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Ulan Bator

ego:echo

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000
Besonderheiten/Stil: Postrock; RIO / Avant
Label: Sonica / Les Disques du Soleil et de l'Acier
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Amaury Cambuzat Vocals, Guitars, Piano, Hammond, Harmonium, Wurlitzer, Mellotron
Olivier Manchion Bass, Casio, E-Bow, Loops, Electronics, Fender Rhodes, Voice
Matteo Dainese Drums, Percussion

Gastmusiker

Jean Hervé Peron Trumpet, French Horn (Track 8)
Michael Gira Voice (Track 8)

Tracklist

Disc 1
1. Hémisphère 8:42
2. Santa Lucia 6:14
3. Etoile Astre 4:32
4. Let go Ego! 16:10
5. Hiver 3:57
6. Selva 1:40
7. La Joueuse de Tambour 6:34
8. Soeur Violence 6:25
9. Echo 10:06
Gesamtlaufzeit64:20


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Im Sommer 1999 spielten Ulan Bator in Calenzano bei Florenz ihr viertes Studioalbum ein. Produziert wurde "ego:echo" von Michael Gira, dem ehemaligen Kopf der Swans. Ulan Bator kamen ursprünglich aus Paris (Amaury Cambuzat hat sich inzwischen ganz in Italien niedergelassen) und sorgten Mitte bis Ende der 90er mit ihrem brachialen Krach irgendwo im Grenzgebiet von Postrock, Alternative/Independent und Avantgarde in den entsprechenden Kreisen für einiges Aufsehen.

Mit ihrem vierten Album haben sich die drei Franzosen im Vergleich zum Vorgänger "Vegetal" deutlich weiterentwickelt, auch wenn sich an der kantigen, schräg-brachialen Grundausrichtung der Kompositionen nichts geändert hat. Feinnerviger ist die Musik geworden, etwas ruhiger, gemäßigter und klangvoller. Letzteres ist auch darauf zurückzuführen, dass die Band nun auch diverse Tastenistrumente einsetzt. "ego:echo" bietet elegisch dahinschreitende Postrockklänge, versehen mit seltsam unemotionalem Gesang in Französisch. Bestimmend sind nach wie vor E-Gitarre, Bass und Schlagzeug, die es ab und and ziemlich heftig krachen lassen, doch sorgen die Tasteninstrumente und diverse elektronische Sounds für klangliche Ausfüllung und Abwechslung. Mitunter spielen sie sich sogar in den Vordergrund und erzeugen so den einen oder anderen interessanten Effekt. Eine eigenartige, kantige und schroffe Unmelodiösität haftet dieser Musik an, eine melancholische Kälte, die den Hörer entweder faszinieren oder abstoßen wird.

Das lange "Let go ego!" ist eine typische Postrocknummer, die wie in Zeitlupe dahingleitet, sich langsam, ganz langsam steigert, um dann nach 10 Minuten ins klangliche Chaos aus krachenden und jaulenden Gitarren zu führen. Etwas anders gestrickt ist das einleitende "Hémisphère", welches die ganze Zeit verhalten-klangvoll dahinplätschert, um dann nach der fast geflüsterten Gesangseinlage ziemlich fröhlich (zum ersten und einzigen Mal auf der Scheibe) auszuklingen. Erwähnenswert sind noch der schräg-dröhnende zweite Teil von "Soeur Violence", in dem frippige Gitarrensounds, Trompeten- und Waldhornklänge und allerlei sonore Stimmeinlagen elektronisch verbacken minutenlang dahinwabern, das grandiose "La Joueuse De Tambour", einem sehr intensiven Stück mit fast dämonischem Gesang, effektvollem Hammondorgeleinsatz (einer Art schrägem Wabern) und einem sehr variantenreichen Schlagzeug, und schließlich das ziemlich kaputte "Echo", welches zu Beginn nur äußerst wüstes und verzerrtes, elektronisches Dröhnen und Heulen bietet, dann aber, nach einem sehr zerbrechlichen Mittelteil, in heftigsten Gitarren-, Bass- und Schlagzeugattacken ausklingt.

Wer abenteuerliches aus dem Bereich Postrock schätzt, der sollte hier einmal reinhören. Offenbar ist die Scheibe mit zwei verschiedenen Covern veröffentlicht worden. Meine CD ziert das obere der beiden oben gezeigten Coverbilder.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.2.2007
Letzte Änderung: 28.2.2007
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ulan Bator

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 Végétale 12.00 1
2002 OK:KO 8.00 1
2017 Stereolith 11.50 2

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