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Eloy

Silent Cries & Mighty Echoes

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Harvest
Durchschnittswertung: 10.6/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Frank Bornemann Gesang, Gitarre
Klaus-Peter Matziol Bass
Detlev Schmidtchen Keyboards
Jürgen Rosenthal Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. -

1. Astral Entrance
2. Master Of Sensation

9:03
2. The Apocalypse

1. Silent Cries Divide The Nights
2. The Vision - Burning
3. Force Majeure

  (Ende Seite 1)
14:54
3. Pilot To Paradise 7:01
4. De Labore Solis 5:12
5. Mighty Echoes 7:16
6. Child Migration   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe) 4:05
7. Let The Sun Rise In My Brain   (Bonustitel der Remaster-Ausgabe) 3:29
Gesamtlaufzeit51:00


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 5)


Nach dem auch kommerziell erfolgreichen "Ocean" folgte erstmal ein Livealbum, bevor Eloy Anfang 1979 ein neues Studiowerk herausbrachten. Es sollte das letzte in der seit drei Jahren bestehenden Besetzung mit Detlev Schmidtchen und Jürgen Rosenthal werden.

Anders als die Eloy-Alben seit "Power and the Passion" ist "Silent Cries & Mighty Echoes" kein Konzeptalbum geworden. Und anders als viele Prog-Helden der 70er Jahre haben sich Eloy am Ende der goldenen Ära des Prog nicht dem Kommerz zugewandt.

Eloy waren ja schon immer trotz (oder wegen?) ihres Erfolgs beim Publikum manchen Anfeindungen von Kritikerseite ausgesetzt. Dabei wird speziell "Silent Cries & Mighty Echoes" eine allzu große Nähe zu Pink Floyd vorgeworfen. Nun, das ist nicht völlig unberechtigt. Schon das einleitende Instrumentalstück "Astral Entrance" klingt mit seiner Kombination aus sphärischen Keyboards und sanfter E-Gitarre verdächtig nach dem Intro zu Floyds "Shine On You Crazy Diamond". Auch in den folgenden Stücken zeigt sich Gitarrist Frank Bornemann sehr vom Stil David Gilmours inspiriert. Dennoch wird hier nicht abgekupfert, Eloy haben hier immer noch ihren ganz eigenen Stil, vor allem auf Grund von Detlev Schmidtchens Keyboards, die stets für die so Eloy-typische mystische Atmosphäre sorgen.

Ein bisschen arg floydig wird's dann noch mal im Schlussteil von "The Apocalypse", dessen textloser Frauengesang sehr an "The Great Gig in the Sky" erinnert. Ansonsten gilt: wem "Ocean" gefällt, der wird auch mit "Silent Cries & Mighty Echoes" zufrieden sein, das gegenüber diesem nicht viel Veränderung bringt; Konsolidierung auf hohem Niveau sozusagen.

Nach der Veröffentlichung dieses Albums verließen Detlev Schmidtchen und Jürgen Rosenthal Eloy und gründeten ihr eigenes Projekt Ego on the Rocks.

Nachtrag 04/2005: Die neue Remaster-Ausgabe (kopiergeschützte CD) enthält noch die Bonustitel "Child Migration" und "Let The Sun Rise In My Brain". Diese waren eine Auftragsarbeit zum Thema "Jahr des Kindes 1979" und sollten damals als Single erscheinen. Dazu kam es aber nicht, die beiden Stücke erschienen erst in den 90ern auf "Rarities" (wo es dann aber "Let The Sun Rise In Your Brain" hieß). Eine stark veränderte Version von "Child Migration" erschien 1980 auf dem Album "Colours".

Anspieltipp(s): The Apocalypse
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.7.2004
Letzte Änderung: 12.4.2005
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 5)


Eloy waren schon immer ein paar Jahre hinter ihrer Zeit zurück. So muß es auch nicht wundern, daß sie 1979 ein Album aufnahmen (und das immerhin beim Harvest-Label), das stilistisch in die Mitte der 70er einzuordnen ist. Jochen hat die augenfälligen Pink Floyd-Parallelen zu "Wish You Were Here" in den ersten beiden Stücken bereits erwähnt. Diese getragene Stimmung, mit den Synthie-Teppichen und elegischen Gitarrensoli. Allerdings wird diese Stimmung ein wenig zu sehr ausgekostet. Es passiert für die Länge der Songs einfach zu wenig. Bei einem Song wie "The Apocalypse" würde man einen furiosen Höhepunkt erwarten. In den letzten 1-2 Minuten steigert er sich zwar, wird aber ziemlich abrupt ohne echten Klimax ausgeblendet. Überraschend ist der Einsatz von Sequenzer-Mustern im Songteil "Force Majeur", eine Referenz an Tangerine Dream, die, ebenfalls 1979, ein gleichnamiges Album veröffentlichten. Zufall?

Leider zieht sich diese getragene Stimmung auch über die zweite Häfte des Albums hin. Zwar werden die Pink Floyd-Anleihen weniger, der Stil eigenständiger, aber über die gesamte Dauer der Platte ist das ein wenig eintönig, wenn auch nett anzuhören. So ist "Silent Cries and Mighty Echoes" zwar ein gutes, jedoch kein überragendes Eloy-Album geworden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Pink Floyd
Veröffentlicht am: 25.10.2005
Letzte Änderung: 25.10.2005
Wertung: 9/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 5)


Silent Cries & Mighty Echoes werde ich wohl immer mit einer gehörigen Portion Nostalgie hören, denn es war schließlich eine meiner ersten LPs und zugleich meine erste Eloy-Scheibe. Was habe ich dieses Teil rauf und runter gehört...

Noch heute gehört Silent Cries für mich mit zum Reizvollsten, was der Eloy-Katalog zu bieten hat. Sicher ist da ein starker Mitt-70-er Floyd-Einschlag. Aber den hatten Eloy zuvor auch schon. Nur hier wirkt alles eleganter in Szene gesetzt und ausgereifter. Außerdem ist dieser floydige Einschlag für mich gewiss kein Makel. Ebenso wie Pink Floyd mit ihren Klassikern der Mitt-70er bis hin zu Animals verbreiten übrigens auch Eloy mit Silent Cries keinesfalls nur getragene Stimmung. Ganz im Gegenteil, der Sound wirkt recht frisch.

Als Manko könnte man an diesem sonst wirklich grandiosen Höhepunkt der Eloy-Historie nur empfinden, dass es sich nicht offensichtlich um ein Konzeptalbum handelt. Dabei einigt alle Songs ein tiefer Hang zur Spiritualität und der Wunsch nach geistiger Läuterung. Ich habe Silent Cries immer als Konzeptalbum empfunden, auch wenn keine "Geschichte" erzählt wird.

Für mich stellt Silent Cries das eigentliche Meisterwerk im Schaffen von Eloy dar. Mein Klassiker...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.2.2008
Letzte Änderung: 15.2.2008
Wertung: 14/15

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Von: Henning Mangold @ (Rezension 4 von 5)


Wenn hier gerade Eloy-Wochen angesagt sind, bin ich dabei und bespreche mein absolutes Lieblingsalbum dieser umstrittenen Band: "Silent cries & mighty echoes" ist eine der Scheiben, die damals meine persönliche musikalische Ausrichtung entscheidend geprägt haben - nicht so sehr wie Genesis, die ich schon Jahre vorher kannte, aber durch eine ähnliche Initialzündung.

Wenn ich aus heutiger Sicht an damals zurückdenke, wird mir immer klarer, dass es in meinem Leben fast nie die Musik selbst war, die mich an Musik herangeführt hat, sondern immer emotionale Assoziationen mit ganz anderen Inhalten. Auf dieses Eloy-Album kam ich nicht etwa, weil ich von denen schon mal was gehört hätte (die älteren Alben lernte ich erst viel später kennen), sondern weil der Platten-Dealer meines Vertrauens das Vinyl-Album im Laden rumstehen hatte. Er selbst hatte es dort nebenbei schon gehört, deshalb war es nicht mehr eingeschweißt. Ich kam als 19jähriger regelmäßig bei ihm vorbei und schaute rum, was es Neues gab. Ich sah dieses Album, klappte das Cover auf und erblickte in der aufgeklappten Mitte dieses riesige Bild von dem Bergsee in violetter Abendsonne. Damals war ich ein fast fanatischer Natur-Fan und fuhr auf alles ab, was irgendwie ursprünglich-naturalistisch auf mich wirkte. An der fast entrückten Ruhe dieses Panoramas konnte ich mich nicht sattsehen - ich hätte das Album allein deswegen gekauft, aber es kam noch hinzu, dass einer der Titel "Force Majeure" hieß, und - wie Thomas angemerkt hat - erinnerte mich das an das damals neue Album von Tangerine Dream (auf das ich auch abfuhr). Gekauft: Das war schon der ganze Deal (eigentlich Wahnsinn, wenn ich bedenke, dass für Plattenkäufe damals nur ein sehr schmales Taschengeld-Budget zur Verfügung stand).

Selbst heute ist für mich eine Frage schwer zu beantworten: Fand ich das Album nun gut, weil ich musste (sprich: um mich nicht über die Investition zu ärgern) oder übertraf die Musik an sich tatsächlich meine optimistischsten Erwartungen? Ich weiß es nicht, und es ist wohl auch nicht wirklich wichtig, wenn einen ein einziges Album über Jahrzehnte hinweg begleiten kann. Was einen dauerhaft bereichert, kann wohl unmöglich schlecht sein.

Ein Freund, dem ich das Album voller Begeisterung präsentierte, war zunächst fast etwas verärgert, weil ihn das Intro so deutlich an Pink Floyd erinnerte. Er mochte Floyd überhaupt nicht, ich schon. Aber obwohl ich wusste, was er am Intro auszusetzen hatte, hörte ich bei Eloy trotzdem etwas Atmosphärisches heraus, was nicht floydisch war - für mich war es etwas, das weit über Floyd hinausging: jeder Keyboardteppich schien auf höheren Wolken zu schweben, jede Gitarrenlinie wies an ihrem Ende steil nach oben (bei Eloy wie bei keiner anderen Band), jeder treibende Bass bildete die unterste Leitersprosse für den Weg ins Nirwana. Selbst der rührseligste Text (z.B. zu De Labore Solis) war vor diesem Hintergrund entschuldbar. Und kein Eloy-Album war davor oder danach wieder so: der Vorgänger "Ocean" war eher eine Art Longtrack-Allüren-Spielerei, der Nachfolger "Colours" gab sich nach Band-Umbesetzungen rockiger. Das war auch in Ordnung, erreichte aber nicht mehr diese eigenartige Magie.

Damals dachte ich, das ist die ultimative esoterische Erleuchtung. Heute, mit Abstand, komme ich nüchterner dahinter: "Silent cries & mighty echoes" war eins dieser Alben der zweiten 70er-Hälfte, als auf dem Weg des Keyboard-Overkills vermeintlich neue musikalische Dimensionen erforscht wurden. Nie Gehörtes wurde damals hörbar gemacht, der Weg in immer höhere Sphären schien unaufhaltsam, der Schweiß des Rock'n'Roll-Handwerks erschien auf einmal wie überholte Steinzeit. Viele Alben der Zeit sind Zeugen dieser Illusion - Genesis' "Wind and Wuthering" gehört genauso dazu wie Yes' "Going for the One", Renaissance' "Song for all seasons" oder Oldfields "Incantations". Wenn in diesen Jahren nicht ständig Schlüsselbegriffe wie 'Neue Dimensionen' in der Plattenwerbung aufgetaucht wären, würde ich heute fast denken, dieser Eindruck sei nur meine persönliche Erleuchtungs-Phantasie gewesen - so weit entfernt kommt mir dieser Trend inzwischen vor, nachdem durch den amerikanisch geprägten Retroprog das unverschnörkelte solide Handwerk wieder an Boden gewonnen hat.

Aber damals war die Progszene nur noch am Schweben, und "Silent cries & mighty echoes" sprach genau diese spirituellen Erhabenheits-Ideale an. Nicht nur ich fuhr darauf ab - Hörer mit ganz unterschiedlichem Weltbild-Background sprangen ebenfalls mit auf den Zug - da gab es die Öko-Bewegten, die pubertär-idealistischen Träumer, die Fantasy-Eskapisten, die unglücklich Verliebten, die Tiefreligiösen, die einsamen Denker und Theoretiker der Realitätsferne. Wahrscheinlich in etwa die gleichen Leute, die auch Novalis gehört haben.

Und gerade Prog aus deutschen Landen füllte die Sehnsuchts-Lücke irgendwie perfekt aus: ob es den Fans nun bewusst war oder nicht - für eine kurze Zeit schien das junge Deutschland wieder zum Land der Dichter und Denker geworden zu sein.

Allein wegen dieser Assoziation habe ich bis heute meinen Respekt vor solcher Musik behalten. Mich hätten schon damals die vernichtenden Kritiker dieser Richtung nicht überzeugen können (wenn ich ihre Pamphlete überhaupt gelesen hätte, was ich nur selten tat, denn Taschengeld war in Musik besser angelegt als in Zeitschriften über Musik). Und auch heute kann mich selbst berechtigte Kritik an dem Kitsch der Zeit nicht mehr erreichen: was mich in der Jugend so positiv geprägt hat, hat womöglich - auf welchen psychologischen Umwegen auch immer - einen besseren Menschen aus mir gemacht. Es gibt viel Musik dieser Zeit, der ich eine solche Wirkung zuschreibe - aber es gibt nicht EINE schlechte Kritik, die Ähnliches erreicht hätte...

Zum Schluss noch eine Bemerkung zu dem Titel "De Labore Solis" (auf Deutsch: 'Über die Mühe der Sonne'): mag der Songtext dazu auch noch so kitschig sein, die lateinischen Titelworte haben einen faszinierenden Hintergrund:

Im 12. Jahrhundert gab es einen christlichen Wahrsager namens Malachias, der seine Weissagungen immer in Form kurzer lateinischer Wortgruppen äußerte, die er ausschließlich mit den Päpsten der Zukunft verknüpfte; seine diesbezüglichen Prophezeiungen reichen bis in unsere Zeit. "De Labore Solis" war sein Begriff zu Papst Johannes Paul dem Zweiten. Über den Sinn dieser Worte ist im Vorfeld viel gerätselt worden - Pessimisten bezogen die Aussage sogar auf die Atombombe. Inzwischen wissen wir mehr: als Johannes Paul II. geboren wurde, gab es in Europa eine Sonnenfinsternis und zu seiner Begräbnisfeier eine in Amerika. Schade, dass Frank Bornemann das noch nicht wissen konnte - vielleicht hätte dann der Song einen besseren Text bekommen?

Übrigens kommt die Begriffs-Verbindung "Labor Solis" außer bei Malachias nur noch ein einziges Mal in einem lateinischen Urtext vor, und zwar bei dem römischen Dichter Vergil. Dort tritt bei einem Festmahl ein Sänger auf, und der Dichter referiert den Inhalt seines Liedes: "Hic canit errantem lunam solisque labores" - 'Er besingt den irrenden Mond und die Mühen der Sonne'.

Das nur mal für Leser, die Lust auf eine Lateinstunde hatten (;-). Oder für Frank Bornemann als Anregung, falls er je an eine Fortsetzung dieses Albums gedacht haben sollte...

Anspieltipp(s): "Master of Sensation" - Bester symphonischer Überwältigungs-Prog mit einem ganz leichten Schuss typisch deutschen Hardrocks...
Vergleichbar mit: ...der deutschen Romantik und ansonsten selbst mit anderen Eloy-Alben nur an der Oberfläche...
Veröffentlicht am: 22.2.2008
Letzte Änderung: 29.6.2012
Wertung: 12/15
Wen's wundert: Alle Alben der 70er, die ich noch höher bewerten würde, waren bis 1976 längst draußen...

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 5 von 5)


Eloy waren in den 70ern eine der angesagtesten Bands in Deutschland. Und sogar in England hatten sie Erfolg. "Silent Cries And Mighty Echoes" aus dem Jahre 1979 stellte dabei bereits die siebte LP-Veröffentlichung der Hannoveraner dar.

Gleich beim ersten Track können die vier Musiker nicht verheimlichen, dass Pink Floyd eine ihrer Lieblingsbands ist. Das klingt schon sehr nach "Shine On You Crazy Diamond" und ein wenig Alan Parsons mit "The Fall Of The House Of Usher" ist zu Beginn des Stücks auch mit dabei. Aber immerhin haben sie das ganz gut adaptiert.

Kraftvoll und melodiös geht es dann weiter mit "Master Of Sensation". Ein schönes Lied mit ordentlichem "Groove", welches auch das Highlight der kompletten Silberscheibe darstellt. Anschließend folgt mit "The Apocalypse" das längste Lied des Albums. Es wird sehr langsam eingeleitet und hier macht sich gleich zu Beginn des Stücks das Manko, welches Eloy allgemein anhaftet, am deutlichsten bemerkbar: Der Gesang von Frank Bornemann! Sicherlich muss man nicht fließend Englisch sprechen können und vielleicht kann er das sogar, aber die Aussprache Bornemanns ist so was von "Denglisch", dass es nur sehr schwer fällt, darüber hinwegzusehen. Der knapp 15-Minüter gehört aber auch ansonsten nicht zu den besten Stücken, die Eloy bisher veröffentlicht haben. Das Lied will nicht so recht ins Ohr gehen und stellt gerade mal Durchschnitt dar. Und das, obwohl sich in dem Song einige schöne Tempowechsel finden lassen.

"Pilot To Paradise" klingt anschließend sehr sphärisch und das Lied schafft es auch, zumindest zu Beginn, dass man sich beim Zuhören wie auf einer Reise durch das Weltall fühlt. Unabhängig davon, ob man dort überhaupt das Paradies findet. "De Labore Solis" weiß durch sein Gitarrenspiel in Verbindung mit einem sehr breiten Synthesizer-Sound zu gefallen. Irgendwie ganz nett, allerdings zünden auch hier wieder bei mir die Melodien nicht so, wie sie es noch auf "Dawn" oder "Ocean" getan haben. Und genau das war immer die Stärke von Eloy: Klasse Sound und wunderschöne Melodien, wobei auf "Silent Cries And Mighty Echoes" letztere immer nur in Ansätzen zu finden sind.

Das letzte "offizielle Lied" heißt dann "Mighty echoes". Dieses beginnt sehr schön mit einer tollen Keyboardsequenz. Wenn der Track dann allerdings nach knapp einer Minute an Fahrt gewinnt, wird er gleichzeitig auch langweilig. Und das kann dann Bornemanns Gitarrensolo auch nicht mehr ausgleichen.

Blieben noch, die auf der CD vorhandenen Bonustracks: "Child Migration" und "Let The Sun Rise In My Brain". Die erste der beiden Zugaben beginnt sehr sphärisch und als Gimmick befindet sich in diesem Stück eine Chorpassage, die überrascht. Ansonsten gibt dieses Stück jedoch nicht viel her. Deutlich besser gelungen ist da schon der letzte Track, der eine schöne Melodieführung aufweist und bei dem auch eine Jethro Tull-mäßige Querflöte zum Einsatz kommt.

Fazit: "Silent Cries And Mighty Echoes" ist mit Sicherheit eine der schwächeren Veröffentlichungen Eloys in den 70ern. Natürlich ein Muss für Fans und immer wieder mit ganz überraschenden und auch guten Ideen, die allerdings nicht ausgebaut werden. Da hat Eloy schon sehr viel Besseres produziert.

Anspieltipp(s): Astral entrance, Master of sensation, The apocalypse, Let the sun rise in my brain
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.10.2011
Letzte Änderung: 3.3.2012
Wertung: 7/15
Da waren die Vorgängeralben deutlich besser.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Eloy

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Eloy 7.50 2
1973 Inside 10.75 4
1974 Floating 9.33 3
1975 Power and the Passion 8.60 5
1976 Dawn 9.00 5
1977 Ocean 11.71 7
1978 Live 12.67 3
1980 Colours 10.00 2
1981 Planets 10.67 3
1982 Time to Turn 10.00 3
1983 Performance 8.67 3
1984 Metromania 8.67 3
1988 Ra 6.50 4
1991 Rarities - 1
1992 Destination 6.00 2
1993 Chronicles I 11.00 1
1994 The Tides Return Forever 9.20 5
1998 Ocean 2 - The Answer 10.50 4
2003 Timeless Passages 10.50 2
2009 Visionary 8.25 4
2010 The Legacy Box (Doppel-DVD) - 1
2014 Reincarnation on Stage 10.50 2
2017 The Vision, The Sword and The Pyre Part 1 10.33 3

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