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Björk

Volta

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: One Little Indian
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Björk Gesang, Programming, Synthesizer, Clavichord
Damian Taylor Programming
Diverse Interpret(inn)en Blechbläser (2., 3., 5., 6., 7.)

Gastmusiker

Antony Hegarty Gesang (3., 10.)
Mark Bell Beatprogrammierung, Keyboards, Synthesizer (2., 5., 9.)
Nate Dangerhands Keyboards, Beatprogrammierung, Bassdrums (1., 4., 8.)
Timbaland Keyboards, Beatprogrammierung (1., 4., 8.)
Pete Davis Programming (1., 4.)
Konono n°1 Elektrische Kalimbas (1.)
Min Xiao-Fen Pipa (5.)
Toumani Diabate Kora (8.)
Jonas Sen Clavichord (10.)
Brian Chippendale Schlagzeug (3.)
Chris Corsano Schlagzeug (1.), Percussion (5.)

Tracklist

Disc 1
1. Earth Intruders 6:13
2. Wanderlust 5:51
3. The Dull Flame Of Desire 7:30
4. Innocence 4:27
5. I See Who You Are 4:22
6. Vertebrae By Vertebrae 5:08
7. Pneumonia 5:14
8. Hope 4:02
9. Declare Independence 4:13
10. My Juvenile 4:03
Gesamtlaufzeit51:03


Rezensionen


Von: Normann Hillesheim @ (Rezension 1 von 2)


Nach den ruhigen, nach innen gekehrten Alben "Vespertine" und "Medúlla" legt Björk nun wieder ein deutlich extrovertierteres Release vor. Allerdings handelt es sich nicht einfach um eine Rückkehr zur (vergleichsweise poppigen) Björk der 90er Jahre. Vielmehr wird die schon auf einigen Stücken von "Medúlla" (z.B. "Submarine") anklingende Tendenz zu dissonanzfreudigen Zusammenklängen hier noch um einiges weitergetrieben. Des weiteren springt (wie schon oft bei Björk-Alben) die Wahl der verwendeten Instrumente ins Auge: Waren es auf diversen früheren Alben Streichinstrumente und auf "Medúlla" menschliche Gesangsstimmen so fiel die Wahl diesmal auf eine Blechbläsersektion, die diversen Tracks das Kolorit gibt und die für die angesprochenen spannungsreichen Harmonien primär verantwortlich ist. Die Bläser sind dabei nicht jazzig oder funkig arrangiert - der Stil ist vielmehr an Blechbläserparts der klassischen Musik angelehnt. Zusammen mit den angesprochenen harmonischen Eigenheiten ergibt das eine herbe Feierlichkeit, die vage an "gemäßigt moderne" Klassik aus der ersten Hälfte des 20. Jh. erinnert. Insgesamt finde ich die erzielte Wirkung außerordentlich eindrucksvoll.

Auf den Tracks 2, 3, 6 und 7 dominieren die Bläser klar den Gesamtklang. Insgesamt mein Lieblingstrack auf dem Album ist in diesem Zusammenhang "Wanderlust" mit seiner Gegenüberstellung von scharfen Bläserklängen und raffinierter elektronischer Rhythmussektion sowie - ab 2:17 - einer mitreißenden Steigerung durch die sich vervielfachende Stimme von Björk. "The Dull Flame Of Desire" ist dagegen trotz hörenswerter Grundidee deutlich zu lang geraten. Das anfangs eingeführte Akkordschema wird den ganzen Song unveränderlich wiederholt - das langweilt bei über 7 Minuten Songdauer! "Vertebrae By Vertebrae" und "Pneunomia" stehen in der Tradition der schon von "Medúlla" bekannten Freeformtracks (Submarine, Sonnets/Unrealities XI). Die Bläserparts fungieren hier gleichzeitig als Begleitung und Gegenpol zu Björks Stimme, die darüber ihre freischwebenden Linien intoniert. Auf "Pneunomia" sind außer den Bläsern keine weiteren Instrumente besetzt.

Die nicht bläserdominierten Nummern lassen sich von Besetzung und Stil nochmals in 2 Untergruppen unterteilen: Da wären zunächst 3 recht lyrische Tracks, die von je einem Zupfinstrument (I See Who You Are (Pipa); Hope (Kora)) bzw. - laut CD-Booklet - Clavichord (My Juvenile) geprägt sind - allerdings klingt das angebliche Clavichord eher harfenartig, möglicherweise wurden die Saiten direkt gezupft und nicht die Tastatur benutzt? Interessanter als die "Zupfinstrumenten-Tracks" ist aber die letzte "Stilgruppe", (Tracks 1, 4 und 9) bei der das rhythmische Element im Vordergrund steht. Diese Stücke werden dabei - von vorne nach hinten gehört - fortschreitend trashiger und extrovertierter. Das Björk hier vor nichts haltmacht, beweist Track 9 - "Declare Independence" - dessen Stilistik eindeutig aus dem Gabba-Bereich entlehnt ist! (Bei Gabba handelt(e) es sich um einen besonders aggressiv klingenden Seitenzweig der Technobewegung - es nahm in diesem Milieu gewissermaßen die Position ein, die Trash- und Speedmetal im Rockbereich innehaben?) Wer extrem verzerrte Synthbasslinien und nicht ganz so verzerrte, aber umso mehr in den Magen wummernde Bassdrums (im Stile der im Clubbereich beliebten TR-909-Drummaschine) per se nicht mag, wird um diesen Track einen großen Bogen machen - ich selber finde ihn klasse, auch wenn ich normalerweise kein Gabba-Hörer bin? ;).

Insgesamt handelt es also sich um ein außerordentlich abwechslungsreiches Album, das von zarten bis hochaggressiven Facetten alles bietet. Zusammen mit Medúlla stellt es bis dato mein Lieblings-Release von Björk dar. Besonders angetan haben es mir, wie schon gesagt, die kantigen Bläserparts, die das Werk positiv von den m.E etwas plüschigen Streicherarrangements früherer Björk-Alben abheben. Leider wurde die CD am Ende jedoch dem "Loudnessrace" geopfert - um einen lauteren (und vermeintlich "besseren") Gesamteindruck zu ermöglichen, wurden beim Mastering die Dynamikunterschiede weitgehend eingeebnet, was in einem relativ "gequetschten" Gesamtsound resultiert. Was für Radio- und Chartssongs noch angehen mag, ist bei Kunstpop Björkscher Prägung aus meiner Sicht eindeutig verfehlt. Schade für eine ansonsten sehr hörenswerte CD!

Anspieltipp(s): Wanderlust, Vertebrae By Vertebrae, Declare Independence
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.12.2007
Letzte Änderung: 28.2.2012
Wertung: 12/15
ohne das Loudnessrace-Mastering wären es 13 gewesen...

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Man lernt doch nie aus. Dank Normann weiss ich jetzt, was Gabba ist. Sicher nichts für mich; ich finde es grässlich. Aber das ist auch schon das einzige Stück auf Volta, mit dem ich nichts anzufangen weiss. Der Rest aber ist absolut gelungen.

Björk beweist hier einmal mehr, dass sie ein musikalisches Chamäleon ist, eine stilistische Schmetterlingsraupe, die es versteht, sich auf jedem Album neu zu erfinden, ihren Stil zu wandeln, ohne dabei das Ur-Björk`sche zu verlieren.

Dabei scheint es mir so, als ob sie jeweils vom letzten Album ein bestimmtes Element mit ins nächste Album rübernimmt und es dort dann mit Neuem ergänzt. Diesmal sind es die Blasinstrumente, die sie bereits auf The Music From Drawing Restraint 9 eingesetzt hat, dort noch in Kombination mit japanischer Sho, der Celesta und dem Cembalo.

Auf Volta wendet sich die Isländerin zum Teil wieder moderneren, tanzbareren Rhythmen zu, bleibt in vielen Stücken aber auch der ruhigen Grundattitüde der letzten Alben verhaftet. Das Album wirkt als Ganzes stilistisch heterogener als die Vorgänger.

Da gibts im Albumhighlight "Wanderlust" mit einem der, `tschuldigung, geilsten Grooves ever, pumpend-pulsierende Beats auf die Ohren, duettieren sich Björk und Antony Hegarty (einer der aussergewöhnlichsten zeitgenössischen Sänger mit einer traumhaft melancholischen Stimme) in zwei schönen Balladen und findet sich mit Innocence ein Stück, dessen Computersounds sich nach altem C64-Spielesound anhören.

Besonders gelungen finde ich in "The Dull Flame of Desire", das in seinem Verlauf immer intensiver wird, den Kontrast zwischen tiefen Blasinstrumenten und der hohen Stimme Hegartys. Gänsehautgarantie.

Bei "Hope" hat man das Gefühl, wie so oft bei Björk, etwas musikalisch völlig Neuem beizuwohnen. Sie kombiniert hier fernöstliches Saitenspiel mit Latinoartigem Groove und einer Portion Island in Form ihrer unvergleichlichen Stimme.

Volta ist ein interessantes Album, auf welchem Björk wieder einen Schritt weitergeht, sich künstlerisch weiterentwickelt und im Vergleich zu The Music From Drawing Restraint 9 wieder deutlich zugänglicher wird.

Anspieltipp(s): Wanderlust, Hope
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.12.2011
Letzte Änderung: 10.12.2011
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Björk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Debut 10.33 3
1995 Post 8.50 2
1996 Telegram 10.00 1
1997 Homogenic 13.00 2
2000 Selma Songs 13.00 2
2001 Vespertine 15.00 3
2002 Greatest Hits (Volumen 1993-2003) 11.00 1
2002 Vespertine live at the Royal Opera House 2001 (DVD) 14.33 3
2003 Post live 12.00 1
2003 Homogenic live 12.00 1
2004 The Music From Drawing Restraint 9 12.00 1
2004 Medulla 12.75 4
2011 Biophilia 12.50 2
2015 Vulnicura 15.00 1
2015 Vulnicura Strings 12.00 1
2016 Vulnicura Live 12.00 1

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