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Kraftwerk

Trans Europa Express

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: EMI
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ralf Hütter Stimme, Elektronik
Florian Schneider Stimme, Elektronik
Karl Bartos Elektronisches Schlagzeug
Wolfgang Flür Elektronisches Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Europa Endlos 9:35
2. Spiegelsaal 7:50
3. Schaufensterpuppen 6:10
4. Trans Europa Express 6:40
5. Metall auf Metall 2:10
6. Abzug 4:42
7. Franz Schubert 4:25
8. Endlos Endlos 0:46
Gesamtlaufzeit42:18


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Thematisch knüpft "Trans Europa Express" an den Vor-Vorgänger "Autobahn" an, indem wieder ein (damals) modernes Transportmittel musikalisch beschrieben wird. Damit kontrastiert wieder das altmodisch wirkende Cover.

"Trans Europa Express" setzt den auf "Radio-Aktivität" eingeschlagenen Weg fort und bewegt sich noch stärker in Richtung einer Synthese aus avantgardistischer Elektronik und Pop. "Europa Endlos" eröffnet das Album mit einer fast schon fröhlichen Melodie. "Spiegelsaal" wirkt durch seinen schleppenden Rhythmus und den gewollt tonlosen Gesang dagegen deutlich introvertierter. "Schaufensterpuppen" ist ein echtes Synthie-Pop Stückchen, dessen leicht bizarrer Text (die Puppen werden lebendig und steigen aus den Schaufenstern heraus) durch einige schräge Einlagen passend untermalt wird.

Der Titelsong, der mit den beiden darauffolgenden Titeln "Metall auf Metall" und "Abzug" eine Art Suite bildet, weist in den Anfangsmomenten eine verblüffende Ähnlichkeit mit David Bowies "Station to Station" (1976) auf, und in der englischen Version sollen auch die Worte "Station to Station" im Text vorkommen. In der Tat gab es damals auch rege Kontakte zwischen Bowie und Kraftwerk, u.a. wollte Bowie Kraftwerk als Vorgruppe für seine damalige Tournee gewinnen. Der treibende Rhythmus des Stücks erweckt tatsächlich Assoziationen zu einer Eisenbahnfahrt und verleiht dem Titel eine enorme Dynamik. Bei "Metall auf Metall" kommen noch Geräusche, die aus einem Stahlwerk stammen könnten, hinzu, so dass man dieses kleine Stück als den ersten Prototyp der "Industrial" Musik bezeichnen könnte, die durch Gruppen wie Einstürzende Neubauten weitergeführt wurde. Wieder einmal zeigt sich hier, in welchem Maße Kraftwerk stilbildend für die Achtziger und Neunziger Jahre waren.

Man kann natürlich streiten, inwiefern diese Musik das Etikett "progressiv" verdient. Komplexe rhythmische Strukturen beispielsweise findet man hier nicht unbedingt. Progressiv ist hier mehr das musikalische Konzept, die völlige Neuartigkeit dieser Musik, die auch nach über zwanzig Jahren das Album noch futuristisch klingen lässt. Für mich ist "Trans Europa Express" das gelungenste Kraftwerk-Album.

Anspieltipp(s): Spiegelsaal, Schaufensterpuppen, Trans Europa Express
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.5.2002
Letzte Änderung: 5.5.2002
Wertung: 13/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Monotonie und Minimalismus so zu verpacken, dass es packend bleibt und nicht ermüdend ist und irgendwann langweilig wird, ist eine Kunst. Etwas, das die Kraftwerker auf ihren bisherigen Alben perfekt beherrscht haben. Vor allem Autobahn und Radio-Aktivität waren in dieser Hinsicht Meisterwerke. Aber der Grat ist schmal. Auf TEE kriegen die Düsseldorfer dies erstmals nicht mehr durchgehend spannend hin. Zum ersten Mal sind mir Stücke irgendwann zu lang, zu banal.

Dabei beginnt die Platte mit "Europa Endlos" wie gewohnt stark. Der Grundrhythmus vermittelt tatsächlich das etwas wackelnd-ratternde Gefühl einer Eisenbahnfahrt. Das Tempo ist dem der Autobahn ähnlich. Eisenbahn statt Autobahn. Gelungen.

Dann folgt mit "Spiegelsaal" eine Komposition, die für meinen Geschmack zu lang ist und zu wenig innere Abwechslung enthält, als dass der langsame Groove und die Texte alleine die Monotonie spannend zu gestalten vermögen. Woran es liegt, dass dies beim ersten Titel funktioniert und hier dann nicht, ist nicht ganz einfach zu sagen. Es scheinen mir Feinheiten in der Instrumentierung resp. Programmierung zu sein, die den entscheidenden Unterschied ausmachen. Hier mal eine zusätzliche Klangfläche, dort ein Elektrobass-Einsatz, vielleicht ist es auch die optimale Verbindung von Musik, Text und Art des Gesangs. Und das gelingt hier nicht so gut wie früher. Dasselbe gilt für "Schaufensterpuppen". Diese staken lange 6 Minuten lang Duracellhäschen-gleich in der Auslageware herum. Nach 2 Minuten hat man das Stück gehört, der Rest vermag mich nicht mehr zu packen.

Das Titelstück resp. die TEE-Suite macht hingegen wieder mehr Spass. Zuerst einmal wird hier das Eingangsthema (die aufsteigenden Flötentöne) der Autobahn anzitiert. Dazu ruckelt ein Eisenbahn-Rhythmus an den Boxen. Auf- und absteigende Elektroniksounds begleiten oszillierend den Zug, weitere synthetische Sounds werden in das Klangbild eingewoben. Das Stück groovet schön, alle paar Takte kommt etwas Neues dazu oder wird irgend eine Facette des Klangbilds abgelöst. Die beinahe 14 Minuten sind zwar auch einen Ticken zu lang (v.a. der Abzug will am Ende nicht abziehen), aber es bleibt doch stets spannend genug. Die Übergänge von "TEE" zu "Metall auf Metall" und von dort zu "Abzug" sind fliessend.

"Franz Schubert" ist eine thematische Reprise von Europa Endlos, die mit Elektrostreichern aufwartet. Entspannend und ein schöner Abschluss des Albums. Der Übergang in "Endlos Endlos" erfolgt nahtlos nahtlos.

Insgesamt finde ich TEE gelungen, ja gut, es begeistert mich aber nicht mehr durchgehend, denn es hat seine Längen und kriegt die minimalistische Monotonie nicht mehr ganz so genial hin wie auf den Vorgängeralben.

Anspieltipp(s): Europa Endlos
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.10.2016
Letzte Änderung: 14.10.2016
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kraftwerk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Kraftwerk 1 11.67 3
1972 Kraftwerk 2 9.00 3
1973 Ralf & Florian 10.50 4
1974 Autobahn 12.00 3
1975 Radio-Aktivität 12.00 2
1978 The Man-Machine 12.00 1
1981 Computer World 11.00 1
1986 Electric Cafe 8.00 2
1991 The Mix 8.50 2
1999 Tour de France (Single) 11.00 1
1999 Expo 2000 (Single) 7.00 1
2003 Tour de France Soundtracks 8.00 1
2004 Aerodynamik (Single) - 1
2005 Minimum-Maximum 9.67 3
2005 Minimum - Maximum (DVD) 11.50 2
2009 Der Katalog 13.00 2
2017 3-D Der Katalog 13.00 1
2017 3-D Der Katalog (BluRay-Boxset) 14.00 1

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