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Magma

Mythes et légendes Volume IV (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008 (Aufnahmen von 2005)
Besonderheiten/Stil: live; DVD; Zeuhl
Label: Seventh Records
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Stella Vander vocals, percussions
Antoine Paganotti vocals
Himiko Paganotti vocals
Isabelle Feuillebois vocals, percussions
James Mac Gaw guitar
Emmanuel Borghi Fender, keyboard
Philippe Bussonnet bass
Christian Vander drums, vocals

Gastmusiker

Aymeric Avice trumpet
Hugues Mayot saxophone
Frédéric d'Oelsnitz Fender, keyboard
Klaus Blasquiz vocals, percussion
Jannick Top bass
Rémi Dumoulin saxophone, clarinette
Fabrice Theuillon saxophone
Yannick Soccal saxophone

Tracklist

Disc 1
1. Zëss 32:37
2. In a Dream   (Frédéric d'Oelsnitz solo) 2:14
3. The Night we died 3:46
4. Otis 9:00
5. K.A 50:00
6. Kobaïa 9:53
7. Om Zankah de l'interieur de la batterie   (Bonustrack)


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


"Mythes et légendes Volume IV" ist die letzte in einer Reihe von vier DVDs, die eine 4-wöchige Konzertreihe aus dem Jahr 2005 dokumentieren, in der Magma ihre 35-jährige Bandgeschichte aufarbeiteten. Vol. I blickte auf die ersten beiden Alben und den ersten Teil der berühmten "Theusz Hamtaahk"-Trilogie zurück, Vol. II auf die großen Jahre zwischen "Würdah Itah", "Mekanik Destruktiw Kommandöh" und "Üdü Wüdü" und Vol. III, das mit einer Rekonstruktion von "Emëhntëht-Rê" aufwartete, umfasste die Alben von "Köhntarkösz" bis "Attahk". Vol IV arbeitet die Jahre von "Merci" (1984) bis K.A (2004) auf, ergänzt durch "Zëss", das aus dem Jahr 1979 stammt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: "Mythes et légendes Volume IV" ist die schwächste DVD der Reihe. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen liegt es an der Songauswahl. Magma beginnen mit "Zëss", das auch 2005 nichts anderes war als schon auf "Concert Bobino 1981", eine halbstündige Übung im 2/4-Takt, die bei weitem nicht die Spannung aufbauen kann, die etwa "Hhaï" so faszinierend macht. Hinzu kommt, dass bei "Zëss" nicht etwa Christian Vander Schlagzeug spielt, sondern vielmehr Antoine Paganotti, der zwar ein solider Drummer ist, aber lange kein Genie. Vander beschränkt sich auf den Gesang, der, meist improvisiert, allerdings lange nicht so intensiv wirkt, wie noch auf Epok III. Allerdings kommt mein kobaïanischer Lieblingssatz in diesem Stück vor: "si ẁërdehn sturmehn" - werden sie, ganz sicher. Weiter geht es mit dem schönen Fender Rhodes-Solo des Gaststars Frédéric d'Oelsnitz, "In a Dream" und den blassen "The Night we died" und "Otis" von schwächsten Magma-Album "Merci". Auch wenn "The Night we died" mit einer schönen Melodie und kobaïanischem Text aufwarten kann, erreichen sie doch lange nicht die Energie des Zeuhl.

All das ändert sich, wenn Vander für "K.A" endlich die Schlagzeugstöcke in die Hand nimmt und die Band sich auf eine 50minütige Tour de Force im klassischen Zeuhl bereit macht. Mit diesem Stück wird die zweite Trilogie auf den "Mythes et légendes"-DVDs vervollständigt, die auf Epok-III mit "Köhntarkösz" und "Emëhntëht-Rê" begonnen hatte. Eine unglaublich tighte Band spielt in einer knappen Stunde dieses hie und da etwas ausgebaute (Gitarren- und Keyboardsoli) Stück, als könnte sie es im Schlaf wahlweise vorwärts oder rückwärts. Dadurch, dass es noch einmal alle Spielarten der klassischen Zeuhl vorführt, bildet es den eigentlichen Höhepunkt dieser DVD. Besonders Vander nutzt in seiner schlafwandlerischen Sicherheit "K.A", um noch einmal alle Facetten seines Schlagzeugspiels aufscheinen zu lassen und man wünscht sich, die (perfekt geführten) Kameras würden ihn noch etwas häufiger ins Auge fassen. Das wird allerdings durch einen Bonustrack auszugleichen versucht, einer Wiederholung des "Om Zankah"-Parts aus "K.A", bei dem die Kameras ausschließlich Christian Vander zeigen, allerdings meist in Split-Screen-Technik, so dass das kaum einen Mehrwert bringt. Zum Abschluss feiert sich eine 16köpfige Magmabesetzung zu Recht noch einmal selbst, mit dem unter Beteiligung von Klaus Blasquiz und Yannick "heut" mal mit Y und c... Top, wenn sie zum Abschluss der Konzertreihe und der vier DVDs sich noch einmal für "Kobaïa" versammeln.

Die Epok IV-DVD ist zwar die schwächste aus der "Mythes et légendes"-Reihe, aber sie ist in zweierlei Hinsicht ein sehenswertes Dokument dieser seltsamen Band: zum einen arbeitet sie eine wenig beachtete Phase endgültig auf und zum anderen bietet sie die letzte Möglichkeit, Magma in dieser Besetzung zu sehen: Keyboarder Emmanul Borghi sowie die Sänger Himiko und Antoine Paganotti haben Anfang 2008 die Band verlassen. Paganotti war, wie ich mehrfach bekundet habe, meiner Meinung nach der beste Sänger, den Magma bisher hatten, und Himiko, Je m'ennuie de toi!

Anspieltipp(s): "The Night we died", "K.A"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.2.2008
Letzte Änderung: 28.3.2013
Wertung: 11/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Die letzte Woche der Epok-Tour im Le Triton bei Paris stand im Zeichen des letzten noch verbliebenen Teils des Köhntarkösz-Zyklus, K.A und einiger weiterer Kompositionen der langen Magma-Geschichte, darunter Zess. Aufgenommen wurde die DVD an drei Abenden vom 2.-4.Juni 2005.

Nach kurzen Dankesworten des Organisators der Konzertreihe beginnt Emmanuel Borghi den Abend mit fetten, bedrohlichen Keyboardakkorden, es folgt ein schaurig-schönes Intro mit Gesang der drei Sängerinnen und Spiel der Trompete und des Saxophon. Antoine Paganotti setzt ein und begibt sich dann ans Schlagzeug. Er wird in den kommenden 25 Minuten das Rückgrat dieses Stückes sein.

Kollege Brückner findet Epok IV die schwächste DVD der Reihe, ich habe lange mit dem Gedanken gespielt, sie mit der Bestnote zu adeln. Warum? Wegen Zess, Otis und K.A. Doch von vorne.

Paganotti beginnt einen treibenden 2/4-Rhythmus zu spielen, schnelle Hi-Hat-Schläge und einen Snare-Shuffle, der dem Stück einen unglaublichen Drive gibt. Das Keyboard spielt eine Sekunde, die ebenfalls beinahe das ganze Stück durchgehalten wird. Vander beginnt im Off einen Monolog in französischer Sprache. Was Paganotti in der Folge abliefert ist eine Meisterleistung, nicht nur physisch. Er spielt unglaublich schnell und gibt dem Rest der Band mit diesem Groove, der über 200 beats pro Minute hat, das Fundament, über welchem der Rest der Band einen nicht enden wollenden Jam der Extraklasse spielt.

Wisst ihr, wer am Ende von Ravels Bolero den Extraapplaus bekommt? Der Trommler. Er muss die ganze Zeit einen eigentlich simplen Rhythmus spielen, diesen von zart und leise langsam in seiner Intensität steigern, stets das perfekte Tempo halten und darf um Gottes Willen keinen Fehler machen. Versucht mal 15 Minuten den Bolero-Rhythmus zu spielen. Paganotti macht hier dasselbe. Bloss macht er es doppelt so lang, mehrfach so schnell und mit brutal schnellen Breaks und Wirbeln garniert.

Kollege Brückner schreibt oben, das Paganotti ein solider Drummer ist, aber beileibe kein Genie. Solide ist untertrieben, der Mann ist sicher ein überdurchschnittlicher Drummer. Vander ist sicher der grössere Schlagzeuger, bloss lässt sich an diesem Stück der Unterschied nicht ableiten. Paganotti spielt grossartig und Vander singt. Und wie. Einfach genial seine Musikalität, sein Gefühl für Sprache und Artikulation, für Intonation und Melodie. Beeindruckend seine Stimmfülle und auch sein Stimmumfang von Bass bis Falsett. Sein Scat-Gesang wirkt zeitweise wie ein Dialog mehrerer Personen. Über den Text zu Beginn muss man als der deutschen Sprache mächtiger Zuhörer einfach hinwegsehen. Worte wie "werden stürmen" wirken irgendwie etwas befremdlich und unfreiweillig komisch. Das Stück wird unter Einsatz sämtlicher Instrumente und Stimmen immer intensiver, ekstatischer, gegen Ende auch schneller. Zess ist Kobaia auf Speed. Es ist das intensivste Stück von Magma, das grösste Werk neben den Konzeptalben der grossen Zyklen, irgendwie das Awaken im Geiste ;-).

Nach diesem Parforce-Ritt beruhigt Frédéric d'Oelsnitz den Saal mit einer schönen "einsame-Grossstadt-Bar-um-halb-zwei-Uhr-morgens" Rhodes-Piano-Improvisation. Diese leitet über in ein ebenso ruhiges Stück, in welchem sich noch vierstimmiger Gesang dazu gesellt.

Weiter geht es mit Vanders Hommage an Otis Redding. Das ist Vander at his Best. Aus seinem Gesang, ja seinem Vortrag, ist die tief empfundene Bewunderung für den viel zu früh verstorbenen Soul-Sänger in jeder Sekunde zu spüren. Der vibrierende Gesang in hoher Tonlage ist Gänsehaut pur, das Stück endet ebenso intensiv und ekstatisch wie Zess.

Mit K.A folgt das letzte noch fehlende grosse Werk der Bandgeschichte, welches seine Anfänge anno 1972 hat und erst 2002 in seiner endgültigen Form fertiggestellt und zwei Jahre später als Studio-Version veröffentlich wurde. Bis hierhin war Epok IV kaum Zeuhl, sondern eher Vanders Sing-Stunde und viel Jazzrock mit Zeuhl-Einschlag. Jetzt wirds wieder typisch Magma. Und K.A ist ein würdiger Abschluss der vierwöchigen Tournee. Der Köhntarkösz-Zyklus ist der Feierliche im Vergleich zu Theusz Hamtaahk, und innerhalb von Köhntarkösz ist K.A der jubilierendste Teil. Mit K.A bringt die Band das Erhabendste zum Schluss. Toll wie sich hier die drei Frauenstimmen in Bezug auf ihr Timbre ergänzen, toll, dass sich hier nun Bläser UND Chorstimmen finden (im Gegensatz zu Epok I und Epok II, wo nur jeweils eines davon vorhanden war), toll wie Vander am Schlagzeug nochmals alle Register seines Könnens zieht und einem einmal mehr beim Zusehen der Musiker bewusst wird, dass Magma-Musik Live-Musik ist.

Als Zugabe gibt es dann noch Kobaia, performed von allen 16 Musikern, die in den 4 Wochen zuvor dabei waren. Klasse. Oder anders: Kobaia Mylord, Kobaia!

Nein. Epok IV ist nicht schlechter als seine drei Vorgänger. Es ist genauso stark und beendet die Reihe absolut grandios.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.2.2017
Letzte Änderung: 20.2.2017
Wertung: 14/15
15 Punkte bekommt die Reihe als Ganzes. Und 15 Punkte bekommt Zess.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Magma

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Magma 10.75 4
1971 1001° Centigrades 9.20 5
1973 Mekanïk Destruktïw Kommandöh 14.50 3
1974 Wurdah Ïtah 11.00 2
1974 Köhntarkösz 11.50 2
1975 Live (Hhai) 12.00 1
1976 Üdü Wüdü 10.00 2
1976 Inédits 7.50 2
1977 Attahk 9.50 4
1981 Retrospektïw 3 6.00 2
1981 Retrospektïw 1-2 11.50 2
1984 Concert Bobino 1981 7.50 2
1984 Merci 7.50 2
1989 Mekanïk Kommandöh 13.67 3
1992 "Les Voix" Concert 1992 10.00 1
1996 Concert 1976 Opéra de Reims 12.00 1
1996 Concert 1971 Bruxelles - Théâtre 140 10.00 1
1996 Theatre du taur Concert - Toulouse 1975 9.00 1
1998 Floe Essi / Ektah 7.00 1
1998 Simples 4.00 1
1999 BBC 1974 Londres 11.50 2
2001 Theusz Hamtaahk Trilogie 15.00 5
2004 Concert Bobino 1981 (DVD) 5.00 1
2004 K.A 12.83 6
2004 Uber Kommandoh - 1
2006 Mythes et légendes Volume I (DVD) 14.00 4
2006 Mythes et légendes Volume II (DVD) 13.25 4
2007 Mythes et légendes Volume III (DVD) 14.33 3
2008 Studio Zünd - 1
2009 Live in Tokyo 13.00 1
2009 Ëmëhntëhtt-Ré 13.33 3
2012 Félicité Thösz 11.40 5
2013 Mythes et légendes - Epok V 11.50 2
2014 Zühn Wöhl Ünsaï - Live 1974 12.00 2
2014 Rïah Sahïltaahk 10.00 2
2015 Šlag Tanz 10.00 1
2015 Köhnzert Zünd 13.33 3

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