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Porcupine Tree

Arriving Somewhere... (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006 (Konzertmitschnitt Park West, Chicago, 11. und 12. Oktober 2005)
Besonderheiten/Stil: live; DVD; ArtPop; Independent / Alternative; New Artrock; Rock / Pop / Mainstream; Postrock
Label: Snapper
Durchschnittswertung: 12.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Steven Wilson Gitarren, Gesang
Richard Barbieri Keyboards, Synthesizer
Colin Edwin Bass
Gavin Harrison Schlagzeug

Gastmusiker

John Wesley Gitarren, Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Revenant
2. Open Car
3. Blackest Eyes
4. Lazarus
5. Hatesong
6. Don't Hate Me
7. Mother and Child Divided
8. Buying New Soul
9. So Called Friend
10. Arriving Somewhere But Not Here
11. Heartattack in a Layby
12. The Start of Something Beautiful
13. Halo
14. Sound of Muzak
15. Even Less
16. Trains
17. End Credits
Disc 2
1. Futile (Rockpalast)
2. Radioactive Toy (Rockpalast)
3. TheStart of Something Beautiful (Live Film)
4. Halo (Live Film)
5. Mother and Child Divided (Live Film)
6. Cymbal Song (Gavin Harrison)
7. Photo Gallery


Rezensionen


Von: Markus Wierschem @ (Rezension 1 von 3)


Lange, lange haben die Fans von Porcupine Tree darauf gewartet: 14 Jahre nach Erscheinen von "On the Sunday of Life", zehn weitere Studioalben sowie diverse weitere Veröffentlichungen später erscheint im Oktober 2006 endlich die lang herbeigesehnte erste DVD der Band, die in den letzten sechs Jahren wohl den größten Anhängerzuwachs von aller prog-verwandten Bands gehabt haben dürfte.

Nach extrem gut besuchten Konzerten mit Anathema und Oceansize 2005, einem Auftritt im Rockpalast und der gerade abgeschlossenen Tour mit Paatos 2006 ist es wohl erlaubt zu sagen, das die Briten und Steven Wilson sich anschicken, auch den Mainstream-Markt für sich zu erobern. Dieser Erfolg ist nicht zuletzt auch dem Ruf als hervorragender Live-Band geschuldet, den sich Porcupine Tree auf zahllosen Konzerten erspielt haben. Mit "Arriving Somewhere..." wird nun in Bild und Ton Zeugnis darüber abgelegt, dass dieser Ruf mehr als gerechtfertigt ist.

Die ersten Bilder, verwaschene, zerkratzte Fotos, Risse, phantomhafte Schemen, wie Geister auf Magnetband, auch der Ton, Gefühl einer Welt der Negative, vereinzelte Klänge, die zugleich von innen wie von außen zu kommen scheinen, traurig aber irgendwie auch behaftet mit einer verschwiegenen Drohung.

Von Anfang an ist klar: hier liegt mehr vor als ein einfacher Konzertmitschnitt.

Die Akteure betreten die Bühne, umgeben von blauen Vorhängen, getaucht in wohliges Scheinwerferlicht. Los geht's mit dem Rocker "Open Car" von Deadwing. Der Chorus ruft innere Bilder einer rasenden Autobahnfahrt hervor, schnell gleitet der Asphalt dahin – der Song scheint einen fast in sich hineinzuziehen. Im Mittelteil ist das Stück jetzt deutlich härter und kompromissloser als die Studioversion, was bei Freunden der heftigeren Gangart zu erhöhter Strapazierung der Nackenmuskeln führen dürfte. Ein gute Eröffnung.

Weiter geht's mit dem Kracher "Blackest Eyes", gefolgt von der Mondschein-Ballade "Lazarus" und dem einzigen Stück von Lightbulb Sun, "Hatesong". Letzterer ist, mit Verlaub, der blanke Wahnsinn. Aufgebaut um den Ruhepol von Colin Edwins hypnotischen Basslinien, scheinbar so unterkühlt, so reserviert zu Beginn, verliert das fiktive Ich mehr und mehr die Kontrolle und entlässt seine psychotische Qual in den Schreien der Instrumente, denen die Musiker ihre Hände leihen. PsychOdelisch, chaotisches Kreischen von Wilsons Gitarre, bedrohlich brodelnde Synthies von Barbieri, doch im Rampenlicht steht Gavin Harrisons eruptives, kreatives und punktgenaues Schlagzeugspiel. Das erste Highlight, ohne Frage.

"Don't hate me" wirkt daneben als verdienter, floydiger Ruhepol, doch die Grundspannung bleibt und entlädt sich in "Mother and Child Divided" – einem typisch-vertrackten Psychorocker in der Tradition von "Signify", "Wedding Nails" und "Tinto Brass" (wobei letzteres wohl auf ewig unerreicht bleiben wird).

Als Überraschung gibt's das wunderbare "Buying New Soul" von "Recordings" das mit seinen warmen Klängen und zauberhaften Melodien den perfekten Kontrast zum vorherigen Programm setzt. Allein für diesen Song würde so mancher Musiker wohl töten ...

Auf "So Called Friend" könnte ich auch verzichten, dafür ist "Arriving Somewhere But Not Here" auch live der erwartete Kracher. Untermalt von Bildern, die zum Teil an Godfrey Reggios "Koyaanisqatsi" erinnern, nehmen Porcupine Tree mit auf eine zwölfminütige Traumreise, die mit dem brachialen Mittelteil erst richtig Fahrt aufnimmt. Wenn doch das Schlagzeug jetzt nicht nur so eintönig knüppeln würde...

Es folgen das todtraurige "Heartattack in a Layby" und "Start of Something Beautiful", der sich heimlich, still und leise zu meinem Lieblingsstück von "Deadwing" gemausert hat. Großartiges Songwriting, dass alle Tugenden von Porcupine Tree in sich zu vereinen scheint. Die Untermalung durch das toolige Video von Lasse Hoile macht das Erlebnis perfekt. Exquisit.

Mit "Halo" und "The Sound of Muzak" lässt die Band zwei weitere Hits vom Stapel, die eigentlich immer funktionieren. Die fantastischen Stücke "Even Less" und "Trains" sind dann der Zuckerguss auf der Torte, zur Pflicht die Kür, das Tüpfelchen auf dem i. Speziell "Trains" ist vermutlich einer der besten Poprock-Songs aller Zeiten... Diese vertonte melancholische Leichtigkeit eines Spätsommerabschiedabends, wie schmerzhafte Erinnerungen, die einen letztlich doch innerlich ruhig und auf seltsame Art glücklich zurücklässt... ein echte Perle. Und der vernachlässigenswerte katastrophale Patzer, der sich in diese Darbietung einschleicht, ist dann auch zu verschmerzen und zeigt zudem, dass auch ein Steven Wilson durchaus Humor hat...

Die Extra-DVD bietet als Extrasongs den Klassiker "Radioactive Toy" und "Futile", eine Fotogalerie und den kreativen "Cymbal Song" von Gavin Harrison. Besonders sehenswert aber sind die Screen Movies zu "Halo", "Mother and Child Divided" und "Start of Something Beautiful". Gerade letzterer ist, wie bereits erwähnt, ein kleines Kunstwerk.

Porcupine Tree ist mit "Arriving Somewhere..." ein absolut sehens- und hörenswertes Live-Dokument gelungen. Die Performance aller Akteure (von denen sich auch John Wesley als wertvolles Live-Mitglied hervortut) ist exzellent. Die Dramaturgie und Setlist des Abends sind exzellent, die Stimmung eines PT-Konzerts authentisch wiedergegeben. Auch der Sound ist sehr gut: transparent und dynamisch, lediglich der Gesang könnte etwas kräftiger sein.

Mehr noch, dank der Arbeit von Lasse Hoile, inzwischen wohl so was wie von Porcupine Trees Storm Thorgerson, ist der Konzertfilm ein wahres ästhetisches Kleinod geworden: Die Bilder des Konzertabends haben Kratzer und Sprünge, wirken wie Hybride aus verschlissenem Celluloid und verrauschtem Magnetband, ja zum Teil wie lebende Texturen. Leider wird dieses künstlerische Mittel über die Dauer, ebenso wie die häufigen monochromen Bildwechsel etwas zu oft zitiert, so dass die Wirkung nachlässt. Nerven aber tut es nie.

Vom Filmischen Standpunkt aus habe ich lediglich drei Kritikpunkte: 1. Die naturbelassene Bildqualität überzeugt nicht – zu grobkörnig, ja fast verschneit wirkt das Farbbild für eine DVD-Veröffentlichung des Jahres 2006. Für mich unverständlich. 2. Der Schnitt ist zwar keine Katastrophe, aber immer noch zu schnell – jemand sollte den Herrn vom Schnittpult mal verklickern, dass es durchaus erlaubt ist, länger als drei Sekunden bei einer Einstellung zu bleiben. 3. Kameraführung und Bildauswahl sind reichlich beschränkt. Hauptsächlich werden dem hungrigen Auge statische Bildausschnitte gewährt, ein paar Zooms sind schon das Äußerste. Vergeblich sucht man nach der ein oder anderen Kamerafahrt, wie sie z. B. die BE-DVD von Pain of Salvation so bereichern.

Dennoch, kein Zweifel, liegt hier ein großartiges Live-Dokument einer der besten Bands unserer Zeit vor, das jeden Cent der Investition wert ist. Wer auch nur entfernt was mit Porcupine Tree – was sage ich, mit guter Musik allgemein! – anfangen kann, sollte sich diese Bereicherung einer jeden DVD-Sammlung nicht entgehen lassen.

Klartext: KAUFEN. Wirklich.

Anspieltipp(s): Hatesong, Buying New Soul
Vergleichbar mit: Riverside, Blackfield
Veröffentlicht am: 29.9.2006
Letzte Änderung: 31.7.2013
Wertung: 12/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 3)


Ich kann Markus nur zustimmen: mit Arriving Somewhere... haben die Männer um Steven Wilson ein tolles Dokument Ihres Schaffens abgegeben. Ich habe Porcupine Tree innerhalb eines Jahres dreimal live erlebt und war jedesmal von Neuem begeistert von Musik und Bild. Jedes Lied wird von einem thematisch/atmosphärisch mehr oder weniger passenden Film untermalt, der auf eine grosse Leinwand projiziert wird und zusammen mit der grandiosen Lichtshow (im z-7 in Pratteln noch eine Nummer grösser als auf der DVD) eine fantastische Optik erzeugt. Die die Stücke begleitenden Filmsequenzen kommen allerdings auf der DVD nur selten ins Bild. Die Kamera bleibt praktisch immer auf den Musikern, was aber keinesfalls stört. Es macht Spass vor allem Gavin Harrison beim Bearbeiten seiner Felle zuzusehen.

Die Songauswahl ist perfekt und die Reihenfolge dramaturgisch gelungen. Meine Highlights sind "Hatesong", "Mother And Child Divide", "Arriving Somewhere But Not Here" und "Halo".

Der Sound der DVD ist glasklar und sauber, das Bild finde ich ebenfalls o.k., die Kamera dürfte wie von Markus erwähnt ruhig mal etwas länger in einer Einstellung verharren, ansonsten wurde auf unnötigen Schnick-Schnack (Kamera an Schnüren durch die Halle rasen lassen usw., wilde Kranfahrten) verzichtet.

Ein Muss für jeden Porcupine Tree Fan und jeden Progbegeisterten.

Anspieltipp(s): Hatesong, Mother And Child Divided
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.10.2006
Letzte Änderung: 21.10.2006
Wertung: 12/15
grosses Kino

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 3)


"Hier liegt mehr vor als ein einfacher Konzertmitschnitt." Diese Aussage kann ich nur unterstreichen! Mit Arriving Somewhere... ist Porcupine Tree ein Live-Gesamtkunstwerk gelungen.

Der Zuschauer erlebt die hypnotische Dynamik der Porcupine Tree Live-Performance 2005 inklusive der überwältigenden, gleichwohl dezenten Bühnenpräsenz von Band-Leader Steven Wilson. Zugleich aber wird nicht einfach ein einfacher Konzertmitschnitt geboten, sondern es wird eine künstlerische Idee umgesetzt. Es gibt nicht alle Nase lang neue Gimmicks, sondern die Darbietung beruht auf einigen wenigen Pfeilern, die von Anfang bis Ende sehr, sehr konsequent durchgezogen werden.

Normale Bilder wechseln beständig mit visuell gestörten und Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die auch - scheinbar "altersbedingt" - Kratzer und Grobkörnigkeit enthalten. Dies ist ein - immer noch - modern wirkendes Mittel, um mit der Perfektion des digitalen Zeitalters zu spielen. Man kennt es auch von verschiedenen modernen, elektronischen Scheiben, bei denen künstlich das Kratzen einer abgenudelten Langspielplatte etwa eingebaut wird. Dies wirkt einerseits modern, andererseits wird - gerade durch die immer wiederkehrenden, künstlich gestörten Schwarz-Weiß-Aufnahmen - ein gewisses Retro-Feeling erzeugt. Ob einem das gefällt ist natürlich Geschmackssache. Aber es verleiht dieser DVD ihren ganz einzigartigen Stil.

Darüber hinaus wird mit ziemlich kurzen Schnitten gearbeitet. D.h. länger als 5 Sekunden wird keine Einstellung gehalten... Das mag vielleicht manchem brutal erscheinen, aber ich finde, dass die Dynamik eines Porcupine Tree-Konzertes mit diesem einfachen Kniff gut rübergebracht wird. Ich habe mich - im Gegensatz zu meinen Mitrezensenten - tatsächlich dabei ertappt, dass ich manche Einstellungen sogar 1 Sekunde zu lang fand...

Die Songs zeigen - wie man es ja auch von den Live-Alben der Band her kennt - live eine geradezu magische Dynamik. Auch ein Stück wie Lazarus kommt hier ganz organisch eingebunden rüber. Die Songauswahl ist hervorragend, dabei natürlich stark an den letzten beiden Scheiben orientiert, aber es kommen auch ein paar ältere Stücke zum tragen, insbesondere die, gerade auch durch den großartigen Drummer Gavin Harrison überzeugende Version von Hatesong.

Auch die Bonus-Disk ist mit zwei Stücken vom Rockpalast-Auftritt (Futile, Radioactive Toy), Filmen, die im Hintergrund zu den Stücken live gezeigt wurden, dem nostalgischen Lazarus-Promo-Clip, einer Bildergalerie sowie einem recht originellen und witzigen Video des Harrison-Stücks "Cymbal-Song" die Anschaffung wert.

Fazit: Mit Arriving Somewhere... ist Porcupine Tree ein ästhetisch wie intellektuell überaus ansprechendes Schmuckstück für jede progressive Musik-DVD-Sammlung gelungen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.10.2006
Letzte Änderung: 8.3.2012
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Porcupine Tree

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1992 On the Sunday of Life... 7.67 3
1993 Up The Downstair 11.00 3
1994 Moonloop EP 10.00 1
1995 The Sky Moves Sideways 11.00 4
1996 Signify 10.67 3
1996 Waiting (Single) - 1
1997 Coma Divine 12.00 3
1998 Voyage 34 9.00 4
1999 Stranger by the minute (Single) - 1
1999 Piano lessons (Single) - 1
1999 Stupid Dream 11.25 4
1999 Pure narcotic (Single) - 1
2000 Shesmovedon (Single) - 1
2000 4 chords that made a million (Single) - 1
2000 Lightbulb Sun 13.00 5
2001 Metanoia 8.67 3
2002 Recordings 11.67 3
2002 Stars die 11.00 2
2003 XM 12.00 1
2003 In Absentia 13.60 5
2004 Warszawa 10.50 2
2005 XMII 11.00 1
2005 Deadwing 9.89 10
2005 Lazarus (Single) 10.00 2
2006 Rockpalast 11.00 1
2007 Nil Recurring EP 11.50 4
2007 Fear of a Blank Planet 9.71 7
2008 We lost the skyline 8.00 1
2009 The Incident 10.25 4
2010 Anesthetize (DVD) 11.50 2
2012 Octane Twisted 12.00 1

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