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David Bowie

Let's dance

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1983
Besonderheiten/Stil: Rock / Pop / Mainstream
Label: EMI
Durchschnittswertung: 6/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

David Bowie Vocals

Gastmusiker

Carmine Bojas Bass
Omar Hakim Drums
Tony Thompson Drums
Nile Rodgers Guitars
Stevie Ray Vaughan Lead Guitar
Rob Sabino Keyboards
Mac Gollehon Trumpet
Robert Arron Tenor & Flute
Stan Harrison Tenor & Flute
Steve Elson Baritone & Flute
Sammy Figueroa percussion
Bernard Edwards bass
Frank Simms Vocals
George Simms Vocals
David Spinner Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Modern love 4:46
2. China girl 5:32
3. Let's dance 7:38
4. Without you 3:08
5. Ricochet 5:14
6. Criminal world 4:25
7. Cat people (Putting out the fire) 5:09
8. Shake it 3:49
Gesamtlaufzeit39:41


Rezensionen


Von: Kristian Selm (Rezension 1 von 2)


Wenn sich das Chamäleon des Popbusiness schon auf den Babyblauen Seiten tummelt, sollte man natürlich auch ein paar Worte über seine kommerziell erfolgreiche Phase Anfang der 80er verlieren.

David Bowie meldete sich auf "Let's dance" mit runderneuertem Sound und zeitgemäßen Pop zurück, was natürlich bei seinen älteren Fans nicht gerade auf große Begeisterung stieß. Mit diesem Album gelangen ihm satte Charterfolge und Top 10 Hits rund um den Globus, allen voran natürlich mit "Let's dance" und "China girl", begünstigt ebenfalls durch die entsprechenden Musikvideos, die in der Heavy Rotation bei MTV liefen. Maßgeblichen Anteil am musikalischen Erfolg hatte vor allem Produzent / Gitarrist Nile Rodgers (u.a. tätig bei / für Chic, Sister Sledge, Duran Duran, Power Station, Madonna), der dem Album Wave-Einschlag, einige fette Bläsersequenzen und vor allem den rechten Groove verpasste. Zudem setzte der damals noch recht unbekannte, leider viel zu früh verstorbene, Gitarrist Stevie Ray Vaughan das Album bestens in Szene und verpasste so u.a. "China girl" und "Criminal world" seinen charakteristischen Gitarrensound.

Der Progfaktor ist hier gleich Null, musikalische Experimente sind ebenfalls keine vorhanden, "Let's dance" ist einfach ein gut produzierte Popscheibe im typischen 80er Jahre Sound.

Anspieltipp(s): Prog Punktzahl aus BBS Sicht:1, aus popmusikalischer Sicht sicherlich eine 11
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.12.2004
Letzte Änderung: 19.4.2012
Wertung: 6/15

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Von: Holger Grützner @ (Rezension 2 von 2)


Der Maestro hat keine Lust mehr. Schreibblockade. Film ist das Medium der Zeit – jedenfalls für ihn. Glaubt er. Und weil es mit dem Gigolofilm schon in die Hose ging (O-Ton Bowie: „Das waren alle meine 36 Elvisfilme auf einmal.“), versucht es Seine Kunterbuntigkeit David der Mehrmalige mit Videokreativität.

Musik wird zunehmend Nebensache.

Musikalisch klaut er sich bei den Rubettes das ha-Ha-HAAA-Intro von „Sugar Baby love“ für den programmatischen Titelsong seiner Ultrakommerzphase. Das Bop-showady-showady-wady-bop-showady verkneift er sich jedoch gerade noch und lässt es per Gitarre und Hall „verfremden“.

„Put on your red shoes and dance the blues, hear the song on the radio …“, der Text könnte, wenn man es nicht besser wüsste, aus derselben Quelle stammen. Reim dich, oder ich fress’ dich. Verbales Nichts – aber filmisch so aufgeblasen, dass eine Chimäre von Sozialkritik entsteht: ein Aborigines-Pärchen auf dem Weg in den Luxus und wieder zurück in die Einfachheit. Mitten in der Szenerie ein Schniegly-Bowie mit so einer damals modischen Kontergan-Gitarre. Totaler ist der Kontrast zu den beiden Naturkindern nicht darstellbar. (Bleibt mal schön in euren Slums. Wir feiern hier’ne Party und ihr seid nicht dabei. Groenemeyerinspiration für später.) Zynismus? Ahnungslosigkeit? Das Video wurde seinerzeit in den höchsten Tönen gelobt - es bleibt das Zerrbild einer guten Absicht.

Im Übrigen heißt seine Devise deutlich: Weg vom Anspruch – hin zum Schickimicky.

Songs schreiben – wozu? Man kann doch auch die von Kumpel Iggy prostituieren! Hat der auch gleich wieder ein paar Einnahmen!

Und so macht er von nun an das, was viele weiße Salonlöwen in den 50ern mit schwarzem Rhythm&Blues taten, mit Iggyhymnen: Glatt bügeln, Gefühle raus oder übertrieben rein, die eine oder andere Zeile entschärfen und schon ist man nicht mehr der Enkel von Chuck Berry sondern eher so ein in die 80er Jahre geklonter Pat Boone Verschnitt, der sein little chinese Girl ins Bett gurren muss, weil die Hormone drücken.

Wenn Iggy Pop so was singt, klingt es wie eine Liebesbeziehung auf Augenhöhe: Die Nutte und der Underdog.

Bei Bowie dagegen transportieren Schöniefrisur und Maxiemantel im Video seine ironisch verlogene Sangesleistung. Hier singt nicht der arme Säufer, der eine sucht, die ihm den Bierdeckel zahlt, sondern hier singt der Freier, der bezahlt hat und nun zum Schuss kommen will: David goes Michel Friedmann.

„Putting out fire with Gasoline!” Ja genau! Will ihm denn keiner beim Feuerlegen helfen? Der Mann möchte sich schließlich sein Kaschmirmäntelchen nicht einsauen!

Die eben erwähnte Songzeile stammt übrigens aus Catpeople. Von Giorgio Moroder mit 3 Fingern am Kinderkeyboard komponiert für einen gleichnamigen Gruselreißer ähnlichen Niveaus, der zurecht kein cineastischer Meilenstein wurde – nur einer der vielen Nastasja Kinski Flops.

Die Moroder Fassung hatte Bowie zwar Anno 82 bereits eingesungen. Nun aber brauchte er noch einen 5Minüter, damit das Album nicht gar so kurz wird und da er keine Songs auf Halde hat, muss eben dieses maskuline Baccaraplingplong noch ein paar böseböse Gitarrentupfer bekommen, damit’s den Bentley rockt, indem solche Mugge ertönen mag. Le freak- seeehr chic.

Fazit: Nach Scary Monsters mit so einer Platte zu kommen, war schlimmer als der Bruch zwischen Heroes und Lodger. Nick Cave hat mal auf einer ähnlich ausgebrannten Karrierestufe lamentiert: My cup is empty. Bowie seine auch. Aber noch lässt sich das leere Porzellan bewundern.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.1.2005
Letzte Änderung: 2.1.2005
Wertung: 6/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von David Bowie

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Space Oddity 11.00 1
1971 The Man Who Sold The World 9.00 1
1971 Hunky Dory 13.00 2
1972 The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars 12.00 1
1973 Aladdin Sane 9.50 2
1974 David Live 11.00 1
1974 Diamond Dogs 8.33 3
1976 Station to Station 11.50 2
1977 Heroes 13.00 1
1977 Low 9.50 2
1978 Stage 10.50 2
1979 Lodger 9.00 1
1980 Scary Monsters 10.00 2
1984 Tonight 4.00 1
1986 Labyrinth 1.00 1
1987 Never let me down 3.00 3
1993 The Buddha Of Suburbia 12.00 1
1993 Black Tie White Noise 5.00 1
1996 Outside: The Nathan Adler Diaries 13.00 2
1997 Earthling 10.00 1
1997 The singles collection - 1
1999 Hours 9.33 3
2002 Slow Burn 11.00 1
2002 Heathen 11.50 2
2003 Reality 9.25 4
2008 Live Santa Monica '72 11.00 1
2008 David Bowie Box - 1
2010 A Reality Tour 11.00 1
2013 The Next Day 10.00 2
2014 Nothing Has Changed. - 1
2016 Blackstar 13.00 3
2018 Welcome to the Blackout (Live London '78) 10.00 1

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