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Pain of Salvation

BE (Chinassiah) DVD/CD

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Konzeptalbum; DVD; Progmetal
Label: Inside Out
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Daniel Gildenlöw Gesang, Elektrische und Akustische Gitarren, Mandoline, Percussion
Johan Hallgren Elektrische und Akustische Gitarren, Gesang, Percussion
Fredrik Hermansson Grand Piano, Harpsichord, Percussion
Kristoffer Gildenlöw Bässe, Double Bass, Gesang, Percussion
Johan Langell Schlagzeug, Percussion

Gastmusiker

Mihai Cucu Erste Geige
Camilla Arvidsoson Zweite Geige
Kristina Ekman Viola
Magnus Lanning Cello
Asa Karlberg Flöte und Recorder
Nils-Ake Pettersson Clarinette
Dries Van den Poel Bass-Clarinette
Sven Olof Juvas Tuba
Cecilia Ringkvist Dea Pecuniae Gesang (Backtrack)
Mats Stenlund Kirchenorgel (Backtrack)

Tracklist

Disc 1
1. BE - Live Aufführung

1. Animae Partus
2. Deus Nova
3. Imago
4. Pluvius Aestivus
5. Lilium Cruentus
6. Nauticus
7. Dea Pecuniae
8. Vocari Dei
9. Diffidentia
10. Nihil Morari (1)
11. Nihil Morari (2)
12. Latericius Valete
13. Omni
14. Iter Impius
15. Martius / Nauticus II
16. Animae Partus II

  (DVD)
~ 70 m
2. Bonus Material (I)

1. Nine Days (Foto-Kurzfilm mit weiteren "Nachrichten an Gott")
2. Before (Backstage-Fotos)
3. Commentary Track (Audiokommentar I)
4. BE-Fragments (Live-Fotos)
5. 86081(7) (weitere "Nachrichten an Gott")
6. Of God and Gregor(weitere Nachrichten)
7. Nihilium Fuckupus (Outtake)
8. Religious Fanatics Track (Konzert rückwärts)
9. First Clue (Rätsel-Gedicht)

3. Bonus Material (II)

1. Calleth there a man ("geheimer" Anrufer)
2. The 3 (noch mehr Nachrichten)
3. Real Commentary Track (Audiokommentar II)

  (wird freigeschaltet, wenn man das Rätsel löst)
Disc 2
1. Animae Partus   (CD) 1.53
2. Deus Nova 2.54
3. Imago 3.57
4. Pluvius Aestivus 5.11
5. Lilium Cruentus 5.21
6. Nauticus 3.45
7. Dea Pecuniae

1. Mr. Money
2. Permanere
3. I Raise My Glass

9.15
8. Vocari Dei 4.26
9. Diffidentia 7.32
10. Nihil Morari 6.33
11. Latericius Valete 2.28
12. Omni 2.43
13. Iter Impius 6.22
14. Martius / Nauticus II 6.30
15. Animae Partus II 0.49
Gesamtlaufzeit69:39


Rezensionen


Von: Markus Wierschem @


Animae partus – die Geister scheiden sich. Der Progressive Metal der letzten Jahre macht es seiner Hörerschar nicht gerade leicht: Da hat man einerseits alte Größen wie Dream Theater und Fates Warning, die auf hohem Niveau daran scheitern, an alte Glanztaten anzuknüpfen. Andererseits die "zweite Garde", mit Gruppen wie Symphony X und Threshold, die in ihrer Gewichtsklasse regelmäßig solide und gute Alben abliefern. Weitere Bands und Kopien der genannten sind Legion.

Dennoch: Man kann sich des Eindrucks der Stagnation nicht erwehren. Wie über den Proglegenden der seligen 70er, so hängt heute das Leichentuch der Einfallslosigkeit über dem Progmetal-Genre. Wo sind die Ideen, wo die Originalität, wo das frische Blut? Quo vadis? Fast könnte man verzweifeln, schiene nicht im düster'n Schweden ein Lichtlein in der grauen Nacht. Wohl keine Progmetalband wurde in den letzten Jahren so hitzig diskutiert, verdammt und vergöttert wie Pain of Salvation, die 2000 mit The Perfect Element pt.I ihr weithallendes "!" hinter das "Wir leben noch" des Progmetal setzten.

2004 dann boten sie erneut Anlass zur Diskussion: Der schwarze Silberling "BE" brachte die Köpfe der Hörer zum Rauchen und die Kritiker zum Rotieren. So manch einer schien es den Mannen um Daniel Gildenlöw krumm zu nehmen, ein so theoretisch-beladenes und hochverdichtetes Werk um Gott und Mensch, Natur und Technik und die destruktive Instrumentalisierung von Gott und Technik vorzusetzen. Dementsprechend spaltete das Album die Hörer wie kein zweites, wurde kontrovers diskutiert. 2005 dann, als kleines Nachbeben, erschien dann bei "Inside Out" die Aufzeichnung des Konzert-Events BE, dass die Band 2003 in ihrer Heimatstadt Eskilstuna über einige Wochen hin aufgeführt hatte.*

Konzert-Film: Zur ausführlichen Besprechung der Musik möchte ich an dieser Stelle auf die Beiträge meiner Mitrezensenten zum Studioalbum hinweisen, da ich mich hier vor allem mit der Aufführung und dem Medium DVD beschäftigen möchte.

Geboten wird eine äußerst stimmungsvolle und mit subtilen Symbolen angereicherte Show, die in ihrer künstlerischen Realisierung schon mal Erinnerungen an alte Genesis-Shows aufkommen lässt. Pain of Salvation, allen voran Daniel Gildenlöw erschaffen jedoch keine magische (Alp-)Traumwelt sondern einen höchst allegorischen, reduzierten Mini-Kosmos, dessen Probleme nicht realer oder relevanter sein könnten.

Die Bühne, meist getaucht in ein geschmackvolles, tiefblaues Licht, ist überraschend tief. Jeder Akteur spricht von seiner eigenen, isolierten Warte aus. So entsteht weniger ein Band- oder Konzertgefühl, als das eines Theaterstückes. Dennoch wirken Orchester- und Bandmusiker exzellent aufeinander abgestimmt. Im Mittelpunkt des Ganzen steht der charismatische Daniel Gildenlöw, der stets souverän an Saite und Percussion agiert – alles überstrahlend mit seinem beeindruckenden und mitreissenden Gesang, der dem Hörer ein ums andere Mal durch Mark und Bein geht und Schauer über den Rücken jagt. In wechselnder Garderobe – ob in ein unschuldig-weißes Kleid gehüllt, im natürlichem Hobbit-Dress oder als Mr. Money im feinen Anzug und mit Sonnenbrille – Daniel leitet als roter Faden durch das musikalisch-variable Programm. Höhepunkte sind dabei das folkige "Imago" mit Daniel an der Mandoline, das ironisch-bombastische "Dea Pecunia", das zynischste Kapitalismuskritik ist (hier trägt das gesamte Ensemble Sonnenbrillen!), das der progmetallisch – vertrackte Klimax "Diffidentia" / "Nihil Morari" und der grandiose Abschluss mit dem wunderschönen "Iter Impius" und "Martius / Nauticus II" in dem das Imago-Thema wieder aufgegriffen wird. Auch sonst wird der Spannungsbogen nie durchbrochen, die Atmosphäre bleibt stets erhalten.

Dazu trägt auch die hervorragende filmische Umsetzung bei: Die Kameraführung ist ruhig und wartet mit schönen Bühnenfahrten auf, der Schnitt ist gut gelungen und stellt den jeweiligen musikalischen Mittelpunkt auch in den visuellen Focus. Die Bildqualität und die Beleuchtung (wenn auch stellenweise etwas dunkel) sind ebenfalls hervorragend. Garniert wird das Ganze mit sparsam eingesetzten aber wirkungsvollen visuellen Effekten. Im Stil einer Parallelmontage wird außerdem immer wieder Filmmaterial hinzugeschnitten, so z.B. ein verregneter Wald bei "Pluvius Aestivus", eine Autofahrt durch eine Stadt bei "Lilium Cruentus" und ein Mr. Money-Filmchen bei "Dea Pecuniae". Durch die sanften Überblenden kommt es zu keiner Zeit zu einem visuellen Bruch. Da können sich kommerziell erfolgreichere Bands eine dicke Scheibe von abschneiden!

Der Sound ist gut und liegt auch in 4.1 vor. Speziell hier tun sich neue Nuancen auf, die vorher unentdeckt blieben.

Allerdings hat man es, das sei gesagt, nicht mit einem normalen Live-Konzert zu tun, sondern eben mehr mit einem fesselnden, dramatischen Konzert-Film, bei dem nur wenig klassische Live-Atmosphäre aufkommt.

Zum Bonusteil: Im Bonusteil haben Pain of Salvation mit ihren bescheidenen Mitteln ein kleines Kunstwerk geschaffen, dass sich gleichsam als ironische Reflektion des digitalen Zeitalters verstehen lässt. Das fängt beim witzigen Warning-Screen an (unbedingt lesen!), und wird im "Religious Fanatics"-Track auf die Spitze getrieben, der das ganze Konzert rückwärts-abspielt, ganz in der Manier wie man früher seine Vynilplatten in die falsche Richtung zwang um nach versteckten Botschaften zu suchen, das Ganze ironisch kommentiert von Herrn Gildenlöw. Er und Frederik Hermanson geben sich auch bei dem Audio-Kommentar die Ehre und füttern die wissbegierigen Fans mit vielen neuen Infos und Anekdoten, die einen noch tiefer in die BE-Welt eintauchen lassen. Zwei Foto-Alben und weitere Botschaften auf "Gottes Anrufbeantworter" runden das Ganze sehr emotional ab.

... und dann gibt es, für Rätselfreudige versteckt noch weitere "Ostereier" und natürlich den "echten" Audio-Kommentar. In diesem nehmen Frederik und Daniel herrlich doppelseitig sowohl sich selbst als auch Kritiker, denen das BE-Konzept zu "(pseudo-)intellektuell" war, auf die Schippe. Sehr geistreicher Blödsinn – und höchst unterhaltsam.

Fazit: Soll man sich die DVD/CD nun kaufen? Für PoS-Fans ist die technisch und filmerisch bisher beste "Inside-Out" DVD in jedem Fall eine lohnenswerte Anschaffung, für BE-Fans sowieso ein Muss - speziell wegen des Audiokommentars, des 48-seitigen Booklets und einiger Abweichungen vom Studioalbum (hier ein anderes Solo, da noch ein ganz anderer Text, dort spricht / singt jemand anders einen bestimmten Part...). Wer jedoch mit BE nichts anfangen konnte, wird auch hiermit kaum glücklich werden und so fragt man auch als Fan völlig zurecht: Wann, wann endlich gibt es ein richtiges Live-Konzert dieser Band?

*[Im Folgenden habe ich diese Rezension in drei Abschnitte gegliedert – damit jeder selbst entscheiden kann, was er lesen möchte. Allein, die DVD arbeitet auf so vielen verschiedenen Ebenen, dass ich dies für nötig erachte.]

Anspieltipp(s): Dea Pecuniae, Imago
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.5.2005
Letzte Änderung: 1.8.2013
Wertung: 12/15
Als gelungener Konzertfilm - wer "BE" nicht mag wird aber auch hiermit nicht glücklich...

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pain of Salvation

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 Entropia 10.33 3
1998 One Hour By The Concrete Lake 11.33 3
2000 The Perfect Element I 9.50 2
2002 Remedy Lane 10.50 2
2004 12:5 11.00 1
2004 BE (ChinassiaH) 10.50 2
2007 Scarsick 12.00 3
2009 Ending Themes - On The Two Deaths Of (2DVD) 11.00 1
2009 Linoleum E.P. 11.00 1
2010 Road Salt One 12.33 4
2011 Road Salt Two 11.67 3
2014 Falling Home 11.50 2
2017 In The Passing Light Of Day 12.25 4

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