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Goblin

Profondo Rosso

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975 (CD-Reissue 2006)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Klassischer Prog
Label: Cinevox
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Walter Martino Drums, Percussion
Massimo Morante Guitars
Fabio Pignatelli Bass
Claudio Simonetti Piano, Keyboards, Synthesizer

Gastmusiker

Antonio Marangolo Sax (Track 4, CD1)
Giorgio Gaslini Composition, Arrangements, Conductor

Tracklist

Disc 1
1. Profondo Rosso   (das Originalalbum) 3:42
2. Death Dies 4:03
3. Mad Puppet 6:22
4. Wild Session 4:58
5. Deep Shadows 5:46
6. School at night 2:07
7. Gianna 1:50
Gesamtlaufzeit28:48
Disc 2
1. Mad puppets laugh (Opening intro)   (Bonus-CD) 0:21
2. School at night (Lullaby - Child Version) 2:15
3. Profondo Rosso (Jazz Source #1) 1:14
4. Profondo Rosso (Paura) 1:49
5. Profondo Rosso (Paura #2) 1:00
6. School at night (Lullaby - Instrumental Version) 2:16
7. Profondo Rosso (Paura #3) 1:27
8. School at night 2:30
9. Profondo Rosso (Paura #4) 1:05
10. School at night (#2) 0:53
11. School at night (Lullaby - Celesta Version) 2:29
12. Profondo Rosso (Paura #5) 0:40
13. Gianna (#2) 2:14
14. Death Dies (Film Version) 2:43
15. Profondo Rosso (Jazz Flute) 0:45
16. Profondo Rosso (Jazz Source #2) 5:15
17. Deep Shadows (Film Version) 1:54
18. Profondo Rosso (Paura #6) 2:21
19. Death Dies (Film Version #2) 2:43
20. Profondo Rosso (Jazz Source #3) 0:36
21. Deep Shadows (Film Version #2) 1:48
22. School at night (Lullaby - Music Box Version) 2:47
23. Profondo Rosso (Jazz Source #4) 0:28
24. Deep Shadows (Film Version #3) 0:33
25. Death Dies (Film Version #3) 2:19
26. Profondo Rosso (Jazz Flute #2) 0:37
27. School at night (Lullaby - Echo Version) 2:26
28. Profondo Rosso (Remix Version) 5:13
29. Profondo Rosso (Original Sound Effects) 4:02
Gesamtlaufzeit56:43


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


1975 erschien Dario Argentos Horrorstreifen "Profondo Rosso", in dem es um die Suche nach einem bizarren Killer geht, der auf spektakuläre und blutige Art und Weise diverse Protagonisten ins Jenseits befördert, ehe der Held (ein englischer Pianist namens Marc Daily) schliesslich der Wahrheit auf die Spur kommt. Mit der Filmusik hatte Argento den erfahrenen Soundtrack-Komponisten Giorgio Gaslini beauftragt, dessen Kompositionen unter anderem von Teilen einer jungen Rockformation verwirklicht werden sollten, die gerade für Cinevox unter dem Namen Cherry Five ein Album eingespielt hatte und deren Musiker sich nebenbei ihr Geld als Studiomusiker verdienten. Die Kollaboration zwischen der Gruppe und Gaslini war offenbar so effektiv, dass Argento in umfangreichem Maße auch Ideen und Kompositionen der Band in den Soundtrack aufnahm. Derselbe erschien noch im selben Jahr auf LP. Die Band hatte dafür den Namen Goblin angenommen.

"Profondo Rosso" war somit die erste Zusammenarbeit von Argento und Goblin, der noch einige weitere, nicht minder interessante folgen sollten. Das Album war recht erfolgreich, hat sich bis heute über eine Million mal verkauft und hat Goblin auch in Prog-Kreisen bekannt gemacht. Zum Jubiläum des Erscheinens der Scheibe hat Cinevox nun - mit einem Jahr Verspätung - eine Neuauflage von "Profondo Rosso" herausgebracht, eine Doppel-CD im hübschen, mehrteiligen Digipack, die einerseits das ursprüngliche, knapp halbstündige Album enthält (CD1), andererseits als Bonus noch fast eine Stunde weiteren Materials, Alternativversionen, vor allem aber einen Teil der wirklich im Film verwendeten Nummern (CD2). "Profondo Rosso" war 1996 schon einmal in einer erweiterten Form auf CD erschienen, die den Grossteil des Bonusmaterials auch beinhaltete. Auf der mir vorliegenden, nun neuesten und wohl definitiven Ausgabe gibt es noch 8 weitere, bisher unveröffentlichte Nummern.

Das Titelstück von "Profondo Rosso" hat wohl jeder schon einmal gehört, wobei er sich wohl nicht unbedingt bewusst war, dass er da Goblin hörte. Zu sich langsam steigernden, hektisch und repetitiv dahintickenden Synthesizer- und Gitarrenlinien gesellt sich ein kraftvoller Bass, ehe der kalt fiepende Synthesizer so etwas wie eine Melodie vorgibt. Danach setzen sakrale Orgelklänge ein, ehe das Stück praktisch von vorne beginnt, nur dass die aufsteigende Titelmelodie nun von der Orgel kommt. Danach entwickelt sich die kurze Nummer zu einem getragen voranschreitenden Symphoprogger, der durch die immer präsenten, mal im Hintergrund mal ganz vorne auf- und abtackernden Gitarren- und Synthesizerklänge eine sehr unruhige, spannungsgeladene Atmosphäre erhält. Nach knapp 4 Minuten löst sich das Ganze in mächtigen, Bach-inspirierten Orgelläufen auf. "Death Dies" bietet dann einen ebenso ruhelosen, doch ziemlich entspannten, leicht funkigen Jazzrock, in dem vor allem das Piano flott soliert. Mit "Mad Puppet" wird es dann seltsam. Sonore Herzschlaggeräusche leiten die Nummer ein, die von einem monoton dahingrummelnden Bass abgelöst werden, zu dem sich Elektronikgeblubber, Pauken- und Glockenklänge gesellen. Langsam schält sich aus dem bedrohlichen Gefüge ein eher gelöster, psychedelisch-bluesiger Rocker heraus, der weiter von allerlei Elektronikgimmiks begleitet wird. Am Ende wieder Herzklopfen.

Elektronisches Zischen, allerlei Perkussion, Glockenspielklänge und unirdischer Soprangesang bestimmen gut die Hälfte von "Wild Session". Dann arbeitet sich ein perlendes Piano in den Vordergrund und die Nummer verwandelt sich in einen kantigen Jazzrocker, bestimmt vom dahinfiependen Synthesizer. Gegen Ende soliert ausgiebig ein Saxophon. Auch "Deep Shadows" bietet eine eigenartige, aber sehr überzeugend dargebotene Mischung aus symphonischem, synthesizergestützen Prog und Jazzrock. In der zweiten Hälfte gibt es gar ein kleines Schlagzeugsolo. Ganz andere Klänge sind dann im kurzen "School at night" zu hören. Streicher bestimmen das Stück (nur am Anfang dudelt der Synthesizer und ein Piano dazwischen), die eine recht entspannte, fast pastorale Stimmung erzeugen, was durch ein paar später einsetzende Bläser (vor allem Flöten) noch verstärkt wird. Am Ende kommt auch wieder der Synthesizer dazu. "Gianna" bietet dann noch ein locker-flockiges, entspannt-jazziges Liedchen, welches diesen Horrorfilmsoundtrack ausgesprochen ungruselig zu Ende bringt.

Die zweite CD beinhaltet dann eine ganze Ladung von meist kürzeren Nummern, die das thematische Material von CD1 teilweise aufgreifen und variieren, mitunter nur von einem Instrument, dem Orchester oder einer Jazzkapelle vorgetragen. Einige davon sind recht bizarre Klangkonglomerate, reine Elektroniknummern oder wirken zumindest wie Improvisationen. Das ist ganz interessant zu hören, doch stellt sich nach einiger Zeit Ermüdung ein, vor allem deshalb, weil man mehrfachst die gleichen Stücke, wenn auch jeweils in etwas verschiedenem Gewand, geboten bekommt. Auch ist das Durcheinander von Rockband, Elektronik, Orchester und Jazzband etwas verwirrend. Eine interessante Ergänzung ist die Scheibe aber allemal.

"Profondo Rosso" ist auch nach über 30 Jahren eine ziemlich spannende Angelegenheit. Goblin entwickeln hier einen jazzig-elektronischen Instrumentalprog, dem meist, dem Verwendungszweck entsprechend, eine eigenartige, geheimnisvoll-unwirkliche Atmosphäre anhängt. Mit ihrem nächsten Soundtrack - "Suspiria" - sollen die Italienier dieses Konzept perfektionieren. Seltsamerweise funktioniert die Musik von Goblin (zumindest bei mir) ohne den Filmzusammenhang weniger gut. Das zwischen "Profondo Rosso" und "Suspiria" eingespielte Studioalbum "Roller" kann mich nur wenig begeistern, obwohl es mehr oder weniger dieselbe Musik bietet. Bei ihren Filmprojekten waren Goblin etwas kantiger, dramatischer und experimenteller zu Gange. "Profondo Rosso" sollte jedenfalls in keiner Sammlung mit italienischem Prog der 70er fehlen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.12.2006
Letzte Änderung: 28.7.2011
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Goblin

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 Roller 10.50 2
1977 Suspiria 12.00 1
1978 Il fantastico viaggio del bagarozzo Mark 11.00 1
1978 Zombi 9.00 1
1980 Contamination 10.00 1
2000 The Fantastic Journey Of Goblin - Best Of Vol. 1 12.00 1
2000 Nonhosonno 11.50 2
2015 Four Of A Kind 11.00 1

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