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It Bites

Once Around The World

(Siehe auch: Leitfaden "NeoProg der 80er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1988
Besonderheiten/Stil: Neoprog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Virgin
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Francis Dunnery GTR, Vocals
John Beck Keys, Backing Vocals
Dick Nolan Bass, Backing Vocals
Bob Dalton Drums, Backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Midnight 4.04
2. Kiss Like Judas 4.08
3. Yellow Christian 6.29
4. Rosemarie 3.33
5. Black December 3.50
6. Old Man And The Angel   (Full Length Version) 9.21
7. Hunting The Whale 4.46
8. Plastic Dreamer 3.53
9. Once Around The World 14.46
Gesamtlaufzeit54:50


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


Man darf sich nicht gleich abschrecken lassen. Wir befinden uns Ende der 80er Jahre. Prägten Anfang des Jahrzehnts noch wavige Elemente die Weiterentwicklung des Prog mit, so erklang ab Mitte des Jahrzehnts ein fetter Bombast-Pop, der zwar nicht mit käsigen, dünnen Synthies nervte, wohl aber mit süßlich-schwülstigen Keyboardfanfaren und Glöckchenklängen. So ein richtiger Wohlfühlsound, wenn man Invisible Touch von Genesis mag. Oder besser noch Level 42. Die ersten beiden Stücke gehen nämlich tatsächlich nicht über Level 42 hinaus. Man darf sich nicht abschrecken lassen.

Denn bereits Yellow Christian bietet mehr, ist ein entspannter hübsch gemachter Neoprog/ArtPop-Song mit Genesis-Anklängen. Danach gibt's jedoch erstmal wieder zwei Songs lang den Invisible Touch von Level 42 zu spüren... Man darf sich nicht abschrecken lassen. Denn auch das ist bei Lichte betrachtet ganz ganz feiner Pop - leider aus den späten 80ern.

Bei alledem: Francis Dunnery hat eine tolle Stimme, die in die Gabriel-Richtung geht, aber doch ganz eigenen charismatischen Charakter hat. Bei seinen Solo-Alben gefallen mir besonders die ruhigen, folkigen Sachen.

Der Longtrack Old Man and the Angel leidet zwar auch an diesem fetten 80er-Bombast-Pop-Sound, aber instrumental und in den Vokalarrangements gehen It Bites hier über das hinaus, was die Klassiker des Prog in jenen Jahren geboten haben. Jedenfalls gibt es bei Old Man and the Angel nicht nur Superpop zu hören, sondern endlich eine Mischung aus Pop, Artpop und Prog mit detailfreudigen Arrangements und sahnigen Melodien nebst einschmeichelndem Harmoniegesang. Hätte über weite Strecken auch Godley & Creme auf ihrem letzten Album gut zu Gesicht gestanden. Wobei: It Bites sind hier einfach besser!

Die folgenden beiden Nummern haben deutlich mehr Artpop-Appeal als die ersten Stücke des Albums. Ein bisschen 10cc, Beatles, Beach Boys und Paul Simon spielen hier mit rein. So richtig genial wird es dann nochmal bei dem abschließenden, neoproggigen Titelsong, bei dem lediglich das Finale etwas sehr süßlich-kitschig ausgefallen ist. Es sind letztlich natürlich die Longtracks, die dem Album seine Qualität verleihen.

Once Around the World ist in der ersten Hälfte fast durchgängig perfekter Pop, halbwegs nett zu hören, aber man kann ihn sich auch sparen. Grund für Punktabzug ist für Proggies mit 80ies-Allergie zudem der zeittypische Synthetik-Bombast-Sound. In der Kombination ist dies das große Manko der Scheibe.

Anspieltipp(s): Old Man and the Angel, Midnight
Vergleichbar mit: Level 42, Genesis, Godley & Creme
Veröffentlicht am: 10.8.2009
Letzte Änderung: 13.3.2012
Wertung: 9/15
ohne die meisten Songs der ersten Häfte und ohne nervige End-80er-Föhnwellen-Sounds hätten es locker 12-13 Punkte werden können

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Einmal um die Welt!

Das geht es zumindest in Bezug auf stilistische Vielfalt mit diesem Album nicht. Ist aber völlig Wurscht! Kann man das Debutalbum treffend als zart angeprogten Pop bezeichnen, so haben wir hier teilweise eine Fortsetzung, in der zweiten Hälfte des Albums aber auch auch eine deutliche Weiterentwicklung des Stils, der nun auch progtypische Elemente wie longtracks, holprige Rhythmen, komplexere Songstrukturen, instrumentale Interludien und mehrstimmige Gesangseinlagen beinhaltet. Und dennoch bleiben die Kompositionen sehr poppig, sehr locker-flockig, zugänglich. Hier gelingt die perfekte Symbiose aus 70er Jahre Progzutaten und 80er Jahre Pop.

Die erste Hälfte macht zwar im Wesentlichen da weiter, wo man zwei Jahre zuvor aufgehört hat. Wer dort Spass hatte, der hat ihn hier aber nicht minder. "Midnight" klingt nach Level 42, "Kiss Like Judas" hat einen Groove wie "Everybody wants to rule the World" (Tears for Fears), "Rose Marie" rockt was das Zeug hält und "Black December" erinnert an einigen Stellen an Sting und rockt ebenfalls. Das ist alles "Spassmach"-CrossoverProg für Sommerabende. "Yellow Christian" ist der erste etwas längere Track. Ein ruhiger, wiegender Rhythmus, kleinere Gitarrensoli und mitunter ein Krummtakt lassen aufhorchen.

"Hunting the Whale" ist ebenfalls eine ruhige Nummer, die im Refrain ein wenig an Pendragon erinnert. Etwas sehr süsslich, aber ganz nett. "Plastic Dreamer" erinnert an ein Kinderlied: eine Spieluhr-artige Melodie (wer kennt "Santa Claus is comin`to Town" von Bruce Springsteen?), dann entwickelt sich das Stück zu einem abwechslungsreichen bombastischen Poprocker. Die Highlights des Albums sind die beiden Longtracks "The Old Man and the Angel" und das Titelstück. Hier wird beinahe perfekt der Geist der 80er Jahre mit Neoprog verschmolzen. Eingängige Melodien, dichte und abwechslungsreiche Arrangements, mal 15/16-Takt, vielschichte Instrumentierung, starker Gesang; sehr kurzweilige Kompositionen mit langer Halbwertszeit.

"Once around the World" ist das beste Popprog-Album, das ich kenne.

Anspieltipp(s): Once Around The World, Plastic Dreamer
Vergleichbar mit: siehe oben
Veröffentlicht am: 15.3.2012
Letzte Änderung: 15.3.2012
Wertung: 10/15
die zweite Hälfte bis 12

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von It Bites

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1986 The Big Lad In The Windmill 4.00 4
1989 Eat me in St Louis 10.00 2
2003 Live In Montreux - 1
2007 When The Lights Go Down 10.00 1
2008 The Tall Ships 7.33 3
2011 It Happened One Night 8.00 1
2012 Map Of The Past 9.00 2

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