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Kotebel

Omphalos

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Klassikrock / Adaptionen; RetroProg
Label: MUSEA
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Omar Acosta flute
Carlos Franco drums, percussion
Cesar Garcia Forero guitar, bass (9), keyboards (2)
Jaime Pascual bass
Adriana Plaza keyboards
Carlos Plaza keyboards
Carolina Prieto voices

Gastmusiker

Miguel Rosell Arreaza cello (6)

Tracklist

Disc 1
1. Ra 13:12
2. Excellent Meat 9:00
3. Pentacle's Suite: Prologue 1:36
4. Pentacle's Suite: Sun Pentacle 5:22
5. Pentacle's Suite: Mercury Pentacle 7:23
6. Pentacle's Suite: Venus Pentacle 4:23
7. Pentacle's Suite: Mars Pentacle 6:38
8. Pentacle's Suite: Epilogue 4:51
9. MetroMnemo 4:18
10. Joropo 4:55
11. Omphalos 6:44
Gesamtlaufzeit68:22


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Lieber Leser! Warum mögen Sie Progressive Rock? Mögen Sie dieses seltsame musikalische Genre, weil hier mitunter völlig hemmungslos im Bombast geaalt wird? Weil hier Höhepunkte, Übertreibungen, aber auch Filigranes, Verwinkeltes, Durchdachtes direkt nebeneinander stehen können und dies sich nicht in Wiedersprüchlichkeiten verstrickt? Weil sich klassische Musik und Rockmusik doch gelegentlich so mischen können, als wäre diese Mixtur schon immer das normalste auf der Welt? Weil eine Komposition tatsächlich eine solche ist und es Spass macht den verschlungenen, gewundenen Pfaden der Entwicklung eines Songs zu folgen? Weil sich lyrische Passagen und Bratzel-Gitarren ganz und gar nicht ausschliessen?

Sie antworten überwiegend mit "Ja" und neigen zustimmend Ihr Haupt? Dann, lieber Leser, richten Sie Ihr Augenmerk (Ohrenmerk?) mal auf den neuen Output der Spanier Kotebel, "Omphalos".

Das spanische Projekt unter Führung des Keyboarders und Komponisten Carlos Plaza verbindet in ziemlicher eigenwilliger (und vielleicht gar einzigartiger) Weise klassische Musik und Progressive Rock. Die verspielten, vielteiligen, filigranen und doch auch wuchtig-bombastischen Kompositionen von Carlos Plaza atmen eindeutig den Geist der klassischen Musik. Gerade ein Stück wie der Opener "Ra" könnte gut auch als Grundlage für klassisches Ensemblespiel dienen. Aber da ist dann die Rockband vor: Bass, Schlagzeug und Gitarre zwingen die Musik in ein erdiges Rockumfeld und siehe da, die perfekte Verbindung von symphonischem Rock und klassisch-inspirierter Musik schallt aus den Boxen. Crimson meets Ravel...

Während die Tasteninstrumente, hier tritt vor allem das Piano stark in den Vordergrund, und vor allem die meist sehr lyrisch gespielte Flöte ganz klar die Klassik-Akzente setzen, halten wie gesagt Bass und Gitarre heftig dagegen. Je nachdem wie das Pendel ausschlägt, dominieren dann lyrisch-atmosphärische Passagen oder auch schon mal heftiges Geriffe und Bassrumpeln das Klangbild. Kotebel kreieren bombastische, eigenständige Klangwelten, die niemals erdrückend, aber wohl sehr eindrücklich wirken. Besonders spannend wird es, wenn die Flöte mal ihre Zurückhaltung aufgibt und tatsächlich aufs heftigste in Unisono-Riffs mit der Gitarre einsteigt. Wobei Gitarrist Forero mit seinem variablen Spiel ohnehin ein Höhepunkt des Albums ist. Manchmal durchwehen luftige-leichte instrumentale Läufe die Kompositionen, die dann sogar leicht in Richtung Jazz-Fusion tendieren.

Einziger musikalischer Minuspunkt ist eigentlich, dass das Kernstück des Albums, die gut 30minütige "Pentacle's Suite", etwas den inneren Zusammenhalt vermissen lässt und daher in sechs Einzelsongs zerfällt. Die sind zwar auch jeder für sich durchaus gelungen, aber weil der berühmte "Rote Faden" fehlt, geht der Suiten-Charakter ziemlich verloren.

Einen weiteren eigenwilligen Akzent setzt Sängerin Prieto mit ihrem ätherischen Opern-Sopran, der zuweilen hoch über der Musik zu schweben scheint. Derartigen Gesang muss man natürlich abkönnen und ich will nicht verhehlen, dass dies die anstrengenderen Momente dieses Albums sind, auch wenn sich der Gesang natürlich sehr passend in das Klangkonzept von Kotebel einfügt. Aber, eventuell zum Trost: Die instrumentalen Passagen überwiegen deutlich.

"Omphalos" ist mein erster Kontakt mit Kotebel, daher kann ich keine Vergleiche zu früheren Alben ziehen. Was aber schon an der Besetzungsliste auffällt, ist, dass inzwischen ein Bassist und ein Schlagzeuger feste Mitglieder des Projekts sind. Daher rührt sicherlich auch die starke Rockkomponente. Auch scheint mir Gitarrist Forero mehr ins kompositorische Geschehen eingebunden zu sein (zwei Titel, nämlich "Excellent Meat" und "MetroMnemo" weisen die Autoren-Credits für ihn aus). So vermute ich also in wilder Spekulation eine deutliche Weiterentwicklung des Projekts.

So oder so, "Omphalos" ist ein beeindruckendes Stück Musik, welches vielerlei Überraschungen und Unterhaltsames bereithält. Vergleichbar finde ich das kaum... ja, ganz vage mag man ELP (oder vielleicht besser The Nice) anführen, auch Renaissance mag einem in den Sinn kommen, aber wann hätten diese Acts jemals so mitreissend-erdig abgerockt, wie die Spanier das halt auch können...

Anspieltipp(s): "Joropo" ...das gesamte Album in komprimierter Form (allerdings ohne Gesang)
Vergleichbar mit: eigenständig, vage Vergleiche siehe Rezi-Text
Veröffentlicht am: 1.9.2006
Letzte Änderung: 2.9.2006
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 3)


Ich kann Thomas eigentlich nur in allen Punkten beipflichten: Kotebel sind mit ihrem jüngsten Album "Omphalos" ein Prunkstück des modernen symphonischen Progs gelungen. Da stört es auch nicht, dass die halbstündige Pentacle's Suite den inneren Zusammenhang etwas vermissen lässt. Und auch an den opernhaften Gesang kann man sich gewöhnen.

Als guten Vergleich könnte man die Japaner von "Outer Limits" heranziehen, die einen ähnlichen symphonischen Prog spielten. Kotebel gehen jedoch noch etwas aufgeblasener (im positiven Sinne) zu Werke, da sich bei ihnen Flöte, Gitarren, Tasteninstrumente, Gesang und auch einmal ein Cello umranken, ohne dass das Ergebnis zu aufgebrezelt wirken würde. Das Ganze wirkt zudem moderner, frischer, da auch die Produktion deutlich besser ist.

Freunde symphonischen Progs können, sofern sie sich an dem Gesang nicht stören, eigentlich bedenkenlos zuschlagen.

Anspieltipp(s): Mercury pentacle
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.6.2007
Letzte Änderung: 16.6.2007
Wertung: 12/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 3 von 3)


Kotebel aus Spanien eröffnen ihr Album "Omphalos" im schwelgerischen Zusammenspiel von leichtfüßig-romantischen Flöteneinsätzen, pompösen Synthiesequenzen und flirrender Saitenbearbeitung. Das klingt ein wenig wie ELP auf Pfaden des romantisch-symphonischen Retroprogs. Klassisch anmutender, hoher Frauengesang verleiht dem Ganzen in tänzelnder Rhythmik und eleganter Manier den Anstrich eines entrückten Geflechts aus wehmütiger Melancholie und quirliger Dynamik. Die Band versteht, die Balance zwischen verträumter Schwelgerei und vertrackter Komplexität effektvoll zu vollbringen, ohne sich dabei in konstruiert wirkenden Songelementen zu verlieren. Gerade die hier gebotene Homogenität ist im Retroprog selten anzutreffen. Kotebel zelebrieren ihren rückwärtsgerichteten Symphonic Rock voller Entschlossenheit und Hingabe, indem sie die bewährten Versatzstücke der progressiven Rockmusik vergangener Dekaden geschickt miteinander verschmelzen.

Im nachfolgenden Titel "Excellent Meat" vollbringt die Band einen nicht zu erwartenden Stilwechsel zum vertrackt-wuchtigen Instrumental-Prog, der leicht crimsonesk eingefärbt ist, um den aber mit dem mehrteiligen Longtrack "Sun Pentacle" wiederum zum von ätherischen Flöteneinsätzen geprägten Symphonic Sound zurüvckzukehren, der zunehmend eine Tendenz zum weit ausladenden Breitwandsound aufweist. Insbesondere im Part "Mercury Pentacle" verstehen es die Spanier, in schwebender Anmut einen zeitlosen Symphonic Sound zu entfalten, der im klassisch anmutenden Gewand aus opernhafter Gesangsakrobatik und verklärten Flöteneinsätzen so gar nicht mit dem üblichen Retro-Gebräu vergleichbar ist.

Anspieltipp(s): Mercury Pentacle
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.10.2011
Letzte Änderung: 28.10.2011
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kotebel

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2001 Mysticae Visiones 9.00 1
2003 Fragments of Light 9.00 1
2009 Ouroboros 12.00 1
2012 Concerto for Piano and Electric Ensemble 12.33 3
2014 Live at Prog-Résiste 2013 11.00 1
2017 Cosmology 12.50 2

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