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The Pineapple Thief

Little Man

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Moderne Electronica; New Artrock
Label: Cyclops Records
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Bruce Soord guitars, vocals, programming
Jon Sykes bass, backing vocals
Wayne Higgins guitars, backing vocals
Keith Harrison drums, backing vocals
Steve Kitch keyboards

Gastmusiker

Richard Hunt violin
Pineapple Percussion Orchestra percussion

Tracklist

Disc 1
1. Dead in the Water 5:27
2. God bless the Child 4:45
3. Wilting Violet 4:41
4. Wait 3:26
5. Run a Mile 6:43
6. Little Man 3:43
7. November 6:50
8. Boxing Day 3:58
9. God bless the Children 2:01
10. Snowdrops 5:58
11. We love you 8:46
Gesamtlaufzeit56:18


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


Little Man ist ein Album, das man besser sehr konzentriert hört, denn die große Liebe zum Detail - gerade auch im percussiven Bereich! - wird sonst durch die introvertierte und verträumte Grundstimmung des Albums hindurch vielleicht nicht wahrgenommen. Diese Grundstimmung wird durch den Aufbau der Stücke, die oftmals langsam und akustisch eingeleitet werden, um dann anschwellend einen schwebenden, hypnotischen Sound zu entfalten, unterstrichen. Und Soords Stimme, die oft wie auf Valium klingt, tut ein Übriges.

Es werden aber auch relativ häufig elektronische Akzente gesetzt - mal mehr, mal weniger deutlich. Und gelegentlich reichert auch der Klang einer Violine den Sound stimmig an. Aber nie hat man das Gefühl, dass die Stücke zu üppig arrangiert sind. Eher beherrschen Pineapple Thief gekonnt die Ökonomie der Mittel.

Dieser Minimalismus setzt sich bis in die Texte fort, die durch ihre Kürze glänzen, wobei einzelne Textzeilen z.T. minutenlang suggestiv wiederholt werden. Überhaupt spiegeln auch die Texte die recht morbide, endzeitliche Stimmung des Albums gut wieder. Zeilen wie "We are just falling snow. So settle down, settle down. And I will slow your fall. That is all. That is all." (Snowdrops) geben dies gut wieder und deuten zugleich doch einen leisen Optimismus an, wie er deutlicher vielleicht noch aus dem Titelsong spricht: "There was no warning sign. The wounds won't heal in time. There's nowhere we will go. Without you, you know." (Little Man) Und schließlich ist es auch das kühle, winterliche Artwork, das die Wirkung der Musik anzeigt.

Little Man ist ein Album, das perfekt die Zeit zwischen trüb-feuchten Herbsttagen und vor Kälte klirrenden Wintertagen untermalt, an denen doch die Hoffnung auf den Frühling noch nicht ganz verloren gegangen ist.

Anspieltipp(s): Wait, Run a Mile
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.12.2006
Letzte Änderung: 13.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 2 von 2)


Bruce Soord startete mit den Ananas-Dieben als Nebenprojekt seiner Band Vulgar Unicorn im Jahre 1999. Acht Jahre und fünf Alben später ist es genau andersrum geworden. Und das aus gutem Grund: Qualität setzt sich durch. Pineapple Thief sind eine New-Art-Rock-Band, wenn man sich auf einen groben Nenner festlegen will. Waren die ersten drei Alben dabei sehr stark in Richtung der älteren Porcupine Tree orientiert, so findet seit dem 2005er Album "10 Stories Down" eine Neuausrichtung der Band statt. Nun sind die Eckpfeiler im Bereich Alternative Pop und Rock, sowie allgemein im Indiebereich festzumachen, dabei jedoch noch kunstvoll genug, um es weiterhin auch dem Art-Rock zuzuordnen.

Das fand ich auf "10 Stories Down" ziemlich fad und misslungen (oder ich war einfach nicht auf diesen Umschwung vorbereitet, ich gebe es zu und werde noch mal hören) und deshalb war meine Skepsis für dieses Nachfolgealbum groß. Nun – die Koordinaten sind dieselben wie beim 2005er Werk: Radiohead, Coldplay, ein Schüsschen R.E.M., etwas Wilco. Aber – um mal das Fazit nach vorn zu schieben – diesmal finde ich es große Klasse. "Little Man" (übrigens wunderbar minimalistisches Cover) hat vor allem zwei durch die Bank herausstechende Eigenschaften: Es ist melancholisch und es ist hypnotisch. Und es ist großartig arrangiert.

So sehr das Album aus Songs besteht und nicht aus Werken, wie sonst oft im Prog- und Artrock üblich, so sehr ist es trotzdem bis ins Kleinste durchdacht kreiert worden. Man höre und freue sich über all die kleinen Feinheiten, wie die übers Album verteilte exzellente Percussion, meist im Hintergrund, aber ständig phantasievoll variabel treibend. Oder gleich der Beginn des ersten Stücks: Ein kratziges Störgeräusch ertönt ein paar Mal, und bis du es richtig wahrnimmst (oder dich geärgert hast) gibt genau dieses Geräusch den Rhythmus (quasi als Loop) an, in den die Band mit einer Gitarrenspur und traurigem Gesang einsteigt. Thema Gesang: Eine Eigenart von Soords Gesang auf dem Album, sind wenige, aber dafür sehr oft von ihm wiederholte Textzeilen, die sich dadurch wie eine Art Mantra im Hirn festsetzen und ebenso zur Sogwirkung der Musik beitragen.

Ergreifende Balladen von elegischen Streichern getragen (Wait), hart riffende Gitarren (Run a mile), elektronische Effekte, immer songdienlich eingesetzt, fliessende Tom-Muster am Drumset, das bekannte und so wirkungsvolle Laut/Leise-Spiel – der kleine Mann trägt 'ne Wundertüte mit sich. Und dabei ist alles ganz locker leicht zu hören, strengt nicht an, hat Songs, die auch hängen bleiben, und ist auch einfach oberflächlich als gute Rockmusik mal nebenbei zu genießen. Das nenne ich große Rockkunst. So sehr ich ausufernde 20 Minuten Epen schätze, so sehr bewundere ich diese Kunst im Kleinen.

Bruce Soord und seiner Band (inzwischen ist es eine Band, laut seiner Aussage, und kein Projekt mehr) ist ein wirklich modernes, sehr gutes Rockalbum gelungen, das aufgeschlossenen Art-Rock-Hörern genauso gefallen kann wie Menschen, die es gerne etwas genußbereiter serviert bekommen wollen. Ich bin gespannt, was da noch weiteres folgen wird, die Herren könnten noch groß werden.

P.S.: Ich muß es noch erwähnen. Ein großartiges (benutzte ich das Wort hier schon mal?), sich ständig steigerndes, melancholisch-hymnisches Gitarrensolo krönt den längsten und letzten Song des Albums We love you. Yes, I do love your music, Mr. Soord.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.2.2007
Letzte Änderung: 17.3.2014
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Pineapple Thief

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Abducting the unicorn 12.33 3
2002 137 10.00 2
2003 Variations on a Dream 12.33 3
2005 10 stories down 10.00 2
2005 4 stories down (EP) 10.00 1
2007 What we have sown 11.50 2
2008 Tightly Unwound 9.75 4
2010 Someone here is missing 11.00 2
2012 All The Wars 11.00 2
2013 Build a World 11.00 1
2014 Magnolia 10.50 2
2016 Your Wilderness 8.00 2
2017 Where We Stood 11.00 1
2018 Dissolution 8.00 1

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