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Pendragon

Fallen Dreams and Angels

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1994 (Der Titeltrack wurde bereits 1991 aufgenommen)
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Pendragon Toff Records
Durchschnittswertung: 6.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Nick Barrett vocals, guitar
Clive Nolan keyboards
Peter Gee bass guitar
Fudge Smith drums

Tracklist

Disc 1
1. The third world in the UK 7:16
2. Dune 4:41
3. Sister Bluebird 7:48
4. Fallen dreams and angels 5:23
Gesamtlaufzeit25:08


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Zwischen den pendragonischen Großepen "Window of life" und "Masquerade Overture" gab es im Hause Barrett immer noch viel zu tun – zum Beispiel die Aufführung eines stundenhälftenfüllenden Konzerts in vier Sätzen. Wer's seinerzeit nicht gehört hat, kann hier den Versuch einer Nacherzählung des damaligen Programmhefts lesen:

ERSTER SATZ: ALLEGRO CUM BARRETTO

Für alle, die schon immer mal ein progressives Songschreibseminar besuchen wollten und dafür nie die Zeit gefunden haben, trägt Nick Barrett hier ohne erklärende Worte vor, wie man so was macht: "3rd world in the UK" zeigt klar und unmissverständlich das Grundgerüst eines Songs, wie Barrett ihn immer wieder schreibt und wobei man nie was falsch machen kann. Es läuft so, dass zunächst das Piano eine irgendwie aufsteigende Akkordfolge erkennen lässt, die den Hörer ermunternd in die Stimmung des Songs ziehen soll; auf dieser musikalischen Hühnerleiter muss der Hörer allerdings zum Schluss wieder hinabgeführt werden, damit er den Song als abgerundetes Ganzes in Erinnerung behält; also müssen die Akkorde am Ende wieder fallen, am besten auch mit Piano, weil das den Wiedererkennungswert steigert, denn der Abfall (Nein, das war jetzt nicht so gemeint, wie's klingt) sollte sich unmittelbar aus dem Aufstieg ergeben (nach diesem System funktionieren übrigens sogar schon die alten schnulzigen Hollywood-Hits wie "Isn't it romantic" oder "Smoke gets in your eyes" – das ist der Song, der in Spielbergs "Always" so oft vorkommt ) – aber da wir es hier mit Prog zu tun haben, kann das nicht alles sein: es führt ein mit etwas Bombast gepflasterter Weg aus der genannten Pianofolge hinauf in eine Zwischenstufe, die mit Hilfe eines ausgedehnten und sehr melodischen Gitarrensolos den Einstieg in den schnellen und mitreißenden Mittelteil ebnet, und der tobt sich dann so lange aus (auch natürlich wieder unter Einbeziehung von Soloteilen), bis die Zeit für die Hühnerleiter dämmert. Ja, das kann der Nick so gut, dass ein solcher Song zu perfekt werden muss, als dass noch sein Protestanteil gehört werden könnte: Dieser Song z.B. soll auf das Elend von Immigranten aufmerksam machen, und der Textfetzen "Wonderful world" darin soll eigentlich ironisch verstanden werden, aber Nick ist so melodienselig, dass das keiner mitbekommt. Aber es hilft nichts, er ist eben so...

ZWEITER SATZ: ANDANTE AMABILE CON PINO GRIGIO

"Dune": Eine allerliebst-niedliche Melodie mit einem Keyboard, das wie ein Akkordeon klingt, leitet eine Strophe ein, dann folgt der Refrain, dann wieder das Gleiche, und immer so weiter. Ein Song, zu dem man in einem Ballon über Stoppelfelder fliegen und seekrank werden könnte. Mehr steckt nicht drin, ist aber trotzdem schön. Phil Collins würde ihn sicher mögen.

DRITTER SATZ: SCHERZO IN FLAGRANTI CON CHIANTI

"Sister Bluebird": Der Song ist der kleinere Bruder von "The voyager" vom "World"-Album, er beginnt auch so ähnlich und lässt einen geradezu auf die Überleitung zu etwas Größerem warten, aber das kommt diesmal nicht, jedenfalls nichts Größeres, dafür aber immer neue melodisch-harmonische Wendungen aus der Grundidee heraus, mit diversen Gitarrensoli und angedeuteten Keyboardhymnen, aber die Übersichtlichkeit wird nicht gestört. Ist was für Leute, denen größere Epen dieser Band zu kompliziert sind (gibt's das?) und die was zum Mitsingen brauchen (das bietet sich hier vor allem im überschwänglichen Schlussteil an – wenn einen niemand dabei sieht).

VIERTER SATZ: GRANDE FINALE IN TIRAMISU

Im Titelsong schließlich wird immer wieder eine bombastische Strophe aufgebaut, angedeutet, hochgefahren, die nur einem einzigen Zweck zu diesen scheint, nämlich die Refrainzeile gebührend vorzubereiten: "I'm never gonna leave you for fallen dreams and angels". Keine Angst, Nick: Ich dich auch nicht.

In Wirklichkeit hat es dieses Konzert natürlich nie gegeben, geschweige denn ein Programmheft; tatsächlich ist die Aufnahme des Titeltracks sogar drei Jahre älter als der Rest. Aber ein klassizistisches Neoprog-Werk aus vier Sätzen wäre doch mal eine gute Idee gewesen – freilich hätten die Sätze dazu etwas anspruchsvoller konzipiert sein dürfen. So bleibt nichts als ein Appetithäppchen für zwischendurch (über das sich die Fans damals sicher so gefreut haben, dass ihnen der Niveauunterschied zu den Alben vielleicht kaum aufgefallen ist), und Nick Barrett hat immerhin gezeigt, was man längst gewusst hat: dass er auch mal nebenbei kurze Unterhaltungssongs schreiben kann. Ein Schelm, wer jetzt denkt, seine längeren Werke seien auch bloß ausgedehnte kurze Unterhaltungssongs...:-).

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.9.2004
Letzte Änderung: 30.7.2013
Wertung: 7/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


"Fallen Dreams and Angels" ist der Nachtisch zu The Window Of Life, die Stücke eine Schnittmenge aus eben diesem Album und The world. Auf dem 2006er Reissue von "The Window of Life" kommt dann zusammen, was zusammen gehört.

Henning hat die Stücke mit einer Portion Humor treffend beschrieben. Ich für meinen Teil hätte gut auf "Dune", welches sich anhört, als gehöre es zu einer Dokumentation mit Titel "NDR berichtet von Hallig Hooge" oder "Die Deichschnucken", verzichten können. Ebenso auf das Titelstück, welches eine allzu süsslich-banale Melodie hat und mit gräuslichen Panflöten-Synthies aufwartet. Die beiden anderen Kompositionen sind dafür durchaus gelungen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.1.2011
Letzte Änderung: 20.1.2011
Wertung: 6/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pendragon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1985 The Jewel 9.00 2
1986 9:15 Live 8.00 1
1988 Kowtow 8.00 1
1991 The rest of 4.00 1
1991 The World 7.50 2
1993 The Window Of Life 9.00 4
1993 The very very bootleg 4.00 1
1995 Utrecht...The final frontier 7.00 1
1996 As Good As Gold 7.00 1
1996 The Masquerade Overture 10.50 2
1997 Live in Krakow 1996 7.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 2 4.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 1 8.00 1
2000 The History: 1984-2000 8.00 1
2001 Not of this world 9.50 2
2002 Acoustically challenged 7.00 1
2005 Believe 6.75 4
2006 And Now Everybody To The Stage... (DVD) 11.00 1
2007 Past And Presence (DVD) 11.00 1
2008 Pure 9.00 4
2009 Concerto Maximo (DVD) 9.00 1
2011 Passion 8.00 4
2012 Out Of Order Comes Chaos (DVD) 9.00 1
2013 Out of Order Comes Chaos 9.00 1
2014 Men Who Climb Mountains 9.67 3
2017 Masquerade 20 (DVD) 10.00 1

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