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Mike Oldfield

Exposed (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005 (Aufnahme von 1979)
Besonderheiten/Stil: instrumental; live; mit Orchester; DVD
Label: EMI
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Mike Oldfield guitars
Nico Ramsden guitars
Phil Beer guitars, vocals
Pekka Pohjola bass guitar
Pierre Moerlen drums, percussion
Ringo McDonough bodhran
Tim Cross keyboards
Pete Lemer keyboards
Maddy Prior vocals
Ray Gay trumpet
Ralph Izen trumpet
Simo Salminen trumpet
Colin Moore trumpet
Sebastian Bell flute
Chris Nicholls flute
Dick Studt violin
Ben Cruft violin
Jane Price violin
Liz Edwards violin
Nicola Hurton violin
Jonathan Kahan violin
Don McVay viola
Pauline Mack viola
Danny Daggers viola
Melinda Daggers viola
Liz Butler viola
Ross Cohen viola
Nigel Warren-Green cello
Vanessa Park cello
David Bucknall cello
Jessica Ford cello
Nick Worters bass
Ross Cohen bass
Debra Bronstein, Marigo Acheson, Emma Freud, Diana Coulson, Mary Elliott, Mary Creed, Cecily Hazel, Wendy Lampitt, Clara Harris, Emma Smith, Catherine Loewe choir
David Bedford percussion, string arrangement
Mike Frye percussion
Benoit Moerlen percussion

Tracklist

Disc 1
1. Intro
2. Incantations Pt. 1 & 2
3. Incantations Pt. 3 & 4
4. Intermission
Disc 2
1. Tubular Bells Pt. 1
2. Guilty
3. Tubular Bells Pt. 2
4. Encore


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Das Doppel-Live-Album Exposed ist für mich soetwas wie Mike Oldfields heimliches Meisterwerk. Deshalb war ich durchaus gespannt auf die vor einiger Zeit angekündigte DVD mit einer Konzertaufnahme aus eben jener Tour, und das umso mehr, als dass sogar bei "nur" knapp zwei Stunden Laufzeit eine Doppel-DVD versprochen wurde.

Der Grund dafür klärt sich schnell bei einem Blick in die DVD. Das komplette Konzert aus dem Wembley Conference Centre steht in guter Bild- und sehr guter Tonqualität in vier Perspektiven zur Verfügung, zwischen denen man mittels DVD-Player (vorzugsweise der Fernbedienung...) hin- und herschalten kann: der eigentliche Hauptschnitt, ein Schnitt, der nur das Material der verschiedenen Bühnenkameras verwendet, die Totalenkamera, die aber auch gelegentlich auf einzelne Mitwirkende oder Gruppen reinzoomt, sowie ein Splitscreen der drei vorhergehenden Einstellungen, der - wenn man nicht einen wirklich großen Bildschirm hat - aber hauptsächlich als Überblick dafür taugt, welche der drei anderen Ansichten man als nächstes auswählen möchte.

Dieser Aufwand ist nicht nur insofern nett, als dass damit die Möglichkeiten des Mediums DVD im Gegensatz zu vielen anderen Veröffentlichungen, die nur ein Video auf eine Silberscheibe übertragen, ausgenutzt werden, sondern auch sonst sinnvoll. Denn so arg viel passiert trotz dutzender Mitwirkender in Sachen Bewegung oder gar Show von gelegentlichem dezenten Hinundherwackeln abgesehen auf der Bühne nicht (Oldfield war ja damals bekanntermaßen kein großer Showman - das erste und einzige Male in wirklich in Bewegung und ins Schwitzen scheint er zu kommen, als er während einer Nummer ungeplant die Gitarre wechseln muss, worauf der Regisseur auch gleich gnadenlos im Hauptschnitt stehen bleibt...). Da kommt es ganz recht, wenn man sich das statische Bühnengeschehen durch diese Art des "Zappens" etwas auflockern kann. Ausser den verschiedenen Kameraeinstellungen gibt es allerdings kein weiteres Bonusmaterial. Immerhin beginnt der Konzertfilm mit ein paar kurzen Interviews mit den beteiligten Musikern, speziell den klassischen Orchestermusikern, zu ihren Erfahrung mit dieser Art des Rocktourens. Das ganze geht aber nur wenige Minuten, danach gottseidank ist das ungeschnittene komplette Konzert angesagt.

Das musikalische Programm besteht analog zur Audio-LP-/CD aus Live-Versionen von Incantations und Tubular Bells plus - dazwischen und als Zugabe - die kurze, beinahe diskoartige Nummer "Guilty", die Motive aus Tubular Bells wiederaufnimmt. Insbesondere Incantations profitiert aber davon, dass es auf nicht ganz die Hälfte der stellenweise zähen Studiofassung gekürzt wurde. Zwar könnte für mich der hymnisch-schwebende "Part 1 & 2" noch ein wenig knackiger kommen, aber der dramatische, bewegte "Part 3 & 4" vergeht wie im Flug, sobald Maddy Priors Solo-Gesinge ein Ende hat. Auch Tubular Bells wirkt in der Live-Version mit "echtem" Schlagzeug luftiger, weniger hermetisch und rauh, aber nicht weniger eindringlich und raffiniert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.11.2005
Letzte Änderung: 7.11.2005
Wertung: 12/15

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Von: Henning Mangold @ (Rezension 2 von 2)


1979 habe ich wegen Mike Oldfield schon mal über Selbstmord nachgedacht. Na ja, ich hab das nicht umgesetzt (wie auch? – Ich schreibe ja hier gerade), aber ich hätte es fast verstehen können, wenn ich (oder ein anderer aus gleichem Grund) es getan hätte. Ich schaute nachmittags bei einem Schulfreund rein, und der hatte sich das Vinyl-Doppelalbum "Exposed" gekauft – ich hatte vorher gar nicht gewusst, dass das erscheinen sollte. Auf dem Cover war ein Sticker, der damit drohte, dass es von dem Album nur 100.000 Exemplare weltweit geben sollte. Wie wir heute wissen, kam das natürlich ganz anders, aber im ersten Moment der Veröffentlichung war es wohl ernst gemeint: schließlich schrieben wir das Jahr 1979, da hatte Prog kaum noch Chancen.

Jedenfalls überlegte ich: weltweit 100.000 Exemplare – wie viele mochten da für unseren ländlich-sittlichen kleinen Plattendealer abfallen? Es war gerade Freitagabend: hatte ich am Sonnabendvormittag wohl noch eine Chance auf ein Exemplar? Zumal: Ich musste abends mit dem Bus nachhause, am nächsten Morgen dann also wieder mit dem Bus zurück in die Stadt – wann ich da wohl ankommen würde?? Jedenfalls saß ich den Abend über bei dem Freund, hörte dieses Meisterwerk und dachte ernsthaft: davon kein Exemplar mehr zu bekommen käme als Grund für Selbstmord zumindest infrage...(ich war damals 19 und hatte vernünftigere und näher liegende Suizidgründe bereits als irrelevant für mich abgeschrieben...).

Nun denn – der Bus fuhr pünktlich und ich bekam noch ein Exemplar am nächsten Tag. Was ich aber bis vor ein paar Wochen nie gewusst hatte, war, dass eines dieser Oldfield-Events sogar gefilmt worden war (was angesichts seiner damaligen Schüchternheit einem Weltwunder gleichkam). Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass dieser Konzertfilm jemals von einem TV-Sender gezeigt worden wäre. Und nun kommt das Teil einfach mal so als DVD ins Haus – mit den gelegentlichen Streifen im Bild, die für TV-Aufnahmen dieser Zeit typisch waren (früher hatte ich immer angenommen, das käme nur vom schlechten Empfang in meinem Elternhaus, das auf dem Land zwischen Bergen lag).

Die eigentliche Tragödie aber ist: Mit diesem Album hätte man zu einer anderen Zeit eine ganze Generation einproggen können, aber Anno 79 war es dafür zu spät, und heute ist es nicht mehr nötig, schon gar nicht von Oldfields Seite her, denn dessen neuere Werke kann ich vom Prog-Standpunkt aus nicht mehr ernst nehmen. Also genieße ich jetzt spät, viel zu spät, dieses Erlebnis auf DVD und musste beim ersten Sehen Tränen der Rührung zurückhalten angesichts dieses Elans, der da rüberkommt – wie diese Maschinerie am Werkeln ist, und das nicht etwa technokratisch, sondern mit einem Feeling, das einem ständig zuruft, wie viel Spaß Prog machen kann, das halte ich für einzigartig. Und wie lange das alles schon her ist, das so lebensecht vom Bildschirm erstrahlt – da merkt man, wie alt man selbst geworden ist (heul). In der ersten Publikumsreihe ist mehrfach ein Mann in mittleren Jahren zu sehen, der dort gehörig abfeiert, und ich frage mich jedes Mal bei seinem Anblick, ob der wohl heute noch lebt – er war da offenbar so alt wie ich es jetzt bin, und der damals viel jüngere Pierre Moerlen ist inzwischen ja auch längst tot...:-(.

Übrigens ist dieses Konzert nicht völlig identisch mit der Aufnahme, wie wir sie von Platte seit damals kennen, wenn auch die Unterschiede minimal sein mögen – gerade das macht ja Spaß, wenn ein paar Abmischungs-Verhältnisse einen Sound in den Vordergrund bringen, der bisher gar nicht so aufgefallen sein mochte – oder wenn der Mix auch scheinbar mal was verschwinden lässt.

Für den Genuss der "Incantations"-Hälfte halte ich die Wide-Angle-Option für die beste, denn Breitwandsound braucht Breitwandbild. Die Bühnenaufteilung sieht so aus, dass links die riesige Percussion-Apparatur steht, rechts das Orchester, etwas darüber der Chor. Die Mitte nehmen Oldfield selbst und zum Teil zwei weitere Gitarristen ein; hinter denen stehen die Keyboards. Da Oldfield direkt neben dem Orchester steht, übernimmt er für deren Musiker ab und zu die Dirigentenfunktion (nur vor dramatischen Höhepunkten und wenn er mal die Hände frei hat). Ganz hinten schräg links steht noch ein einsamer Mann mit einem Zupfinstrument, der nie in Großaufnahme zu sehen ist – ob das der Bassist war?

Manche finden ja – auch schon damals –, dass im zweiten Incantations-Satz der Gesangspart mit Maddy Prior zu lang ist; ich hab das nie so gesehen, denn erstens handelt es sich dabei um eine musikalische und epische Gedicht-Rezitation (ähnlich den antiken Epos-Rhapsodien), man sollte es demnach nicht als "Song" betrachten. Und zweitens sind viele Instrumentalparts der "Incantations" auch nicht kürzer, denn die Themen entwickeln sich im gesamten Konzept nur allmählich aus den vorausgehenden. Und drittens: von Maddys Sirenenstimme könnte ich ohnehin nie genug bekommen.

Übrigens hat Maddy Prior – an sich Sängerin der Folkband Steeleye Span – in dieser selben Zeit ihre ersten zwei Soloalben veröffentlicht, die – vielleicht durch die Zusammenarbeit mit Oldfield inspiriert – sogar ein wenig proggig ausgefallen sind.

Ganz zum Schluss des vierten Teils ist übrigens eine winzig kleine Panne zu hören: einer der Percussionisten trifft einmal kurz den falschen Ton. Würde mich nicht wundern, wenn allein deshalb diese Aufnahme damals nicht für die Platte gewählt worden wäre.

Lustig ist noch, wie der Mike am Ende von "Incantations" das Publikum mitklatschen lässt: an den passenden Stellen sollen sie, dann aber dürfen sie nicht – was die Leute natürlich zuerst nicht kapieren, deshalb winkt Oldfield ungeduldig ab. Dann ermuntert er sie wieder, dann muss er wieder abwinken; einige schnallen das bis zum Ende nicht. Mitklatschen ist eben bei Prog nicht so einfach wie bei den Oberammergauner Krankfichten...;-).

Nach der "Incantations"-Hälfte gibt es sogar die Vorgänge während der Pause zu sehen, deren Fun-Faktor auch noch voll rüberkommt: die Leute im Publikum hatten Papierflugzeuge gefaltet, anscheinend aus Programmheftchen. Wenn die Musiker sich nach und nach wieder auf der Bühne sehen lassen, werden sie sofort damit beworfen, dann werfen sie zurück, bis schließlich einer genug hat, einfach den vor ihm liegenden Paperhaufen nimmt und in die Zuschauerreihen schmeißt – ohne die Flieger richtig fliegen zu lassen, versteht sich.

Über die rockigste und swingigste aller Tubular Bells"-Versionen muss ich mich nicht mehr äußern, denke ich – sie ist sowieso kaum in Worten zu beschreiben und mir gefiel sie von Anfang an sogar besser als das Original – sie hat übrigens nach etwa 20 Minuten kurz vor dem langen Finale des ersten Teils sogar noch einen Rock-Einschub, den es sonst nirgendwo zu hören gibt; einzig das Fehlen des langen Intros vom zweiten Teil stört mich etwas. Übrigens hat Oldfield das später mal Live nachgereicht: während seiner "Discovery"-Tour sah ich ihn in Kassel, da hat er's präsentiert.

Ja, und auch das ist lange her...- Aber Manches bleibt: auch heute noch könnte ich es verstehen, wenn sich jemand bei Oldfields neuester Musik umbringt – wenn auch aus ganz anderen Gründen...;-).

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.12.2005
Letzte Änderung: 27.3.2013
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mike Oldfield

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Tubular Bells 13.00 7
1974 Hergest Ridge 12.50 6
1975 Ommadawn 13.00 5
1975 The Orchestral Tubular Bells 6.00 2
1978 Incantations 13.00 6
1979 Platinum 7.00 4
1979 Exposed 12.00 2
1980 QE2 9.33 3
1981 Music Wonderland - 2
1982 Five Miles Out 9.83 6
1983 Crises 6.17 6
1984 Discovery 6.75 4
1984 The Killing Fields - Soundtrack 11.00 2
1985 The Complete Mike Oldfield 11.00 2
1987 Islands 2.00 3
1989 Earth Moving 3.75 5
1990 Amarok 11.08 12
1991 Heaven's Open 7.25 4
1992 Tubular Bells II 10.33 3
1993 The Best of Mike Oldfield Elements - 1
1993 Elements - 1
1994 The Songs Of Distant Earth 7.25 4
1996 Voyager 9.00 3
1998 Tubular Bells III 2.00 3
1999 The Millennium Bell 1.00 4
1999 Guitars 5.67 3
2002 Tres Lunas 1.00 2
2003 Tubular Bells 2003 11.50 6
2005 Light + Shade 1.50 2
2006 Live at Montreux 1981 (DVD) 11.00 1
2008 Music of the Spheres 8.33 3
2014 Man on the Rocks 6.00 3
2015 The Best of: 1992-2003 8.00 1
2017 Return to Ommadawn 11.67 3

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