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Björk

Vespertine live at the Royal Opera House 2001 (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002 (DVD)
Besonderheiten/Stil: live; mit Orchester; DVD; ArtPop; Moderne Electronica
Label:
Durchschnittswertung: 14.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Björk vocals

Gastmusiker

MC Schmidt synthesizer, field recordings, cymbals, rock salt, playing cards, amplified hair and fabric, acoustic guitar, shaker, handclaps
Drew Daniel electronics, handclaps
Zeena Parkins harp, elecric harp, celeste, accordion, handclaps
The Inuit choir
Il Novecento Orchestra conducted by Simon Lee

Tracklist

Disc 1
1. Frosti
2. Overture
3. All is full of love
4. Aurora
5. Undo
6. Generous palmstroke
7. An echo, A stain
8. Hidden place
9. Cocoon
10. Unison
11. Harm of will
12. It's not up tp you
13. Pagan poetry
14. Possible maybe
15. Isobel
16. Hyperballad
17. Human behaviour
18. Joga
19. It's in our hand


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 3)


Björk überrascht uns mal wieder mit einer Live-DVD. Mein erster Eindruck: wie schafft sie es bloß, dieses Niveau zu halten? Selten habe ich jemanden aus dem "Pop-Geschäft" gesehen, der so wandlungsfähig ist.

Aber erst einmal die technischen Daten: der Ton liegt als Dolby-Digital Surround 5.1 und Dolby Digital Stereo 2.0 vor. Das Bildformat ist Widescreen 16:9.

Die DVD enthält ein komplettes Konzert der "VESPERTINE"-Tour. Björk nahm diesmal ein komplettes Orchester, einen Inuit-Frauenchor, eine Harfenistin und zwei Elektroniker mit auf Reise. Heraus kommt eine Performance, die wie die anderen Live-DVDs der Künstlerin einfach unbeschreiblich ist. Wieder einmal krempelt sie die Arrangements um, bei "Generous palmstroke" wird sie fast komplett ausschließlich von Harfe begleitet, so das der Titel irisch klingt. Aber danach geht es mit "Hidden place" in die Vollen, mit skuriller Elektronik (einschließlich dem Mischen von Spielkarten unter einem Mikrophon), Chor, Orchester und Harfe. Es ensteht ein lyrischer Song, wobei der Chor und die Elektronik von allen Seiten zu kommen scheint. Skurill auch die Idee, Schrittgeräusche im Eisschnee mit genau diesem zu erzeugen, indem Herr Schmidt in einer Wanne voller Schnee rhythmisch passend auf der Stelle treten muß.

"Isobel" verändert sich zu einer Mischung zwischen sanftem Orchester und schrägen elektronischem Geklopfe aus allerlei Samples - Klasse. So klingt es fast karibisch. Dafür wird "Hyperballad" zart pulsierend (mit einem leisen Beckensound) und anderem Geflirre inklusive Chor dargeboten. Auch die weiteren Titel sind im Vergleich zu den ersten stärker percussiv-elektronisch.

Bildmäßig ist das Ganze schön anzusehen, die Bühne in Weiß mit riesiger Hintergrundleinwand, so das via Bilder der Eindruck einer isländischen Winterlandschaft entsteht. Hinter Björk der Chor in traditioneller Kleidung und die beiden Soundbastler daneben in einem futuristischen Rondell. Der Schnitt ist nie hektisch, oft genug bleibt die Regie in einer Totalen, um das gesamte Geschehen zu verfolgen. Aber auch Schnitte auf Björk, der Harfenistin, dem Chor etc. tauchen genügend auf.

Fazit - wie die anderen DVDs ein Klasse Konzert, sowohl musikalisch als auch optisch. Als Bonus gibt es Interviews und ein kurzes Tourportrait. Jetzt warte ich gespannt, wie sie die neue CD umsetzt.

Anspieltipp(s): Generous palmstroke,Cocoon, Hyperballad,
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.1.2005
Letzte Änderung: 1.2.2005
Wertung: 13/15

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Von: Thomas Thielen @ (Rezension 2 von 3)


Ich möchte Andreas' Rezension noch ein paar Punkte hinzufügen, die mir immer wieder ins Auge und Ohr springen, wenn ich mir die Zeit für dieses Meisterwerk gönne:

1) Die Freiheit, die Björk sich in ihrer Kunst nimmt, beschränkt sich nicht nur auf die Arrangements; Björk selbst geriert sich auch in einer eigentlich völlig überkandidelten, manierierten Überschwänglichkeit, die eigentlich belustigen müsste. Gleichwohl - sie tut dies mit einer solchen Ernsthaftigkeit innerhalb des Spiels, mit einer solch erbitterten Konsequenz innerhalb des Anything Goes, mit einer solch exhibitionistischen Introvertion, dass sie in Posen vollkommen überzeugt, die sich kein anderer Künstler erlauben könnte. Dabei steht immer der künstlerische Gewinn der Musik, nein: des gesamten Performance Acts durchaus im Beuysschen Sinne, im Vordergrund. Das Gefühl, das sich bei mir immer wieder einstellt, ist eher eine Mischung aus Bewunderung dieser kindlichen Freiheit im besten Sinne - und Neid, das sich jemand das zutraut (und dann auch noch zu Recht).

2) Das gesamte Konzert gestaltet sich quasi in einer Luftblase, hinter den Spiegeln, am oberen Ende einer Bohnenstange... in einer in sich stimmigen, nie durchbrochenen Zweitwelt aus Winter, kaltem Wind und dem Gegenpol von Björks emotional-warmen Ausbrüchen in jeglicher Richtung. Ich hatte selten so sehr den Eindruck, dass ein Konzert nicht eine Ansammlung von Songs, sondern in der Tat ähnlich der Oper als Gesamtwerk angelegt ist. Selten ist auch dieses Bestreben so sehr gelungen.

3) und vielleicht am wichtigsten: Die Darbietung der Stücke ist einfach grandios. "Unison" erstrahlt, "Pagan Poetry" erfüllt die Herkules-Aufgabe, noch intensiver zu sein als die "Vespertine"-Version, scheinbar spielend, "All is full of love" rührt schon mit der ersten Zeile zu Tränen. Auch die Ouvertüre ist passend gewählt und führt in die Kontemplation der folgenden 120 min ein.

Für mich vielleicht DAS Live-Album ever.

Anspieltipp(s): Pagan Poetry, All is full of love, Unison
Vergleichbar mit: einem Spaziergang in der Dämmerung eines Wintermorgens. Sonst nix, glaube ich.
Veröffentlicht am: 12.8.2009
Letzte Änderung: 12.8.2009
Wertung: 15/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Es gibt einige wenige Bands bzw. Konzerte, die ich liebend gerne gesehen bzw. denen ich gerne beigewohnt hätte. Dazu gehören Genesis im Jahre 1973 und Emerson, Lake & Palmer Mitte der 70er Jahre. Björk in der Royal Opera gehört ebenso dazu und ich teile Thomas Einschätzung, dass vorliegende DVD eines der grössten Live-Zeugnisse ist.

Das Bild und die Kameraführung sind im besten Sinne unspektakulär, die Schnitte nie hektisch. Eine Lichtshow gibt es nicht, dafür stehen die Musiker ganz im Zentrum des Geschehens. Dabei ist Björks Bühnenpräsenz beeindruckend, ihre Bewegungen sind ausserirdisch. Der Ton ist brilliant und die Möglichkeiten des 5.1-Surround-Mix werden voll ausgeschöpft. Oft werden elektronische Beats und Effekte auf die hinteren Lautsprecher gelegt und wechseln dort schön hin und her. Man fühlt sich als Zuhörer mitten im Geschehen.

Es ist magisch, was Björk aus elektronischen Sounds, einem klassischen Orchester, einem Inuit-Chor, einer Konzertharfe und ihrer Stimme für Kunstwerke schafft. Der Traum beginnt mit dem MusicBox-Intro "Frosti", es folgt das orchestrale Meisterwerk "Overture" aus Selma Songs. Die Höhepunkte des Konzertes sind zuerst das Duett von Stimme und Harfe in "Generous Palmstroke", gefolgt von der vielleicht genialsten Verschmelzung von Mensch und Maschine, von Computersounds und Stimme, in "An Echo, A Stain". Ein digitaler Traum aus Fleisch und Blut. Dieses Stück schafft ein Paralleluniversum, eine "Unwirklichkeit". Zwei Technik-Nerds mit Brillen und weissen Anzügen sitzen mit dem Rücken zum Publikum, von futuristischen Leuchtelementen und Computern umringt und blubbernd-kratzende Sounds generierend, daneben steht ein in "rote Tradition" gekleideter Inuitchor, davor die barfüssige Björk. Es folgt mit "Hidden Place" ein weiterer Meilenstein aus dem Oeuvre der Isländerin.

Zwischen den Stücken, wo andere Musiker Anekdoten und Zoten von sich geben, haucht Björk nur ein "Thank you" ins Mikrofon und sagt damit doch mehr als tausend Worte. Der emotionale Kulminationspunkt ist Björks Lächeln bei 1:26:48.

In "Harm of Will" wird Björk nur von hinten angestrahlt und erscheint so als dunkle Silhouette; ein Traum in Bild und Ton. Auch bei den restlichen Stücken bleibt mir immer wieder der Mund offen stehen, wie unsagbar schön und entrückt diese Musik ist. Den ekstatischen Höhepunkt stellt das abschliessende "It`s In Our Hands" dar.

Es ist wahnsinnig, dass diese Kombination aus kalter Elektronik und gefühlvoller Stimme so gut funktioniert. Das ist elektronische Musik, die lebt. Bei dieser Musik kann ich lachen und weinen zugleich.

Ein weiteres Meisterwerk dieser grossartigen Künstlerin.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Ewigkeit
Veröffentlicht am: 5.3.2012
Letzte Änderung: 6.3.2012
Wertung: 15/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Björk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Debut 10.33 3
1995 Post 8.50 2
1996 Telegram 10.00 1
1997 Homogenic 13.00 2
2000 Selma Songs 13.00 2
2001 Vespertine 15.00 3
2002 Greatest Hits (Volumen 1993-2003) 11.00 1
2003 Homogenic live 12.00 1
2003 Post live 12.00 1
2004 Medulla 12.75 4
2004 The Music From Drawing Restraint 9 12.00 1
2007 Volta 11.00 2
2011 Biophilia 12.50 2
2015 Vulnicura 15.00 1
2015 Vulnicura Strings 12.00 1
2016 Vulnicura Live 12.00 1

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