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Various Artists

Canterbury and beyond - Selected Runes from the Cuneiform Catalogue

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000
Besonderheiten/Stil: Canterbury; RIO / Avant
Label: Cuneiform
Durchschnittswertung: keine Wertung (2 Rezensionen)

Tracklist

Disc 1
1. Hughscore - Was A Friend 7:05
2. Volapük - Voilà Pük 2:39
3. George Cartwright - Surprise! Surprise! 4:10
4. Delivery - Home Made Ruin 3:23
5. Soft Machine - Moon In June 6:55
6. Elton Dean - Neo-Caliban Grides 6:53
7. Univers Zero - L'Oubli 1:46
8. Dr.Nerve - At Last The Hand, Shifting 3:47
9. Dave Kerman's 5UU's - Half-Akin To Gladsome 1:44
10. Gilgamesh - Lady And Friend 4:06
11. Piero Milesi - Volti Riflessi 4:13
12. Thinking Plague - Dead Silence 4:00
13. Happy Family - The Picture Book 6:29
14. Blast - One Pair 2:30
15. Gary Windo - Patience 2:23
16. Djam Karet - 8:15 - No Safe Place 4:42
17. Mother Mallard - Train 6:50
Gesamtlaufzeit73:35


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Das amerikanische Cuneiform Label ist für zweierlei Dinge bekannt: zum einen gräbt Labelboss Steve Feigenbaum immer wieder unveröffentlichte oder schon lange der Wiederveröffentlichung harrende Aufnahmen legendärer Künstler aus, zum anderen bietet sein Label ein Forum für aufregende Avantgarde-Musiker im Grenzbereich zwischen Rock/Prog, Jazz, Klassik und elektronischer Musik. Von daher gibt es im inzwischen wirklich umfangreichen Cuneiform-Katalog viel Lohnenswertes zu entdecken, und allen, die sich bis jetzt nicht so recht in dieses Abenteuer stürzen wollten, bietet der vorliegende, in Zusammenarbeit mit dem deutschen Magazin Jazzthetic entstandene Low-Price-Sampler eine ebenso behutsame wie vielfältige Safari ins Herz der Dunkelheit an. Vorweg: eine günstigere und vielversprechende Gelegenheit für Abenteuerlustige, Neues zu entdecken, kann man sich kaum wünschen.

Canterbury...

Ein Schwerpunkt bei Cuneiform liegt auf Neu- und Wiederveröffentlichungen im Bereich Canterbury, jener jazzig-verspielten Spielart des Prog, wie sie von Bands wie "Soft Machine", "Caravan" etc. vertreten wird (der Name Canterbury kommt daher, dass in fast allen der Stilart zugerechneten Bands Hauptmitglieder aus der Gegend um Canterbury stammen; da hier fast jeder irgendwann mal mit fast jedem anderen zusammengespielt hat, ergibt sich ein komplexes Geflecht von verbundenen/verwandten Bands; mehr Infos zur Canterbury-Szene gibt es z.B. auf der Calyx-Website).

Natürlich dürfen auf dem sogar entsprechend benannten Sampler Beispiele für Canterbury-(Wieder)veröffentlichungen aus dem Cuneiform-Katalog nicht fehlen. Den Anfang machen "Delivery", die eigentlich den typischen Canterbury-Stil noch gar nicht pflegen, sondern bluesigen Rock mit Sängerin Typ Bluesröhre (a la Inga Rumpf oder Janis Joplin) spielen. Aber diese Band und ihr 1970 erschienenes Album "Home Made Ruin", von dem der vorliegende Track stammt, war eine Urzelle der Canterbury-Bewegung, da hier einige der Hauptfiguren schon versammelt waren, wie Pip Pyle ("Hatfield And The North", "National Health"), Phil Miller ("Matching Mole", "National Health") oder Roy Babbington ("Soft Machine"). Natürlich sind auch "Soft Machine" selbst auf dem Sampler vertreten, mit einem Track des exzellenten, auch auf diesen Seiten besprochenen Livemitschnitts "Noisette".

A propos "Soft Machine": Elton Deans freejazziger Workout "Neo Caliban Grides" fand in seiner Zeit bei "Soft Machine" auch Eingang in deren Live-Set (siehe "Virtually"). Hier findet es sich in der Version von seinem, bei Cuneiform wiederveröffentlichten ersten Solo-Album "Just Us", allerdings auch eingespielt mit jede Menge Mitstreitern aus dem "Soft Machine"-Umfeld (Mike Ratledge, Phil Howard, Roy Babbington). Eine weitere Canterbury-Band sind Alan Gowens (später Mitgründer "National Health") "Gilgamesh". Die Cuneiform-CD "Arring Twice" versammelt bis dato unveröffentlichte "Gilgamesh"-Aufnahmen von 1973-75 aus der Zeit vor dem ersten Album der Band; hier wird dieses Album durch "Lady And Friend" vertreten, eine typische jazzige Nummer mit ausgedehnten Improvisationen, allerdings deutlich energischer als die später aufgenommene Version des gleichen Songs für das Album "Gilgamesh".

...and beyond

Den Brückenschlag vom klassischen Canterbury zu den moderneren Sounds des Samplers besorgt kein geringerer als Hugh Hopper, langjähriger "Soft Machine"-Bassist. Sein Projekt "Hughscore" überrascht mit jazzigen, sehr atmosphärischen und modernen TripHop-Klängen (übrigens u.a. mit Elton Dean am Sax). Danach das französische Trio (Percussion, Klarinetten, Cello) "Volapük", mit ihrem faszinierenden, burlesken Ethno-Avantgarde-Sound. Dann der Saxophonist George Cartwright mit einer fast schwülen BigBand-Nummer, der man die Herkunft aus dem amerikanischen Süden bewusst anhören soll (das zugehörige Album heisst "The Memphis Years").

Und damit ist die Bandbreite des präsentierten Sounds noch lange nicht ausgelotet: "Univers Zeros düsterer Kammerprog trifft auf Piero Milesis elektronische Musik trifft auf den japanischen Monster-Heavy-Zeuhl von "Happy Family" trifft auf die ruhigen elektronischen Klangcollagen von "Djam Karet" trifft auf die nervös-schrägen RIO von Bands wie "Thinking Plague", "Blast" oder "Dr.Nerve" trifft auf die düsteren Visionen des "5 UU's"-Masterminds Dave Kerman trifft auf die spacigen Moog-Synthesizer Pioniere "Mother Mallard's Portable Masterpiece".

Also, wer sich bis jetzt - aus welchen Gründen auch immer - noch nicht so recht an die Avant-Prog-Bands aus dem Cuneiform-Reich herangetraut hat, sollte hier auf jeden Fall zugreifen; dies ist Musik, die den Kopf ebenso wie den Bauch bedient. Bei der präsentierten Bandbreite sollte eigentlich für jeden etwas dabei sein, der sich mit anspruchsvoller, aber lohnenswerter Musik beschäftigen möchte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.5.2002
Letzte Änderung: 7.5.2002
Wertung: keine keine Note; aber eine herzliche Empfehlung!

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 2 von 2)


Vielleicht hilft es der Verbreitung dieser Musik, wenn sich an dieser Stelle noch eine zweite Stimme erhebt, um sie zu loben. Das tue ich hier mit drei Ausrufungszeichen!!!

Da vorstehend die musikalische Seite jedoch bereits ausführlich gewürdigt wurde, will ich dazu nichts weiter sagen. Anders verhält es sich mit den Liner Notes, die der CD beigegeben sind. Obwohl sich die babyblauen Rezensionen in erster Linie mit Klängen und nicht mit Texten befassen, gebietet es die Wahrheitsliebe darauf hinzuweisen, daß der Leser im Booklet mehr über die Cuneiform-Prinzipien erfährt, als er womöglich jemals wissen wollte. Dieses Label hat nämlich keine Richtung, sondern "bestenfalls eine Ausdehnung", und die ist immerhin "kosmisch". Cuneiform will zwar "nirgendwo ansetzen", aber "überall präsent sein". Es hat sich vorgenommen "zu schweben und doch untilgbare Spuren zu hinterlassen". Nebenbei will es sich außerdem noch "in den harten Stein der Geschichte gravieren" und den Rezipienten dabei am "System der permanenten Schöpfung" partizipieren lassen. Für den Hörer bedeutet das Einlegen einer CD ohnehin schon die Teilhabe an einer "außergewöhnlichen Transsubstitution". Er bricht auf in einen "Kosmos", erweitert das eigene Wohnzimmer "auf ein Millionenfaches" und macht sich zugleich "die Unendlichkeit untertan". »Mindestens!«, könnte man versucht sein, an dieser Stelle auszurufen. Aber halt: "Wir meinen, die Sterne und Planeten dieses Universums mit Namen versehen zu können, und doch geben uns diese Benennungen nur ganz vage Auskunft über die Beschaffenheit der von uns bewunderten Teilchen und Himmelkörper in ihrem filigranen Wechselspiel aus Vergänglichkeit und Ewigkeit."

Dies also zum Konzept des Labels, in dem die Katalognummern "Runen" heißen und das sich selbst zu deutsch "Keilschrift" nennt (zwei Dinge, die historisch gesehen wenig - nämlich gar nichts - miteinander zu tun haben). Wer sich durch obige Formulierungen angesprochen und zu einer "Reise in die magischen Regionen des nimmer für möglich Gehaltenen" inspiriert fühlt, der ist bei Cuneiform gleich doppelt gut aufgehoben. Der eine oder andere fühlt sich durch diese ästhetische Orientierung aber vielleicht auch so selbstbestätigt wie jemand, der gerade dabei ertappt wurde, unter King Crimson-Covern heimlich Cindy & Bert-CDs aufzubewahren. Die magischen Wunderwirkungen könnten dann unter Umständen ausbleiben. Auch bei mir, so muß ich gestehen, erweiterte sich das Wohnzimmer beim Hören der Musik nicht um einen lumpigen Quadratmeter, geschweige denn um ein Millionenfaches. Doch besteht kein Grund, den Cuneiform-Bands deshalb das geneigte Ohr zu verweigern. Ich möchte vielmehr in aller Form darauf hinweisen, daß die meiste Musik auf diesem Sampler auch dann sehr gut klingt, wenn man dabei nicht an der klitzekleinsten Transsubstitution teilhat, sondern sich lediglich gemütlich das Skrotum krault.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.5.2002
Letzte Änderung: 8.5.2002
Wertung: keine Keine Note bedeutet hier: Sehr empfohlen!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Various Artists

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Zabriskie Point 7.00 1
1977 Brain-Festival Essen - 1
1978 Brain-Festival II - 1
1985 Fire in Harmony - 1
1989 Enneade 10.00 1
1994 Mannerisms - a celebration of the music of Geoff Mann 10.00 1
1995 This Is An Orange - A compilation of Scandinavian Progressive Rock 9.00 1
1995 Variaciones en la cuerda Vol.1 6.00 1
1995 Supper's Ready 5.00 2
1995 Tales From Yesterday 6.67 4
1996 Revenge Of The Orange - A compilation of Scandinavian Progressive Rock 10.00 1
1996 Giant Tracks - A Tribute to Gentle Giant 10.00 1
1996 Steinway to Heaven 1.00 1
1996 Progfest '95 11.00 1
1997 Progday '95 12.00 1
1997 Schizoid dimension - A Tribute to King Crimson 10.00 2
1997 Psychedelic Underground 2 - 1
1997 Progfest '97 11.00 1
1997 The Alien Killer Orange - A compilation of Scandinavian Progressive Rock 7.00 1
1997 The Good, The Bad And The Orange - A compilation of Scandinavian Progressive Rock 6.00 1
1997 Can: Sacrilege 12.00 1
1998 Progressive DisDURPance Vol. 1 - 1
1998 The Fox Lies Down (Genesis-Tribute) - 1
1999 The Sky Goes All The Way Home 12.00 1
1999 Encores, Legends & Paradox 11.00 2
1999 Baja Prog 98 7.00 1
1999 Un Voyage en Progressif - Volume 2 10.00 1
1999 Progressive DisDURPance Vol. 2 - 1
1999 Thousand days of yesterdays - A tribute to Captain Beyond 9.00 1
2000 Signs of life - A tribute to Pink Floyd 8.50 2
2000 The Reading Room 9.00 1
2000 l'age d'analogue 12.00 1
2000 Progressive DisDURPance Vol. 3 - 1
2001 More Relics - A tribute to Pink Floyd 15.00 1
2002 Let's Dance With Irregular Rhythms (DVD) 10.00 1
2002 Pigs And Pyramids - An All Star Lineup performing the songs of Pink Floyd 10.00 1
2002 ProgFever Vol. 1 - 2
2002 Live At Knebworth 1990 (DVD) 7.00 1
2002 Frog Pest Fore - Magna Carta Sampler 2002 1.00 1
2003 Daze Of The Underground - 1
2003 Prog Rock Festival GouveiaArtrock2003 (DVD) 9.00 2
2004 assorted [progrock-dt] music vol. 1 - 1
2005 Subdivisions - 1
2005 Krautrock - Music for your brain 14.00 1
2005 Kinections: The Progday Support CD 10.00 1
2005 Drum Nation Volume Two 10.00 1
2005 The Tsunami Projekt 12.00 2
2005 After The Storm - 1
2005 ProgAID - All Around The World (Single) 10.00 1
2006 Canossa - Rock Opera 11.00 1
2006 Krautrock Classics: Best of Krautrock, Vol. 1 (DVD) 11.00 1
2006 Higher And Higher - A Tribute to the Moody Blues 5.00 1
2006 Progressive Rock Covers 8.00 1
2006 Operation Stardust. 45 Years of Perry Rhodan. An Interstellar Song Collection - 1
2006 Eastern Space Cakes - 1
2007 moogfest 2006 live 8.00 1
2007 The Essence of Swedish Progressive Music 1967 - 1979. Pregnant Rainbows for colourblind Dreamers - 1
2007 Krautrock - Music For Your Brain Vol. 2 14.00 1
2007 Electric Milkandhoneyland - Das Burg Herzberg Festival live - 1
2007 The Bearded's Project - Hope | Omid 11.00 1
2008 Krautrock - Music for your brain Vol.3 11.00 2
2008 Live at Hof Huhnstadt - 36287 Breitenbach - 1
2008 Rock is Hell 8x7" Boxset - 2
2009 SÄBELtanz 11.00 1
2009 Brand NEU! - 1
2009 Hur! Hommage à la musique de Christian Vander 10.00 1
2009 Undercover 9.00 1
2009 Krautschock 11.00 1
2009 Krautrock - Music For Your Brain Vol. 4 14.00 1
2009 Die Extralangen XXL Rock Klassiker. Volume I - III 10.00 2
2010 Romantic Warriors - A progressive music saga 10.17 6
2010 One More Red Nightmare. A Tribute to King Crimson 11.00 1
2010 Progfest '95 Day One 8.00 1
2010 Krautrock Masters & Echoes - 1
2010 The Spirit of Sireena, Vol. 4 - 1
2011 HALLELUHWAH! Hommage à CAN 12.00 1
2011 Jazzkraut - 1
2011 Trip Wave 11.00 2
2012 Psychedelic World Music/Discovery 11.00 1
2012 The Rome Pro(g)ject 10.00 1
2012 Romantic Warriors II - A Progressive Music Saga - About Rock In Opposition 12.50 2
2013 Live Kraut - 1
2013 got RIO? - 1
2014 Celebrating Jon Lord - 1
2014 Son of Kraut - 1
2015 Romantic Warriors III: Canterbury Tales 13.00 1
2016 Trip Wave 2 10.00 1
2016 Cologne Curiosities 7.00 1

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