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Rush

2112

(Siehe auch: Leitfaden "Nordamerik. symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: HardRock; Metal; Progmetal
Label: Polygram/Mercury
Durchschnittswertung: 9.5/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Alex Lifeson guitars
Neil Peart drums
Geddy Lee bass,vocals

Tracklist

Disc 1
1. 2112

1. Overture 4.32
2. The Temples of Syrinx 2.13
3. Discovery 3.29
4. Presentation 3.42
5. Oracle:The Dream 2.00
6. Soliloquy 2.21
7. Grand finale 2.14

20.34
2. A Passage to Bangkok 3.34
3. The Twilight Zone 3.17
4. Lessons 3.51
5. Tears 3.31
6. Something for nothing 3.59
Gesamtlaufzeit38:46


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 5)


Man schreibt das Jahr 2112. Die alltäglichen Abläufe werden bis ins kleinste Detail von der Priesterschaft der Solaren Föderation geregelt und überwacht. Inmitten von dieser gähnenden Trostlosigkeit findet der Held dieser Geschichte ein musikalisches Instrument, etwas völlig Unbekanntes in jener Welt. Dieses Ereignis öffnet ihm die Augen, stellt alles Bekannte in ein völlig anderes Licht. Nachdem ihm die Benutzung des Instruments untersagt wird, findet er sein Leben nicht mehr lebenswert.

Diese von Neil Peart zusammengefasste Geschichte, die er scheinbar von der Schriftstellerin Ayn Rand übernommen hat, wird in den Texten der "2112"-Suite verarbeitet.

Die "2112"-Suite ist wahrscheinlich das erste musikalische Werk, das den seit Ende der 60er bekannten, riffig-mächtigen Gitarrensound derart konsequent mit einer komplexen Musikform kombiniert. Durch ihren gnadenlosen, alles andere übertönenden Sound hat Alex Lifesons Gitarre hier offensichtlich die Schallmauer zwischen Hardrock und Heavymetal überwunden. Dazu gibt es die sehr hohe, bisweilen vibrierende Shouterstimme von Lee, die ebenfalls keinen Widerspruch zu dulden scheint. Diese beiden Elemente, natürlich von dem Rhythmusteam Peart/Lee begleitet, bestimmen also diese 7-teilige, 20-minütige Komposition, die man wohl als erste Progmetal-Suite der Geschichte bezeichnen darf.

Die übrigen Songs dieses Albums sind sehr unterschiedlich ausgefallen. Neben durchschnittlichen Hardrocksongs ("Lessons","Something for nothing"), gibt es hier eine lyrisch-symphonische Ballade "Tears", ein halbwegs originelles, mystisch angehauchtes "Twilight Zone", sowie das gelungene "Passage to Bangkok", für mich das Highlight dieses Albums.

Die vierte Rush-Platte "2112" wird sehr oft für das erste Meisterwerk dieser Band gehalten. Auch wenn "2112" unbestritten zum ersten bedeutenden Verkaufserfolg für Rush wurde, läßt dieses Album kompositorisch teilweise deutlich zu wünschen übrig.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.5.2002
Letzte Änderung: 4.4.2003
Wertung: 10/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 2 von 5)


Da Siggy in seiner Rezension die Schriftstellerin Ayn Rand erwähnt, hier eine kleine Ergänzung zu diesem Thema:

Ayn Rand (1905-1982) war eine in Russland geborene, seit 1925 in den USA lebende Autorin, deren in Sachbüchern und Romanen verfochtene Philosophie des "Objektivismus" hoch umstritten ist. Mit ihrem Eintreten für einen möglichst unreglementierten Kapitalismus und einen rationalistisch begründeten Individualismus (den sie u.a. als "Tugend der Selbstsucht" verstand), war Rand eine Reizfigur für die 68er-Linken und die Woodstockbegeisterten. Ihre Philosophie gilt bei linken Theoretikern als Beispiel extremen Konservativismus, wird von einigen unter ihnen sogar als faschistoid verdächtigt, auch wenn diese Einschätzung sicher nicht weniger umstritten ist als die Philosophie Rands selber.

Da die Entstehung der Rockkultur im allgemeinen nicht aus dem Geist des Konservativismus abgeleitet wird, sorgte es bei vielen Kritikern, Journalisten und Hörern (soweit sie nicht bereits Fans waren) für Irritation, dass die Gruppe Rush - und insbesondere ihr Schlagzeuger und Texter Neil Peart - unter offenkundigem Einfluss der Philosophie von Ayn Rand stand. War das Verrat an der humanistisch-utopischen "Gegenkultur" des Progressive Rock? Brachen sich hier thatcheristischer Prog und reaganomischer Rock anstelle von Musik mit sozialem Gewissen Bahn? Oder ist es einfach ein Vorurteil, dass progressiver Rock auch politisch "progressiv" zu sein hat?

Um den Einfluss von Ayn Rand auf Rush (und auch um die Grenzen dieses Einflusses) hat es in letzter Zeit einige akademische Diskussionen gegeben. Das in unserer Lesestoff-Abteilung besprochene Buch Progressive Rock Reconsidered enthält dazu ein Kapitel von Durrell S. Bowman, aus dem ich kurz referieren will:

"2112" erzählt vom Konflikt zwischen einer totalitären Priesterklasse und einem einzelnen Helden. Es ist aber keine klassische Revolutionsgeschichte. Vielmehr versucht der Held, die Herrschenden für eine außerordentliche Entdeckung zu begeistern, die er gemacht hat. In der Vorlage von Ayn Rand ("Anthem", 1938) ist das das elektrische Licht. Bei Rush ist es - die elektrische Gitarre, yeah! Doch der Held scheitert, die totalitäre Herrschaft erlaubt einfach keine Beiträge des Individuums zur Gestaltung der Welt.

Wie Bowman hervorhebt, scheinen viele Rush-Hörer der Ansicht zu sein, dass sich die Gruppe mit der am Ende triumphierenden Priesterkaste identifiziert. Das Missverständnis (wenn es denn eins ist) erscheint durch die seltsame musikalische Umsetzung der Story auch nahezu vorprogrammiert. Denn die Priester triumphieren ausgerechnet in heftigen Heavy-Akkorden - die Domäne der E-Gitarre. Die Stoßrichtung von Ayn Rands Roman, auf den sich Rush ja ausdrücklich berufen, geht jedoch in eine ganz andere Richtung. Rands Philosophie beinhaltet eigentlich einen ins Extreme verschobenen Individualismus. Das Individuum, nicht das Kollektiv ist für sie der Heilsbringer. Sie knüpft an liberale Ideen des 19. Jahrhunderts an, die sich aus einer schrankenlosen, nur an Eigeninteressen orientierten wirtschaftlichen und persönlichen Freiheit das größte Wohl für alle versprachen. Nimmt man die Verbindung mit einem individualistischen Heroenkult hinzu, mussten die Ideen Rands aus der Sicht der radikalen Linken (und sogar der gemäßigten "sozialen Marktwirtschaft") aber als reaktionär erscheinen.

Selbst wenn einem das oben genannte Buch als Informationsquelle nicht zur Verfügung steht: Man wird neuerdings auch im Netz fündig und kann sich - Englischkenntnisse vorausgesetzt - ein Bild vom Stand der Diskussion machen, an der mehrere Autoren beteiligt sind, die über Progressive Rock publiziert haben (so neben Bowman u.a. Bill Martin und Edward Macan). Als kleines Zwischenfazit lässt sich hier festhalten, dass die Texte und Statements von Neil Peart trotz offenkundiger (und auch nicht bestrittener) Beeinflussung durch Ayn Rand dennoch keine eins-zu-eins-Umsetzung ihrer Ideen beinhalten. Allerdings unterscheiden sich die Meinungen der Autoren wie nicht anders zu erwarten in vielen Einzelheiten.

Link zum Artikel RAND, RUSH, AND ROCK von Chris Matthew Sciabarra:

http://www.nyu.edu/projects/sciabarra/essays/rush.htm

Von dort lässt sich zu einigen Diskussionsbeiträgen weiterklicken.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.3.2004
Letzte Änderung: 4.3.2004
Wertung: keine

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 3 von 5)


Mit diesem Album hat die Band in Amerika und ihrer Heimat den Durchbruch geschafft. Es war der erste kommerzielle Erfolg der Band. Dabei ist das Album eigentlich überhaupt nicht kommerziell, es verfügt lediglich über wesentlich eingängigere Melodien und Strukturen. Und es werden geringfügig Synthesizers, Keyboards und Samples gebraucht.

Schon bei den ersten Takten wird allerdings klar, dass eingängigere Strukturen nicht unbedingt die Kommerzialität ausmachen. Ungewohnt heavy wird da losgerockt. Die Band lag damit offensichtlich im Zeitgeist. Die ersten zwei Parts vom knapp 20minütigen Titelsong können begeistern. Obwohl der Longtrack aus verschiedenen Passagen besteht, versucht man immer wieder das Hauptthema anklingen zu lassen. Dies gelingt in den einzelnen Parts mal mehr, mal weniger.
Erst ab "A Passage To Bangkok" zeigt das Album seine eigentlichen Highlights. So ist eben dieser Track fernöstlich geprägt. Hier beweisen RUSH erstmals in ihrer Karriere, dass sie sich nicht mehr an alten Größen orientieren müssen. Dieser Song beweist ihre eigene Größe.
Weiter gehts mit "The Twilight Zone" einem eingängigen Rocker, der aber nicht weiter ins Gewicht fällt. "Lessons" basiert auf einer Akustikgitarre und ist ein guter Poprocksong. Die Ballade "Tears" ist ein weiteres Highlight auf 2112. Hier kommen Keyboards (Mellotron!) zur Untermalung dazu, eine schöne Gesangsmelodie trägt den Song. Mit "Something For Nothing" kommt wieder ein rockiger Song als Rausschmeißer. Lee's Stimme klingt besonders metallisch.

Obwohl 2112 sicherlich nicht das beste RUSH Album der Frühphase ist, demonstriert es die Reife der Band. Erstmals hat man sich wesentlich von seinen Einflüssen abgrenzen können. Man beweist als Band Eigenständigkeit und Ideenreichtum. Mit "A Passage To Bangkok" und "Tears" sind zwei Songs vertreten, die man unbedingt kennen sollte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.6.2004
Letzte Änderung: 15.6.2004
Wertung: 8/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 4 von 5)


Heute ist der 21.12. und somit internationaler Welt-Rush-Tag. Die Anerkennung durch die UNO und Kalenderdruckereien weltweit steht indes noch aus. Wer weiß, vielleicht liegt das an der Tatsache, dass "2112" von Ayn Rand inspiriert wurde. Kampf dem Kommunismus, es lebe das Individuum. Das ist grundsätzlich ok. Doch ihr "Objektivismus" ging darüber hinaus und forderte ein radikales Verhalten wirtschaftlich und sozial. Darüber würde ich hier gerne noch weiter philosophieren, aber oben wurde darauf ja schon zur Genüge eingegangen...und wer liest schon gerne das Gleich immer und immer und immer wieder? Das Gleiche immer und immer wieder hören ist hingegen völlig ok. Am 21.12. zum Beispiel "2112"!

Mit ihrem vierten Album liefern Rush nach zuvor drei gut, besser, noch besseren Platten endgültig ihren ersten Klassiker ab. Textlich und musikalisch lässt man es krachen. Die titelgebende Suite ist bis heute in Auszügen oder komplett fester Bestandteil der Setlist. Die semantische Umsetzung des 2112-Themas ist der "Starman", der seitdem zum Logo der Band wurde. Vielleicht lag es an dem pentagrammartigen roten Stern, der das totalitäre Regime der Priesterkaste darstellen soll, das Rush immer gerne in die "Metal"-Ecke gestellt wurden. Andererseits kann dies natürlich auch an Lifesons Axt liegen... Mit dieser Axt zitiert er in der Ouvertüre zu "2112" freilich auch Tschaikowskis Ouvertüre zu "1812".

Ungewöhnlich für die Band ist der Song "Tears". Zunächst ist da der Text von Geddy Lee. Kitschig, tears on your cheek..., ungewöhnlich platt. Dann ist da das erste massive Auftauchen eines Tasteninstrumentes bei Rush. Der Song, insbesondere der Refrain, wird von einem Mellotron dominiert. Ich muss da immer an BJH denken, was ich aber positiv meine. Pssst, ihr Tütendreher, "A Passage to Bangkok" zeigt zur Abwechslung mal, dass Kiffer-Songs nicht immer nur psychedelisch oder groovig klingen müssen. Man kann auch rockig mit den eigenen Händen & Füßen ins Gespräch kommen.

"2112" präsentiert Rush schon sehr reif und auf dem besten Wege zur tongewordenen Perfektion. Pearts Lyrics, Lee/Lifesons Kompositionen und Browns Produktion werden abgerundet durch Symes klassisches Artwork. "2112" ist ein herausragendes Album und bedeutete den künstlerischen Durchbruch. Unglaublich, dass die nächsten Alben das Niveau nicht nur hielten, sondern steigerten.

In einigen Wochen ist der 19.2. und ich werde wieder "2112" hören - A Farewell to Datums!

PS: Wer gerne über Rush, deren Musik, Texte und andere lebenswichtige Themen diskutiert, dem sei wärmstens das "Deutsche Rush-Forum" empfohlen.

Anspieltipp(s): Overture/Syrinx
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.12.2011
Letzte Änderung: 18.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 5 von 5)


Wie Thorsten oben schon erwähnt hat, liegt die Leistung von "2112" unter anderem darin, sich von den auf den ersten Alben unüberhörbaren Einflüssen entfernt und somit stilistisch freigeschwommen zu haben. Zwar ist das hardrockige Element in Teilen immer noch recht ausgeprägt, so vor allem in der Overture und dem folgenden "Temple of Syrinx", wird aber v.a. im Titelstück immer wieder schön durch futuristische Keyboardsounds, Sprechfetzen und ruhige Parts kontrastiert. Bisweilen erinnert mich der Sound der Gitarre an Tom Scholz (Boston).

Auf mich wirkt "2112" weniger wie ein organisches Ganzes, als eine Abfolge Musik-thematisch sehr lose zusammenhängender Einzelteile. So gibt es mit der Gitarrenspielerei im Tropengewächshaus ("Discovery") erstmal einen deutlichen stilistischen Bruch, bevor in "Presentation" erst das Thema der Overture, dann die Melodielinie von "Temple" wieder aufgenommen und mit einem zwirbeligen Gitarrensolo abgeschlossen wird. In "Oracle" wird das "Themen-Recycling" fortgeführt.

"Solioquy" stellt zu Anfang den zweiten Bruch im Fluss der Musik dar, nach kurzer Zeit wird aber wieder im, jetzt etwas behäbigen, Hardrock-Stil, weitergemacht, der im "Grand Finale" seinen dramatischen Höhepunkt findet.

Progmetal steckt für meinen Geschmack noch wenig in "2112". In Ansätzen progressiver wirds auf der Rückseite, der meines Erachtens etwas stärkeren Hälfte der Scheibe. Zwar ist auch "Passage to Bangkok" im Hardrock verwurzelt, kriegt aber ein paar fernöstliche Schnörkel umgehängt, die das Stück wohltuend aufmöbeln.

"Twilight Zone" ist ganz ordentlich, aber nichts was man kennen muss, "Lessons" ist gute Laune Poprock, "Tears" ist das zweite Highlight nach "Bangkok", eine traurige Ballade mit Mellotron. Mein Favorit des Albums. Den Abschluss macht wieder Onkel Hardrock, schön aufgelockert durch unisono Einschübe der Gitarre und des Schlagzeugs sowie einige schöne Breaks.

Lee singt auf "2112" beeindruckend, die musikalische Gesamtdarbietung wirkt sehr souverän und gekonnt, das Album klingt gut. Nicht ganz so stark wie der Vorgänger, für den weiteren Werdegang der Band aber, nicht nur aus kommerzieller Sicht, ein wichtiges Album.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.4.2012
Letzte Änderung: 12.4.2012
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Rush

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Rush 5.00 4
1975 Fly By Night 6.75 4
1975 Caress of Steel 10.50 4
1976 All the World's a Stage 8.50 2
1977 A Farewell to Kings 10.20 5
1978 Hemispheres 12.75 4
1980 Permanent Waves 12.50 4
1981 Moving Pictures 13.75 4
1981 Exit...Stage Left 10.50 2
1982 Signals 10.00 2
1984 Grace under pressure 10.33 3
1985 Power Windows 9.50 2
1987 Hold Your Fire 9.25 4
1989 A Show of Hands 12.00 3
1989 Presto 9.67 3
1991 Roll the bones 6.00 2
1993 Counterparts 9.00 3
1996 Test for echo 8.00 2
1998 Different Stages/Live 11.67 3
2002 Vapor Trails 7.75 5
2003 Rush In Rio (DVD) 12.00 1
2003 Rush in Rio 12.00 1
2004 Feedback - 2
2005 R30 (30th Anniversary World Tour) (DVD/CD) 12.50 2
2005 1974-1981 (DVD) - 1
2006 Replay X3 (DVD+CD) 12.00 2
2007 Snakes & Arrows 11.33 3
2008 Snakes & Arrows Live - 1
2008 Snakes & Arrows Live (DVD) 11.50 2
2010 Caravan (Single) 10.00 1
2010 Beyond the lighted stage (DVD) 11.00 1
2010 Classic Albums - 2112 & Moving Pictures (DVD) - 1
2011 Time Machine 2011: Live in Cleveland - 1
2011 Sector 3 - 1
2011 Sector 2 - 2
2011 Sector 1 - 1
2012 Clockwork Angels 12.33 3
2013 Clockwork Angels Tour (2 DVDs) 12.00 1
2013 The Studio Albums 1989-2007 - 1
2015 R40 Live 11.00 1

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