Alive & Well - Recorded in Paris
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Harvest EMI / Neon RCA |
| Durchschnittswertung: |
8/15 (3 Rezensionen) |
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Besetzung
| Karl Jenkins |
Keyboards, Synthesizer |
| John Marshall |
Drums, Percussion |
| John Etheridge |
Guitars |
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| Ric Sanders |
Violin |
| Steve Cook |
Bass |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
White Kite
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3:00
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| 2. |
Eos
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1:20
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| 3. |
Odds Bulltes and Blades Pt I
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2:19
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| 4. |
Odds Bulltes and Blades Pt II
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2:33
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| 5. |
Song Of The Sunbird
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1:25
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| 6. |
Puffin
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1:17
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| 7. |
Huffin
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4:42
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| 8. |
Number Three
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2:26
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| 9. |
The Nodder
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7:12
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| 10. |
Surrounding Silence
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4:05
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| 11. |
Soft Space
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8:18
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| Gesamtlaufzeit | 38:37 |
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| Disc 2 |
| 1. |
K´s Riff
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4:41
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| 2. |
The Nodder
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7:13
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| 3. |
Two Down
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2:27
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| 4. |
The Spraunce
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6:27
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| 5. |
Song of Aeolus
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3:41
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| 6. |
Sideburn
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7:43
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| 7. |
The Tale of Taliesin
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8:08
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| 8. |
Organic matter / One over the eight
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5:55
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| 9. |
Soft Space Part One (edited version)
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4:14
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| 10. |
Soft Space Part Two (disco version)
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5:41
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| Gesamtlaufzeit | 56:10 |
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Rezensionen

Auch nach der Veröffentlichung von "Softs" drehte sich das Besetzungskarussell bei Soft Machine weiter. Alan Wakeman und Roy Babbington verließen die Gruppe. Für Wakeman kam erst Ray Warleigh (Sax, Flöte), dann der Geiger Rick Sanders. Babbington zu ersetzten erwies sich als schwieriger. Im Herbst 1976 sprang daher Percy Jones (Brand X) für einige Konzerte ein, ehe dann mit Steve Cook ein bleibender Ersatz gefunden wurde, ein sehr erfahrener Musiker, der u.a. schon bei CMU, Gilgamesh, Seventh Wave und Mirage den Bass bedient hatte. Im Sommer 1977 ging diese neue Soft-Machine-Besetzung auf Franreich-Tournee, bei der - am 6., 7., 8. und 9. Juli - die hier zu rezensierende Live-LP mitgeschnitten wurde.
Wenn man mir diese Scheibe vorgespielt hätte, ohne dass ich vorher gewusst hätte wer hier zu Gange ist, wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, dass es sich um Soft Machine handeln könnte. Luftige Fusion gibt es auf "Alive & Well - Recorded in Paris" meist zu hören, getragen von den Synthesizerteppichen Karl Jenkins', über denen E-Gitarre, Keyboards und Violine solieren. Recht locker, unkompliziert und glatt kommen die Klänge hier aus den Boxen, die zwischen flotteren Jazzrockabschnitten und schwebenden Soundwolken hin und her pendeln.
Wenn man das hier Gebotene mit den früheren Hervorbringungen von Soft Machine vergleicht, ist es ziemlich enttäuschend und unspannend, was Jenkins und Kollegen hier von sich geben. Trotzdem ist das Ganze ist immer noch kantig und interessant genug, um nicht in Fahtstuhlmusikgefilde abzugleiten. Die erste LP-Seite (Tracks 1-7) macht z.B. durchaus Spaß. Steve Cooks virtuoses Bassspiel, das butterweich und flott aus den Boxen blubbert, und die flinken Gitarrenläufe von John Etheridge sind nett anzuhören. Auch das Wechselspiel von Gitarre und Violine in "Huffin" kann gefallen.
Auf der zweiten Seite verliert die Scheibe aber ziemlich an Fahrt. Nach einer kurzen Akustik-Solonummer von Etheridge ("Number Three"), plätschert die Musik monoton dahin, getragen vom wenig virtuosen Geigengenöle von Rick Sanders, der schließlich auch ein nicht sonderlich mitreißendes Solo loslässt ("Surrounding Silence"). Mit dem abschließenden "Soft Space" kommt dann nicht nur der Tiefpunkt dieses Albums, sondern wird auch das bis dato tiefste kompositorische Niveau in der Geschichte von Soft Maschine erreicht.
Nach kurzem Synthesizerzischen setzten repetitive Sequenzermuster ein, die mehr als 8 Minuten dahinwabern, zu denen Marschall (oder ein synthetischer Ersatz) stumpfsinniges Schlagzeuggekloppe liefert und Jenkins einige fröhliche Melodien auf seinen Keyboards spielt. Leider wird das Stück gegen Ende ausgeblendet, so dass dem Hörer die Reaktion des Publikums, das am Ende von Seite 1 ganz ordentlich geklatscht hat, vorenthalten wird. Vermutlich wurde deshalb Ausgeblendet. Allerdings gibt es das Gerücht, dass das Stück (und auch ein paar weitere Stellen auf dem Album) gar nicht live eingespielt wurde.
"Alive & Well - Recorded in Paris" ist ein Album für beinharte Soft Machine Fans, die den langsamen Niedergang der Gruppe studieren wollen und für solche Zeitgenossen, die die typischen Fusionklänge der Endsiebziger lieben, und nicht genug davon bekommen können. Die letzten 8 Minuten des Albums sollten aber auch bei diesen für ungläubige Erheiterung oder Ärger sorgen!
| Anspieltipp(s): |
Huffin |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
24.4.2005 |
| Letzte Änderung: |
2.12.2010 |
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Im Spätherbst 2010 wurde "Alive & Well - Recorded in Paris" von Esoteric Recordings auf CD wieder veröffentlicht. Wie des Öfteren bei den schön aufgemachten Neuauflagen des Labels der Fall, hat man umfangreiches Bonusmaterial aufgetan, so dass das Album nun zu einer Doppel-CD geworden ist. Neben dem ursprünglichen Album auf CD 1 gibt es nun eine gute Dreiviertelstunde an weiteren Liveaufnahmen von den Konzerten in Paris auf der zweiten CD, ergänzt um die beiden Stücke der im April 1978 veröffentlichten "Soft-Space"-Single.
Zum eigentlichen Album habe ich mich oben schon eingehend geäußert. Ziemlich glatt und unaufgeregt wird da alles in allem musiziert (trotz einiger durchaus ansprechender Stellen, vor allem in der ersten Albumhälfte), ein Eindruck, der durch den erstklassige remasterten Klang fast noch verstärkt wird. Im Beiheft wird nun übrigens explizit darauf hingewiesen, dass hier einiges im Studio nachgebessert (verschlimmbessert) wurde und dass das unsägliche "Soft Space" in der Tat ganz im Studio entstanden ist. Wie die beiden letzten Stücke der Bonus-CD zeigen, wurde diese Glanzleistung sogar als Single veröffentlicht (und das sogar, als wäre die Nummer nicht schon schlimm genug, in einer "disco version").
Umso erfreulicher sind dann die ersten 8 Stücke auf der zweiten CD. Hier ist die Band so festgehalten, wie sie damals in Paris live gespielt hat, ohne Overdubs. Da wird schwungvoll und virtuos musiziert, jazzig-symphonisch-proggig, ab und an sogar richtig wüst (man höre "Two Down"), und es gibt Stücke von "Softs" und etwas an neuem Material zu hören. Herausragend ist die schöne Version von "The Tale of Taliesin", in der das Stück durch Sanders Geige und Etheridges druckvolles und filigranes Spiel deutlich gewinnt. Auch die hier zu findende Version von "The Nodder" hat um einiges mehr Saft.
Es ist mir schleierhaft, warum damals nicht einfach ein ordentliches Livealbum ohne Studioschnickschnack veröffentlicht wurde. Genug brauchbares Material war ja offenbar vorhanden. Aus der ersten Hälfte der ursprünglichen LP und den hier zu findenden 8 Bonusnummern hätte man ein wirklich schönes Album zusammen basteln können. Aber offenbar wollte man (der Produzent oder die Plattenfirma) sich damals lieber dem Discomarkt anbiedern, wie das unsägliche "Soft Space" belegt.
Wie auch immer, in der nun vorliegenden Version ist "Alive & Well - Recorded in Paris" eine gar nicht mal so uninteressante Scheibe. Gerade die Bonus-Liveaufnahmen sind, vor allem für Soft-Machine-Fans, sehr hörenswert. Exzellente Musiker waren hier sowieso zu Gange. Und seltsame Aussetzer ("Soft Space") haben wir ja alle hin und wieder.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
2.12.2010 |
| Letzte Änderung: |
2.12.2010 |
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Soft Machine hatten ab Mitte der 70er Jahre ihre beste Zeit hinter sich. Dies zeigte sich weniger an der Qualität der Musiker oder ihrer Kompositionen, sondern vielmehr an der finanziellen Situation der Band. Roy Babbington verließ die Gruppe nämlich einfach, weil andernorts mehr für ihn zu holen war, während Soft Machine am Rande des Existenzminimums vor sich hin dümpelten. Und so drehte sich wieder einmal das Personalkarussell...
Mit Rick Sanders bereichert auf Alive & Well ein Geiger mit Folk-Background den Klangkosmos der Band. Wie zuvor das Saxofon stellt die Geige einen Gegenpol zum energischen Gitarrenstil Etheridges dar. In der zweiten Hälfte der ersten CD geht es deutlich ruhiger zu, als auf der ersten, oft flott im Jazzrock a la Bundles & Softs groovenden Hälfte. Sanders spielt eine durchaus virtuose, v.a. aber auch emotional aufgeladene Violine, die allerdings mehr dem Folk als dem Jazzrock verhaftet ist. Dass er auch Jazzrock kann, ist z.B. beim grandiosen Huffin in direktem Kontrast zu Etheridge zu hören. Das Violinspiel klingt in der Tat ganz anders als alles, was man bislang von Soft Machine gewohnt war.
Am Ende wird der im Studio produzierte Electro-Stampf „Soft Space“ eingeblendet und rattert - mit einer sülzigen Melodie versehen - 8 Minuten lang vor sich hin. Was sich Jenkins & Co. dabei gedacht haben, weiß ich auch nicht. Sogar Mike Ratledge ist hier nochmal als Gast am Synthie zu hören... Der Song passt aber ganz und gar nicht zur übrigen Darbietung sowie zu Soft Machine überhaupt. Im Booklet wird der Song treffend mit einem Discostück von Giorgio Moroder verglichen... Schwamm drüber. Es hätte sich an dieser Stelle eigentlich eine griffige Live-Nummer angeboten, wie sie im Anschluss auf der zweiten CD zu hören ist. „Soft Space“ entwertet auf diese Weise ein Album, um das ich eigentlich sehr froh bin. Denn wieviel Live-Dokumente von Soft Machine aus der zweiten Hälfte der 70er gibt es im Vergleich zur ersten Hälfte des Jahrzehnts?
Zum Glück gibt es aber die Neuveröffentlichung des Live-Albums, das auf der zweiten CD eine reichhaltige Ergänzung bietet und meiner Meinung nach damit den deutlich, ganz deutlich, erheblich, unbeschreiblich besseren Abschluss bildet als „Soft Space“, das man wohl nur aus historischer Treue auf dem Album gelassen hat. Die Single dito.
Alive & Well ist ein etwas euphemistischer, sich selbst mutmachender Titel für eine am Rande des Abgrunds spielende Band. Trotz der schlechten Bedingungen unter denen das Live-Album entstand, wirkt die Band im Zusammenspiel aber außerordentlich organisch und mitreißend. Alive & Well ist mit seinen überwiegend live erstmals zu hörenden Improvisationen im flüssigen Stil der Mitt-70er ein sehr sinnvoller und gut hörbarer Bestandteil der Live-Dokumentation der Soft Machine.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
4.5.2012 |
| Letzte Änderung: |
4.5.2012 |
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