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Epos

Ilia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1989
Besonderheiten/Stil: sonstiges
Label:
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Irina Nikolaichuk vocals
Vladimir Dudanov vocals
Anatoly Molotov vocals
Aleksander Sledin vocals,synthesizer
Nikolay Ryzhov percussions
Aleksander Tsyganov bass
Petr Akimov cello
Tatiana Frenkel violin
Galina Klokar violin

Tracklist

Disc 1
1. Idolishche 5.26
2. Vladimir the prince 8.04
3. Ilia of Murom 10.56
4. The battle 9.18
Gesamtlaufzeit33:44


Rezensionen


Von: Horst Straske @


Bisweilen fällt die Entscheidung, ob man die eine oder andere Veröffentlichung in den weit gefassten Bereich Progressive Rock einordnen kann, relativ schwer. Da eine genaue Abgrenzung des Genres unmöglich ist, rechtfertigen aber allein die anfangs gehegten Zweifel bezüglich der Einordnung in der Regel eine Rezension für die Babyblauen Progressive Rock Reviews, welche sich dem Progressive Rock in all seinen Facetten widmen.

Mit dem Album "Ilia" der russischen Formation Epos hat das in Russland ansässige Label Boheme Music solch ein musikalisches Werk im Jahr 2000 wiederveröffentlicht. Streng genommen handelt es sich hier um keine Gruppe im herkömmlichen Sinn, sondern um ein Ensemble, das 1986 unter der Leitung eines gewissen Anatoly Molotov in St. Petersburg ins Leben gerufen wurde. Die Musik stammt jedoch von dem Komponisten Aleksander Sledin. Damals gab es ja noch die Sowjetunion und die alte Zarenstadt St. Petersburg hieß Leningrad. Das staatliche Label Melodiya hatte damals die LP veröffentlicht.

"Ilia" ist zwar in vier Parts unterteilt, kann bzw. muss sogar als ein einziges, zusammenhängendes Stück mit einer relativ kurzen Spielzeit von 33:48 Min. betrachtet werden. Dem Komponisten Aleksander Sledin ist dabei ein atmosphärisch sehr dichtes Werk gelungen, das seine Wurzeln in der traditionellen russischen Musik hat. Größtenteils besitzt "Ilia" einen sakralen Charakter, der mittels sehr intensiver Gesangsarrangements erreicht wird. Selbstverständlich bediente man sich der russischen Sprache.

Dem gegenüber dieser typisch osteuropäischen, meist traditionell wirkenden Musik, aufgeschlossenen Hörer werden gleich mehrere Sängerinnen und Sänger geboten, die über ein großes Stimmvolumen verfügen und wahrscheinlich auf einem der damaligen sowjetischen Konservatorien eine klassische Gesangsausbildung genossen haben.

Diesem Überhang der raffiniert arrangierten Gesangskünste ordnet sich die eigentliche Instrumentierung in Form von Geige und Cello absolut unter. Sie ist als sehr sparsam zu bezeichnen und besitzt einen kammermusikalische Charakter. Nur stellenweise kann man einen dezenten elektrischen Bass und Percussion sowie weiche Keyboardklänge vernehmen.

Über alledem schwebt aber der chorale Gesang, der neben seinem sakralen Charakter auch einen Hang zur Mystik hat. Streng genommen wird ein musikalisches Thema in verschiedenen Gesangsvariationen ständig wiederholt, weshalb man schon von einer gewissen Monotonie reden kann. Genau diese vermeintlich träge Monotonie ist aber beabsichtigt und macht sogar gerade den Reiz des Albums aus. Somit wird eine einzigartige, fast schon hypnotische Atmosphäre geschaffen.

Für mich verkörpert das einzige Album von Epos einen einzigartigen Klangkosmos, der meilenweit von allen gängigen musikalischen Klischees entfernt ist. Selbstverständlich ist als Grundvoraussetzung für den Zugang hinsichtlich dieses Werkes ein großes Maß an musikalischer Aufgeschlossenheit notwendig. "Ilias" passt wahrlich in kein musikalisches Schema und mir ist es daher fast unmöglich, solch ein Werk so einfach in ein Notenschema zu pressen. Nach langem Überlegen und Zögern entschließe ich mich letztendlich doch zur Vergabe von 10 Punkten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.5.2002
Letzte Änderung: 20.5.2003
Wertung: 10/15

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