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Art Zoyd

Le champ des larmes

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; RIO / Avant
Label: in-possible records
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Yukari Bertocchi-Hamada Keyboards, Sensors, Kaoss-pads
Patricia Dallio Keyboards, Sensors, Kaoss-pads
Daniel Koskowitz Percussion, Pads, Kaoss-pads
Jérome Soudan "Mimetic" Percussion, Pads, Kaoss-pads, Totem
Gérard Hourbette Samples, Composition
Kasper T. Toeplitz Composition

Tracklist

Disc 1
1. Fleuve-Bruit 1 3:38
2. Tenebrae 3:05
3. Eclats de souffle 3:02
4. Tam-Feu 2:26
5. Incendium / GC_Sub 3:17
6. Fleuve de Pluie / Fleuve-Bruit 2 6:51
7. Achéron _ le Fleuve Obscur 9:16
8. Murmur Fulminis / Totem 1 2:13
9. Abundans Civitas 5:02
10. Laetitia / Totem 2 2:28
11. Sepulchra / Fleuve-Bruit 3 3:33
12. Styx _ le Fleuve Noir 18:32
13. Le chant de la Méduse 2:26
14. Egressus / Totem 3 6:26
Gesamtlaufzeit72:15


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


"Le champ des larmes", das Feld der Tränen, nennen Art Zoyd ihre bis dato 14. Produktion. Es ist schon erstaunlich, wie sich der Sound der nordfranzösischen Formation über die Jahre verändert hat, dabei aber eine gewisse, schwer zu definierende Komponente beibehalten hat, die die Musik mehr oder weniger sofort als "Art Zoyd" erkennbar macht. Haben sich die Werke der belgischen Kollegen von Univers Zero nie dramatisch gewandelt - es wird immer ein sehr abwechslungsreicher, aber doch klar umrissener Kammerprog geboten - haben sich die Klangschöpfungen der Damen und Herren um Gérard Hourbette seit Gründung der Band recht radikal verändert. Von einem an der Klassik angelehnten Kammerprog, der dem von Univers Zero ziemlich ähnlich war, bewegte sich die Musik von Art Zoyd in immer elektronischere und freiere Gefilde, so dass man, wenn man z.B. "Symphonie pour le Jour où brûleront les Cités" und "Le champ des larmes" zum ersten Mal hört, vermuten würde, dass beide Aufnahmen von zwei verschiedenen Bands stammen. So ganz falsch wäre diese Vermutung auch nicht, ist doch Hourbette die einzige Konstante in der Gruppe (obwohl Patricia Dallio auch schon seit Mitte der 80er Jahre bei Art Zoyd tätig ist).

Allerdings ist Hourbettes Name auf der Rückseite des Digipacks von "Le champ des larmes" nur klein gedruckt. Der Hauptteil der Musik wurde vom Quartett Berlocchi-Hamada, Dallio, Koskowitz, Soudan eingespielt. Hourbette lieferte die Samples und komponierte zusammen mit Kaspar T. Toeplitz die Stücke. "Le champ des larmes", das übrigens den Untertitel "Electronic oratorio for 4 musicians surrounding the public & 5 video sources" trägt, ist Teil eines Spectacle (siehe "Marathonnerre I & II"), ein Multimediaereignis, bei dem die Musik von Art Zoyd die Begleitmusik für verschiedene Videoinstallationen von Dominik Barbier dient. Auf die optische Komponente muss man bei dieser CD natürlich verzichten, doch ist schon allein das akustische Destillat beeindruckend genug.

Wie schon "Metropolis" bietet "Le champ des larmes" ein klangvolles, ausgesprochen "fett" produziertes Durcheinander an Klängen, die stellenweise ausgesprochen gewaltig auf den Hörer einstürzen. Wie die Ausdünstungen einer sumpfigen Ebene in der Mittagshitze schwirren hier allerlei elektronische Sounds aus den Boxen, statisch, drückend, spannungsgeladen, die eine Atmosphäre erzeugen, die der vor einem heftigen Sommergewitter entspricht (Tonschwitzen?). Ergänzt wird das nervöse Tonflimmern durch allerlei hallende und schallende, perkussive Klänge und diverse gesampelte Vokaleinlagen, mitunter bizarr verfremdet. Dieses brütende Flimmern entlädt sich dann erwartungsgemäß in verschiedenen, heftigen akustischen Gewittern, in Gebirgen aus mächtigen Klaengmassen, in heftigen, perkussiven Ausbrüchen und lärmenden, industriellen Abschnitten. Eine Myriade von Tönen und Geräuschen stürzt dann auf den Hörer ein, bisweilen in einer beängstigenden Intensität. Dem Untertitel entsprechend hat das Ganze durchaus den Charakter eines elektronischen Oratoriums, eines bizarren Gebetsrituals oder einer geheimnisvollen Tonzeremonie.

Mit "Le champ des larmes" haben Art Zoyd ihrer ganz eigenen Klangwelt ein weiteres beeindruckendes Kapitel hinzugefügt, dass ich jedem, der elektronische und zeitgenössisch-avantgardistische Klänge schätzt, sehr empfehlen möchte. Gigantisch!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.7.2006
Letzte Änderung: 17.1.2007
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Art Zoyd

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 Symphonie pour le Jour où Brûleront les Cités (Originalfassung) 12.00 1
1979 Musique pour l'Odyssee 13.00 1
1980 Génération Sans Futur 13.00 1
1981 Symphonie pour le Jour où Brûleront les Cités (Neueinspielung) 14.00 2
1982 Phase IV 14.00 1
1983 Les Espaces Inquiets 14.00 1
1985 Le Marriage du Ciel et de l'Enfer 14.00 1
1987 Berlin 13.00 1
1989 Nosferatu 14.00 2
1993 Marathonnerre I & II 12.00 1
1995 Faust 12.00 1
1997 Häxan 13.00 1
2001 u.B.I.Q.U.e 11.00 2
2002 Metropolis 14.00 1
2008 La Chute de la Maison Usher 14.00 1
2011 Eyecatcher 13.00 1
2013 Armageddon 12.00 1
2018 Phase V 13.00 1

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