SUCHE
Erweiterte Suche
NEUER LESESTOFF
Close to the Edge. How Yes's Masterpiece defined Prog Rock (20.11.2017)
ARCHIV
NEUE REZENSIONEN
20.11.2017
Various Artists - AMIGA Electronics
19.11.2017
Taylor's Universe - Almost Perfected
Hans-Hasso Stamer - Digital Life
French TV - Ambassadors of Good Health and Clean Living
Cluster - Cluster & Farnbauer Live in Vienna
18.11.2017
Babils - The Joint Between
Reinhard Lakomy & Rainer Oleak - Zeiten
Deluge Grander - Oceanarium
Virgil & Steve Howe - Nexus
Sons of Apollo - Psychotic Symphony
Yurt - III - Molluskkepokk
17.11.2017
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
Tohpati Ethnomission - Mata Hati
Dialeto - Bartók in Rock
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
Necronomicon - Verwundete Stadt
Millenium - 44 Minutes
ARCHIV
STATISTIK
24094 Rezensionen zu 16465 Alben von 6401 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Glass Hammer

Live At Belmont (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: live; mit Orchester; DVD; Neoprog; RetroProg
Label: Arion Records
Durchschnittswertung: 7/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Steve Babb bass, vocals
Fred Schendel keyboards, vocals
Matt Mendians drums
David Wallimann guitar
Susie Bogdanowicz vocals
Bethany Warren vocals
Flo Paris vocals

Gastmusiker

Carl Groves vocals
Eric Parker acoustic guitar, steel guitar
Rebecca James violin
Susan Hawkins viola
Rachel Hackenberger cello
The Belmont University Singers vocals
The Belmont Women's Choir vocals

Tracklist

Disc 1
1. Long And Long Ago
2. One King
3. Run Lisette
4. Farewell To Shadowlands
5. Through A Glass Darkly
6. Knight Of The North
7. When We Were Young
8. Having Caught A Glimpse
9. Heroes And Dragons
Disc 2
1. Tales Of The Great Wars   (5.1-Surround-Mix)
2. Lirazel   (5.1-Surround-Mix)
3. Slide Show with Commentary
4. Behind The Scenes Video
5. Rehearsal Video
6. 2003 Concert Appearances Video
7. "Live At Belmont"-Trailer


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


"Diese Band kommt mir immer vor wie eine Gruppe kleiner Jungs, die sich vorgenommen haben, heute statt "Cowboy" mal "Progger" zu spielen." (© Henning Mangold) Und in einem Interview mit dem "Progressive Newsletter" sagt Steve Babb sinngemäß: "Hey, hier geht's um Prog, Prog ist Übertreibung pur..."

Diese beiden Zitate sagen eigentlich schon alles über den jüngsten Output von Glass Hammer, die Doppel-DVD "Live At Belmont". Und was soll man schon von einer Band halten, die sich selbst im Pressematerial als "the world's premier progressive rock band" bezeichnet? Oh je, hoffentlich meinen die Jungs das nicht ernst... ich bin mir da aber ehrlich gesagt nicht so sicher. Glass Hammer nutzen einen Auftritt an der Belmont University, Nashville, Tennessee, für überlebensgrosses Prog-Kino mit Popkorn-Appeal...

Im Gegensatz zum ersten DVD-Versuch von Glass Hammer gehen diesmal aber die Daumen im wesentlichen nach oben. Mittlerweile sind Glass Hammer nicht mehr nur Steve Babb (live wie immer ausschliesslich am Bass zu finden) und Fred Schendel (kleines dickes Mann in Keyboard-Burg, ich darf das sagen, denn ich würde an seiner Stelle genauso aussehen), sondern inzwischen gibt es mit Matt Mendians am Schlagzeug, Eric Parker an der Gitarre und den singenden Mädels Bogdanowicz, Warren und Paris eine richtige Band. Von den alten Mitstreitern fehlt hier nur Walter Moore, dafür ist mit dem Franzosen David Wallimann ein neuer - sehr aufregender - Gitarrist mit an Bord. Um die Songs vor allem vom letzten Studioalbum "The Inconsolable Secret" perfekt präsentieren zu können, ist auch das "Adonia String Trio" (Rebecca James, Susan Hawkins und Rachel Hackenberger) auf der Bühne mit dabei. Als 'Special Guest' übernimmt Salem Hills Carl Groves die meisten Lead Vocals. Das ist eine gute Idee, denn der Livegesang war sicherlich ein Schwachpukt von Glass Hammer.

Musikalisch bieten Glass Hammer Retro-Prog, wie man es von ihnen gewohnt ist: Technisch perfekt dargeboten, mit einer gehörigen Portion Schmalz und Pathos. Die Songs stammen von, wie gesagt, "The Inconsolable Secret", "Shadowlands" und "Lex Rex", insgesamt keine schlechte Auswahl. Die Bildschnitte sind okay, nicht zu nervig, und der Ton kommt im sehr guten 5.1-Surround-Mix daher, gelungen!

Optisch bieten Glass Hammer natürlich nicht so viel. Die Musiker wirken bieder und bewegen sich eher unbeholfen auf der Bühne. Aber trotzdem ist es schon beeindruckend Fred Schendel zwischen seinen Tastenburgen wirbeln zu sehen.... Und Gitarrist Wallimann liefert sich einige coole Duelle mit ihm. Steve Babb ist ohnehin ein solider Bassist.

Obwohl die Bühne riesengroß ist, versteckt sich Eric Parker hinter Schendels Keyboard-Arsenal, so dass man ihm nur selten beim Bespielen der Steel Guitar auf die Finger sehen kann. Matt Mendians Schlagzeug ist hinter einer Plexiglas-Wand versteckt, wohl um den Schalldruck etwas abzudämmen, seltsam das. Im Übrigen Mendians: War seine Performance auf "The Inconsolable Secret" nicht so überzeugend, live ist er wieder der Alte und gerbt die Felle, dass es ein Spass ist.

Leider nutzen Glass Hammer auch hinsichtlich der Lightshow nicht gerade überzeugend das Potential der Bühne mit weisser Projektionsfläche im Hintergrund. Zu Beginn der Aufnahmen hat man fast das Gefühl, da hat jemand versehentlich das Saallicht angelassen... auch das Publikum bleibt im Verborgenen, aber dafür setzen Glass Hammer auf den ultimativen Overkill, wenn sie bei den letzten beiden Songs zwei Chöre der Universität auf die Bühne bringen, immerhin gut 150 Personen!

Also mir macht dieser Kitsch-Bombast-Overkill über weite Strecken ziemlich Spass... ich kann aber verstehen, wenn viele sich hier mit Grausen abwenden ;-)

Nach gut 2 Stunden Konzert gibt es auf der zweiten DVD nochmal soviel Bonusmaterial. Da geht es von 5.1-Mixen über Videos von den Übungen für den grossen Auftritt, über historische Auftritte von früher (Oh Mann, sieben Glass Hammers auf einer Minibühne in irgendeinem Club... zum Brüllen) bis hin zu von Babb, Schendel und Warren kommentierten Bildern des Auftritts. Die Vollbedienung für den Fan. Und diesen Glass Hammer-Fans möchte ich die DVD auch fast als Pflichtkauf empfehlen. Für alle anderen ist das Vergnügen wahrscheinlich doch eher begrenzt...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Glass Hammer sind fast schon (wie Saga) ein eigenes Genre
Veröffentlicht am: 22.5.2006
Letzte Änderung: 10.5.2013
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Von: Henning Mangold @ (Rezension 2 von 2)


Schon wenn zu Beginn dieses Konzertfilms ein spielfilmartig wichtigtuerischer Vorspann über den Bildschirm wabert, stelle ich mir die Frage nach der Henne und dem Ei: Was war zuerst da?

Was war zuerst da: treiben Glass Hammer neuerdings einen so riesigen Aufwand, weil mancherorts behauptet wird, sie seien "Eine der größten Progbands unserer Tage" – oder wird das behauptet, weil sie so viel Aufwand treiben?

Und was nützt der Aufwand eigentlich? Da wird z.B. allenthalben von diesem 150-Mann-Chor geredet – und wenn ich ihn höre, denke ich: "das wäre doch nun wirklich nicht nötig gewesen", und das meine ich wörtlich: man hat kaum was von ihm, denn der bei Glass Hammer traditionsgemäß plärrige Solo-Gesang wird dadurch nicht besser; ich kann nicht einmal finden, dass Carl Groves eine Verbesserung beisteuert: Live wie im Studio klingen Glass-Hammer-Stimmen für mich nach Katzenjammer (einzige Ausnahme: Susie Bogdanowicz, von der ich schon immer fand, sie sollte hier als einzige singen).

Dann frage ich mich, wieso diese Band nun bereits ihre zweite DVD herausbringen musste: sowohl diese wie auch ihr Vorgänger "Lex Live" stützen sich auf das musikalische Material der neueren Alben, und sie stützen sich so stark auf, dass die Unterlage kaum noch standhält: alles, was Glass Hammer nach ihrem Ausnahmealbum "Chronometree" eingespielt haben, unterliegt einem enormen Abnutzungseffekt und ist dabei nicht einmal besonders eingängig. Es wäre erfrischend, wenn sie mal wieder was von ihren ersten Werken spielen würden; die finde ich zwar auch nicht perfekt, aber wenigstens haben diese Alben noch nicht versucht, den Hörer mit gekünsteltem Bombast zu erschlagen. Ganz vernichtend ist dieser Effekt bei "Run Lisette": dieser Song war der Knüller des Albums "Shadowlands", was damals an der echten Kirchenorgel lag. Spielt man ihn nun auf der Bühne mit Quietsche-Keyboard, wirkt er gleich austauschbar und verliert auch das Letzte seines ohnehin trügerischen Glanzes.

An sich bin ich der letzte, der etwas gegen Prog-Bombast hat; das muss ich mal betonen, denn was ich an Glass Hammer kritisiere, ist keineswegs das, was schon seit Jahrzehnten an symphonischem Prog kritisiert wird: wegen mir kann Prog gern "Übertreibung pur" sein, aber dann erwarte ich auch überwältigende Kompositionsleistungen und nicht nur breite Bühnen, viele Leute, beschwörungsvoll reglos dastehende Musiker und austauschbare Keyboard-Salven vs. Gitarrenduelle.

Zwischendurch mal was Anerkennendes: der neue Gitarrist David Wallimann macht tatsächlich einen guten Job, der scheint so eine Art melodiöser Frickler zu sein. Toll wie immer setzt sich natürlich auch Drummer Matt Mendians in Szene, sein Sound hätte allerdings etwas stärker abgemischt werden dürfen; meine Lieblingsstelle im ganzen Konzert ist denn auch das Drum-/Basssolo in der Mitte von "Knight of the North" (ich könnte auch sagen, mich begeistert bei Glass Hammer alles, wenn es nur im Kontrast zu den ansonsten blechernen Sound-Tiraden steht).

Genug gelästert, es scheint ja inzwischen jeder gemerkt zu haben, dass ich diese DVD für verzichtbar halte:-(. Trotzdem freut es mich, dass es offenbar Fans dieser Art von Prog gibt, die ihren Spaß damit haben, ganz ehrlich! Vielleicht sollte auch ich meine Zeit nutzen, in der ich solche Musik überhaupt noch genießen kann: man sagt ja, mit zunehmendem Alter schwindet die Fähigkeit, helle Töne angemessen wahrzunehmen, und vielleicht klingen Glass Hammer für mich nur deshalb so blechern, weil dieser Prozess in meinem Gehör längst begonnen hat?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Wie Yes mit dünnem Gesang oder wie ELP mit eintönigen Keys (und dafür starker Gitarre): eine Frage der Perspektive…
Veröffentlicht am: 10.6.2006
Letzte Änderung: 10.5.2013
Wertung: 5/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Glass Hammer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Journey of the Dunadan 5.00 2
1995 Perelandra 7.67 3
1997 Live And Revived 5.50 2
1998 On To Evermore - The Story Of Ariana And The Sculptor 8.33 3
2000 Chronometree 12.00 4
2001 The Middle Earth Album - 3
2002 Lex Rex 11.67 3
2004 Shadowlands 9.75 4
2004 Lex Live (DVD) 7.00 1
2004 Live at NEARfest 11.75 4
2005 The Inconsolable Secret 8.50 4
2007 The Compilations 1996 - 2004 10.50 2
2007 Culture of Ascent 8.80 5
2008 Live At The Tivoli (DVD) 8.00 1
2009 Three Cheers For The Broken Hearted 4.00 2
2010 IF 8.33 6
2011 Cor Cordium 7.67 3
2012 Perilous 10.50 2
2014 Ode To Echo 11.00 2
2015 The Breaking Of The World 11.50 2
2015 Double Live 10.00 1
2016 Valkyrie 10.50 2
2017 Untold Tales 12.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum