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Porcupine Tree

Voyage 34

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1998 (ursprünglich: 1992/93)
Besonderheiten/Stil: Psychedelic; Spacerock
Label: Delirium Records
Durchschnittswertung: 9/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Steven Wilson All Instruments except: IV
Richard Barbieri Synthesizers (IV)

Tracklist

Disc 1
1. I 12:54
2. II 17:24
3. III 19:24
4. IV 13:42
Gesamtlaufzeit63:24


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 4)


"Unspektakulär" ist eines der Adjektive mit dem ich diese Musik belegen möchte. Ein anderes ist "psychedelisch", wenngleich nicht die schrille 67-er Psychedelic, sondern eine sanfte, entspannte, leicht groovende Version, im Stil von Pink Floyd der Mittsiebziger. Teil I der Reise beginnt mit dem sattsam bekannten Gitarrenriff aus "Another Brick in the Wall" und wird gerne wieder aufgegriffen. Die Musik - von Steve Wilson fast im Alleingang eingespielt - entwickelt sich schleppend, immer wieder unterbrochen durch die Erzählerstimme; gesungen wird nicht, wenn man von gelegentlichem weiblichen Sphärengesang mal absieht. Es tut sich nicht viel, manchmal gibt es minutenlang Leerlauf, d.h. die Musik plätschert so vor sich hin, reine Soundscapes. Dann flirrt mal minutenlang ein keyboard, dazu treibender dumpfer Beat; mal gibt es ein ausgedehntes, wehmütiges Gitarrensolo, mal klopft und pocht es, mal dies, mal das, aber es geschieht eigentlich nichts Spektakuläres; Höhepunkte sind nicht auszumachen. Zum Ende hin (Teil 4) wird es dann auch noch ruhiger; ein langsam pulsierender Bass treibt voran, alles verschwimmt, alles zerfließt...

Der Text - im Booklet schön abgebildet - erzählt die Geschichte von einem LSD-Trip. Ist recht witzig, allerdings nur dann, wenn man Drogenverherrlichung witzig findet.

Wie soll man diese Musik bewerten? Originell ist das nicht, immer wieder auf diesen blöden "Brick in the Wall"-Riff zurückzugreifen und dann ständig diese elegischen Gitarrensoli... Dass da ne 5-Minuten-Idee über eine Stunde ausgewalzt wird, ist hingegen höchst erstaunlich zu nennen. Und trotzdem: diese Musik hat was, da kann man stundenlang zuhören (Dauerrepeat), wird nie langweilig wegen dieser fließenden Monotonie (äh, versteh ich nicht); Musik zum Verschwinden. Und für jeden echten PT und PF - Fan sowieso ein Pflichtkauf. ;-) Warnung: Klingt überhaupt nicht nach den späteren Porcupine Tree.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Pink Floyd, Spacerock
Veröffentlicht am: 28.4.2002
Letzte Änderung: 16.7.2007
Wertung: 9/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 4)


Ursprünglich erschienen die Originalaufnahmen der EPs "Voyage 34" und "Voyage 34 Remixes" von Porcupine Tree nur in geringen Auflagen. Beide Scheiben, die 1992 bzw. 1993 von Delerium Records veröffentlicht wurden, zeigen Porcupine Tree, welche damals noch keine Band, sondern hauptsächlich ein Soloprojekt von Steven Wilson war, von einer ganz anderen, ziemlich psychedelischen Seite. Das vierteilige "Voyage 34" ist nichts anderes als in vierfacher Ausführung, die musikalische Umsetzung des 34.LSD Trip von Brian, der dabei eine sehr traumatische Reise erlebt. Entsprechend dem Thema sind die vier Teile von "Voyage 34" sehr atmosphärisch gehalten, alle Titel verarbeiten jedoch auf verschiedene Weise das gleiche Grundthema.

Während Teil 1 sehr spacig, wie eine Vermischung von Ozric Tentacles und Pink Floyd klingt und dabei in traumhafter Verbindung World Music, Space Rock und transparente Sounds verschmilzt, ist Teil 2 vielleicht die mitreißendste Version, weil hier neben wavigen Synthiesounds, vor allem die Gitarre, gefühlvoll mit Bottleneck gespielt, in völlig weite Fernen entschwebt, aber dennoch mit eindringlicher Rhythmik die Bodenhaftung behält. Alle vier Parts sind übrigens rein instrumental gehalten, lediglich untermalt von einigen gesprochen Textaussagen, die Drogen weder verherrlichen oder glorifizieren, aber dennoch die Frage offen lässt, warum sich immer mehr Jugendliche der Realität in ihre eigene Traumwelt entziehen. Doch kann man auch ohne Drogen diese Platte genießen.

Sofern man sich Zeit zum intensiven Zuhören lässt, wird man durch einen absolut fetten, aber auch sehr spannenden Sound voll und ganz entschädigt und in eine eigene Welt fortgeführt. Während die ersten beiden Teile hauptsächlich von der Gitarre und Rhythmus getragen werden, sind Teil drei und vier wesentlich sphärischer und wesentlich mehr von elektronischen Sounds durchzogen. Part 3, der längste Teil mit fast 20-minütige Spielzeit, zieht seine Klanglandschaften aus Ambientgefilden, durchsetzt von spartanischen, ewig andauernden, sich wiederholenden Beats und einigen akustischen Gitarrenparts. Teil vier klingt dann wie ein indischer Raga, der untermalt von einem fast gleichbleibenden Grundton sich minimalistisch in Soundscapes und New Age Klängen verliert.

Wer Porcupine Tree nur von deren aktuellen Studioalben kennt, wird eine völlig neue Seite der Band entdecken, die vielleicht nicht jedermann anspricht. Für Sammler und Soundfetischisten ist "Voyage 34" auf jeden Fall eine lohnenswerte Reise.

Anspieltipp(s): Voyage 34 Part 1
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.9.2004
Letzte Änderung: 12.10.2004
Wertung: 10/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 4)


Eigentlich hoffte der Chemiker Albert Hofmann, der am 11. Januar 2006 hundert Jahre alt wurde und sich immer noch bester Gesundheit erfreute, ein Kreislauf- und Atmungsstimulans zu entwickeln, als er 1938 im Rahmen seiner Mutterkorn-Forschung die Substanz LSD-25 herstellte. Im Tierversuch zeigte die Substanz jedoch nicht die erhofften Wirkungen und wäre wohl in Vergessenheit geraten, hätte Hofmann sie nicht 1943 nochmals hervorgeholt und an sich selbst getestet. Allerdings in einer viel zu hohen Dosis, obwohl er der Meinung war, diese extrem gering gewählt zu haben.

19. April 1943: "Ich konnte nur noch mit grösster Anstrengung verständlich sprechen, (...) alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. (...) Schwindel und Ohnmachtsgefühle, alles im Raum drehte sich, die vertrauten Gegenstände und Möbelstücke nahmen groteske, bedrohliche Formen an, waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt. (...) Die Nachbarsfrau, das war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige, heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze. Ein Dämon hatte von mir Besitz ergriffen. (...) Eine furchtbare Angst, wahnsinnig geworden zu sein, packte mich. Mein Körper erschien mir gefühllos, leblos, fremd. Lag ich im Sterben? War das der Übergang? (...) Zeitweise glaubte ich, ausserhalb meines Körpers zu sein. (...) Langsam kam ich wieder zurück in die vertraute Alltagswirklichkeit und begann das unerhörte Farben- und Formenspiel zu geniessen, dass hinter meinen geschlossenen Augen andauerte. Kaleidoskopartig drangen bunte, fantastische Gebilde auf mich ein, in Kreisen und Spiralen sich öffnend und schliessend, in Farbfontänen zersprühend, in ständigem Fluss. Akustische Wahrnehmungen verwandelten sich in optische Empfindungen. Jeder Laut erzeugte ein in Form und Farbe entsprechendes, lebendig wechselndes Bild." (Auszüge aus "LSD - mein Sorgenkind", von A. Hofmann).

Soviel zum ersten LSD-Trip der Geschichte.

Hofmann hatte das damals potenteste Halluzinogen entdeckt. Er selber sagte, das LSD sei "zu ihm gekommen". Andere nannten ihn den Mann, der "Gott ins Handwerk gepfuscht hat". Wie dem auch sei: wohl kaum eine Substanz hat die Musikkultur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so stark beeinflusst wie LSD.

Nach Hofmanns Erlebnisbericht hört man sich am besten einfach mal die Musik an und stellt sich dazu die Bilder vor. Ich persönlich höre das Grauen und die Bedrohung nicht heraus, dafür scheint sich alles zu drehen. Mit Soundscapes und fliessender Monotonie hat Christian die Kompositionen recht treffend beschrieben. Allerdings frage ich mich, ob sich Bewusstseinserweiterung wirklich so monoton präsentiert. Irgendwie stelle ich mir das Ganze viel chaotischer und sprudelnder vor, viel abwechslungsreicher. Die hypnotischen Grooves und die sich immer und immer wiederholenden Linien und "Melodien" wirken auf mich eher etwas abgestumpft. Womit ich nicht sage, dass die Musik nicht zu packen vermag. Im Gegenteil: sie versetzt einen beinahe in Trance, deckt einen mit einem Schleier aus Wohlbefinden und Gleichgültigkeit zu. Mir gefällt Brians 34. Reise.

Ob Hofmann die Platte kennt?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.2.2006
Letzte Änderung: 31.1.2006
Wertung: 9/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 4 von 4)


Diese Veröffentlichung ist damals irgendwie an mir vorbeigegangen. Und jetzt, wo ich sie endlich habe, geht vieles davon immer noch an mir vorbei. Na, ich will nicht kleinlich sein: etwa die Hälfte von Voyage 34 ist OK. Besonders Teil 2 mit den spacigen Gitarren gefällt mir, ebenso der stark elektronisch geprägte Teil 3. Die beiden anderen Teile dagegen erscheinen mir reichlich zäh. Bei Teil 1 warte ich während immerwährender Wiederholungen des gleichen Riffs darauf, dass es mit "we don't need no education" losgeht, Teil 4 wird dann nach einem halbwegs interessanten Auftakt nur noch zu einem aufgeblasenen Nichts. Wenn man schon solche "strukturlosen" Stücke fabriziert, dann bitte so konsequent wie Tangerine Dream auf Zeit - dann wird die Monotonie plötzlich wieder faszinierend.

Fazit: zweimal hui, zweimal pfui. Also mittlere Bewertung. Ansonsten ziehe ich übrigens die frühe Phase der Band ihren späteren Werken jederzeit vor!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.7.2007
Letzte Änderung: 12.7.2007
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Porcupine Tree

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1992 On the Sunday of Life... 7.67 3
1993 Up The Downstair 11.00 3
1994 Moonloop EP 10.00 1
1995 The Sky Moves Sideways 11.00 4
1996 Signify 10.67 3
1996 Waiting (Single) - 1
1997 Coma Divine 12.00 3
1999 Pure narcotic (Single) - 1
1999 Stranger by the minute (Single) - 1
1999 Piano lessons (Single) - 1
1999 Stupid Dream 11.25 4
2000 4 chords that made a million (Single) - 1
2000 Shesmovedon (Single) - 1
2000 Lightbulb Sun 13.00 5
2001 Metanoia 8.67 3
2002 Stars die 11.00 2
2002 Recordings 11.67 3
2003 XM 12.00 1
2003 In Absentia 13.60 5
2004 Warszawa 10.50 2
2005 XMII 11.00 1
2005 Deadwing 9.89 10
2005 Lazarus (Single) 10.00 2
2006 Arriving Somewhere... (DVD) 12.67 3
2006 Rockpalast 11.00 1
2007 Nil Recurring EP 11.50 4
2007 Fear of a Blank Planet 9.71 7
2008 We lost the skyline 8.00 1
2009 The Incident 10.25 4
2010 Anesthetize (DVD) 11.50 2
2012 Octane Twisted 12.00 1

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