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The Enid

The Spell

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1984
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Elektronische Musik; Klassikrock / Adaptionen
Label: Enidsongs
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Stephan Stewart Guitars, Synthesizers and Vocals
Robert John Godfrey Keyboards and Vocals
David Storey Drums and Percussion

Gastmusiker

Francis Lickerish Guitar (7)
Terry Pack Bass (7)
Tony Freer Keyboards and Woodwind (7)
Martin Wallis Keyboards (7)

Tracklist

Disc 1
1. Winter - "The Key" 8:31
2. Spring 6:51
3. Summer 13:44
4. Autumn - "Veni Creator Spiritus" 9:48
5. Elephants Never Die 5:14
6. The Sentimental Side of Mrs James - "For the family and friends of Mark" 3:14
7. The Song of Fand   (live am 3.3.1979 im London Hammersmith Odeon) 19:03
Gesamtlaufzeit66:25


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 2)


"The Spell" wurde ursprünglich als Doppel-Maxi-LP veröffentlicht. Dies hatte zwei Gründe. Zum einen war aufgrund der höheren Drehzahl der Klang besser und das Rauschen geringer, zum anderen erschienen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in Japan bereits die ersten CDs, die natürlich auch eine längere Spielzeit hatten als LPs. Dies geschah also im Hinblick auf den japanischen Markt.

Das Konzept der Platte handelt von der zyklischen Natur des Lebens, als Aufhänger dienen dabei die vier Jahreszeiten. Das Konzept dehnt sich auch auf die beiden kürzeren Songs aus, "The sentimental side of Mrs James" ist nämlich dem verstorbenen Sohn eines Bekannten gewidmet (daher der Untertitel). Das soll darauf hindeuten, daß das Leben zwar zyklich ist, aber durch den Tod beendet wird.

Die Musik von The Enid ist, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Ich könnte mir vorstellen, daß es viele geben wird, die die Musik als zu kitschig oder schnulzig abtun würden. Das ist oberflächlich betrachtet auch verständlich, bei der Menge an Synthies, Keyboards und Gitarren, die, ineinander verwoben, auf den Hörer losgelassen werden. Aber wenn man genauer hinhört, wird man erkennen, daß dem nicht so ist. Die Stücke sind komplett durchkomponiert. Robert John Godfrey, der Anfang der 70er bereits das Orchester für Barclay James Harvest arrangierte, hat in der Tat einmal Kompositionsunterricht genossen, wobei er aber selbst einräumt, es nicht mit einem Richard Wagner aufnehmen zu können. Man könnte also sagen, daß es sich um klassische Musik handelt, gespielt mit modernen Instrumenten.

Der Winter wird durch Fanfaren und Pauken eingeleitet, die Godfrey aus Wagners "Parsifal" entnommen hat. Danach entwickelt sich ein unterkühltes Zusammenspiel von Synthies, Keyboards und Gitarre. Deutlich merkt man, wie die verschiedenen Gruppen eines Orchesters, Streicher, Holz- und Blechbläser, imitiert werden sollen. Dennoch wirkt das nicht wie ein Imitat, sondern entwickelt Eigenständigkeit. Bis auf die paar Pauken am Anfang wird hier noch kein Schlagzeug eingesetzt.

Dieses leitet dann den Frühling ein. Er ist wesentlich lebhafter als der Winter. Zu hören ist eine Walzerkette á la Josef Strauß, komplett im 3/4-Takt. Auch hier fließen Synthies und Gitarre umeinander herum, spielen miteinander. Das ist das, was The Enid ausmacht.

Der Sommer ist nicht so durchkomponiert wie der Rest. Es wird hier viel gesungen, so daß das Stück eher an einen klassischen Popsong denn an klassische Musik erinnert. Gesungen wird bei The Enid normalerweise nicht und das hat auch seinen Grund. Den erkennt man, wenn man die Stimmen hört. Robert John Godfrey und Stephan Stewart versuchen erst gar nicht, normal zu singen. Der theatralische Gesang wird mit Kopfstimme, also sehr hoch, gesungen und wirkt dementsprechend comic-haft. Als Vergleich könnte man evtl. 10 cc heranziehen, die das aber wesentlich besser drauf haben. Zum Glück wird auch nur auf drei Songs gesungen. Es gibt zwar noch ein sehr schönes Gitarrensolo, aber insgesamt ist der Song deutlich zu lang geraten.

Der Herbst ist alles andere als stürmisch, könnte eigentlich ein zweiter Winter sein. Ein Motiv aus selbigem wird wieder aufgegriffen. Das Stück ist sehr ruhig, diesmal ganz ohne Gitarren, nur Keyboards und Pauken. Man möchte fast meinen, eine Eislandschaft beschrieben zu bekommen.

Die beiden kürzeren Stücke "Elephants never die" und "The sentimental side of Mrs James" sind nicht wirklich essentiell. In ersterem wird das "Dies irae, dies illa" in Gesang und Gitarre aufgegriffen, hört sich aber aufgrund des Gesangs wieder an wie 10 cc. Das zweite kurze Stück war ursprünglich instrumental und für die Hochzeit eines Freundes geplant. Der Text kam später hinzu und schließt das Konzept über die zyklische Natur des Lebens ab. Hier wird endlich mal halbwegs normal gesungen.

Das abschließende "The Song of Fand" vom '76er Album "Aerie faerie nonsense" wurde 1979 live eingespielt und als Bonus für die CD-Ausgabe hinzugefügt. Es handelt sich um eine sinfonische Dichtung, die stark an Richard Strauss' "Ein Heldenleben" angelehnt ist. The Enid packen hier noch einmal die sinfonisch-bombastische Keule aus und schlagen um sich, daß es nur so eine Freude ist.

Auch wenn die Kompositionen nicht die Klasse eines Richard Wagner oder Gustav Mahler erreichen, so ist dies trotzdem ein toller Versuch, Klassik und Rockmusik zu kombinieren. Wer sich also eine Kombination aus romantischer Musik, gespielt von Vangelis, vorstellen kann, für den gibt es hier sicherlich einiges zu entdecken.

Anspieltipp(s): Spring, The Song of Fand
Vergleichbar mit: 10 cc; Vangelis spielt Strauss, Strauß, Wagner, Mahler...
Veröffentlicht am: 9.11.2005
Letzte Änderung: 9.11.2005
Wertung: 11/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 2)


Zu diesem Album ist oben im Wesentlichen alles gesagt. Ich möchte jedoch anfügen, dass es sich bei „The Spell“ um eines der weniger wichtigen Album im Katalog von The Enid handelt, jedoch keineswegs um ein schlechtes.

„Elephants Never Die“ ist sicherlich kein Lückenfüller auf „The Spell“, es ist höchstens im Kontext „weniger essenstiell“. Aber alleine in diesem Stück verbraten The Enid mehr Ideen und Wendungen als andere Bands in fünf Stücken. Für mich zwischen all der „wichtigen Musik“ der CD-Wiederveröffentlichung ein mehr als gelungener Moment.

Ich bilde mir ein, häufiger über „The Spell“ als über andere Enid-CDs in Plattenläden (2nd Hand) zu stolpern. Da mit „The Song of Fand“ ein Klassiker der Band in einer großen Live-Version enthalten ist, rate ich zuzugreifen, wenn man diese besondere Band doch mal kennen lernen möchte.

Anspieltipp(s): Spring, Song of Fand
Vergleichbar mit: s.o.
Veröffentlicht am: 20.6.2009
Letzte Änderung: 20.6.2009
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Enid

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 In The Region Of The Summer Stars 10.00 2
1978 Aerie Faerie Nonsense 9.00 3
1979 Touch Me 12.00 1
1980 Six Pieces 10.00 1
1983 Live at Hammersmith 12.00 2
1983 Something Wicked This Way Comes 9.00 1
1985 Salome 12.00 1
1986 The Liverpool Album - 2
1988 The Seed and the Sower 6.00 1
1994 Tripping The Light Fantastic 7.00 1
1995 Sundialer 7.00 1
1998 White Goddess 9.00 1
2010 Live At Town Hall, Birmingham 11.00 1
2010 Journey's End Orchestrations 11.00 1
2010 Journey's End 11.00 2
2012 Invicta 11.00 1
2012 Live At Loreley 11.00 1
2014 First Light 12.00 1
2015 The Bridge 13.00 2
2015 The Bridge Show - Live At Union Chapel 12.00 1
2016 Dust 11.00 1
2017 The Music Of William Arkle and Other Recordings 9.00 1

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