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Pendragon

And Now Everybody To The Stage... (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: live; DVD; Neoprog
Label: Metal Mind Productions
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Nick Barrett Lead-Gesang, Gitarre
Clive Nolan Keyboards, Background-Gesang
Peter Gee Bass, Background-Gesang
Joe Crabtree Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. No Place For The Innocent
2. As Good As Gold
3. Guardian Of My Soul
4. Kowtow
5. The Wishing Well
6. The Edge Of The World
7. Nostradamus
8. The Dance Of The Seven Veils
9. Paintbox
10. The Last Waltz
11. Breaking The Spell
12. Masters Of Illusion
13. The Black Knight
14. The Last Children / Green Eyed Angel / Sister Bluebird / The Last Man On Earth
15. Am I Really Losing You?


Rezensionen


Von: Horst Straske @


Zu seligen VHS-Videozeiten brachten Pendragon 1997 mit "Live in Krakow" bereits einen Konzertmitschnitt auf den Markt, der auch sehr gut die optische Komponente des gefühvoll-schwelgerischen Neoprogsounds der Briten hervorheben konnte. Fast zehn Jahre später veröffentlicht die Band mit „And Now Everybody To The Stage..." wiederum einen Livemitschnitt aus Polen, der jetzt im gewohnt aufwändigen DVD-Zeitalter mit einigen Special-Features aufwarten kann, wozu ein sehr persönlich gehaltenes Interview mit Frontmann Nick Barrett, ein Homevideo aus der Entstehungszeit des letzten Studioalbums, ein wählbarer 5.1 Sound und weitere kleine Schmankerl wie eine Diskographie, Biographie sowie Desktop-Bilder für den PC gehören.

Im gediegenen Ambiente des Wyspianski Theaters in Kattowitz wurde der Auftritt vom 22.05.2006 in stimmungsvollen Bildern optisch ansprechend konserviert, was dem Freund der teilweise viel gescholtenen Neoprog-Romantik ein schwelgerisches Konzerterlebnis in den eigenen vier Wänden bereitet. Abseits der sonstigen schmuddlig-verrauchten Konzerthallen wurden die artig vor der Bühne und auf den Rängen sitzenden Besucher Zeuge des in opulent schmachtender Melancholie gehaltenen Sounds eines der Urgesteine der britischen Neoprog-Bewegung der 80er Jahre, das hier auf äußerst konzentrierte und intime Weise einen musikalischen Einblick in seine wechselhafte Karriere gewährt. Es wird überdeutlich, dass die Formation allen Trendwechseln zum Trotz unbeirrt an ihrem gefühlvoll-symphonischen Sound festgehalten hat, der zwischen einer entrückten Verklärtheit und dynamischen Rockzitaten pendelt. Sicherlich gehören hierzu auch etwas süßlich anmutende Arrangements, die jedoch während des Auftritts von einer grundehrlichen Gefühlswelt erfüllt sind und nicht in einem plakativen Kitsch münden.

Nach einer sphärischen Einleitung, die von keltisch anmutenden Gesangsarrangements und einem Film mit wundervollen Landschaftsaufnahmen geprägt ist, sorgen breitflächige Keyboardflächen und elegische Gitarreneinsätze für den stimmungsvollen Grundstein. Mit dem ironischen Spruch "And Now Everybody To The Dance Floor" wird zum eingängigen Opener "No Place For The Innocent" übergeleitet. Clive Nolan präsentiert sich im gewohnt-berüchtigten schwarzen Ledermantel, den er angesichts seiner dynamischen Keyboardeinsätze aber rasch ablegt.

"As Good As Gold" setzt erst einmal die Linie des kraftvollen Neoprogs fort, um dann aber in einen bedächtigen Schönklang überzuleiten. Nick Barrett stellt hier frühzeitig unter Beweis, dass er ein Meister der gefühlvollen Töne ist und seinem Instrument eine leidenschaftlich schmachtende Tonvielfalt entlocken kann. Daher verwundert es wenig, dass er sich stets im zentralen Bühnenlicht befindet.

Mittels recht schneller Schnitte wurde versucht, die verschiedenen Kamerapositionen abwechslungsreich zusammenzufügen, was leider nicht immer einen homogenen Eindruck hinterlässt. Die Szenewechsel wirken mitunter doch ein wenig abrupt. Aus der Totalen heraus wird der intime Charakter des kleinen Theaters aber schön eingefangen. Nick Barrett geht sehr eindringlich auf das Publikum ein. Kein kalkuliertes Live-Gehabe lässt sich hier entlarven, wobei sich Bassist Peter Gee in den dynamischen Passagen seine Aufforderungen zum rhythmischen Mitklatschen einige Male aber auch hätte sparen können.

Selbst der Titelsong vom ungeliebten "Übergangsalbum" "Kowtow" konnte sehr gut in einen abwechslungsreichen Set eingegliedert werden. Höchstens "The Last Waltz" vom umso mehr geliebten Nachfolgealbum "The World" wirkt in seiner Struktur doch zu eintönig und abgedroschen, während die Band mit der leidenschaftlichen Schwelgerei von "Breaking The Spell" einen unbestrittenen Höhepunkt setzt. In einem glasklaren Sound wird hier der pompösen Neoprog-Herrlichkeit gefrönt. Die schmachtende Saitenbearbeitung des Pendragon-Bosses offenbart trotz all ihrer Leidenschaft ein gehöriges Maß an Energie und Power.

Insgesamt dürften Pendragon mit dieser DVD wirklich alle unbeirrten Freunde des hochmelodischen Neoprogs überzeugen können. Ein gewisses Maß an "gezuckerten Schwelgereien" gehört hier einfach zum guten Ton und sollte nicht mit Spott überschüttet werden. Zur Strafe wird der Pendragon-Fanclub die ständig mosernden Fans von der "Schräg-Prog-Fraktion" in Zuckerwatte hüllen!

Anspieltipp(s): Breaking The Spell
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.10.2006
Letzte Änderung: 25.10.2006
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pendragon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1985 The Jewel 9.00 2
1986 9:15 Live 8.00 1
1988 Kowtow 8.00 1
1991 The World 7.50 2
1991 The rest of 4.00 1
1993 The Window Of Life 9.00 4
1993 The very very bootleg 4.00 1
1994 Fallen Dreams and Angels 6.50 2
1995 Utrecht...The final frontier 7.00 1
1996 As Good As Gold 7.00 1
1996 The Masquerade Overture 10.50 2
1997 Live in Krakow 1996 7.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 2 4.00 1
1999 "Once Upon A Time In England" Volume 1 8.00 1
2000 The History: 1984-2000 8.00 1
2001 Not of this world 9.50 2
2002 Acoustically challenged 7.00 1
2005 Believe 6.75 4
2007 Past And Presence (DVD) 11.00 1
2008 Pure 9.00 4
2009 Concerto Maximo (DVD) 9.00 1
2011 Passion 8.00 4
2012 Out Of Order Comes Chaos (DVD) 9.00 1
2013 Out of Order Comes Chaos 9.00 1
2014 Men Who Climb Mountains 9.67 3
2017 Masquerade 20 (DVD) 10.00 1

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