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Magma

Mythes et légendes Volume I (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006 (Aufnahme von 2005)
Besonderheiten/Stil: live; DVD; Zeuhl
Label: Seventh Records
Durchschnittswertung: 14/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Klaus Blasquiz chant, percussions
Stella Vander chant, clavier
James Mac Gaw guitare
Emmanuel Borghi piano, Fender Rhodes
Philippe Bussonnet basse
Christian Vander batterie, chant

Gastmusiker

Rémi Dumoulin saxophones
Yannick Soccal saxophones
Fabrice Theuillon saxophones

Tracklist

Disc 1
1. Malaria 6:09
2. Stöah 10:29
3. «Iss» Lansei Doia 11:09
4. Aurae 13:37
5. Kobaia 14:02
6. Theusz Hamtaahk 1er Mouvement 35:17
7. Sowiloi 9:10
8. KMX B12 9:55
Gesamtlaufzeit109:48


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 4)


"Mythen und Legenden" heißt diese DVD, und ich muß zugeben, für mich ist sie dieses Jahr die am ungeduldigsten erwartete DVD - auch wenn ich damit den Pink-Floyd-Fans auf die Füße trete. Vergleichen kann man die beiden Releases oder die Konzerte auf ihnen eh nicht, also nix für ungut.

Tatsächlich blickt man hier auf mythische Zeiten zurück: die DVD ist die erste in einer Reihe von vieren, die eine 4-wöchige Konzertreihe aus dem Jahr 2005 dokumentieren, in der Magma eine Zeitreise durch ihre eigene Geschichte gemacht haben. Vol. 1 schaut zurück auf die Epok 1, die die ersten beiden Alben, sowie den ersten Teil der berühmten "Theusz Hamtaahk"-Trilogie umfaßt. Lange lange nicht gehörte Zeuhl-Monumente werden hier aber nicht einfach quasi archäologisch ausgegraben, das auch, aber ihnen wird hier ein Leben eingehaucht, das sie auf den Studioalben nie hatten. Wahre Klangorgien werden hier zelebriert (auch wenn die Tonqualität nicht wirklich ganz super ist), von stillen Querflötentönen bis hin zu minutenlangen (!) Kakophonien. Die Songs wurden ausgebaut, man sieht, daß die Band und ihre lang verschüttet gewesene Musik lebt. Magma brennen, und das ist nicht nur Christian Vander zu verdanken, der natürlich gewohnt manisch seine Band antreibt. Auch den anderen sieht man den Spaß deutlich an, den sie beim Musizieren haben. Allen voran Klaus Blasquiz, der für die frühen Songs zur Band dazugestoßen ist.

Bleiben wir beim Thema: Blasquiz mag für viele ('tschuldigung) "alte" Fans ein Grund sein, sich diese DVD zuzulegen, ich dagegen gehöre eher der Fraktion an, die Herrn Zaspiaahk nicht für den besten Sänger halten, den Magma je hatten. Gut, er hat diese unheimlich-rülpsige Knurrstimme, aber ansonsten ist er mir einfach immer zu blass geblieben. So auch hier. Man fragt sich dauernd, warum er nicht einfach das Mikro ein bißchen näher an den Mund hält. Teilweise sieht man nur, daß er singt.

Der Bläsersatz, für die frühen Magmastücke unumgänglich, ist solide, aber eben vor allem in Passagen, wo die drei vor allem rhythmisch spielen, nur da laufen sie zur Hochform auf.

Der Rest der mittlerweile seit Jahren stabilen Band spielt gewohnt großartig, besonders eindrucksvoll die Rhythm-Section einschließlich des wie immer enigmatisch dreinschauenden Emmanuel Borghi.

Die Songauswahl ist in Bezug auf die ersten Studioalben in etwa so zu erwarten gewesen, klasse ist die Ergänzung der Setlist durch "Sowiloi" und "KMX B12", Stücke, die bislang nur auf einem Compilation-Album zu hören waren. Mit diesen Stücken wird der Bogen zur letzten DVD geschlagen, die sicher "K.A" bieten wird.

Die erste DVD läßt einem den Mund wässrig werden, vor allem dann, wenn man am Schluß im Backstagebereich einen Typen sieht der irgendwie aussieht wie Ürgün bzw. Gorgo in hübsch. Gemeint ist natürlich Bassgroßmeister Top. Man darf gespannt sein, denn der Höhepunkt der Reihe ist mit dieser (großartigen!) Eröffnung sicher noch nicht erreicht.

Setlist der 2. Woche:
"Würdah Itah", "M. D. K.", "De Futura" (mit Jannick Top)

Setlist der 3. Woche:
"Köhntarkösz", "Lihns", "Emëhntëht-Rê", "Nono" und "The last seven Minutes" (mit Benoît Widemann)

Setlist der 4. Woche:
"Zess", "K.A", "Otis" und zwei neue Stücke, die bislang keinen Namen hatten (mit Alain Guillard und Yvon Guillard)

Anspieltipp(s): Stoah, Aurae, KMX B12
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.7.2006
Letzte Änderung: 20.6.2007
Wertung: 14/15
großartig und doch steigerungsfähig

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 4)


Auch von mir gibt es fast die volle Punktzahl, da ich mir das Maximum für die weiteren (hoffentlich) erscheinenden DVDs aufheben möchte. Das Bild und der Ton sind ok, auch wenn letzterer "nur" in Stereo vorliegt. Dafür ist das Bild im 16:9 Format.

Die Band ist in Spiellaune, und im Gegensatz zum Vorschreiber ist für mich Klaus Blasquiz das Sahnehäubchen für den Sammler. Er lebt den Gesang, besonders im Zusammenspiel mit Stella oder Christan Vander (am Ende von "Theusz Hamtaahk"). Dass seine Stimme (sehr selten) kaum vernehmbar ist, liegt weniger an seiner Mikrofonhaltung (noch näher und er muss kauen) sondern an der Lokation. Die Bühne ist für die ganze Band sehr sehr klein. Dicht gedrängt stehen die Musiker auf ihr. Und da Vander direkt hinter Blasquiz spielt, kommt er halt manchmal nicht durch. Ansonsten ist der Klang sehr transparent, selbst feine Percussioneinlagen sind gut hörbar.

Musikalisch gefallen mir die lyrischen Einlagen wie "Sowiloi" besonders gut. Auch die Hinzunahme der für die frühen Stücke notwendigen Bläsersektion ist gelungen.

Als Einstieg würde ich diese DVD allerdings weniger geeignet halten, da das Material der ersten beiden Alben doch etwas spröde ist. Sowas wie "Swing" kommt erst mit "Kobaia" und am Ende von "Theusz Hamtaahk" auf.

Summa Summarum ein mehr als gelungener Einstieg in die Mythen & Legenden. Mal sehen, wie Ourgon äh Jannik Top auf der Bühne wirkt. Hinter der Bühne zumindest macht er einen bedrohlichen Eindruck.

Anspieltipp(s): Sowiloi, Kobaia
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.9.2006
Letzte Änderung: 22.9.2006
Wertung: 14/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 4)


Den Lobeshymnen meiner Vorredner schließe ich mich gerne an. Tief in die Frühzeit von Magma geht es hier, mit viel selten zu hörendem Material, das sich teilweise allerdings ganz erheblich von dem unterscheidet, was man sich gemeinhin unter Magma vorstellt (siehe die Besprechungen zu deren Debüt). Aber gerade das macht für mich den Reiz dieser DVD aus, und mit Theusz Hamtaahk ist ja auch einer der ganz großen Klassiker der Band enthalten.

Ebenso wie Andreas betrachte ich die Mitwirkung von Klaus Blasquiz mit seinem bösen Knurren als einen besonderen Pluspunkt. Schade nur, dass am Anfang von Stöah, wo es in der Studiofassung einen "Dialog" zwischen Blasquiz' Knurren und dem schrillen Falsettgekreische von Christian Vander gibt, letzteres durch James MacGaws Gitarre ersetzt wurde - die hier aber ebenso schrill klingt.

Für Magma-Fans absoluter Pflichtkauf, für Einsteiger auf Grund des eher "unklassischen" Materials allerdings weniger empfehlenswert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.10.2006
Letzte Änderung: 7.10.2006
Wertung: 14/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Magma befinden sich seit einiger Zeit auf der "Endless Tour". Nachdem ich vor zwei Jahren in Schlettstadt das Vergnügen hatte, grosse Teile der Köhntarkösz-Trilogie live zu erleben, war ich jüngst in Strassburg, wo die Band zwei Drittel der Theusz Hamtaahk-Trilogie zum Besten gab. Live ist die Band eine Wucht, ein Erlebnis, eine Urgewalt. Die Mythes et Légendes musste ich folglich haben.

Am 14.5.2005 wurde Vol.1 im Triton in Paris aufgenommen. Kleine Bühne, sehr intim, kleiner Saal, spartanische "Lichtshow". Von Anfang an hat man das Gefühl, mittendrin statt nur dabei zu sein. Im Zentrum dieses Abends stand Magma sowie der erste Teil der Theusz Hamtaahk-Trilogie.

Jazzliebhaber dürften begeistert sein von den Kompositionen des Debutalbums der Zeuhl-Urväter. In jedem Stück beweist die Band Musikalität, Rhythmusgefühl, Virtuosität. Da gibt es perfekte Stakkato-Unisono-Parts der Band und ein Freestyle-Saxophon-Jam in Stoah, dann Polymetrisches in «Iss» Lansei Doia, wo alle Instrumente über dem Rückgrat einer sich durch das ganze Stück ziehenden monotonen 8/8-bassline recht frei agieren. Wir können Vander aus der Nähe beobachten und erkennen, dass er seine Wurzeln im Jazz hat.

Der erste Höhepunkt ist Aurae. Das Stück beginnt mit einer zarten, nach Hoffnung klingenden Querflöte, Blasquiz setzt mit sehr variabler Stimme ein, es folgt ein irrwitziges Saxophon-Solo. Überhaupt Blasquiz. Der Mann ist einfach die Stimme der 70er Jahre-Magma. Die Ur-Stimme der Band. Sein Vibrato ist klasse, das Tiefbass-Gegrummel Kult; Blasquiz singt so, wie ich mir einen Kobaianer vorstelle. In Kobaia gibt er sodann die Rockröhre und hört sich an wie ein etwas heiserer Tom Jones. Schrilles Saxophon-Solo gefolgt von zarter Klarinette, Vander geht in seinem Spiel auf, versinkt darin. Genial sind diese verschleppten Grooves, dann die kaum hörbaren, nur angedeuteten Schläge, denen unvermittelt heftige Crash-Attacken folgen. Sein Spiel, ja die Musik als Ganzes hat eine ungeheure Dynamik, die noch packender ist als in der Studioversion.

Es folgt der Höhepunkt des Konzerts, des bisherigen Steigerungslaufes. Einfach genial ist das minutenlange, beinahe bedrohliche Keyboardostinato, welches durchgehend das Intervall einer kleinen Sekunde spielt. Darüber shuffelt die Snare, die Gitarre spielt immer wieder ein hohes "Pling", der Bass grummelt undefinierbar im Untergrund. Wenn man sieht, wie Vander mit halb geschlossenen Augen in denen man nur das Weiss sieht, völlig entrückt und immer schneller, beinahe ekstatisch, trommelt, bis sich das Düstere endlich in einem jubilierenden Gesang Stella Vanders auflöst, kriegt man als Zuschauer das Gefühl, dass der Mann nicht einfach nur Musik macht. Er lebt sie, zelebriert sein Werk. Wenn er am Ende den Theusz Hamtaahk-Monolog spricht, scheint er beinahe zu beten. Ganz gross.

In den beiden Zugaben haut die Band nochmal alles raus, drückt aufs Tempo und (jazz)rockt, bis der Arzt kommt. Spielfreude total, einfach klasse. Begeisternde Musik von erstklassigen Musikern.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.2.2017
Letzte Änderung: 8.2.2017
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Magma

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Magma 10.75 4
1971 1001° Centigrades 9.20 5
1973 Mekanïk Destruktïw Kommandöh 14.50 3
1974 Wurdah Ïtah 11.00 2
1974 Köhntarkösz 11.50 2
1975 Live (Hhai) 12.00 1
1976 Üdü Wüdü 11.00 3
1976 Inédits 7.50 2
1977 Attahk 9.50 4
1981 Retrospektïw 3 6.00 2
1981 Retrospektïw 1-2 11.50 2
1984 Concert Bobino 1981 7.50 2
1984 Merci 7.50 2
1989 Mekanïk Kommandöh 13.67 3
1992 "Les Voix" Concert 1992 10.00 1
1996 Concert 1976 Opéra de Reims 12.00 1
1996 Concert 1971 Bruxelles - Théâtre 140 10.00 1
1996 Theatre du taur Concert - Toulouse 1975 9.00 1
1998 Floe Essi / Ektah 7.00 1
1998 Simples 4.00 1
1999 BBC 1974 Londres 11.50 2
2001 Theusz Hamtaahk Trilogie 15.00 5
2004 Concert Bobino 1981 (DVD) 5.00 1
2004 K.A 12.83 6
2004 Uber Kommandoh - 1
2006 Mythes et légendes Volume II (DVD) 13.25 4
2007 Mythes et légendes Volume III (DVD) 14.33 3
2008 Studio Zünd - 1
2008 Mythes et légendes Volume IV (DVD) 12.50 2
2009 Live in Tokyo 13.00 1
2009 Ëmëhntëhtt-Ré 13.33 3
2012 Félicité Thösz 11.40 5
2013 Mythes et légendes - Epok V 11.50 2
2014 Zühn Wöhl Ünsaï - Live 1974 12.00 2
2014 Rïah Sahïltaahk 10.00 2
2015 Šlag Tanz 10.00 1
2015 Köhnzert Zünd 13.33 3

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