SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
22.1.2017
Dave Bessell - Black Horses Of The Sun
Sky Flying By - Miscellany
Meller Golyzniak Duda - Breaking Habits
21.1.2017
Richard Pinhas & Barry Cleveland - Mu
La Bocca della Verità - Avenoth
Dream Theater - A Dramatic Turn of Events
20.1.2017
X-Panda - Reflections
19.1.2017
Richard Pinhas - Reverse
Pink Floyd - The Final Cut
Dream Theater - Metropolis 2000: Scenes From New York
Pink Floyd - A Momentary Lapse of Reason
Dream Theater - Octavarium
Nth Ascension - In Fine Initium
Maschine - Naturalis
18.1.2017
Reflections in Cosmo - Reflections in Cosmo
Pain of Salvation - In The Passing Light Of Day
17.1.2017
Dream Theater - Metropolis Pt. II - Scenes From a Memory
Sons Of Noel And Adrian - Turquoise Purple Pink
ARCHIV
STATISTIK
23068 Rezensionen zu 15748 Alben von 6106 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Spock's Beard

Octane

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005 (erscheint auch in einer Special Edition mit Bonus CD)
Besonderheiten/Stil: Melodic Rock / AOR; RetroProg
Label: Inside/Out
Durchschnittswertung: 8.57/15 (7 Rezensionen)

Besetzung

Nick D'Virgilio Lead Vocals, Drums, Loops, Guitars
Dave Meros Bass
Alan Morse Guitars, Vocals, Theremin, Saw
Ryo Okumoto Keyboards

Gastmusiker

John Boegehold Ambience, Sounds, Voices, Co-Songwriter
Molly Pasutti Voices
Eric Gorfain Violin on 2,7 & 11
Daphne Chen Violin on 2,7 & 11
Leah Katz Viola on 2,7 & 11
Richard Dodd Cello on 2,7 & 11
Gina Ballina French Horn on 1 & 7
Johnnie Corno French Horn on 1 & 7
Ramon Flores Trumpet on 1 & 7

Tracklist

Disc 1
1. The Ballet Of The Impact

1. Prelude To The Past
2. The Ultimate Quiet
3. A Blizzard Of My Memories

  (A Flash before My Eyes)
5.34
2. I Wouldn't Let It Go   (A Flash before My Eyes) 4.53
3. Surfing Down The Avalanche   (A Flash before My Eyes) 3.43
4. She Is Everything

1. Strange What You Remember
2. Words Of Forever

  (A Flash before My Eyes)
6.46
5. Climbing Up That Hill   (A Flash before My Eyes) 3.31
6. Letting Go   (A Flash before My Eyes) 1.52
7. Of The Beauty Of It All

1. If I Could Paint A Picture
2. Into The Great Unknowable

  (A Flash before My Eyes)
4.53
8. NWC   (Instrumental) 4.16
9. There Was A Time 4.58
10. The Planet's Hum 4.42
11. Watching The Tide 5.07
12. As Long As We Ride 5.35
Gesamtlaufzeit55:50
Disc 2
1. When She's Gone   (Special Edition Bonus Disc) 5.41
2. Follow Me To Sleep 5.39
3. Game Face 4.10
4. Broken Promise Land 4.45
5. Listening To The Sky 3.08
6. Someday I'll Be Found   (String Quartet, Flash 2) 1.04
7. I Was Never Lost   (Background Vocals, Flash 2) 1.09
8. Paint Me A Picture   (Pipe Organ Outtake from Flash) 1.29
9. The Formulation of Octane   (Quicktime Video)


Rezensionen


Von: Dennis Egbers @ (Rezension 1 von 7)


Knapp 1,5 Jahre nach dem ersten Post-Morse-Album Feel Euphoria legen Spock's Beard mit Octane ihr Zweitlingswerk mit Nick D'Virgilio am Gesang vor. Und eines kann schon von vornherein festgestellt werden: Wer mit Feel Euphoria nichts anfangen konnte, weil nur noch teilweise dem alten Bärte-Stil im speziellen wie auch dem Prog im allgemeinen gefrönt wurde, dem wird Octane noch weniger behagen.

Als Prog-Album kann man dieses nämlich in der Tat nur noch sehr bedingt bezeichnen. Ryo Okumoto überzeugt zwar in weiten Teilen mit gekonnt im Retro-Sound gespielten Keyboards und auch in der restlichen Musik werden ab und an noch Anklänge an den alten Stil deutlich, wie z.B. in The Planet's Hum oder The Balllet of the Impact, insgesamt aber kann man das Gebotene eher als "anspruchsvollen Rock" bezeichnen. Ein schrecklicher Begriff, mir fällt aber bei bestem Willen nichts Adäquateres ein.

Vielleicht sollte man den Stil daher besser umschreiben als betiteln und hier könnte man Octane für meinen Teil irgendwo zwischen Singer/Songwriter und LedZep-beeinflusstem HardRock mit (dann doch recht deutlichen) Prog-Einflüssen einordnen. Was sich für den einen oder anderen schrecklich anhören mag, erweist sich beim genaueren Betrachten der Musik als erstaunlich schlüssig und passend.

Die neuen Spock's Beard scheinen ihre Identität gefunden zu haben und mir scheint die Zukunft der Jungs interessanter zu sein, als die ihres ehemaligen "Obermackers" Neal Morse, der ja nun seit Snow doch mehr oder weniger in (wenn auch durchaus gekonnter) Selbstrepetition schwelgt. Was mich als jemanden, der eine gewisse Verbundenheit zu den eher ruhigen und balladesken Momenten nicht immer leugnen kann (wenn ich nicht gerade frickeligen Metal höre ;) ), besonders freut, ist die mit She is Everything erneut vorliegende Bestätigung, dass die Band im Gegensatz zu Neal Morse tatsächlich in der Lage ist, gelungene und bewegende Balladen zu schreiben. Für mich wie schon Ghost of Autumn (das allerdings noch besser war) auf dem Vorgänger das Highlight.

Fazit: Die "neuen" Spock's Beard scheinen ihren Stil gefunden zu haben und dieser weiß zumindest mir auch zu gefallen, so dass ich Octane im Gegensatz zum Vorgänger auch für zur Gänze gelungen halte, wegen des Fehlen eines Übersongs wie Ghosts of Autumn greife ich trotzdem zur selben Note. Ich warte allerdings schon gespannt auf den nächsten Output - schaffen sie es dort, das leichte Abflachen zum Schluss auch noch abzustellen und den Stil weiter zu verfeinern, dann kann man von den Bärten noch so einiges erwarten!

Anspieltipp(s): The Ballet of the Impact, She is Everything
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.1.2005
Letzte Änderung: 3.8.2011
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 7)


Nun ist die neue CD der Gruppe auch bei mir eingetroffen, und daher ein paar Anmerkungen dazu:

An anderer Stelle zur Band habe ich mal geschrieben: "Deutlich besser wird die Musik, wenn sie einfach das machen, was sie können, melodiösen Rock zu spielen, mit technischer Perfektion, und ihre Frickeleien im Schrank lassen,(..).Wenn sie das aber tun, sind sie wirklich Klasse, treibt einen die Musik richtig mit, ohne dass sie im Bombast versinken,(..)"

Mein Hauptkritikpunkt der Neil Morse-Zeiten war für mich immer, dass sie zu sehr die alten Bands imitierten. Diese zweite CD ohne den alten Chef ist ein gelungener Versuch, den Freischwimmer zu schaffen. Schon die längere Suite vermeidet alte Klischees, sondern liefert gute, mit hübschen Studiogimmicks verbundene Teile, die trotz mancher etwas lauterer Passagen insgesamt eine ruhige Stimmung mit leichtem Progeinschlag verbreiten. Was mir ebenfalls gefällt, sind die Keyboards. Nie aufdringlich, sondern gut in den Gesamtklang eingarbeitet, machen sie eine Menge für den "altmodisch"-klingenden Sound dieser CD. Dass sie diesen dann mit einem vordergründig geradlinigen Rock verbinden, macht sie mir nur sympathischer. Einziger Abstrich ist "Watching The Tide", der mir etwas zu schmalzig ist. Hätten sie dafür "Game face" auf die reguläre CD gepackt, wäre auch die Normalversion Klasse.

Trotz alledem, ein wirklich gelungenes Album mit anspruchsvollem Rock, das manchmal über den Tellerrand schaut. Es wird mit Sicherheit öfter in meinem Player landen, als Aufnahmen mit dem alten Chef.

Anspieltipp(s): die Suite
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.2.2005
Letzte Änderung: 3.8.2011
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 7)


Schön, wenn schlimme Befürchtungen nicht wahr werden. Nach dem etwas verunglückten ersten Album ohne Neal Morse hat die Band im zweiten Anlauf wieder die Kurve gekriegt und eine in sich stimmige Scheibe zwischen Retroprog und intelligentem Mainstream geschaffen, die im Grundton melancholischer, düsterer klingt als noch zu Zeiten von Morse. Vielleicht hat dazu auch das vermehrte Hinzuziehen befreundeter kreativer Ressourcen beigetragen (v.a. John Boegehold, der an den meisten Songs beteiligt war, der auch die Story zum Longplayer A Flash before my eyes geschrieben hat und unausgesprochen wohl sowas wie den "5. Bart" darstellt).

Das Album - und auch A Flash before my eyes - besteht aus in der Grundsubstanz soliden, leicht proggigen Songs, die größtenteils durch ihren hohen Unterhaltungswert und die mit schöner Leichtigkeit eingebundenen Sounddetails bestechen. Am schwächsten erscheint mir das zu gefällige There was a Time. Das folgende, stellenweise auf Gentle Giant anspielende The Planet's Hum hält hingegen mit den größten Retroprog-Anteil des Albums bereit. Gar nicht mal schlecht ist übrigens auch das zarte Liebeslied Watching the Tide, das sich in ein üppiges Finale steigert. Zufriedenstellend immerhin auch As long as we ride, das mit frischer, rockiger Note das Album schließlich mit Beatles-Reminiszenzen ausklingen lässt.

Die wiedergewonnene Qualität zeigt sich auch in den ersten vier Stücken der Bonus-Disc. Sie stehen den Songs des regulären Albums in keiner Weise nach. Eine vortreffliche Ergänzung.

Insgesamt ist Spock's Beard ein erstaunlich frisches Album auf hohem kompositorischem Niveau gelungen, das wieder Spaß macht. Mit dieser Band ist erfreulicherweise wieder zu rechnen!

Anspieltipp(s): The Planet's Hum, A Flash before my Eyes, When she's gone
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.2.2005
Letzte Änderung: 5.11.2013
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 4 von 7)


Wie jeder hier auf diesen Seiten lesen kann, bin ich nicht so der Spock's Beard-Freak, trotzdem ist natürlich jeder neue Output dieser Band prinzipiell interessant. Ich besitze aber bei weitem nicht jedes Album der Band und die "Feel Euphoria" habe ich nach den durchwachsenen Kritiken und der Überzeugung "Ohne Neal ist die Band tot" ausgelassen.

Eine Tendenz zum Rock / Pop-Mainstream mit Prog-Elementen gab es allerdings auch schon auf den letzten Outputs mit Neal Morse, "V" und "Snow", so dass der weitere Weg der Band auch ohne ihn nicht so abwegig daherkommt. "Octane" ist so gesehen eine stringente Fortsetzung. Spock's Beard wollen sich vom Morse-Soundkosmos entfernen und dabei aber nicht alles aufgeben, was die Band ausmacht.

Das Ergebnis ist eine Suite wie "A Flash Before My Eyes", die nun schon versucht dem Proggie heimische Gefühle unterzujubeln. Die Titel werden geschickt mit allerlei Gimmicks unterlegt und auch verbunden. Da aber die Qualität dieser lose aneinander gebundenen Songs zu unterschiedlich ist, gelingt dieses Vorhaben letztlich nicht. Trotzdem weiß die Suite bis auf die Ausfälle "I Wouldn't Let It Go" und "She's Everything" durchaus zu unterhalten. Wenn auch sicherlich der Auftakt "Ballet Of The Impact" mit Mellotron und wunderbar melancholischen Hörnern viel mehr verspricht als gehalten werden kann. "The Beauty Of It All" bringt vor allem die tollen Hörner wieder zurück und ist schon deswegen wunderschön. Ziemlich eigenwillig wirkt der Rock-Ausbruch "Surfing Down The Avalanche", wenn er mir als Einzeltitel auch gut gefällt.

Vom Rest des Albums begeistern mich noch das rockig-jazzige Instrumental "NWC", sicherlich mein persönlicher Favorit auf dem Album, und der abschließende Spass-Rock'n'Roller "As Long As We Ride".

Dazwischen gibt es mit der Schmalz- und Kitschoper "Watching The Tide" einen echten Skip-Kanditaten (das konnte ich mir nur einmal anhören). Und mit "There Was A Time" und "Planet's Hum" zwei Titel, die zwar nett sind, aber bei mir irgendwie nicht richtig zünden. Auch wenn insbesondere letzterer am ehesten an gewohnten Beards-Stoff erinnert.

Fazit für mich: Ein nettes Rock-Album mit proggigen Einschlägen. Wenn das nicht Spock's Beard wären, könnte man sagen: Daraus wird wahrscheinlich noch was werden. Aber es sind eben Spock's Beard und da hat man schon das Gefühl, die Band weiß nicht recht wohin. Wenn man die ganz schwachen Songs mal abzieht, bleiben etwa 40 Minuten gute Musik übrig... Genug? Oder man wollte sich noch gute Sachen für die "Special Edition" aufbewahren? Ob ich mir die zulege, muss ich mir allerdings noch überlegen....

Anspieltipp(s): "The Ballet Of The Impact", "NWC" ...wobei man dann konsequenterweise noch "Watching The Tide" nachschieben müsste, um wirklich einen Eindruck zu bekommen
Vergleichbar mit: von Beard über Purple und Led Zep bis hin zu Journey und Elton John
Veröffentlicht am: 12.2.2005
Letzte Änderung: 29.6.2011
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Von: Piotre Walter @ (Rezension 5 von 7)


Ich finde "Octane" auch gelungener als den Vorgänger "Feel Euphoria", kann mich aber der Begeisterung nicht so recht anschließen. Das Album ist eine ordentliche Rockplatte, mehr nicht. Das Ganze klingt doch sehr nach AOR, manchmal klingts wie "Ozzy Osbourne light". Nachvollziehbar ist, dass die Band nach Neal Morse Wegang nach einem neuen Stil sucht - was sie bisher veröffentlicht haben, ist mir aber zu wenig brilliant und wenig proggig. Wie andere Bands vorher müssen sie sich an alten Zeiten messen lassen und schneiden dabei weniger gut ab. Die alten Sachen waren vielleicht sehr retroproggig, aber brilliant, mitreissend und voller Ideen. Den übriggebliebenen Bärten fehlt diese Brillianz und Prägnanz. Gepflegter Neoprog und Mainstream überwiegen auf der Scheibe. Da fehlt einfach ein Bandleader mit guten Ideen. Zwei Instrumentalpassagen erinnern an alte Zeiten und das gar nicht mal schlecht. Da dies aber mehr als "Überbleibsel" zu sehen ist und auf Dauer wohl ganz verschwinden wird, ist die Band für mich uninteressant geworden.

Anspieltipp(s): The Ballet Of The Impact
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.2.2005
Letzte Änderung: 14.2.2005
Wertung: 7/15
AOR, Mainstream Rock

Zum Seitenanfang

Von: Jörg Schumann @ (Rezension 6 von 7)


Auch ich werde mit diesem Album nur zum Teil warm. Die Musiker spielen toll zusammen, handwerklich ist an den Stücken nichts auszusetzen, aber was will man auch anderes erwarten. Schliesslich spielen die vier seit 10 Jahren zusammen. Was jedoch die Kompositionen betrifft, da bin ich eher enttäuscht. Auch ich finde "Octane" zwar eine Idee besser als Feel Euphoria, was aber auch nicht sonderlich schwer ist, war der "Erstling" der Post-Morse-Ära doch ziemlich uninspiriert dahergekommen und der Schock der Trennung beinahe hörbar. Trotzdem: "Octane" ist für mich nicht mehr als ein "Drei-Tage-Bart". Wo andere eine neue, eigene Identität hören, da finde ich bloss Zitate oder ein Suchen. Hier eine "New Jersey"-Attitude, die nach einer Mischung aus BonJovi und Springsteen klingt (I wouldn`t let it go), dort ein Satriani-Klon (NWC), der gut gelungen ist und Spass macht, aber dennoch geklaut ist, hier ein Deep Purple-Rocker, wie er auf V hätte zu finden sein können (surfing down the avalanche), dort eine müde Ballade (She is everything), die schlicht und ergreifend belanglos ist. Mal klingen die Stücke nach den Calling All Stations-Genesis, v.a. der Gesang wirkt teilweise sehr ähnlich, mal nach den früheren Bärten. "Letting go" ist ganz nett, "There was a time" haut mich nicht gross aus den Socken und erinnert mich stilistisch schwer an "Hole Hearted" von Extreme. "The Planets Hum" macht anfänglich einen auf "Mister Class and Quality?" (Gentle Giant), "Watching the Tide" ist eine weitere belanglose Ballade, die niemand braucht und "As long as we ride" beendet das Album mit einem grässlichen Rocker mit "Uhuhuuuuu"-Gesängen.

Die einzigen Lichtblicke sind "The Ballet of the Impact" und die thematische Fortsetung "Of the Beauty of it all". Da kommt für einen kurzen Moment progressives feeling auf. Auch wenn das sehr an die früheren Bärte erinnert, so lassen sie es hier für einmal krachen, wird einmal die ansonsten vorherrschende 4/4-Metrik etwas aufgebrochen. Ein weiterer Lichtblick, trotz unüberhörbarer Nähe zu Satriani, ist NWC. Damit erschöpft sich aber schon das Repertoire der Stücke, die mich einigermassen packen.

Ich finde "Octane" stilistisch ziemlich zerfahren, man kopiert hier und lässt sich dort inspirieren. Das Ganze wird lediglich durch den typischen Beard-Sound der Morse Ära zusammengehalten. Dass die neuen Bärte jetzt ihren eigenen Stil gefunden haben, kann ich nicht unterschreiben.

Wie gesagt: für mich wird dieses Album ein "Drei-Tage-Bart" bleiben. Morse wird auch in Zukunft interessanter bleiben und ich traue ihm alle Male eher zu, sich neu zu erfinden.

Anspieltipp(s): Of The Beauty Of It All
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.2.2005
Letzte Änderung: 14.2.2005
Wertung: 7/15

Zum Seitenanfang

Von: Henning Mangold @ (Rezension 7 von 7)


Normalerweise bin ich ja nicht so der Typ für Acht-Rezensionen, aber in diesem Fall ist mir noch was eingefallen. Das kam so:

Gelegentlich informiere ich einen alten Freund von mir per E-Mail über neue und anschaffenswerte Prog-Veröffentlichungen. Sein Geschmack ist ähnlich wie mein eigener, und so habe ich immer mal wieder Ideen, was ich ihm auf die Liste setzen kann, und er war bisher auch noch nie enttäuscht.

Neulich ertappte ich mich selbst dabei, dass ich ihm schon drei Alben vorenthalten hatte, die inzwischen wohl fast jeder Progfan besitzen dürfte: weder hatte ich ihn auf "Adam & Eve" von den FloKis hingewiesen, noch auf die zweite von The Tangent - und auch nicht auf "Octane". Ich fragte mich selbst, wie ich diese Alben hatte vergessen können, denn bewusst verschwiegen hatte ich sie nicht.

Auf einmal wurde mir der Grund klar: diese Alben sind in meiner Einschätzung zwar alle nicht schlecht, aber eben auch nicht mehr als das. Und nur ein 'nicht schlecht' genügte mir einfach nicht, um deswegen eine Mail zu befördern.

Ich suchte mir Rat bei den zahlreichen BBS-Rezensionen zu diesen CDs und fand ihn auch - manchmal unmittelbar, manchmal zwischen den Zeilen. Und nun denke ich, diese neueste Veröffentlichungswelle bei InsideOut enthält eine Menge Musik, die ich als Stilübungen in Prog ansehe: alles nicht verkehrt, alles ziemlich prall, alles perfekt produzierte Mucke, die stundenlang so weitergehen könnte - und alles - in meiner Einschätzung - recht uninspiriert. Wenn ich allein an den Hinweis denke, den ich einer Rezension zu KINO verdanke: 'Ergebnis einer Idee von Thomas Waber' - das eben ist das Problem. (Es soll ja Zeiten gegeben haben, in denen sich Bands einen Verleger für ihre Musik gesucht haben: jetzt gibt's das sogar im Prog schon umgekehrt - der Verleger sucht sich selbst seine Musik bei den Bands in deren immer neuen (und alten) Zusammensetzungen.)

In "Octane" sehe ich den bisherigen Höhepunkt dieser Entwicklung; deshalb setze ich diesen Text auch hier ein. Normalerweise bin ich leicht zu begeistern: ich höre ein Mellotron und schon denke ich, dass mir alles, was jetzt noch folgt, gefallen wird. Von dieser Warte betrachtet müsste mich die "Octane" ja maßlos faszinieren: tut sie aber nicht. Ich höre eine Passage wie den Song "I wouldn't let it go", und schon fällt mir der Film "Bodyguard" ein (Whitney Houston sagt zu Kevin Costner: 'Ist das nicht einer dieser alten Cowboy-Songs'?) - und eben einen solchen alten Cowboy-Song nehme ich wahr, wie er sich bei Spock's Beard versteckt.

Da komme ich mir vor wie auf einem Laufsteg des Prog, auf dem alle Moden vorgeführt werden, nicht nur die der Cowboys: "Ballet of the impact" zeigt die Bombast-Mode, "Surfing down the avalanche" die robuste Outdoor-Mode, "She is everything" die Romantik-Mode, "Climbing up that hill" die Rock-Mode, "NWC" die Extravaganz-Mode, "As long as we ride" die Schmalzlocken-Mode, "Watching the tide" die eher ausladende Mode für Mollige und so weiter.

Warum schreibe ich so was? - Immerhin gebe ich doch zu, dass die Musik gar nicht schlecht ist! Nun, ich möchte erreichen, dass die sich andeutende Gefahr sichtbar wird: heute liegt sie anderswo als Ende der 70er: damals wollten die ratlosen Progbands uns glauben machen, dass wir alle verkappte Popfans sind - und lieferten uns Pop. Heute könnte das nicht mehr funktionieren: die Fans würden so was schlichtweg nicht kaufen, sie wollen 'richtigen' Prog für ihr Geld. Also bekommen sie den: richtigen, stilbewussten, handgemachten - aber in manchen Fällen zunehmend seelenlosen, ohne den echten 'Sturm und Drang' der Bands, der - wenn er's denn überhaupt schafft - von innen kommen muss, nicht vom Trend. Aber ich will wegen meiner Spinnereien niemanden von der Freude über so viele Releases abbringen: hört sie euch an - hört sie euch SEHR aufmerksam an...!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: als würde eine gewiefte, erfahrene Schauspielertruppe plötzlich Kasperletheater spielen - weil's gerade Retro-Mode ist?
Veröffentlicht am: 1.3.2005
Letzte Änderung: 5.11.2013
Wertung: 7/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Spock's Beard

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The Light 11.80 4
1996 The official live bootleg 11.00 1
1996 Beware Of Darkness 11.25 4
1998 From the vault 4.00 1
1998 Live: The Beard Is Out There 11.00 1
1998 The Kindness Of Strangers 11.33 3
1999 Skin (Single) 3.00 2
1999 Live at the Whisky and Nearfest 8.50 2
1999 Day For Night 9.00 2
2000 V 11.25 4
2000 Nick 'n Neal - Live In Europe - Two Seperate Gorillas (The "from the vaults" series vol.2) 3.50 2
2000 Don't try this at home 8.50 2
2000 Don't Try This @ Home Either (The "from the vaults" series vol.3) 6.00 2
2001 There & here (The "from the vaults" series vol.4) 7.00 1
2001 All On A Sunday (Single) 1.00 2
2002 Snow 5.50 2
2002 Don't Try This At Home (DVD) 10.00 1
2003 Feel Euphoria Ltd. Edition 7.20 5
2004 The Making of Snow - 1
2005 Gluttons For Punishment - Live in '05 9.00 2
2006 Spock's Beard 8.75 4
2008 Live (DVD) 11.00 2
2010 X 11.00 5
2012 The X-Tour Live 11.00 1
2013 Brief Nocturnes and Dreamless Sleep 10.33 3
2015 The Oblivion Particle 10.50 2
2015 The First Twenty Years 10.00 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum