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Galahad

Resonance - Live In Poland (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006 (auch als Ltd. Slipcase Edition mit Audio CD)
Besonderheiten/Stil: live; DVD; Ambient; HardRock; Neoprog
Label: Metal Mind Productions
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Roy Keyworth Guitar
Stuart Nicholson Vocals
Spencer Luckmann Drums
Dean Baker Keyboards, Backing Vocals
Lee Abraham Bass Guitar, Backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Intro: Montagues And Capulets (Prokofiev)
2. I Could Be God
3. Year Zero (Parts 1 to 4)

1. Yearzeroverture
2. Belt Up
3. Ever The Optimist
4. The Charlotte Suite

4. Bug Eye
5. Sidewinder
6. Sleepers
7. Empires Never Last
8. Termination
9. This Life Could Be My Last...
10. Termination (Sequenced Instrumental Demo)   (Additional Audio Track)
11. This Is Where I Came From (ENL Session)   (Additional Audio Track)
12. Empires Never Last - Part 2 (ENL Session)   (Additional Audio Track)
13. Wagging Tongues (ENL Session)   (Additional Audio Track)
14. Spineless (ENL Session)   (Additional Audio Track)
15. Sidewinder (Early Studio Demo)   (Additional Audio Track)
16. The Pleasure House (Original Version)
17. Galahad Rockumentary
18. Intreviews with Stuart and Roy
19. A Fans Perspective - Interview with Artur Chachlowski
20. Photo Gallery
21. Biography
22. Discography
23. Desktop Images
Disc 2
1. Intro: Montagues And Capulets (Prokofiev)   (Bonus Audio CD) 1.40
2. I Could Be God 13.47
3. Year Zero (Parts 1 to 4)

1. Yearzeroverture
2. Belt Up
3. Ever The Optimist
4. The Charlotte Suite

13.05
4. Sidewinder 10.03
5. Sleepers 13.23
6. Empires Never Last 9.53
7. Termination 7.08
8. This Life Could Be My Last... 9.13
Gesamtlaufzeit78:12


Rezensionen


Von: Henning Mangold @


An wen erinnert mich bloß dieser Mann??

Feuerrotes bürstenkurzes Haar, Gesicht blass geschminkt, langer dunkelgrüner Mantel, rote Manschetten gucken heraus, auf dem Rücken ein rotes schlangenförmiges Kreuz, um den Hals ein langer roter Schal. Oder auch mal kein Mantel, dann ein hochgeschlossener Blazer mit Feuerfarben an den Manschetten, und immer dieser stechende Blick. Das ist die Apotheose der klassischen Prog-Kostüme vom frühen Peter Gabriel bis frühem Fish, nämlich die postmoderne Variante davon: mehr symbolisch als konkret, finster und schreiend grell zugleich, irgendwie verführerisch-hinterhältig, aber wozu verführend?

An wen erinnert der mich bloß?

Er ordnet sich perfekt in die Farbgebung der Lightshow auf der Bühne ein: mal grelle, mal dunkle Lichter von teufelsrot bis wasserleichengrün, manchmal violett bis blau, dann blendend weiß. Das ist das ultimative Neoprog-Fegefeuer.

Und an wen erinnert er mich nun?

Der Live-Sound ist auch kongenial passend zu den Farben: hart und kantig. Vor allem hat er diese starken Kontraste in der Abmischung von Bass und Drums; das ist es überhaupt, was gute Live-Atmosphäre in der Akustik ausmacht - Annährungen von Bass und Drums gibt's genug im Pop, das wird Live schnell zu wischiwaschi. Hier dagegen: Konturen, an denen man sich blaue Flecken auf dem Trommelfell holen kann. Und da wir gerade vom Akustischen reden:

An wen erinnert er mich - wenn ich auf die Stimme achte?

Madhatter pur - aber auf die scharfe, schneidende Art. Manchmal böse flüsternd, dann besessen schreiend, dann clownartig blödelnd - irgendwo zwischen Münchhausen, Luzifer und Till Eulenspiegel. "I could be God; I could be the devil" singt er. Und er wirkt dabei erschreckend glaubhaft.

Und an wen erinnert er mich noch?

An Galahad? Wirklich witzig: Galahad waren eine Band des typischen 80er-Jahre-Neoprog und haben vor langer Zeit ein paar gute Alben gemacht, dann haben sie sich zwischen "Other crimes & misdemeanours" und einem eher langweiligen Akustik-Projekt verzettelt, bis sie sich mit einem Album namens "Following ghosts" hoffnungs- und konturlos verschwurbelten. Sie kamen mit "Year Zero" zurück und zeigten sich dabei von einer überraschend erneuerten Seite - und das ist ja auch schon wieder Jahre her. Und jetzt? "Gibt's die überhaupt noch?" fragte ich mich, als ich die Ankündigung dieser DVD las. Das ist wie bei manchen alternden Schauspielern im klassischen Hollywood: ihr Comeback wurde angekündigt, und da dachten alle schon, die seien längst gestorben.

Und sollte mich dieser Sänger wirklich an Stu Nicholson erinnern? Klang der nicht früher viel dünnbrüstiger?

Ja, er ist es und Galahad gibt's noch. Und demnächst soll ihr neues Album "Empires never last" erscheinen. Wie das in etwa wird, lässt diese DVD schon ahnen: es wird in ausgiebigen Teilen darauf präsentiert, und zwar in einer Form, die mich den Atem anhalten lässt - Kann das aus dem Studio überhaupt so geschliffen rauskommen, wie es hier auf der Bühne präsentiert wird? Aber wenn so was wie das hier möglich ist, dann ist bei Galahad offenbar alles möglich.

Normalerweise bin ich kein so großer Fan von Live-Darbietungen neuen Materials. Ich mag es gerade umgekehrt: auf der Bühne in neuer Form das zu hören, was ich schon kenne; bei Neuem im Konzert denke ich (vor allem im Prog), das könnte mir zu schnell durch die Ohren wehen; ich weiß ja noch nicht, welche Stellen der Musik sich besonders lohnen, und verpasse sie womöglich, weil mein Ohr noch keinen Haltepunkt findet.

Galahad haben mich jetzt davon überzeugt, dass dieser Weg trotzdem funktionieren kann: das neue Material ist atemberaubend; es geht ins Ohr ohne oberflächlich zu sein. Allerdings will ich es nach erstem Hören sofort wieder hören; beim DVD-Player muss ich ja nur eine Taste dafür drücken, aber im Publikum? Da hätte ich wahrscheinlich lautstark nach jedem neuen Song "Mehr!!" gebrüllt und dabei sofort Entzugserscheinungen gekriegt. Wenn das neue Album wird, was dieses Konzert verspricht (WENN!), dann kann es nur hammermäßig werden. Aber ich will den Gig nicht vor den Zugaben loben...

Ja, Galahad sind wieder da und haben sich in unbeschreiblicher Weise neu erfunden. Dies ist mehr als guter Neoprog - Es ist eine mustergültige Anweisung, wie guter Neoprog sein sollte. Wenn Livemusik so geil ist, dann verzeiht man ihr fast alles: da stören mich keine Samples, z.B. die eingespielten Worte von Martin Luther King ("I had a dream this afternoon") - sonst mag ich so was gar nicht und finde, die Bands sollen Live nur das bringen, was die Bühneninstrumente möglich machen. Und all die Stilmittel aus der Techno- und TripHop-Ecke können mich auch nicht auf die Idee bringen, dass diese Musik was anderes ist als lupenreiner Neoprog. Es stimmt einfach alles, vom Kostüm über Abmischung über Licht bis hin zur Aufteilung der Bühne.

Und jetzt weiß ich auch, an wen mich dieser Mann erinnert: an Mephisto, wie ihn Gustav Gründgens dargestellt hat. Keine Frage: den könnte Stuart Nicholson auch spielen, wenn er nur wollte. Vielleicht sieht ja ein Theaterregisseur diese DVD und engagiert ihn dafür?

Anspieltipp(s): "I could be God" und "Empires never last" - und danach erstmal aufatmen...
Vergleichbar mit: ...der Uridee des Neoprog (wie es Platon sagen würde)
Veröffentlicht am: 4.11.2006
Letzte Änderung: 27.9.2014
Wertung: 12/15
Da das Studioalbum noch kommt, lasse ich mir nach oben noch Spielraum.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Galahad

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 Nothing Is Written 9.00 1
1993 In A Moment Of Complete Madness 11.00 1
1995 Sleepers 9.00 1
1997 Other Crimes And Misdemeanours II 4.00 1
1998 Following Ghosts 9.00 1
2001 Other crimes & misdemenaours III 6.00 1
2002 Year Zero 11.50 2
2007 Empires Never Last 12.50 2
2009 Sleepless in Phoenixville - RoSfest Live 2007 10.00 1
2012 Whitchurch 92/93 - Live Archives Vol 2 7.00 1
2012 Battle Scars 10.00 3
2012 Beyond The Realms Of Euphoria 13.00 1
2014 Seize the Day (EP) 9.00 1
2014 Mein Herz brennt (EP) 9.00 1
2015 When Worlds Collide 12.00 1
2017 Seas Of Change 12.00 1

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