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Mastermind

Tragic Symphony

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1995
Besonderheiten/Stil: Progmetal; RetroProg
Label: Prozone
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Bill Berends Gitarre, Midi-Gitarre, Gesang, Bass
Rich Berends Schlagzeug
Phil Antolino Live Bass

Tracklist

Disc 1
1. Tiger! Tiger! 3:45
2. The Power & The Passion 12:48
3. All the King's Horses 4:43
4. Tragic Symphony

1. Sea of Tears 7:18
2. Nothing Left to Say 6:08
3. Into the Void 13:30

Gesamtlaufzeit48:12


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Das Duo Mastermind besteht aus Sänger, Gitarrist und Bassist Bill Berends, der auch für alle Kompositionen zuständig ist, sowie dessen Bruder Rich am Schlagzeug. Bei Live-Auftritten verstärkt man sich noch um einen Bassisten. Keyboards werden nicht benutzt, allerdings werden über MIDI-Gitarre massenhaft Keyboardklänge fabriziert. Die Musik von Mastermind ist deutlich in den 70ern verwurzelt, gerade bei den langen Stücken, vor allem bei der titelgebenden Suite, ist ein deutlicher Einfluss von ELP zu hören. Dieser wird kombiniert mit agressivem, hartem Gitarrenspiel im Stil von Rush, was eine äußerst dynamische und bombastische Mischung ergibt, die trotz der 70er Einflüsse kein bisschen "Retro" klingt.

Anspieltipp(s): The Power & The Passion, Sea of Tears
Vergleichbar mit: ELP, Rush
Veröffentlicht am: 8.5.2002
Letzte Änderung: 8.5.2002
Wertung: 10/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Anfang der 1990er Jahre waren Bill und Rich Berends alias Mastermind sehr aktiv, und diese Aktivität schlägt sich darin nieder, dass sich zumindest die ersten vier Alben des Duos aus New Jersey klanglich und stilistisch nahtlos aneinander anfügen. Das macht die Vergleiche einfach, denn die Entwicklung wird dadurch umso offensichtlicher. Rekapitulieren wir noch einmal: Auf "Brainstorm" hatten Mastermind die AOR-Nummern des Debütalbums marginalisiert und sich stattdessen mit einigem Erfolg an Longtracks und Klassikadaptionen versucht. So ist es dann kein Wunder, dass sich einige dieser Tendenzen eben auch auf dem 1994 erschienenen Album "Tragic Symphony" fortsetzen.

Auf AOR verzichten Mastermind diesmal nämlich konsequenterweise fast vollständig. Am ehesten fällt wohl wohl noch die halbakustische Ballade "All The King's Horses" in diese Kategorie, zugute halten muss man diesem Stück, das unter seiner simplen Struktur und den süßlichen Melodien leidet, allerdings das reich verzierte Arrangement, und die Rhythmisierung der Strophen darf als weiterer Tribut an "Lucky Man" gewertet werden. Hingegen ist das eröffnende "Tiger! Tiger!" als einzige weitere "kurze" Nummer auf diesem Album nicht nur die Verarbeitung einer Fremdkomposition (das Original stammt von einem Virgil Thomson) mit bekannter Textvorlage (William Blake), sondern klanglich ebenfalls sehr durchdacht, weil melodisch und rhythmisch trotz ähnlicher Strophenanfänge ziemlich ge- und verwunden. Im stampfigen Intro mit düsteren Synthie-Fanfaren fällt allerdings ebenso auf, dass Mastermind offenbar ein wenig an Härte eingebüßt haben, was das generelle Klangbild wiederum etwas in die Nähe des zeitgenössischen Neoprog à la Pendragon, Galleon oder Pangaea rückt.

Schwergewichte und -punkte von "Tragic Symphony" sind aber ohnehin die beiden längeren Stücke. "The Power & The Passion" baut sich um ein anfangs vorgestelltes, polyphon gespieltes Thema herum auf, das etwas an dieses markante Break aus Kansas' "Mircales Out Of Nowhere" erinnert und erst von den Synthesizern vorgestellt, anschließend von Gitarre und Schlagzeug reflektiert wird. Ein 3/8-Zwischenpart bringt folkige Melodien ein, ehe nach einer Wiederholung des Themas ein Gesangspart zu Akustikbegleitung folgt... aus dem sich dann wieder eine Variation des Themas entwickelt. Dieses findet dann jeweils den Absprung in Richtung polyphoner Groove-Passagen, die erneut die alten ELP-Bande betonen. Ein netter, gut strukturierter Longtrack also, dessen einziger Mangel in der technischen Ausführung liegt: Wie bereits erwähnt scheint Mastermind etwas der Punch zu fehlen, was die verschiedenen Spuren nicht so recht zusammenschweißt, und auch der Gesang war selbst bei dieser Band schon mal sattelfester.

"Tragic Symphony" schließlich zeigt sich dann wieder einmal als Suite. "Sea Of Tears" bietet dabei ein erst düsteres, dann jubilierendes Intro, ehe zu einer getragenen Passage der eher traurig und tief gestimmte Gesang ertönt. Angesichts der Synth-Begleitungen und des Mangels an Härte scheint hier erneut der damalige Neoprog durch, seine Stärken hat dieses Stück allerdings in einigen spannenden Wendungen der Melodien und der thematisch passenden bittersüßen Stimmung, was die etwas lasche Spielweise aufwiegt. "Nothing Left To Say" greift dagegen erst einmal zu einem einprägsamen A-Gitarren-Riff ein paar Motive aus dem ersten Teil auf, fährt anschließend interessanterweise wieder solche Melodien zwischen Folk und Renaissance auf, die zeitweilig gar optimistisch klingen. Zwischendurch gibt es einen die Stimmung verschärfenden Instrumentalpart, ehe mit einer erneuten Strophe das Stück ausklingt.

Schließlich bietet dann "Into The Void" das passende Finale, denn zu massiven Unisono-Akkorden von Gitarre und Synth baut nach gut zwei Minuten das Schlagzeug Spannung auf und bereitet damit einen weiteren polyphonen Instrumentalpart vor, auf den erneut die thematischen Akkorde vom Anfang folgen. Im Mittelteil steigert sich die Musik erneut, wobei ein paar Rückgriffe auf das altbekannte "Dies Irae" einen weiteren ELP-Part einleiten. Danach sortiert sich die Musik erst wieder, wird gegen Ende aber relativ schnell und mündet dann in einem bombastischen, gar nicht mal so tragischen Finale. Das ist recht gelungen, und vielleicht sollte ich mal abgleichen, ob sich der abschließende Titel-Dreisatzer thematisch an eben doch an einem Vorbild aus der klassischen Literatur - i.e. Gustav Mahlers ebenfalls diesen Beinamen tragenden 6. Sinfonie - orientiert, denn anders als auf "Brainstorm" gibt es auf diesem Album ja keine explizit so benannte Klassikadaption.

Unabhängig davon wird letzten Endes aber trotzdem klar, dass sich Mastermind eben weiterentwickelt haben: Ihre Longtracks sind anno 1994 stringenter komponiert und weisen einen beachtlichen Hang zur Polyphonie auf. Ebenso werden neuerdings mit Folk und Renaissance weitere Quellen angezapft, was ebenfalls der Abwechslung zugute kommt und den Stil der Band geradezu diversifiziert. Nicht ganz zufrieden bin ich allerdings mit der Ausführung. Wie gesagt, "Tragic Symphony" fehlt es an einigen Stellen immer wieder mal an Energie und Kraft. Das alleine genügt schon, um dieses Album dann trotz aller kompositorischen Klasse knapp hinter seinem Vorgänger ins Ziel gehen zu lassen.

Anspieltipp(s): Tiger! Tiger!, The Power & The Passion
Vergleichbar mit: Pendragon, Kansas, ELP
Veröffentlicht am: 25.3.2017
Letzte Änderung: 28.3.2017
Wertung: 9/15
Inklusive Abzug für das etwas weniger bissige Soundgewand.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mastermind

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1990 Volume One 7.33 3
1991 Volume Two "Brainstorm" 9.00 3
1996 Until Eternity 9.00 2
1997 Live in Tokyo 10.00 1
1999 Excelsior! 12.50 2
2000 Prog, Fusion, Metal, Leather & Sweat 11.00 1
2001 Angels of the Apocalypse 10.00 1
2006 Broken (CD-Single/EP) 7.00 1
2010 Insomnia 8.00 1

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