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Opus Avantra

Lord Cromwell (plays suite for seven vices)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Moderne Klassik; RIO / Avant
Label: Suono
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Alfredo Tisocco Piano, E-Piano, Hammond, Cembalo, Synthesizer, Organ
Luciano Tavell Flute
Renato Zanella Guitar
Enrico Professione Violin
Pieregidio Spiller Violin
Riccardo Perraro Cello
Gina Bianco, Susan Worsham, Cindy Brasher, Carl Adams Vocals
Paolo Siani Drums, Percussion
American Chorus Setaf Choir

Tracklist

Disc 1
1. Flowers on pride 5:29
2. Avarice 5:27
3. Lust 3:54
4. My vice 2:00
5. Ira 7:53
6. Gluttony 3:05
7. Envy 5:45
8. Sloth 4:32
9. Allemanda   (Bonustrack CD-Reissue) 3:03
Gesamtlaufzeit41:08


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Sieben Lastern frönt Lord Cromwell (Alfredo Tisocco?) auf dem zweiten Album von Opus Avantra: Stolz, Geiz, Lust, Zorn, Gefräßigkeit, Neid und Faulheit. Inwieweit der geneigte Hörer diese schlechten Angewohnheiten in der Musik wiederfindet, sei dahingestellt. Mir scheinen die Klänge hier zwischen Lust und Zorn hin und her zu schwanken, zwischen leidenschaftlichen Klang-Ekstasen und wüstem Durcheinander. Getragene, lyrische Stellen gibt es allerdings auch, die mitunter etwas behäbig wirken. Die Folge der Gefräßigkeit? Oder einfach nur Faulheit?

Mit "Lord Cromwell (plays suite for seven vices)" bleiben Opus Avantra ihrem mit dem Debütalbum vorgestellten Konzept treu und versuchen sich an einer Vereinigung von Kunst und Volk. Auf "Lord Cromwell" stellt sich das vor allem als eine Art Verschmelzung von Klassik und Rock dar. Im Mittelpunkt der Musik stehen Alfredo Tisocco und seine Tasteninstrumente. Die Sopranistin Donella Del Monaco ist auf dem Album nicht vertreten, dafür ein amerikanischer Chor, der allerdings eher selten zum Einsatz kommt. Um so mehr bestimmen Keyboardinstrumente die Musik, insbesondere Piano und Synthesizer. Außer diesen kann sich noch eine Querflöte und das Schlagzeug in den Vordergrund arbeiten. Die in den Credits erwähnten Streicher sorgen für eher marginales Hintergrundgeschrammel.

"Flowers on pride" bietet schrägen Klassikrock, dominiert von Flöte und Piano, angereichert mit seltsamem, ziemlich quietschigen Chorgesang, Textrezitationen und Paukenklängen. Das Stück basiert auf einem Choral von Joseph Hayden ("St Antonius"). "Avarice" ist dann eine Solonummer von Tisocco, der sich an Piano und Synthesizer austobt. Mitunter erinnern seine geballten Pianomassen stark an Chopin (den er im Begleittext auch als Inspirationsquelle angibt). "Lust" bietet Chor- und Solo-Soprangesang, begleitet von Flöte, Schlagzeug, Piano und dezenter Keyboarduntermalung. Nach wilder Lust klingt dies nun gar nicht, eher nach stiller Zärtlichkeit.

Mit "My vice" wird es dann ziemlich schräg. Cembalo und Synthesizer plingen hier frei durcheinander. Das folgende "Ira" geht ziemlich rockig los, mit treibenden Keyboardklängen, wilder Flöte, Pinanogeklimper, Schlagzeug und E-Gitarre, verwandelt sich dann aber in ein recht anstrengendes Trio für Flöte, Piano und Schlagzeug, das nur gelegentlich durch E-Gitarrenklänge, Synthesizersounds, schrägen Gesang, Orgelwabern und verhaltenes Streichergeschrubbe ergänzt wird. Kurz kommt hier auch eine Kirchenorgel zum Einsatz. "Gluttony" bietet dann, dem Titel entsprechend, getragene Hammondklänge, streicherartige Synthesizersounds, elegische Chöre und dezente E-Gitarreneinsätze. "Envy" und "Sloth" beenden schliesslich die Scheibe mit eher hektischen Piano-Schlagzeug Zwiegesprächen, ab und an durch Synthesizerklänge angereichert.

Als Bonustrack ist auf dem Akarma-CD-Reissue noch das Stück "Allemanda" zu finden, welches den in der Eingangsnummer gebotenen Klassikrock wieder aufgreift.

So richtig überzeugen kann mich "Lord Cromwell (plays suite for seven vices)" nicht. Das Album ist zu tastenorientiert, was auf Kosten der Abwechslung geht. Über weite Strecken wird hier nur geklimpert, mitunter vom Synthesizer oder dem Schlagzeug begleitet. Musikalisch wird dabei zwar durchaus Überzeugendes geboten, doch wirkt das Ganze nach einiger Zeit recht eintönig. Die Gesangseinlagen sind ziemlich quietschig geraten, was gelegentlich an den Nerven zerrt. Im Vergleich zum Debütalbum ist "Lord Cromwell (plays suite for seven vices)" deutlich weniger spannend. Die stilistische Vielfalt, die beeindruckende Rundreise durch Rock, Jazz, Lied, Folklore, Klassik, Elektronik und Tonexperiment von "Introspezione" ist hier einem mehr oder weniger virtuosen Egotripp Tisoccos gewichen. Ganz interessant und ziemlich eigenständig ist das Gebotene trotzdem.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.11.2005
Letzte Änderung: 13.3.2007
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Opus Avantra

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Introspezione 12.00 2
1989 Strata 13.00 1
2003 Opus Magnum 13.00 1
2009 Viaggio immaginario 10.00 1

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