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The Enid

Aerie Faerie Nonsense

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978 (1984 neu eingespielt)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog
Label: Honeybee (später bei Enidsongs)
Durchschnittswertung: 9/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Robert John Godfrey Keyboards
Stephen Stewart Guitars and Bass
Francis Lickerish Guitars
Glen Tollet Bass (1978)
Chris North Drums and Percussion
Dave Storey Drums and Percussion
Terry Pack Bass (1984)

Tracklist

Disc 1
1. A Heroe's Life   (Trackliste der Neueinspielung) 7:07
2. Ondine 3:47
3. Interlude 0:57
4. Bridal Dance 6:37
5. Fand - 1st Movement

1. Part 1: The Isle of Brooding Solitude 2:57
2. Part 2: The Silver Ship - Landfall 5:02
3. Part 3: The Grand Loving 9:37

6. Fand - 2nd Movement

1. Love/Death... The Immolation of Fand 12:07

Gesamtlaufzeit48:11
Disc 2
1. Prelude   (Trackliste des Originals) 0:55
2. Mayday Galliard 6:35
3. Ondine 4:00
4. Childe Roland 7:04
5. Song Of Fand

1. 1st Movement
2. 2nd Movement

17:38
Gesamtlaufzeit36:12


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 3)


Genauso wie das Enid-Debut "In The Region Of The Summer Stars", erschien auch ihr zweites Werk "Aerie Faerie Nonsense" auf einem Unterlabel der EMI, diesmal bei Honeybee. Und auch um dieses Album kam es mit der EMI zum Streit, so dass sich The Enid entschieden, es 1984 erneut aufzunehmen. Die Unterschiede zur Original-Version, die man als LP sicherlich noch in Gebrauchtplattenläden finden kann, sind diesmal wohl nicht so groß. Die Songreihenfolge wurde zwar verändert, die Liedlängen sind aber recht ähnlich geblieben. Wenn man einmal von "Fand" absieht. Dieses ist das zentrale Werk in der Enid-Historie. Für die erste CD-Veröffentlichung wurde es grundlegend überarbeitet, wobei sich die Länge fast verdoppelte.

Das Album wurde mehrfach neu aufgelegt und existiert mit den unterschiedlichsten Coverbildern. Ich habe oben das Cover der Original-LP (wie ich hoffe) und meiner CD-Ausgabe zusammengestellt. Desweiteren existiert die CD mit unterschiedlichen Bonustracks. Bei mir ist keiner drauf, aber es gibt auch eine Ausgabe mit einer 1999er-Version von "Fand".

Auf dem Album wird die Geschichte des jungen Ritters Roland und seinen Abenteuern erzählt. Passend zu diesem romantischen Stoff treiben Robert John Godfrey und seine Mitstreiter den auf ihrem Debut entwickelten Stil des Imitierens eines klassischen Orchesters auf die Spitze. Dabei verfolgen sie einen ganz anderen Ansatz als beispielsweise ein Rick Wakeman mit seiner "King Arthur"-Adaption. Godfrey, der eine klassische Kompositionsausbildung genossen hat, erschafft hier Werke, die den Geist der Romantik atmen. Immer wieder meint man Anklänge an Wagner, Elgar, Rachmaninov und andere zu vernehmen - und doch ist alles von Godfrey komponiert. Zur Interpretation wird kein Orchester herangezogen, sondern die Band imitiert dieses mit Keyboards, Gitarren und Schlagzeug. Die Musik ist dabei keineswegs auf Godfreys Tastenspiel zugeschnitten, alle kommen zu ihrem Recht, nur das Endergebnis zählt.

Die Musik deckt alle Spielarten und Stimmungen ab, angefangen vom dramatischen "A heroe's life", über das ätherische "Ondine" bis zum burlesken "Bridal dance". Den Hautteil des Albums nimmt jedoch das großartige "Fand" ein. Es wurde duch die symphonische Dichtung "The Garden Of Fand" von Arnold Bax (1883-1953) inspiriert. Hier ziehen The Enid alle Register, das Stück steht ganz in der Tradition von Richard Strauss und seinen Tondichtungen. Der erste, dreifach unterteilte Satz rekapituliert das vorher gebotene noch einmal, der zweite Satz hingegen ist stark auf die "Streicher" zugeschnitten, ist quasi mit einem langsam fließenden Adagio vergleichbar, und mündet in ein großes Finale.

The Enid haben das Problem, zwischen den Stühlen zu sitzen. Den Klassikfreunden wird die Interpretation mit elektrischen Instrumenten aufstoßen. Die Freunde der Rockmusik hingegen könnten sich an der klassichen Ausrichtung und dem Fehlen jeglicher Rockelemente stören. Dennoch waren The Enid zu ihrer Zeit überraschend erfolgreich (und das in Zeiten des Punk!) und auch heute lohnt es sich, ihre Musik wieder zu entdecken.

Anspieltipp(s): A heroe's life, Fand
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.1.2007
Letzte Änderung: 1.1.2007
Wertung: 13/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


Warum sollte man versuchen die Klänge eines Symphonieorchesters mittels elektronischer oder elektrisch verstärkter oder verfremdeter Tonerzeuger zu imitieren? Nun, eine der zentralen Charakteristika des Prog ist wohl gerade dieses, der Versuch die komplexen Kompositionen der "echten" Kunstmusik in Rockgefilde zu übertragen, für eine Rockbesetzung zu adaptieren, oder mit anderen, eben rockmusikalischen Mitteln Vergleichbares zu schaffen. Nicht von ungefähr spricht man im Zusammenhang mit Prog häufig von symphonisch-progressiver Rockmusik, was auch fast als Kurzdefinition unseres Genres dienen könnte.

The Enid bzw. Robert John Godfrey treiben es in dieser Beziehung auf die Spitze und ihr zweites Album "Aerie Faerie Nonsense" ist da sicher exemplarisch. Die ausladenden Stücke sind gezielt darauf ausgelegt ein Orchester zu imitieren. Echte Rockschemen gibt es kaum zu hören, nur selten, im einleitenden "A Heroe' s Life" und zu Beginn von "The Grand Loving", gibt es z.B. ein Rockschlagzeug zu hören. Vermittels diverser, mehr oder weniger passend Streicher- bzw. Bläserklänge nachahmender Tasteninstrumente, jubilierender E-Gitarrenlinien und einer meist aus Pauken und Becken bestehenden Perkussion ahmt die Band vielmehr klassische Orchesterklänge nach, die man grob als "neoromantisch" bezeichnen könnte. Neben den schon von Thomas weiter oben genannten Wagner, Elgar, Rachmaninov, Strauss und Bax sind es ganz allgemein die englischen Symphoniker des 20sten Jahrhunderts wie Vaughan-Williams, Walton und Bliss (zu denen natürlich auch Elgar und Bax zählen), von deren Kompositionen man hier immer wieder Versatzstücke zu hören vermeint. Dazu kommen ein paar impressionistische Einsprengsel à la Ravel und Debussy. Vor dem Komponieren von "Fand" scheint sich Godfrey allerdings sehr ausführlich mit Mahler, insbesondere dessen 2. Symphonie beschäftigt zu haben. Im Gegensatz zu meinem Vorschreiber finde ich schon, dass das Ganze sehr auf Godfreys Tasten zugeschnitten ist. Die Gitarren halten sich doch ziemlich zurück und vom Bass ist kaum etwas ausmachen.

Trotzdem machen die Briten (oder Godfrey) ihre Sache recht gut. Hier wird nicht direkt kopiert, sondern mit anderen Mitteln stilecht imitiert. Das Ergebnis ist durchaus abwechslungsreich und farbig, auch wenn die Musik nie wirklich einen eigenen Charakter bekommt. So richtig Gefallen kann ich an diesem Gebräu aber trotzdem nicht finden. Für meinen Geschmack ist "Aerie Faerie Nonsense" einfach zu süßlich ausgefallen, fehlen Ecken und Kanten, und viele der Tastenklänge der frühen 80er klingen doch ziemlich nach Plastik. Statt der 1999er Version von "Fand", die auf meiner CD-Version als Bonus zu finden ist und nicht so furchtbar anders klingt als die von 1984, würde ich gerne einmal die 6-7 Jahre ältere Originalversion hören, doch ist diese zur Zeit (stand Sommer 2009) nicht auf CD zu haben.

Wer braucht also eine solche Sammlung von klassisch-romantischen Orchesterimitationen? Wer wie der Rezensent eine größere Sammlung von Aufnahmen der Musik der weiter oben genannten Komponisten besitzt, den wird das hier Gebotene sicher (wie den Rezensenten) schnell langweilen. Wer von jenen noch nichts oder nur wenig kennt, der sollte sich an die Originale halten, falls er sich mehr davon zulegen möchte. Wer dagegen mit Klassik nicht viel am Hut hat, dem wird "Aerie Faerie Nonsense" zu symphonisch und "unrockig" sein. Wer allerdings glaubt, dass ihm ein melodisches, elektronisch-symphonisches Pseudoklassikpatchwork zusagen könnte, der sollte hier einmal reinhören. Ein Album von The Enid sollte der informierte Progger wohl sowieso kennen. "Aerie Faerie Nonsense" wäre da sicher keine schlechte Wahl!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.9.2009
Letzte Änderung: 30.12.2010
Wertung: 6/15
für die Neueinspielung

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 3 von 3)


Im Herbst 2010 wurde die im Sommer 1977 eingespielte Originalversion von "Aerie Faerie Nonsens" von der Band selbst remastert auf CD wieder veröffentlicht. Klang und Verpackung (inklusive Francis Lickerish "Fand"-Poem und einigen Anmerkungen zur Geschichte des Albums im Beiheft) sind erstklassig.

Der deutlichste Unterschied zur späteren, 1985 entstandenen Version ist der gewaltige Ausbau der "Fand"-Suite, die es im Original "nur" auf etwas über 17 Minuten brachte. Einige der Stücke bekamen zudem neue Namen. Aus dem "Prelude" wurde ein "Interlude", "Mayday Galliard" wurde zu "Bridal Dance" und "Childe Roland" zu "A Heroe's Life". Nur der Titel von "Odine" blieb unverändert.

Der Stil, der Charakter der Musik und auch das kompositorische Material sind auf beiden Versionen des Albums natürlich weitestgehend identisch. Ein klangvoller, sehr melodischer Symphoprog wird da geboten, der überaus eindeutig von den Kompositionen der klassischen Spät- und Neoromantik inspiriert ist. Dabei kommen typische Rockschemen über weite Strecken gar nicht mehr zum Einsatz, vielmehr werden ausladende, klassisch-orchestrale Abläufe imitiert.

Deutliche Unterschiede zwischen den beiden Versionen von "Aerie Faerie Nonsens" bestehen allerdings in klanglicher Hinsicht. Die Aufnahme von 1977 kommt deutlich wärmer und voller aus den Boxen. Der Mix ist klarer, Gitarre, Bass und Schlagzeug kommen viel besser zur Geltung und die verwendeten Klangfarben der Tasteninstrumente wirken farbiger und kräftiger (es klingt nicht nach 80er-Jahre-Plastiksound). Die neue Version ist alles in allem bombastischer und tastenlastiger, wirkt dabei aber seltsam flach und künstlich. Kurzum, die Produktion der alten Version ist einfach besser und natürlicher.

Ich kann mich zwar immer noch nicht so recht für diesen recht süßlichen Klassikimitatprog begeistern, doch kann man das Album jetzt ganz gut hören, ohne dass sich einem ständig die Zehennägel kräuseln. Wer daher also "Aerie Faerie Nonsens" und damit den typischen Sound von The Enid kennen lernen möchte, der sollte zur nun endlich auch auf CD erhältlichen Originalversion greifen, auch wenn diese deutlich kürzer ist!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.12.2010
Letzte Änderung: 27.4.2011
Wertung: 8/15
für das Original

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Enid

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 In The Region Of The Summer Stars 10.00 2
1979 Touch Me 12.00 1
1980 Six Pieces 10.00 1
1983 Live at Hammersmith 12.00 2
1983 Something Wicked This Way Comes 9.00 1
1984 The Spell 9.50 2
1985 Salome 12.00 1
1986 The Liverpool Album - 2
1988 The Seed and the Sower 6.00 1
1994 Tripping The Light Fantastic 7.00 1
1995 Sundialer 7.00 1
1998 White Goddess 9.00 1
2010 Live At Town Hall, Birmingham 11.00 1
2010 Journey's End Orchestrations 11.00 1
2010 Journey's End 11.00 2
2012 Invicta 11.00 1
2012 Live At Loreley 11.00 1
2014 First Light 12.00 1
2015 The Bridge 13.00 2
2015 The Bridge Show - Live At Union Chapel 12.00 1
2016 Dust 11.00 1
2017 The Music Of William Arkle and Other Recordings 9.00 1

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