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Fish

Sushi

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1994
Besonderheiten/Stil: live; Neoprog
Label: The Dick Bros. Record Company
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Fish vocals
Robin Boult guitar, backing vocals
Foss Patterson keyboards
David Paton backing vocals, bass
Kevin Wilkinson drums
Frank Usher guitar

Tracklist

Disc 1
1. Fearless 6:48
2. Big wedge 5:32
3. Boston Tea Party 4:14
4. Credo 7:28
5. Family business 5:43
6. View from a hill 3:01
7. He knows, you know 2:43
8. She chameleon 3:59
9. Kayleigh 4:11
10. White Russian 9:19
11. The Company 7:10
Gesamtlaufzeit60:08
Disc 2
1. Just good friends 8:11
2. Jeepster 3:54
3. Hold your head up 3:07
4. Lucky 5:03
5. Internal exile 7:32
6. Cliche 7:03
7. Last straw 7:39
8. Poet's moon 4:12
9. 5 years 7:58
Gesamtlaufzeit54:39


Rezensionen


Von: Henning Mangold @


Live-Alben von Fish gibt es ja so einige, und wie so oft angesichts großer Mengen ist ihre jeweilige Qualität ziemlich unterschiedlich. Der Reigen begann mit dem "Pigpen's birthday" und "For whom the bells toll", aber "Sushi" war das erste, das seinerzeit in meinen Besitz kam und ist vielleicht auch deshalb dasjenige geblieben, mit dem ich bis heute die besten Erinnerungen verbinde. Ich erinnere mich, es damals auf Kassette aufgenommen zu haben, damit ich es im Auto hören konnte, aber da es so lang ist, musste ich Titel weglassen, und es fiel mir gar nicht leicht, eine Auswahl zu treffen – so organisch folgt hier alles aufeinander, wie es wohl nur auf vollständigen Konzertaufnahmen sein kann: im Booklet steht, dass dieses tatsächlich ein komplettes Konzert aus der Vredenburg-Halle in Utrecht ist, das auch später für CD nicht mehr nachgebessert wurde.

Vielleicht war es ja bis heute das letzte Dokument auf Fish's Reise, dem man so begeisterten Beifall zollen konnte, und auf einer gewissen Kippe stand die Situation schon damals: das aktuelle Album zur Tour war "Songs from the mirror" gewesen – eine reine Cover-Compilation, zu der ich mich schon gleich gefragt hatte, ob es nicht ein erstes Anzeichen von Ideenarmut sein könnte, wenn schon nach zwei Soloalben statt kreiert gecovert wird, wobei die Coversongs ja zum Teil gut abgehen und einige davon zurecht den Weg auf diese Setlist fanden; das nächste "richtige" Album (Suits) war noch nicht in Sicht, und es gab noch Grund zur Hoffnung auf eine große Zukunft dieses Ausnahmesängers. Allerdings zeigte seine Cover-Songsammlung (gemeinsam mit manchen Songs seines zweiten Albums) doch schon einen unüberhörbaren Hang zu einem etwas zu gut gelaunten Kneipen-Singsang, und deshalb hatte ich bereits meine Vorstellung aufgegeben, dass Fish sich irgendwann zu einem zweiten Hammill entwickeln könnte.

Also sah ich in "Sushi" fast schon den frühen Höhepunkt seiner Solokarriere, und bis heute finde ich die Show darauf abgerundet und überzeugend. Es mag natürlich zunächst seltsam anmuten, dass ausgerechnet das Pink-Floyd-Cover "Fearless" den Opener abgibt, aber Fish wollte damit möglicherweise ein Zeichen setzen, dass er uneingeschränkt zu seinem Cover-Album steht, und "Vigil" hatte er in den vorausgegangenen Tourneen ja wohl oft genug zum Einstieg präsentiert.

Es ist schon phantastisch, wie nach "Fearless" im ersten Teil der Show die Post abgeht: gleich drei Blockbuster fegen mit nahtlosem Übergang durch die Menge ("Big wedge", "Boston Tea Party", "Credo"), dann wird mit "Family business" ein Gang zurückgeschaltet, und daran schließt sich erstmal eine Ansprache des Meisters an: Fish hört ich ja auf seinen Konzerten ziemlich gern reden, und in späteren Zeiten hat mich das schon des Öfteren genervt, aber vor "View from a hill" hat er tatsächlich mal was zu erzählen, was für mich eine der denkbar spannendsten Ansagen überhaupt ist: er beschreibt das Coverbild seines "Vigil"-Albums: man stelle sich vor, all die Dinge zu einem Berg aufzustapeln, von denen uns gesagt wird, dass wir sie brauchen, weil wir ohne sie keine wirklichen Menschen sind (und er erwähnt dabei sogar Fish-Alben), und dann den Blick vom Gipfel dieses Berges auf alles, was vor einem liegt: "It's a World Of Shit – This ist the view from a hill!"

Aber der Titel wird gar nicht ganz ausgespielt: nach der Einleitung geht's über in "He knows, you know", das den Marillion-Block einleitet, der mit einem spannungsgeladenen "White Russian" endet. Gut gemacht zwar, aber hier fällt doch auf, dass Fish's Band den Sound der Originale nicht recht hinbekommt (und das vielleicht auch gar nicht beabsichtigt): Gitarre und Keyboard in "He knows" z.B. kommen bei weitem nicht so abgerundet rüber, wie sich der Alt-Fan das wünschen könnte, das ähnelt doch eher einer sperrigen Pflichtübung, und es ist kein Wunder, dass auf späteren Touren allmählich die Marillion-Titel im Setup spärlicher wurden.

Danach folgt der dritte Block; das ist derjenige, auf den ich am ehesten verzichten könnte, beinhaltet er doch die sechs eher "kneipigeren" Mitsingesongs, eingerahmt von "Company" und "Internal exile": angemessen strukturiert ist natürlich auch diese Abteilung, nett und launig gestaltet allemal – Fish führt darin auch einen Tanz vor für Leute, die gar nicht tanzen können, den "Harold": man klemmt sich ein Bierglas in die Ellenbeuge und tanzt in Bewegungen von der Hüfte an aufwärts; Ziel ist es, sich zu bewegen und kein Bier dabei zu verschütten – wie gesagt, das ist eben die Kneipeneinlage, die zu Fish einfach dazu gehört. Auch die in "Company" zum Schluss von der Band spontan intonierte Begleitung zu einer Gröl-Hymne des Publikums passt in diesen Rahmen (wenn auch in keinen anderen).

Nach "Internal exile" ist scheinbar Schluss, aber das glaubt natürlich keiner: "Cliche" leitet dann als Schein-Zugabe gleich den vierten Block ein, der insgesamt den echten Schluss bilden soll: "Last straw" ist noch einmal ein Marillion-Kracher, aber auch der gefällt mir im Original um Längen besser: Fish's Band bewältigt einfach nicht die spannenden Kontraste zwischen denn leisen und den lauten Teilen, so dass in den Zwischenparts keine Spannung aufkommt und der Bombast nichts Überwältigendes mehr hat. Allerdings hat der Song so viel Eigengewicht, dass jemand die Schwächen kaum ahnen dürfte, der das Original nicht kennt.

Zum Schluss kommt noch eine kleine Überraschung in Form des seltenen Songs "Poet's moon", der ursprünglich die B-Seite der "Credo"-Single gebildet hat und auch damals nicht regelmäßig aufgeführt wurde, obwohl er eine starke Live-Nummer darstellt. Das Original dazu bekommt man mittlerweile in der Remaster-Reihe von Fish.

Wie die Show mit einem Cover begann, so endet sie auch mit David Bowie's "5 years": ein eher einprägsam-getragenes Stück, das aber sowohl mit dem Opener "Fearless" als auch mit "Cliche", das diesen vierten Block einleitet, einen passenden Rahmen bildet.

Das alles soll heißen: wer (wie ich) auf "rote Fäden" innerhalb einer Konzert-Setlist steht und (wie ich) gern ganze Konzertaufnahmen auf CD hört, die so gut sind, dass sie keine Overdubs benötigen, und wer mit Livealben speziell von Fish bisher oft Probleme wegen mangelnder Soundqualität hatte, der dürfte von dieser Aufnahme positiv überrascht sein. Wer sich aus der gesamten Auswahl von Livedokumenten dieses Mannes nur eine einzige zulegen will, dem sei diese wärmstens ans Herz gelegt.

Anspieltipp(s): Track 6 (die Ansage!) und danach noch möglichst viel von dem Marillion-Block
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.3.2005
Letzte Änderung: 29.7.2013
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fish

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1990 Vigil In A Wilderness Of Mirrors 13.00 1
1991 Internal Exile 5.00 2
1993 Uncle Fish & The crypt creepers (Live at the Düsseldorf Philipshalle 7.12.1991) 10.00 1
1993 Songs From The Mirror 4.50 2
1994 Suits 8.00 1
1995 Yin 3.00 1
1995 Yang 3.00 1
1997 Tales from the big bus - Live Köln 20.11.1997 5.67 3
1997 Sunsets on Empire 11.33 3
1999 Raingods With Zippos 9.00 3
2001 Fellini Days 8.00 3
2002 Sunsets on empire Live in Poland 1997 (DVD) 11.00 1
2002 Fool's Company - Live in Holland (DVD) 8.00 2
2004 Field of Crows 10.50 2
2005 Scattering Crows - Live in Europe 2004 (DVD) 8.00 1
2006 Return To Childhood 8.50 2
2007 13th Star 11.00 1
2013 A Feast Of Consequences 12.00 1
2016 The Moveable Feast 8.00 1
2017 Farewell To Childhood 10.00 1

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