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Oceansize

Everyone Into Position

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: HardRock; Independent / Alternative; New Artrock; Postrock
Label: Beggars Banquet Records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Mike Vennart vocals, guitar
Gambler guitar
Steve Durose guitar, vocals
Jon Ellis bass
Mark Heron drums

Tracklist

Disc 1
1. The Charm Offensive 7:19
2. Heaven Alive 6:21
3. A Homage To A Shame 5:53
4. Meredith 5:27
5. Music For A Nurse 8:16
6. New Pin 5:12
7. No Tomorrow 7:11
8. Mine Host 4:10
9. You Can't Keep A Bad Man Down 7:36
10. Ornament/The Last Wrongs 9:21
Gesamtlaufzeit66:46


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Wenn man so in seinem Prog-Elfenbeinturm lebt und sich alltäglich dem Neo-Retro-Klang-Disneyland hingibt, läuft man leicht Gefahr, gar nichts mehr von den musikalischen Entwicklungen in der Welt mitzubekommen. Und damit meine ich beleibe nicht das, was sich täglich so in den diversen terrestrisch zu empfangenden Radiostationen abspielt... Aber selbst mir bleibt nicht verborgen, dass sich "unsere" Musik in andere Gefilde einschleicht, genauso wie der Prog von anderen Musikstilen / -richtungen subversiv unterwandert wird. Bands wie Coheed & Cambria, The Mars Volta, Sigur Ros, Frogg Cafe meinetwegen auch Porcupine Tree oder Umphrey's McGee (um so ziemlich alle Ausuferungen einzufangen) sind ein beredtes Zeugnis dieser - tollen - Entwicklung (auch wenn mich wahrlich nicht immer alles davon begeistern kann).

Und da sind Oceansize... Mit "Everyone Into Position" legt der Fünfer aus England sein zweites vollständiges Album nach dem Debüt "Effloresce" und einigen EPs vor. Das Debüt wurde in diversen Medien begeistert abgefeiert, was mir aber verborgen blieb, und daher kenne ich es nicht.

Aber jetzt eben "Everyone Into Position": Nicht umsonst platzt dem Mann auf dem Cover der Kopf, auch dem Rezensenten schwirrt der Schädel nach vielfachem Genuss dieses Albums. Es ist aber nicht die Härte, die zweifellos vorhanden ist, es ist nicht das Vertrackte, was es aber auch gibt, es sind nicht die schnuckeligen Gesänge, die aber wirklich omnipräsent sind, und es sind nicht die elektronischen Effekte, obwohl auch die zahlreich sind und sich keiner der Musiker dazu bekennen will. Es ist wohl die Mischung aus all diesen Zutaten und dazu die erstaunliche Melodiösität, die das Album ausstrahlt, welche den Rezensenten schon ein bisschen nach Worten suchen lässt (untertrieben formuliert).

Drei Gitarristen in der Band, da ist sicherlich ein fetter Gitarrensound zu erwarten. Und so schlagen Oceansize dem armer Hörer ganz schöne Riffbreitseiten um die Ohren. Die Gitarren verdichten sich zuweilen zu fast physisch greifbaren Klangwällen, die einen förmlich einzukreisen scheinen. Streifen dazwischen schon mal metallische Gefilde, um dann wieder garagenrock-mäßig zu bratzen. Rock wird hier großgeschrieben. Beeindruckend. Aber noch beeindruckender bleibt für mich, wie unter all dem heftigen Gebratze die Musik doch immer irgendwie locker-leicht bleibt. Melodien schälen sich aus dem dunklen Gedonner und erfreuen das Ohr.

Das abwechslungsreiche Schlagzeug und ein geradezu obszön dröhnender Bass tun allerdings das ihrige, damit der Hörer in den ersten Tracks nicht zur Ruhe kommt.

Danach wird es ein bisschen ruhiger und Oceansize versuchen sich - gelungen - an einer Alternative-Rock-Version von Pink Floyd. Lyrisch-Atmosphärische Soundgemälde mit gelegentlichen aggressiven Ausbrüchen beherrschen nun die Szenerie. Dazwischen gibt es mit "New Pin" gar einen Song, der so ein bisschen mit Elektro-Pop alà Depeche Mode schwanger geht. Und mit "Music For A Nurse" fast schon kammermusikalisches...

Zum Abschluss des Albums wird es dann sogar noch richtiggehend symphonisch. Die letzten drei Titel sind angeblich als Suite angelegt und laufen unter "The Church Suite". Könnte gut sein, ein gewisser roter Faden ist erkennbar und zum endgültigen Abschluss gibt es Chöre und Kirchenorgel, die für ein ordentliches Bombast-Finale sorgen.

Oceansize haben immer wieder kleine Überraschungen auf Lager. Mike Vennart ist ein toller Sänger. "Heaven Alive" könnte mit seinem formidablen Bass-Groove und seinen beatlesken Chören glatt von einem King's X-Album stammen. Und die elektronischen Klänge sorgen für ein nettes spacig-psychedelisches Ambiente, auch wenn sich wie gesagt keiner der Musiker als Tasten- ud Knöpfchendrücker outen will (*).

Und die Gretchen-Frage: Ist das nun Prog? Na ja, für den Puristen wahrscheinlich nicht, aber es ist allemal ein interessant-wirrer Stilmix und lohnenswerter Blick über den Tellerrand. Und siehe oben: Die Musikrichtungen verschmelzen und das macht mir in diesem Fall richtig Spaß :-)

(*) Nachtrag: Der babyblaue Leser Alexander berichtet, dass zumindest live ein Apple PowerBook sozusagen die Rolle eines sechsten Bandmitglieds übernimmt und für die 'Electronics' sorgt. Daneben bedient der Bassist ab und an auch noch 'n Midi-Keyboard. Danke für die Infos ;-)

Anspieltipp(s): Heaven Alive, No Tomorrow
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.11.2005
Letzte Änderung: 25.11.2013
Wertung: 11/15

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Von: Udo Gerhards (Rezension 2 von 2)


"Ist das Prog?", fragt Thomas. Seine Ausführungen bestätigen einmal mehr, dass diese Frage sich in letzter Zeit immer schwerer beantworten lässt. Bei Oceansizes "Everyone Into Position" hängt die Antwort vielleicht stark davon ab, welches Stück man betrachtet.

Die rhythmisch schwer vertrackten "The Charme Offensive" und vor allem das obendrein strukturell verspielte "A Homage To A Shame": sischa is dat Prog. Die hübsche und atmosphärische, aber eher schnarchige Alternative-/Psychedelik-Ballade "Meredith": ne, und auch sonst nicht unbedingt nötig. "Music For A Nurse" dann wieder: schwebende Psychedelik, Zeitlupenriffs, monontone, aber eindringliche, hymnische Akkordfolgen, ewige Steigerung. Wenn das nicht schwer Post-Rock-beeinflusst ist, weiss ich's auch nicht, ebenso wie "Mine Host" übrigens. Und dann "You can't keep a bad man down", das so klingt, als ob eine harte Alternative-Band Pink Floyds "Eclipse" auf sieben Minuten ausgedehnt hätte und dabei versuchte, eine Reihe ungerader Taktarten auszuprobieren. Hymnisch, krachig, hübsch. Und dazwischen immer wieder harmlosere Nummern in Single-Manier.

Viele scheinen "Effloresce" dem Zweitling vorzuziehen - es ist jedenfalls sicherlich konsistenter. Aber während Oceansize auf ihrem Debüt durchgängig gutklassisch, aber eben nicht sehr abwechslungsreich musizieren, gleicht "Everyone Into Position" viel stärker einem Wechselbad: Wenn Oceansize hier gut sind, sind sie grossartig und konsequenter schräg oder konsequenter psychedelisch als zuvor. Und dazwischen sind die Singles, die eben konsequenter poppig sind. Ich persönlich finde diese Berg-und-Talfahrt spannender als das zwar schön schwebende, aber nicht so mitreissende, erschöpfende Vorgängerwerk - auch wenn das bedeutet, dass sich zwischendrin Nummern verstecken, auf die ich persönlich nicht so viel Wert lege. Aber umso schöner ist's, wenn Oceansize danach wieder zu Form auflaufen.

Anspieltipp(s): A Homage To A Shame, You Can't Keep A Bad Man Down
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.11.2005
Letzte Änderung: 6.11.2005
Wertung: 11/15
Die wirklich starken Nummern etwas stärker gewichtet als vielleicht ausgewogen wäre.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Oceansize

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Effloresce 11.00 1
2007 Frames 10.67 3
2009 Home & Minor (EP) 8.50 2
2009 Feed To Feed 12.00 1
2010 Self preserved while the bodies float up 10.00 2

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