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Mastermind

Volume One

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1990
Besonderheiten/Stil: HardRock; Progmetal; RetroProg
Label: Dutch East India Trading
Durchschnittswertung: 7.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Bill Berends Gesang, Midi-Gitarre
Rich Berends Schlagzeug
Phil Antolino Live Bass, Midi Bass Pedals

Tracklist

Disc 1
1. Child of Technology 5:55
2. On the Wings of Mercury 3:43
3. The Enemy Within   (Bonustitel) 4:14
4. Tidings of Battle 5:20
5. A Call to Arms 5:14
6. Long Distance Love Affair 2:59
7. Eye of the Storm 4:15
8. Fanfare 4:52
9. Reach For The Sky   (Bonustitel) 3:58
10. One by One 3:56
11. War Machine 10:29
Gesamtlaufzeit54:55


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Das Mastermind-Debüt zeigt bereits die für das amerikanische Power-Trio typische Mischung aus Hardrock und ELP-mäßigem Bombast. Allerdings ist der ELP-Anteil hier noch nicht so hoch wie auf späteren Alben der Band; viele Songs erinnern in ihrem kompakten, griffigen Aufbau eher an Rush Mitte der 80er.

Die Keyboardsounds werden auch hier schon ausschließlich über Midi-Gitarre erzeugt und klingen leider allzu oft arg trötig in typischer 80er-Jahre-Manier (die Aufnahmen zu "Volume One" entstanden bereits Ende 1986).

Den symphonischen Metal-Bombast späterer Mastermind-Werke hört man in Titeln wie "A Call To Arms" oder "Fanfare"; letzterer erinnert mit den im Laufe des Stücks immer schräger werdenden Synthieklängen ein wenig an ELPs "Fanfare For The Common Man" von "Works 1". Mit "Long Distance Love Affair" gibt es auch einen Totalausfall in Form eines üblen AOR-Songs mit Plastiksynthieklängen.

Höhepunkt des Albums ist das abschließende "War Machine", ein zehnminütiger Parforceritt durch symphonischen Bombast, Frickelorgien und Synthieattacken, die eines Keith Emerson würdig wären. In seiner Mischung aus Dynamik und Dramatik ist dieses Stück durchaus ELPs "Tarkus" vergleichbar.

Die neue CD-Ausgabe von "Volume One" enthält zwei in den Jahren 1987/88 aufgenommene Bonustitel: "The Enemy Within" klingt wieder sehr nach Rush der "Power Windows"-Phase, "Reach For The Sky" ist ein einfach gestrickter Hardrock-Song.

Anspieltipp(s): Child of Technology, War Machine
Vergleichbar mit: Rush, ELP
Veröffentlicht am: 13.8.2004
Letzte Änderung: 13.8.2004
Wertung: 7/15
War Machine: 10

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 3)


Auf ihrem Debüt sind Mastermind noch eindeutig auf der Suche nach einem eigenen Stil. Da wird sinfonischer, bombastischer Progressive Rock in ELP-Manier und verfrickelter Hard Rock bunt vermischt, mal geht es komplexer, meist aber eher songdienlicher, konzentrierter auf die Reise.

Bei "Long distance love affair" wird sogar äußerst belangloser, eher peinlicher Mainstream gestreift. Zudem wirken die Sounds aus der Midi-Gitarre zum Teil nicht immer ganz ausgereift, kommen hier und da klanglich einfach eine Spur zu käsig daher.

Jedoch deutet sich bei einigen gut abgehenden Instrumentalnummern, wie z.B. den etwas von Fusion durchsetzten "In the wings of Mercury" oder dem temporeichen, sehr ELP-inspirierten "Fanfare", bereits an, wohin die Reise später einmal gehen sollte. Highlight dieses Album ist aber das über zehnminütige, bombastisch überladene "War machine", wo Abwechslung und Bombast richtig herrlich zuschlagen.

Anspieltipp(s): On the wings of Mercury, War machine
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.9.2004
Letzte Änderung: 9.3.2012
Wertung: 7/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Wie kommt man heute eigentlich noch auf eine Band wie Mastermind? Das ist in meinem Fall eine verwinkelte, aber doch eher kurze Geschichte: Auf "In Classic" von PFM befand sich eine amüsante Adaption von Gioachino Rossinis "Wilhelm Tell"-Overtüre, die mich dazu verleitete, mal nach anderen Interpretationen Ausschau zu halten - und siehe da, eine Truppe namens Mastermind hatte das ebenso im Repertoire. Und da wären wir also. Zwar befindet sich deren Version erst auf dem Zweitalbum "Volume Two - Brainstorm", aber im Fall von Mastermind wäre es wohl zielführender, mit dem Debütalbum anzufangen, um das Gesamtbild zu erhalten.

Also: Die Truppe aus den beiden Berends-Brüdern, später ergänzt um wechselnde Gäste, hat diese Aufnahmen bereits 1987 angefertigt, aber erst 1990 gab es eine (obskure) Veröffentlichung in CD-Form, später (1996) dann eine Wiederveröffentlichung mit zwei Bonustracks. Mittlerweile sind sämtliche Mastermind-Alben übrigens über Bandcamp in Download-Form erhältlich, und auf ihrer Homepage haben die Gebrüder Berends auch die Entstehungsgeschichte dieser Platte umfassend geschildert. Eine retrospektive Betrachtung dieses Albums vereinfacht sich damit also ganz wesentlich.

Die Musik auf "Volume One" ändert das natürlich nicht. Die ELP-Tendenzen haben die Kollegen weiter oben ja schon zur Genüge beschrieben, trotzdem wäre noch einmal folgendes zu vermerken: Die Art und Weise, wie Bill Berends mit dem Gitarrensynthesizer Fanfarenklänge und Sololäufe spielt, wirft interessanteweise ein Schlaglicht darauf, wie Keith Emerson doch mit seinem Instrument damals den Sologitarristen, der Greg Lake eher nicht war, zu substituieren wusste. Umgekehrt fällt beispielsweise am Ende von "Children Of Technology" auf, dass Berends dann in Gitarrensoli eine solche Phrasierung einzusetzen versteht, wie man sie eigentlich sonst von Keyboards erwarten würde - der Vergleich zieht also in beide Richtungen. Ebenso bemerkenswert wäre noch das Drumming von Rich Berends, das ebenfalls sehr lebhaft ist und die Carl-Palmer-Referenzen soweit treibt, dass "One By One" quasi 1:1 von "Tank" abgekupfert ist.

Natürlich ist auf diesem Album aber nicht alles ELP. Durch den Opener "Children Of Technology", aber auch durch Nummern wie "Tidings Of Battle" oder "A Call To Arms" ziehen sich ebenso auch noch Rush von "Permanent Waves" bis "Power Windows" als Einfluss. Die Riffs sind ähnlich aufgebaut, und auch die Synthesizer werden zeitweilig in vergleichbarer Weise ins Arrangement eingefügt. Eine dritte Linie wären wohl noch AOR-Nummern, die sich hier in Form von "The Enemy Within" (samt Europe-artigen Fanfaren und ein paar Anklängen an Asias "Wildest Dreams" in den Strophen), "Long Distance Love Affair" oder "Reach For The Sky" finden. Das gelingt nicht immer gut, gerade letztere Nummer, die ein bisschen an Triumph erinnert, bietet nur langweilige Melodien und dafür einen albernen Dicke-Hose-Text, das von den Kollegen gescholtene "Long Distance Love Affair" finde ich dagegen mit seinem neckischen Synthie-Motiv, dein eingängigen Melodien und dem nett eingeschobenen Refrain-Nachsatz ("She looks out across the heavens...") mehr als annehmbar. Hingegen fällt das darauf folgende "Eye Of The Storm" wieder deutlich ab, auch wenn es in der Mitte einen kuriosen Instrumentalpart gibt, der sich erst zurücknimmt und von dort aus wieder zum "eigentlichen" Song zurück gesteigert wird.

Trotz einiger gelungener Melodien ist die Präsenz einer solchen Menge an im Großen und Ganzen eher mittelmäßiger AOR-Nummern auf "Volume One" dann allerdings eine fragwürdige Angelegenheit, denn die andere Hälfte von "Volume One" ist wesentlich spannender. Diese besteht nämlich aus überwiegend instrumentalen Passagen, die wie oben beschrieben eben von verspielt agierenden Gitarren und -synths vor ziemlich agiler Rhythmik geprägt sind. Das ist überwiegend nett anzuhören und demonstriert auch ein ganz gutes Gespür für die Strukturierung solcher Instrumentalnummern, denn einfach nur soliert wird hier selten - vielmehr lassen die verschiedenen Stimmen die jeweiligen Passagen wie in einer Aussage enden, schließen sie somit ab und bereiten damit den Weg, der gelegentlich zu einmal vorgestellten Themen und Motiven zurückführt, aber immer stringent ist und erfreulich selten ziellos oder im Kreis verläuft. Ausnahmen von diesem beispielsweise in "Children Of Technology", "Tidings Of Battle", "On The Wings Of Mercury" oder "War machine" exzerzierten Schema finden sich allerdings auch: In "Fanfare" beispielsweise verläuft der Instrumentalpart eher wie ein klassischer Live-Jam zu einem durchgehaltenen Rhythmus, was nicht ganz so zielführend ist.

An und für sich ist "Volume One" somit eine etwas durchwachsene Angelegenheit: Eher suboptimale AOR-Nummern, die auch am schwächlichen, ausdrücksarmen Gesang, mehr aber noch an vergleichsweise platten Melodien und nervigen Synthie-Begleitungen kranken, steht zumindest ganz passable Musik zwischen Retroprog, Fusion und einer gewissen Shred-Attitüde gegenüber. In dieser Mischung wirkt "Volume One" damit etwas unausgereift, aber wie Mastermind schon bald (oder auch nicht so bald...) demonstrieren sollten, konnten die Berends-Brüder in der Folgezeit ihren Stil präzisieren und schärfen. Das war also der Anfang...

Anspieltipp(s): Children Of Technology, Long Distance Love Affair, Tidings Of Battle
Vergleichbar mit: ELP, Rush, Triumph, Europe, Asia
Veröffentlicht am: 30.12.2016
Letzte Änderung: 1.1.2017
Wertung: 8/15
4-6 Punkte für die schwächeren AOR-Songs, 7-9 für die besseren, 10-11 für den Rest.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mastermind

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 Volume Two "Brainstorm" 9.00 3
1995 Tragic Symphony 9.50 2
1996 Until Eternity 9.00 2
1997 Live in Tokyo 10.00 1
1999 Excelsior! 12.50 2
2000 Prog, Fusion, Metal, Leather & Sweat 11.00 1
2001 Angels of the Apocalypse 10.00 1
2006 Broken (CD-Single/EP) 7.00 1
2010 Insomnia 8.00 1

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