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Mostly Autumn

Heart Full Of Sky

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Folk; Neoprog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Mostly Autumn Records
Durchschnittswertung: 10/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Bryan Josh lead vocals, electric & acoustic guitars, drum programming, keyboards, bass
Heather Findlay lead vocals, percussion, backing vocals, acoustic guitar (on "Yellow Time")
Chris Johnson lead vocals (A9, B1), backing vocals, piano (A9, B3), keyboards, acoustic guitar (A4, B3), electric guitar (A4), drum programming, bass, glockenspiel (A9)
Angela Gordon backing vocals, piano (B4), flute (A4,B4), clarinet (A4), recorders (A5)
Liam Davison slide guitar
Andy Smith bass
Andrew Jennings drums
Olivia Sparnenn backing vocals

Gastmusiker

Anne-Marie Helder backing vocals
Troy Donockley uillean pipes (A5,A10), low whistle (B6)
Peter Knight violin (A5,A6,B3,B6), backing vocals
David 'Munch' Moore hammond organ (A2,A5,B2)
Roger Newport backing vocals (A10)
Mark 'McKinty' Gordon backing vocals (A10)

Tracklist

Disc 1
1. Fading Colours 8:25
2. Half A World 4:51
3. Pocket Watch 4:20
4. Blue Light 4:58
5. Walk With A Storm 7:51
6. Find The Sun 5:33
7. Ghost 5:27
8. Broken 5:11
9. Silver Glass 7:13
10. Dreaming 8:37
Gesamtlaufzeit62:26
Disc 2
1. Science And Machinery 6:00
2. Open Road 4:22
3. Gaze 4:48
4. Yellow Time 5:12
5. Broken Soldier 6:12
6. Further From Home 6:27
7. Bright Green 4:01
8. Softer Than Brown 5:02
Gesamtlaufzeit42:04


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Mit dem Vorgänger-Studio-Album "Storms Over Still Water" hatten sich Mostly Autumn ja völlig unabhängig gemacht und ein eigenes Plattenlabel gegründet. So erscheint nun auch das neue Studioalbum "Heart Full Of Sky" auf ebendiesen Mostly Autumn Records. Es scheint, als hätten "Storms Over Still Water" und auch das nachgelegte Live-Album "Storms Over London Town" die kommerziellen Erwartungen nicht ganz erfüllt, denn Mostly Autumn griffen vor dem neuen Studioalbum auf einen inzwischen "alten Trick" zurück: Vorkasse von den Fans... So konnten Willige schon im August 2006 einen stolzen Pfund-Betrag nach England überweisen und hatten dafür die Aussicht auf ein Ende des Jahres erscheinendes Studioalbum (also deutlich vor dem allgemeinen Verkaufsstart) mit einer exklusiven Bonus-CD (die Doppel-CD-Ausgabe ist auf exakt 2.333 Stück – hm – limitiert). Pünktlich kurz vor Weihnachten lag diese Doppel-CD-Ausgabe denn auch in den Briefkästen der Fans...

"Heart Full Of Sky" macht einen Salto rückwärts. Die Einflüsse aus Alternative Rock und Hard Rock, die den Vorgänger "Storms Over Still Water" zu einer zweischneidigen Sache gemacht und schon auf "Passengers" seltsame Spuren hinterlassen hatten, sind weitgehend verschwunden. Mostly Autumn klingen wieder wie früher, in den "guten, alten Zeiten". Und los geht es auch gleich mit dem besten Stück des neuen Albums. "Fading Colours" ist ein Sympho-Rock-Folk-Knaller wie er typischer für diese Band nicht sein könnte... elegische, hymnische Gitarren, breitwandige Keyboards, Flöten, Geigen, straightes Drumming und der Doppel-Lead-Gesang von Heather Findlay und Bryan Josh. So wollen die Fans ihre Lieblinge hören... Mit "Half A World" legen Mostly Autumn dann auch gleich noch die Pflicht-Ballade, ganz getragen von Heather Findlays großartiger Stimme, nach.

So weit, so gelungen... dann läßt das Album allerdings schon ein bisschen nach. Mit "Pocket Watch" und "Blue Light" (einer von immerhin vier Songs, die von Neu-Voll-Bandmitglied Chris Johnson beigesteuert wurden) kommen etwas schwächere, im Falle von "Blue Light" sogar ein leicht experimenteller Song (man hört eben, das hier ein neuer Songschreiber am Werke ist). Die folgenden Songs sind alle nett, im typischen Mostly Autumn-Sound gehalten und insofern okay, wenn auch keine Überflieger. Obwohl "Walk With A Storm" schon nochmal ein Sympho-Rocker erster Güte ist und hier Bryan Josh sein Solo mal etwas anders, deutlich rockiger, anlegt. Mit dem Abschluß "Dreaming" wird es nochmals etwas ungewöhnlicher, schon weil Bryan Josh hier einen CCR-Part (oder besser: Es klingt wie eine meiner Lieblingsbands, die Brandos, aber wer kennt die schon...) eingebaut hat und Mostly Autumn richtig abrocken und das auch noch gekonnt.

Die streng limitierte (hier nochmals die Zahl: 2.333 ...ich frage mich, wieviel Stück Mostly Autumn so normalerweise von einem Album verkaufen...) Bonus-CD ist eine nette Beigabe und Mostly Autumn-Fans sollten in jedem Fall schauen, sich das Teil zu besorgen. "Normalos" geht sicherlich nicht viel verloren, wenn sie sich "nur" die Einzel-CD zulegen. Allerdings ist mit "Further From Home" ein ganz starker Song auf der Bonus-CD, der sich mit den Bandklassikern wie "Spirit Of Atumn Past" oder "Mother Nature" durchaus messen kann. Dieser Song ist sicherlich das stärkste Argument für die Doppel-CD-Ausgabe. Dazu vielleicht noch das von wiederum von Chris Johnson geschriebene (und in diesem Fall auch gesungene) "Science And Machinery", welches natürlich wieder einen anderen, als den typischen Mostly Autumn-Sound bietet. Allerdings könnte sich so eine organische Weiterentwicklung des Bandklangs anhören (im Gegensatz zu den künstlichen Rock-Ambitionen der vorigen Alben).

Die Band hat sich wieder ein bisschen verändert. Keyboarder Iain Jennings ist nicht mehr mit an Bord, was allerdings nicht weiter auffällt, da Bryan Josh und Chris Johnson anscheinend genug typische Sounds gespeichert haben und das Keyboard-Spielen auch gut beherrschen. Chris Johnson, der schon früher im Mostly Autumn-Umfeld aufgetaucht war (meist als Background-Sänger), ist nun Voll-Mitglied und steigt gleich groß ein, als Sänger, Keyboarder, Gitarrist und – wie gesagt – auch als Songwriter. Gelungen ist auch, dass neben Dauergast Troy Donockley (Iona) mit Peter Knight wieder ein Violinist an Bord ist. So gibt es erstmals seit den seligen Zeiten eines Ben Faulds wieder ausladende Geigen-Soli zu hören, welche die Songs deutlich veredeln (vor allem die gelungene Ballade "Find The Sun"). Einen hervorragenden Beitrag leistet auch Gast-Hammond-Spieler David Moore. Wenn er in die Tasten haut klingt es gleich schön klassisch-erdig, was natürlich gut zum Sympho-Sound von Mostly Autumn paßt.

Fazit: Nach dem Durchhänger des Vorgänger-Studio-Albums scheinen sich Mostly Autumn wieder auf ihre Stärken besonnen zu haben. Für Fans ist dies in jedem Fall ein tolles Album geworden. Wer bisher nicht viel mit der Band anfangen konnte, wird hier auch nichts begeisterndes finden.

Die Doppel-CD ist nur über die Website von Mostly Autumn Records (siehe Labellink) erhältlich. Die Einzel-CD, welche dann auch im normalen Versandhandel erhältlich sein dürfte, ist für Frühjahr 2007 angekündigt.

Anspieltipp(s): Fading Colours, Half A World
Vergleichbar mit: Mostly Atumn vor "Passengers"
Veröffentlicht am: 28.12.2006
Letzte Änderung: 1.3.2014
Wertung: 10/15

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Von: Henning Mangold @ (Rezension 2 von 3)


Die Entwicklung dieser Band verfolge ich seit Jahren sozusagen mit Argusaugen. Das liegt vor allem daran, weil Mostly Autumn durch ihre Labelwechsel immer wieder in die Situation gerieten, sich behaupten und zugleich bewahren zu müssen: sie wechselten dereinst von Cyclops zu CRL, weil dort der Vertrieb besser sei; dieser erwies sich denn auch offenbar als so gut, dass er die Band gleich ganz 'vertrieben' hat - Nach einer Flut von Anthologien, Livealben, DVDs und nur einem 'richtigen' neuen Album ("Passengers") sowie einem 'halben' ("Lord of the Rings") flüchtete sie in die ruhigere Eigenproduktion, die sich dann wieder als so ruhig zu erwiesen schien, dass ihr Album "Storms over still water" lange angekündigt wurde, aber ebenso lange nur über die Band-Website erhältlich war. Als es schließlich die üblichen Verkaufswege erreichte, mag es mancher Fan schlichtweg vergessen haben, obwohl es ziemlich gut gelungen war: es 'proggte' nämlich wieder so richtig, so dass meine früheren Bedenken, die Band könnte im Folk-Kitsch versinken, gegenstandslos wurden.

Gut ein Jahr später gibt es nun mit "Heart full of sky" das zweite unabhängig produzierte Werk. Rein äußerlich fällt daran auf: Es enthält ebenso viele Titel wie der Vorgänger, kommt dabei aber auf fast eine Viertelstunde mehr Laufzeit: Hinweis auf noch ausladendere Proggigkeit? - Wir werden sehen und hören. Eine andere Äußerlichkeit ist das Cover, das schon wieder so ähnlich aussieht wie die zwei letzten (es enthält nur weniger Rot). Nicht gerade geschickt eingefädelt scheint mir das zu sein: würden die Alben der Band in ganz normalen Läden stehen, unterschieden sie sich kaum voneinander, so dass der Zufallskäufer denken könnte, er bräuchte höchstens eins von den drei neueren, denn die würden einander schon ziemlich ähnlich sein...;-).

Kommen wir zum musikalischen Inhalt. Ich finde das Album ziemlich durchwachsen, was damit zu tun hat, dass ein gewisser Chris Johnson, der auf dem "Storms"-Album nur Background-Sänger gewesen war, jetzt aufgestiegen ist und in etwa die gleichen Instrumente spielt wie Bryan Josh. Fast könnte man argwöhnen, er wolle dessen Job:-) - Aber tatsächlich ersetzt er Iain Jennings, und wie kürzlich zu erfahren war, wird es bei diesem Wechsel nicht bleiben: Auch Liam Davison und Andy Smith haben ihren Ausstieg angekündigt. Verbuchen wir das lieber erstmal unter 'Zukunftsmusik'. Johnson jedenfalls hat auch schon zwei Titel des neuen Albums allein geschrieben ("Blue light"; "Silver glass"). Schon beim ersten Hören hätte ich schwören können: Die sind nicht von der Band, wie wir sie bisher kennen. Sie klingen wie die Stilübung einer anderen Band zum Thema "Mostly Autumn". Der erstgenannte Song ist eine im Anfangsteil etwas zu sanfte Easy-Ballade, der zweite gibt sich zunächst wohltuend minimalistisch mit Piano, bekommt dann aber einen schlicht-schleppenden Kuschelrock-Rhythmus. Zum Glück fallen diese Songs im Kontext der anderen nicht so schlimm auf (sie scheinen die jeweils folgenden geradezu einzuleiten), aber ich halte sie für Ausfälle und hätte das Album lieber um diese zehn Minuten gekürzt genossen. Dann hätte das Album eine ganz abgerundete Normallänge gehabt, was ihm besser bekommen wäre. Andererseits will man ja auch Neumitgliedern mal eine Chance geben, und ich denke, der Chris Johnson wird seinen Stil mit der Zeit noch etwas reifen lassen.

Im Kontrast dazu nun die Highlights: der Opener "Fading colours" ist schon mal klasse, da kann sich Liam Davison an seiner Slide Guitar austoben. Der folgende Song "Half a world" von Heather Findlay ist wieder einer von den Findlay-Songs seit "Passengers", der sofort als gelungene Single durchkäme, ohne dass er deswegen zu wenig Niveau hätte. Der Knüller des ganzen Albums ist "Walk with a storm" von Josh; der Song klingt, wie sein Titel erwarten lässt: kräftig, symphonisch, mit erdenschwerem Drive. Welchen Song auch immer Ihr, liebe Leser, für den bisher besten der Band haltet - dieser ist garantiert nicht schwächer.

Dann wäre "Broken" zu erwähnen: fast minimalistisch-lyrisch, aber mit enormem Subtil-Gewicht, einfach hypnotisierend; dann der Schluss mit "Further from home", das ein paar Textzeilen des Openers (mit Anspielung auf den 'Zauberer von Oz') leicht abgewandelt wiederholt und darin andeutet, dass Josh in der Trauer über den Tod des Vaters mittlerweile das Stadium des Gehen-Lassens erreicht hat: "So he died alone, the moment gone and the heartbreak is dying away in the sky. And he's nowhere near Kansas anymore, somewhere over the rainbow". Und schließlich der endgültige Schluss mit "Dreaming" bringt trotz flotter äußerer Form noch einmal die Gewichtigkeit des Mostly-Autumn-Sounds auf den Punkt (wie immer am Schluss ihrer Alben).

Und dann gibt es noch die ambivalenten Elemente des Albums; das sind die, in denen Neues ausprobiert wird, aber nicht alles davon überzeugt:

"Pocket watch" kommt fast mit einem gewissen Southern-Rock-Feeling daher, das so gar nicht zu Mostly Autumn passen will, selbst manche Textzeilen wirken ungewohnt sperrig ("We've got Clint Eastwood and he's going to blow the suckers away - it's really going to make his day"): Mr. Josh, schauen Sie sich ruhig mal neuere Eastwood-Filme an, die sind seit über zehn Jahren ganz anders, als es das Klischee will...:-).

Oder "Ghost": Josh hat den Song zwar allein geschrieben, aber er zerfällt in zwei Teile - Josh leitet ein und Heather Findlay bringt eine Art Refrain dazu, der sich für meinen Geschmack mit der floydigen Josh-Einleitung ziemlich beißt. Das ist wie Öl und Wasser - Offenbar gibt es auch innerhalb von Mostly Autumn unvereinbare Gegensätze?

Seltsam fällt mir noch "Find the sun" auf: das ist ein Song von der eher minimalistischen Art, aber mit einem sehr selbstbewussten Violin-Einsatz von Peter Knight (der früher bei Steeleye Span mitgewirkt hat). Dieser Song ist der vielleicht ungewöhnlichste des Albums; beim ersten Hören habe ich ihn eher abgelehnt, aber er wächst allmählich im Ohr.

Und die Moral von der Geschicht? Na ja, es gibt keine. Dieses Album ist zweifellos sehr ambitioniert, es ist glaubwürdig und streckenweise sehr proggig, aber zuweilen scheint es einen inneren Publish-Or-Perish-Druck auszustrahlen, der sich im gewollt Bemühten zu erkennen gibt. Hätte sich die Band noch ein Jahr mehr Zeit damit gelassen, wäre das Album sicher nicht nur glaubwürdig, sondern vollends überzeugend ausgefallen. Aber wie gesagt: Publish or perish - vor allem nach einer so wechselhaften Vertriebs-Geschichte der vergangenen Jahre. Fans der Band werden sicherlich kaum enttäuscht sein und müssen das Album haben (ich selbst wäre auch nie im Leben daran vorbeigekommen), aber denjenigen, die "Storms over still waters" verpasst haben sollten, kann ich nur sagen: das war noch ein ganz kleines bisschen kerniger als dieses.

PS: Über die Band-Website ist das Album auch in einer Doppel-Version mit 2 CDs erhältlich - Ob hier eine Art 'Marillion-Marketing' Einzug hält, weiß ich nicht zu beurteilen; mir liegt nur die Einzel-CD vor.

Anspieltipp(s): "Walk with a storm" für die, die es deftig mögen; "Broken" für die Feinschmecker...
Vergleichbar mit: Es kommt mir vor wie eine faserigere Version von "Storms over still waters"...
Veröffentlicht am: 13.2.2007
Letzte Änderung: 1.3.2014
Wertung: 9/15
Wenn ich die erwähnten Problemstellen mal wegrechne, bleibt immer noch eine Spieldauer von etwa 45 Minuten, und diesem "Rest" würde ich ohne Zögern 11 Punkte geben.

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Vorab dieses: ich besitze die normale CD mit 11 Songs und nicht mit nur 10 wie von Kollege Thomas angegeben. Ob die Doppel-CD eine andere Songreihenfolge hat ist mir leider nicht bekannt. Es scheint mir aber, als ob FURTHER FROM HOME sich bei der DO-CD erst auf der zweiten CD befindet und nicht wie bei mir an 10. Stelle der ersten CD.

Mostly Autumn hatten immer wieder mal Personalwechsel. Das war auch bei diesem Album nicht anders. Heute wissen wir, dass diese Wechsel der Band nach 2006 geschadet haben. Josh als Hauptkomponist sind einfach die Ideen ausgegangen und die anderen Bandmitglieder hatten wahrscheinlich nie welche. Außer mal Heather Findlay, die aber nach diesem Album bereits durch Olivia Sparnenn ersetzt wurde. So wurde dieses Album das letzte, das man noch empfehlen kann.

Bereits zu Beginn kommt ein großartiger Song von über 8 Minuten und haut erst mal alles raus. Toller Einstieg für die Band. FADING COLOURS vereint alles, was der MA-Fan liebt. Findlays wunderbare Stimme leitet den Song ein, Keyboards kommen recht bedrohlich dazu und dann knallt die Gitarre rein und treibt mit Bass und Schlagzeug einen richtigen Kracher vor sich her. Der hymnische Refrain passt dazu, genau wie der Schluss. Dieser dauert recht lange, mit schöner A-Gitarre und schwebenden Keys. Im Anschluss an diesen harten Song kommt dann natürlich eine Ballade, geschrieben von Findlay und auch von ihr interpretiert. Auch das darauf folgende, lärmige POCKET WATCH mit seiner Schrammelgitarre passt.

BLUE LIGHT ist einer von 2 Songs, die vom neuen Keyboarder Chris Johnson geschrieben wurden. Der Song ist ruhig, besitzt aber etwas viel Pathos. Der andere Song von ihm heißt SILVER GLASS und ist ebenfalls eine Ballade. Diese ist besser und kann mit seinem ruhigen Pianospiel und seiner wunderschönen Sologitarre im Mittelteil voll überzeugen. Dass MA mit Johnson einen zusätzlichen Komponisten in ihren Reihen haben tut diesem Album gut. Josh ist zwar auch ein guter Komponist, aber bereits hier nicht mehr so innovativ. Man kennt seinen Stil halt und seine Ideen sind doch schon ein bisschen verbraucht.

Mit einem folkloristischen Mittelteil kommt dann WALK WITH A STORM. Josh tobt sich hier richtig aus. Der Song beginnt als Midtemposong, steigert sich dann zu einem krachenden Rocker und lässt die Violine jubilieren. Mit dominierender Violine kommt auch FIND THE SUN daher. Wunderschöne Melodie, von Findlay herrlich interpretiert.

GHOST beginnt mit hektischem Rhythmus, verstört dann mit seinem bombastischen Refrain und ist der schwächste Song des Albums. BROKEN ist ein anderes Kaliber: beginnt mit Klavier und Findlays Stimme in einer friedvollen Stimmung. MA zerstören die Atmosphäre hier nicht mit einem Gitarrenausbruch, sondern geben dem Song genug Luft und Freiraum, um seine ganze Schönheit zu entfalten.

In FURTHER FROM HOME wird das Thema des Openers wieder aufgenommen, wenn auch leicht umgewandelt. Das klingt gut und hebt die Stimmung. Und mit DREAMING klingt das Album härter aus. Ich habe zwar ab und zu das Gefühl, als seien einige Motive schon mal benutzt worden. Trotzdem kommt die Musik hier mit voller Kraft aus den Boxen und das macht einfach Laune.

Das Album ist empfehlenswert für Fans der Band und alle, welche die Welt der frühen MA entdecken wollen. Wer eine schöne weibliche Stimme mag und sich nicht an gelegentlichen Gitarrenausbrüchen stört, dem kann man den Kauf nur empfehlen.

Was MA nach 2006 noch veröffentlicht haben, hat diese Qualität nicht mehr.

Anspieltipp(s): Fading colours, Further from home, Silver glass
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.2.2016
Letzte Änderung: 19.4.2017
Wertung: 11/15
Von nun an gings bergab......

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mostly Autumn

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1998 For All We Shared 10.00 1
1999 The Spirit Of Autumn Past 12.00 1
2001 The Last Bright Light 12.00 1
2001 The Story So Far 9.00 1
2001 (Music inspired by) The Lord Of The Rings 10.00 1
2001 The story so far (DVD) 9.00 1
2003 At the Grand Opera House (DVD) 10.00 1
2003 The next chapter (DVD) 5.00 1
2003 Passengers 10.00 2
2004 The V-Shows (DVD) 10.00 1
2004 Pink Floyd Revisited (DVD) 12.00 1
2005 Storms Over Still Water 8.00 1
2006 Storms Over London Town 8.00 1
2008 Glass Shadows 7.00 2
2010 Go well Diamond Heart 8.00 1
2012 The Ghost Moon Orchestra 5.00 1
2017 Sight of Day 8.00 1

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