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Crystal Palace

Through The Years (1995 - 2005)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: Melodic Rock / AOR; Neoprog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jens Uwe Strutz vocals, bass, bass pedals
Ralf Jaschob guitar
Frank Köhler keyboards
Frank Fuhrmann drums

Tracklist

Disc 1
1. Puppet In Your Hand 5:40
2. Isle Of Passion 5:03
3. Demon In You 4:27
4. Bleeding Sun 5:17
5. Cloudy Day 4:33
6. Standing In The Shadow 5:06
7. Aeroplane 5:17
8. Psychedelic Sleep 5:41
9. Children Of The Sun 4:11
10. Under The Red Sky   (Ambience) 8:25
11. It's Hunting You   (Acoustic) 4:46
12. Cry   (feat. Roxy) 9:03
Gesamtlaufzeit67:29


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


Bei einem Bandnamen wie "Crystal Palace" und einem Cover, das schwer an der Kitschgrenze entlang segelt, da erscheint vor dem geistigen Auge des Rezensenten der Schriftzug NEOPROG in leuchtenden Neonfarben. Aber gut, ich will mich nicht von Äusserlichkeiten leiten lassen...

Zu ihrem 10jährigen Bestehen veröffentlichte die Berliner Combo Crystal Palace einen Sampler mit Songs aus ihrer gesamten Schaffenszeit. Die Originale dazu finden sich auf drei CDs, welche die Band (wie auch den Sampler) in Eigenregie veröffentlicht hat und die auch über die Homepage der Band erhältlich sind. Ein Song, nämlich das abschliessende "Cry", wurde meiner Meinung nach extra für den Sampler aufgenommen und ist nur hier erhältlich.

Stichwort: Neoprog... wenn das Keyboard-Klingklang zu Beginn von "Puppet In Your Hand" erklingt, dann bewahrheitet sich doch die Vorahnung. Das ist schon so ein typischer Neoprog-Tastensound, aber es klingt nicht käsig oder abgestanden, eher im Gegenteil, ziemlich locker-frisch. Dann mischt sich noch eine weinende Gitarre ein und vervollständigt das Soundbild, welches sich nahe am Klischée bewegt, aber gut gemacht ist.

Überhaupt bieten Crystal Palace durchweg eine interessante Verquickung aus typischen Neoprog-Klängen mit dem Bombastsound des "klassischen" 80er-Jahre-Melodic Rock. Das wirkt in der heutigen Zeit natürlich ein bisschen anachronistisch, aber kann mich, der ich für derartige Klänge eine gewisse Schwäche habe, durchaus begeistern. Dazu kommt, dass die Musiker mit ihren Instrumenten umgehen können und das kann man hören, auch wenn die Produktion, geschuldet vermutlich den Umständen einer Eigenverlags-Geschichte, nicht immer das Gelbe vom Ei ist.

Neoprogtypisch ist sicherlich auch die Aufgabenverteilung der Instrumente: Die Keyboards spielen eine grosse Rolle in jedem Song, glänzen aber mit geschmackvollen Sounds. Die Gitarre ist auch immer präsent, darf aber selten wirklich 'rotzen', hat aber genug Raum für schöne, elegische Soli. Wenn aber die Band hier mal richtig Gas gibt, dann entstehen gleich Songs, die schon an der Neoprog-Melodic Rock-Oberliga kratzen, siehe beispielsweise "Aeroplane" oder auch das in meinen Ohren besonders gelungene "Psychedelic Sleep". Da zeigt sich, dass die Band schon noch Potential nach oben hat.

Ungewöhnlich für eine derartige musikalische Ausrichtung ist sicherlich der omnipräsente, druckvolle Bass, der sich in fast jedem Song wiederfindet. Sicherlich ist dies der Tatsache geschuldet, dass Bassist Jens Uwe Strutz bei allen Songs als Mitautor fungiert und vielleicht sowas der Bandlaeder ist. In jedem Fall trägt der heftige Basssound einiges zum relativ eigenständigen Klangbild der Berliner bei. Nebenbei singt Strutz ziemlich gut, was die Sache abrundet.

Bei aller Melodienseligkeit und Eingängigkeit mit der die Band agiert, lassen die meisten Lieder trotzdem nicht eine gewisse Tiefgängigkeit und Verspieltheit missen, die mindestens Genre-Fans sehr gut unterhalten dürfte. Als negatives Beispiel kann hier der zweite Track "Isle Of Passion" dienen, wo die Grenze zum Kitsch leicht überschritten wird. Dagegen stehen aber Songs wie die schon angesprochenen "Aeroplane" und "Psychedelic Sleep" sowie "Demon In You" oder auch "Bleeding Sun", die genügend angeproggte Elemente enthalten, um spannend zu unterhalten. Mit dem abschliessenden "Cry" - wohl dem neuesten Song - gehen die Berliner noch ein Stück weiter in diese Richtung. Auch wenn hier noch nicht alles klappt, manches Arrangement bräuchte noch ein bisschen Drive, ist dies ein guter Ausblick in die Zukunft, denn es ist auch ein Song, bei dem eben nicht der aus der Band ausgestiegene Gitarrist Hegener als Autor mitwirkt, der sonst bei allen Songs als Mitautor aufgeführt ist. Da scheint also noch Potential zu sein.

Crystal Palace sind bekennende Anhänger des 80er-Jahre-Melodic Rock und wollen diesen in die Neuzeit transportieren. Und da ihnen dies wirklich bemerkenswert gut gelingt, kann man nun kaum kritisieren, dass ihr Album genauso klingt. Allenfalls kann man das nicht mögen, mir aber sagt sowas als intelligente Entspannung zwischendurch durchaus zu. Wer sich also vorstellen kann, wie eine Mischung aus Asia, RPWL und gemässigten Arena klingen kann (um mal ein paar Vergleiche ins Spiel zu bringen), der sollte hier mal reinhören. mp3-Soundbeispiele sind auf der Homepage erhältlich.

Anspieltipp(s): Aeroplane, Psychedelic Sleep, Bleeding Sun
Vergleichbar mit: ...einer Mischung aus Asia, RPWL und gemässigten Arena mit einem Schuss Journey oder Boston...
Veröffentlicht am: 22.1.2006
Letzte Änderung: 22.1.2006
Wertung: 9/15
okay, vielleicht mit einem Sympathie-Bonuspunkt ;-)

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Crystal Palace

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 reset 7.00 1
2013 The System Of Events 8.50 2
2018 Scattered Shards 11.00 2

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