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Fish

Fool's Company - Live in Holland (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: live; DVD; Neoprog
Label: Chocolate Frog Video
Durchschnittswertung: 8/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Fish vocals
Frank Usher guitars
Robin Boult guitars
John Martyr drums
Irvin Duguid keyboards

Gastmusiker

Zoe Nicholas vocals
Susie Webb vocals
Jan Akkerman guitar

Tracklist

Disc 1
1. Script 10:30
2. Misplaced childhood 47:37
3. Torch song / Slainte Mhath 10:25
4. Forgotten sons 11:10
5. Fugazi 13:24
6. Interview Part 1 30:00
Gesamtlaufzeit123:06
Disc 2
1. Vigil 10:14
2. Just good friends 6:53
3. 3 D 9:17
4. Rites of passage / State of mind 18:40
5. Shadow play 7:14
6. Raw meat 8:33
7. Interview Part 2 19:00
Gesamtlaufzeit79:51


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Was das manchmal dauert, bis mancher Fan manche Aufnahme ins Haus bekommt – und wenn's nur aus finanziellen Gründen ist: ein paar Jahre ist das jetzt her, da trat Fish an zwei aufeinander folgenden Abenden in Enschede auf; am ersten mit Marillion-Titeln, am zweiten mit Solowerken. Damals hatte ich sogar kurz mit dem Gedanken gespielt, extra deswegen nach Holland zu fahren, was mir dann aber doch als zu aufwändig erschien. Außerdem rechnete ich damit, dass dieses Event bald als DVD erscheinen würde. Das tat es auch, schon kurze Zeit später (2002) war es soweit: es erschien sogar gleich auf 2 DVDs, was den Nachteil hatte, dass jede einzelne davon einen (mindestens) vollen Preis kostete, obwohl nun sooo viel nicht mal drauf war: die Gesamt-Konzertlänge beider Abende umfasste zweieinhalb Stunden – jedenfalls der Teil, der überhaupt veröffentlicht werden sollte; ich kann kaum glauben, dass das alles war. Jedenfalls hätte dieses Material locker auf eine DVD gepasst. Der Platz hätte allenfalls für das Bonusmaterial nicht mehr reichen können, darunter ein knapp einstündiges Interview mit Fish, aber Fish reden hören? – Hab ich oft genug...:-).

Jedenfalls kaufte ich mir 2002 diese DVDs für je 25 – nicht, natürlich auch keine davon einzeln – irgendwann würden sie schon billiger werden. Das ist ab jetzt der Fall: neuerdings bekommt man in einem Doppelpack beide Scheiben für besagte 25 ...; so richtig billig ist das zwar immer noch nicht, aber diesmal hab ich dann doch zugegriffen.

So viel zu Geschäftspraktiken, wie man sie bisher vor allem vom CRL-Label gewöhnt war, und von denen ich nicht geglaubt hätte, dass Fish auf diesen Zug auch mit aufspringt (und das angesichts der doch wirklich treuen Progfans).

Nun zu dem, was die Fish-DVDs enthalten:

"So here we are once more..." – Der Jester-Abend beginnt mit dem Marillion-Klassiker schlechthin, an der hinteren Bühnenwand prangt das Jester-Logo, wie wir es seit "Real to reel" kennen, Fish trägt ein kariertes Sakko (jedenfalls, bis es ihm zu warm wird; zu Beginn von "Childood" hat er nach dem "Kimono" das Uniformjackett an, das dann aber auch bald den Weg allen Schweißes geht). Und schon gibt's das erste Ärgernis, an dem Fish nicht mal schuld ist: das Bühnenbild ertrinkt im Blitzlichtgewitter der Fans. Schrecklich ist das: heutzutage, wo sowieso schon jeder Auftritt von Straßenmusikern auf DVD erscheint, müssen die Leute auch noch eigene Bilder knipsen – unfähig, den Augenblick zu genießen, wenn sie ihn nicht in einen Kasten packen können?

Aber zurück zu Fish: seine Stimme war Live ja schon immer abenteuerlich, aber nun ist es gar nicht mehr zu überhören, wie der Zahn der Zeit daran genagt hat: "The game is over..." – Ach nein, er kriegt das "Over" nicht mehr auf die Reihe, das Spiel ist wohl wirklich annähernd "over". Das bleibt die ganze Zeit so, das heißt, es kommt immer wieder vor: sei es bei "...like a wino in a parking lot" später in Misplaced Childhood oder am zweiten Abend der "Company" bei den lauten Stellen von "Vigil". Und dann sieht man ihn auch noch immer wieder auf der Bühne, während er Zigaretten raucht – zuerst ausgerechnet vor "Torch song", wo es in der ursprünglichen Aufnahme im Mittelteil schon hieß: "If you maintain this lifestyle you won't reach 30". Ich seh's ein, ich sollte auch weniger qualmen...:-)

Vielleicht hat's das Publikum gar nicht so unmittelbar gemerkt, aber auf DVD ist es genau zu sehen, wie er z.B. bei "Kayleigh" krächzt: wenn die Gesangsparts schwierig werden, holt er tief Luft und stößt dann alles viel zu hastig wieder aus, was wohl an manchen Stellen seine einzige Möglichkeit der Gesangs-Artikulation darstellt. Ein irgendwie tragischer Anblick...

Zum vokalen Support sind noch zwei Sängerinnen auf der Bühne (bekannt vom "Fellini Nights"-Livealbum); mit der einen trägt Fish am zweiten Abend "Just good friends" vor. Aber gerade an den dramatischen Stellen der Musik (z.B. während "Expresso Bongo") tanzen die beiden herum, als hielten sie alles für eine Riesen-Party und hätten sich nie mit den Texten befasst.

Dabei hat vor allem das erste Konzert durchaus seine gelungenen Höhepunkte: die Passage "A spider wanders aimlessly..." kam noch nie so floydig rüber (was hier an der Gitarre liegt; der Floyd-Eindruck wird sich in "Torch song" wiederholen), die Keyboards auf "Heart of Lothian" waren noch nie so wuchtig, das "...and they call us civilized" ergreift einen durch gelungen dosierte Wiederholungen, zwischen "Childhood's end..." und "White feather" ist das Drumming umwerfend; bei "Forgotten Sons" schießt er noch immer mit dem Mikroständer herum wie vor zwanzig Jahren, "Fugazi" hat einen dramaturgisch schlüssig gedehnten Schlussteil mit Ansage der Band-Mitglieder (neuerdings sagt er sich auch selbst an, das war zu Marillion-Zeiten noch anders).

Ich betone die gelungenen Höhepunkte, weil in anderen Kritiken zum Teil zu lesen war, dieser Auftritt sei kalt und emotionslos rüber gekommen, was ich so nicht bestätigen kann. Ich denke, Fish lebt noch immer in den alten Meisterwerken auf, es ist nur nicht mehr dieselbe Zeit, nicht für ihn und nicht für die Musik, – und dafür kann er nichts. Das Publikum spiegelt z.T. den gleichen Kontrast wieder: neben Kindern auf Daddys Schultern sieht man einen Freak dicht vor der Bühne, der sich artgerecht als "Assassin"-Opfer gestylt hat.

Am "Company"-Abend (der auf DVD etwas sparsamer ausfällt), gibt es dann ein paar Einlagen, die ich persönlich für wenig passend halte: Fish präsentiert eine nicht enden wollende Version von "State of mind" mit seinem Special-Guest Jan Akkerman auf der Gitarre – an ihm liegt es, dass der Song so lang wird. Nun spielt der Herr Akkerman mit dem Anglerhut beeindruckend virtuos, aber auch beeindruckend progfrei, was sicherlich seine Absicht ist, aber ob das die passende Idee ist, um ein Fish-Konzert aufzupeppen, mag ich als Frage mal so dahingestellt sein lassen.

Im Bonus-Bereich der DVD gibt's dann noch zwei weitere Elemente dieses Konzerts: zum einen das unvermeidliche "The company" mit Quassel-Einleitung von Fish und Gesang vor allem vom Publikum – erst jetzt fällt mir auf, wie erfreulich wenig Fish bisher gequasselt hatte und wie wenig ich das vermisst habe. Und er gratuliert einem nicht mehr ganz jungen Kumpel zum Geburtstag, der Schlagzeuger ist und sich während "Birthday" von den Beatles austoben darf. Nette Idee eigentlich, aber auch tatsächlich besser als Bonus aufgehoben (bezeichnenderweise sind diese zwei Songs auf der DVD-Hülle auch ohne Laufzeitangabe – im Unterschied zum "Haupt-Akt"; und so "hauptsächlich" wirken sie auch wirklich nicht).

Ansonsten hat der Bonus-Teil noch einen Backstage-Beitrag (man sieht mit "Pipeline"-Untermalung den Aufbau der Bühne, das Einkaufen von Vorräten, die Soundchecks...) und einen Trailer (man sieht Fish und Publikum in einer viergeteilten Splitscreen, dann das Ganze hinter dem Fish-Logo; zur Untermalung sind Versatzstücke aus "What color is God" zu hören).

Was als Gesamteindruck bleibt, ist zwiespältig: fast fühle ich mich, als hätte ich Fish gerade einen Gefallen getan, mir mal wieder einen seiner Gigs anzusehen, bis mir einfällt, dass das ja richtig Geld gekostet hat: so weit kommt das – man fühlt sich den alten Helden schon fast persönlich verpflichtet...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.11.2005
Letzte Änderung: 29.7.2013
Wertung: 8/15

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Von: Dirk Reuter @ (Rezension 2 von 2)


Ich war da! Und deshalb ist die DVD für mich eher sowas wie ein Fotoalbum, ein schönes Andenken an ein tolles Wochenende in Enschede. Objektiv bewerten kann und will ich sie daher auch gar nicht. Aber ein paar ergänzende Anmerkungen zu obiger Rezension möchte ich doch noch unters Prog-Volk bringen.

Zunächst einmal ist Hennings Kritik an der Fish´schen Preispolitik nicht so ganz richtig. Wenige Monate nach dem Konzert, das übrigens tatsächlich an beiden Abenden deutlich länger war, als man es auf der DVD zu sehen bekommt, veröffentlichte der "Onkel" aus Schottland die beiden Video-Silberlinge als Doppelpack zu einem fairen Preis, zu beziehen allerdings nur über den Fanclub. Wer oder was auch immer ihn geritten haben mag, später die DVDs auseinander zu reißen und einzeln zu Marillion-ähnlichen Bedingungen zu verhökern, wird sein Geheimnis bleiben - voraus gesetzt, er war hierfür überhaupt selbst verantwortlich.

Der von Henning angesprochene Kumpel, dessen Geburtstag gefeiert wurde, ist übrigens der wohl einzige Grund dafür, dass Fish sich in seiner schlimmsten Phase nicht zu Tode gesoffen oder zumindest endgültig aufgegeben hat. Es handelt sich bei diesem "nicht mehr ganz so jungen" Zeitgenossen um Kelvin Boys "Yatta" Yates, den Manager von Fish (quasi sein privater Schwimmtrainer, wenn dieser Kalauer erlaubt ist).

Wie gesagt, ob der Freude die mich angesichts der Erinnerungen an diese zwei Abende überfällt - und trotz der kleinen Peinlichkeit, dass bei dem in Hennings Rezension erwähnten Split-Screen-Trailer die Kamera aber sowas von gezielt auf mein mangelndes Haupthaar gerichtet ist - bin ich nur zu höchst subjektiven Lobeshymnen (ich räume ein: stimmlich war Fish zu dieser Zeit weit von seiner Glanzzeit entfernt) und nicht zu einer für andere potentielle Käufer sinnvollen Bewertung in der Lage und unterlasse diese deshalb.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.11.2005
Letzte Änderung: 2.11.2005
Wertung: keine aus oben genannten Gründen

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fish

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1990 Vigil In A Wilderness Of Mirrors 13.00 1
1991 Internal Exile 5.00 2
1993 Uncle Fish & The crypt creepers (Live at the Düsseldorf Philipshalle 7.12.1991) 10.00 1
1993 Songs From The Mirror 4.50 2
1994 Sushi 12.00 1
1994 Suits 8.00 1
1995 Yin 3.00 1
1995 Yang 3.00 1
1997 Tales from the big bus - Live Köln 20.11.1997 5.67 3
1997 Sunsets on Empire 11.33 3
1999 Raingods With Zippos 9.00 3
2001 Fellini Days 8.00 3
2002 Sunsets on empire Live in Poland 1997 (DVD) 11.00 1
2004 Field of Crows 10.50 2
2005 Scattering Crows - Live in Europe 2004 (DVD) 8.00 1
2006 Return To Childhood 8.50 2
2007 13th Star 11.00 1
2013 A Feast Of Consequences 12.00 1
2016 The Moveable Feast 8.00 1
2017 Farewell To Childhood 10.00 1

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