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Opus Avantra

Introspezione

(Archiv-Tipp 7/2010)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Moderne Klassik; RIO / Avant
Label: Trident
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Donella Del Monaco Vocals
Alfredo Tisocco Keyboards
Luciano Tavella Flute
Enrico Professione Violin
Pieregidio Spiller Violin
Riccardo Perraro Cello
Pierdino Tisato Drums
Tony Esposito Percussion, Effects

Tracklist

Disc 1
1. Introspezione 2:05
2. Les Plaisirs Sont Doux - Nel Piccolo Giardino 3:36
3. LaMarmellata - Carillon 2:33
4. L'Altalena 5:35
5. Monologo 2:37
6. Il Pavone 4:52
7. Ahi Douleur 4:16
8. Deliee 5:00
9. Oro 3:31
10. Rituale - Ashralem 5:47
11. Introspezione (Integrale)   (Bonustrack des Akarma-CD-Reissue) 6:12
Gesamtlaufzeit46:04


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Opus Avantra setzt sich aus den Begriffen Opus (Werk), Avanguardia und Tradizione zusammen, und spiegelt sehr passend die Absichten dieser 1973 gegründeten Formation aus Venedig wieder: Avantgardistische Exkursionen, eingebettet in der älteren und jüngeren musikalischen Tradition des Abendlandes, als da sind Folklore, Klassik, Jazz und Rock. Den Kern der Gruppe bildeten die Sopranistin Donella Del Monaco, der Pianist und Komponist Alfredo Tisocco, der Philosoph und Dichter Giorgio Bisotto und der Produzent Renato Marengo. 1974 produzierte das Quartett, ergänzt um eine Reihe weiterer Musiker, sein Debutalbum. Etwas Unklarheit herrscht in Bezug auf den Titel des Werkes. Auf der LP stand nur: Opus Avantra - "Donella del Monaco". Der Innenseite des Klappcovers war allerdings zu entnehmen, dass das gebotene Programm den Titel "Introspezione" trägt, was sich auch als Titel der Scheibe durchgesetzt zu haben scheint. Auf dem mit vorliegenden CD-Reissue von Akarma ist jedenfalls letzteres seitlich auf dem Mini-LP-Cover aufgedruckt.

"Introspezione" also, Selbstbetrachtung. Worum es der Gruppe mit diesem Album ging, hat sie auf einem beigefügten Manifest dargelegt. Die musikalische Welt, so steht da zu lesen, sei heutzutage aufgeteilt in viele Sektoren, die nicht mehr miteinader kommunizieren würden und zudem durch gewisse sozio-kulturelle Schranken voneinader isoliert wären. Insbesondere hätten sich zwei grosse Sparten herausgebildet, einmal sogenannte "kommerzielle" Musik, vom Schlager bis zum Rock-Pop, andererseits eine Art von Pseudo-Avantgardismus, Musik für Intelektuelle, die sowohl krampfhafte, ausschließliche Beschäftigung mit Vergangenem beinhalte, als auch einen berechnenden, oft herbeigezwungenen Experimentalismus. Die Gruppe unterstreicht aber, dass sie durchaus den Wert einiger Erzeugnisse der zeitgenössischem Musik anerkennt, aber auch die Bemühungen verschiedener Pop-Gruppen nicht verachtet. Gleichzeitig habe man ein gesundes Verhältnis zu den musikalischen Hervorbringungen der Vergangenheit. Das Ziel von Opus Avantra sei es, etwas Einigendes zu schaffen, eine Brücke zu bauen zwischen der Kunst und dem Volk.

Ein löbliches Ziel, doch bezweifle ich, dass es der Gruppe mit "Introspezione" gelungen ist, dieses zu erreichen. Eine recht schräge, komplexe und stellenweise reichlich anstrengende Mischung aus Rock, Jazz, Lied, Folklore, Klassik, Elektronik und Tonexperiment haben Opus Avantra hier zusammengebraut, bei der ich mir nicht vorstellen kann, dass der Großteil des "Volkes" allzu viel damit anzufangen wusste und weiss. Im Zentrum der Musik steht Donella Del Monacos Stimme, die opernhaft über den meisten Stücken schwebt bzw. theatralisch rezitiert, deklamiert und manchmal auch kreischt. Die Musik stellt - wie eben angedeutet - alles mögliche zwischen folkigen Liedern, klassisch-kammermusikalischen Nummern, schrägem Geplinge, progressiven und jazzigen Rockern (geprägt von Orgel, Mellotron und Flöte), RIO-artigem Klangdurcheinander, zeitgenössisch-klassischen Experimenten und Spielereien mit elektronischen Sounds, Effekten und Tonbändern dar. Dabei kommen Momente von fast magischer Schönheit genauso vor, wie ausgesprochen atonal-experimentelle Stellen, die vermutlich die Mehrheit des "Volkes" nach der Stop-Taste schielen lässt. Ein Grenzwerk zwischen Rock und Avantgarde, zwischen Tradition und Experiment, zwischen Folklore und Klassik stellt das Werk, getreu dem Manifest der Band, sicher dar. Damit vereinigen sie erfolgreich einige isolierte Sektoren, doch eine Annäherung an das Populum ist Opus Avantra damit sicher nicht gelungen. Vergleichbar ist das Ganze mit der Musik von Pierrot Lunaire, die zumindest mit "Gudrun" ein ähnliches Konzept verfolgt haben.

Ausgesprochen interessant und kurzweilig ist "Introspezione" allerdings und sicher ein Klassiker der italienischen Szene, dem sich derjenige, der typischen Italoprog erwartet, allerdings nur mit Vorsicht nähern sollte. An diversen Perkussioninstrumenten und Effektgeräten ist übrigens Tony Esposito zu hören, der viel Jahre später mit "Vamos a la playa" zu populärer Berühmtheit gelangt ist. Auf dem Akarma-CD-Reissue ist übrigens noch eine lange Version des Titelstücks als Bonus beigegeben.

Eine Empfehlung an abenteuerlustige Grenzgänger!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.10.2005
Letzte Änderung: 16.11.2005
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Die dissonanten Töne des Klaviers, die dieses Album einleiten, machen schon klar, dass hier keine leichte Musik zu erwarten ist. Und tatsächlich geht es hier immer wieder in avantgardistische Gefilde, die sich munter abwechseln mit Einflüssen klassischer Musik verschiedenster Epochen, mit jazzigen, folkloristischen und gemäßigt rockigen Passagen. Da stehen schon mal freie Klangexperimente neben Passagen von lyrischer, fast schon kitschiger Schönheit. Das klingt nach musikalischem Gemischtwarenladen, aber erstaunlicherweise ergibt das alles ein stimmiges (wenn auch recht anstrengendes) Ganzes. Die Band agiert dabei eher wie ein Kammerensemble denn wie eine Rockband, im Zentrum der Musik stehen Klavier, Streichinstrumente und Flöte; Gitarren sind Fehlanzeige.

Über allem steht der Gesang der Sopranistin Donella del Monaco. Nun finde ich Soprangesang auf Dauer schon mal etwas enervierend, aber zum Glück schwingt sich die Dame nicht permanent in höchste Höhen ihrer Stimme auf. Dafür macht sie gelegentliche Schrei- oder Stöhneinlagen, bei denen ich mich frage, ob die nicht damals den Jugendschutz auf den Plan gerufen haben.

Wie immer dieses Album nun heißt (meine Ausgabe ist titellos), es gehört zu den interessantesten und abenteuerlustigsten Hervorbringungen der klassischen italienischen Progszene und ist jedem an ungewöhnlichen Klängen Interessierten zu empfehlen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.7.2010
Letzte Änderung: 4.7.2010
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Opus Avantra

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Lord Cromwell (plays suite for seven vices) 9.00 1
1989 Strata 13.00 1
1995 Lyrics 13.00 1
2003 Opus Magnum 13.00 1
2009 Viaggio immaginario 10.00 1

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