolle Basslinien in die Finger komponiert. Michael Dunford findet das im Booklet zwar nicht so toll, dass nicht mehr er und Betty Thatcher die Autoren waren, aber ich frage mich: wenn er ein besseres Album hätte schreiben können – wieso hat er's dann nicht getan? Wobei es mir allerdings auch ein Rätsel ist, wieso nicht einer der sonstigen Besetzung (fast die ganze Hackett-Band tritt auf!) bessere Ideen hatte. Diese Platte stand wohl wahrhaft unter keinem guten Stern.

Fazit: Wer sich schon immer mal irgendein Renaissance-Album kaufen wollte – dieses bitte nicht!

Anspieltipp(s): The Entertainer
Vergleichbar mit: leider zu wenig mit Renaissance...
Veröffentlicht am: 12.7.2004
Letzte Änderung: 10.9.2013
Wertung: 4/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 3)


"Time-Line", das insgesamt gesehen schlechteste Album von Renaissance, ist dennoch in einigen Punkten besser als sein Vorgänger. Die schrillen, selbst für Annie Haslam zu hohen Töne sind hier vermieden. Weitgehend jedenfalls. Die wohl progig gemeinten, unvermittelt eingefügten Instrumentalpassagen fehlen. Die Songs sind stringenter, konsequenter auf das reduziert, was man im Sinne der Popmusik ihre Essenz nennen könnte. Als Popalbum funktioniert "Time-Line" also deutlich besser als "Camera Camera" - aber das macht es noch lange nicht zu einer guten Platte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.4.2009
Letzte Änderung: 29.4.2009
Wertung: 1/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 3)


Fönfrisuren bekommt man auf dem Cover zum insgesamt elften Album von Renaissance aus dem Jahr 1983 kredenzt. Dabei stehen sich alle drei Protagonisten in nichts nach. Das Album macht also schon von der Aufmachung her den Eindruck, dass es sich hier um ein Pop-Album handelt und dieser Eindruck wird sofort mit dem ersten Stück bestätigt. Und mit dem zweiten, dem dritten Titel auch ... und so weiter. Zum Teil haben sich die drei Musiker auch vorgenommen mal in die Funk-Richtung zu tendieren, wie beim unglaublich schwachen „Electric Avenue“. Aber um bei der Wahrheit zu bleiben, dieses Stück ist nur unwesentlich schlechter als der Rest der Platte, bei deren Hören eine ordentliche Portion Masochismus mit Sicherheit nicht hinderlich ist, um dieses grauenvolle Gedudel auch durchzustehen.

Diese Pop-Musik ist so etwas von nichtssagend und belanglos, dass man sich fragt, wie die Musiker, die nur wenige Jahre zuvor grandiose Alben veröffentlichten, sich bei den Aufnahmen gefühlt haben müssen. Auch die noch auf der vorherigen Platte vorhandenen New Wave Anleihen sind verschwunden. Simpler Pop pur wird dem Hörer auf „Time Line“ geboten. Daher lautet eine ebenfalls interessante Frage, wie sich wohl jene Renaissance Fans, die 1983 dieses Album erstanden, gefühlt haben müssen. Darauf gibt es zumindest eine Antwort, denn die Platte fiel durch und wurde auch von jenen Fans verrissen. Auf „Time Line“ ist nichts mehr eingängig, interessant oder sonst in irgendeiner Art und Weise hervorzuheben, sodass die einzelnen Titel noch nicht einmal die Chance hätten, bei einem massenorientierten Radiosender gespielt zu werden. Einfach nur enttäuschend.

Aber „Halt“, eine Ausnahme gibt es dann doch: „The Entertainer“. Mit diesem Titel schafft man ein wenig die geistige Verknüpfung dieses Albums zu den Werken, die Mitte der 70er Jahre entstanden waren. Ein kleiner Höhepunkt, aber das war es leider auch schon. Der ganze Rest ist selbst für Freunde einfacher Pop-Musik schwer zu begreifen.

Fazit: Es ist in keinster Weise verwunderlich, dass nach dieser Platte erst einmal lange Zeit Schluss war mit Renaissance und die Band sich auflöste. Musikalisch schienen alle Reserven ausgeschöpft, die eigene Kreativität hatte sich aufgebraucht. Somit bleibt ein Album, welches die mit Abstand schlechteste Platte in der Diskographie dieser tollen Band darstellt. Gleichzeitig ist es eine Platte, die keiner braucht, außer vielleicht Komplettisten, die jeden Schnipsel von „ihrer“ Band besitzen möchten.

Anspieltipp(s): The Entertainer
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.9.2013
Letzte Änderung: 15.9.2013
Wertung: 2/15
Kein Prog - billiger Pop

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Renaissance

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Renaissance 10.50 2
1971 Illusion 9.67 3
1972 Prologue 12.00 1
1973 Ashes are burning 10.50 2
1974 Turn of the Cards 11.00 2
1975 Scheherazade And Other Stories 11.67 3
1976 Live at Carnegie Hall 11.50 2
1977 Novella 10.50 4
1978 A Song For All Seasons 10.00 1
1979 Azure d'or 7.67 3
1982 Camera Camera 3.67 3
1994 The Other Woman 7.00 1
1995 Da Capo - 1
1997 Songs from the Renaissance Days 1.00 1
1997 At The Royal Albert Hall With The Royal Philharmonic Orchestra, Part 2 11.00 1
1997 At The Royal Albert Hall With The Royal Philharmonic Orchestra, Part 1 11.00 1
2000 'Unplugged' - 'Live' at The Academy of Music, Philadelphia USA 7.00 1
2001 Tuscany 7.00 2
2002 In the land of the rising sun 9.00 1
2006 British Tour '76 11.00 1
2008 Song of Scheherezade (DVD) 11.00 1
2010 The Mystic and the Muse 11.00 2
2010 Kings & Queens 10.00 1
2013 Grandine il Vento 10.33 3
2014 Symphony of Light 11.00 1
2015 DeLane Lea Studios 1973 9.00 1
2016 Live at the Union Chapel 12.00 1

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