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24718 Rezensionen zu 16918 Alben von 6589 Bands.
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Mostly Autumn

Glass Shadows

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: Folk; Rock / Pop / Mainstream; RetroProg
Label: Mostly Autumn Records
Durchschnittswertung: 7/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Bryan Josh vocals, guitars, piano, keyboards, hammond, programming
Heather Findlay vocals, piano, bodhran, tambourine, hand percussion
Olivia Sparnenn harmony vocals
Anne-Marie Helder harmony vocals, flute
Andy Smith bass
Henry Bourne drums

Gastmusiker

Troy Donockley string arrangements, programming, uillean pipes, whistles

Tracklist

Disc 1
1. Fireside 5:14
2. The second hand 4:33
3. Flowers for guns 4:23
4. Unoriginal sin 5:15
5. Paper angels 4:24
6. Tearing at the Faerytale 6:51
7. Above the Blue 5:55
8. Glass Shadows 11:20
9. Until the story ends 5:10
10. A different sky 3:03
Gesamtlaufzeit56:08


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Wenn ich in letzter Zeit an Mostly Autumn gedacht habe, dann war es immer in Zusammenhang mit drei Themen. Das erste davon spricht nicht gerade für meine Seriosität; es war nämlich das Findlay/Fish-Beziehungsthema. Ich meine: da hätte die Progszene endlich mal Gelegenheit gehabt, eine Klatsch- und Tratsch-Rubrik einzuführen, und niemand hat Gebrauch davon gemacht! Das zeigt wohl, dass Proggies so was einfach nicht nötig haben - bis auf mich natürlich: ich habe es gewaltig genossen, auf dem letzten Fish-Album im Booklet nach Beziehungs-Frust-Hinweisen zu suchen (und einige waren schon auf den ersten Blick unschwer zu finden), und ich könnte jetzt auch wieder auf den gleichen Geschmack kommen ( z.B. geht es in "Flowers for Guns" um das Geben und Nehmen von Liebe und um die veränderte Perspektive, wenn man sich mal später wieder sieht, außerdem ist der Songtext von Heather), aber ich kann's auch lassen, mich stattdessen meinen beiden anderen Themen zuwenden und hoffen, dass die etwas sachlicher ausfallen werden...;-)

Wenn ich also mal nicht an das Fish/Findlay-Problem dachte, dann an die Problematik der Band-Umbesetzungen bei Mostly Autumn in den letzten Jahren. Fragen wie: 'Was wollen die bloß ohne Liam Davison machen?' gingen mir durch den Kopf, und ich dachte immer wieder an die Möglichkeit, dass solche Musiker-Fluchten Vorboten einer Band-Auflösung sein könnten. Aber mein drittes Thema geht demgegenüber in die genau entgegengesetzte Richtung: in den letzten Jahren kamen so viele Alben von Mostly Autumn heraus, dass ich mich wohl eher fragen müsste, ob sich deren Qualität im Angesicht von so viel Quantität überhaupt halten lassen kann, oder ob es nicht Zeit für eine schöpferische Pause wäre. Aber in Wahrheit ist es wohl so, dass beide Themen miteinander in Verbindung stehen und ihre Diskrepanz nur scheinbar besteht: gerade angesichts ständiger Neubesetzungen muss eine Band wahrscheinlich immer wieder zeigen, dass es sie noch gibt.

Ein viertes mögliches Thema ist inzwischen für mich keins mehr: früher, besonders nach dem Wechsel von Mostly Autumn zum CRL-Label, hatte ich befürchtet, die Band könnte zu fahrenden Mittelalter-Bänkelsängern a la Blackmore's Night mutieren, aber nach einigermaßen starken Alben der letzten Jahre ist diese Gefahr sicherlich vom Tisch. Was ich dennoch beim neuen Album nicht ganz nachvollziehen kann, ist der Neueinsatz von gleich zwei Background-Sängerinnen (Olivia Sparnenn und Anne-Marie Helder), denn noch mehr Singsang habe ich bei Mostly Autumn nie vermisst. Vielleicht, so dachte ich im Vorfeld, haben die jetzt erstmal ein schlichtes Song-Album gemacht?

In gewisser Weise haben die das wirklich. Die ersten drei Tracks sind ziemlich flotte, aber auch etwas oberflächliche Mitsing-Songs (das erwähnte "Flowers for Guns" klingt gar nach Fleetwood Mac) - was aber auch nicht zum ersten Mal so vorkommt, dass die ein Album mit einfacheren Songs einleiten.

Dann folgt eine Einheit von wieder drei Tracks; das sind etwas getragenere Titel, die ruhig und beschaulich beginnen, um dann die bekannten floydigen bis kantigen Gitarrensoli zu präsentieren, die für Mostly Autumn so typisch sind. Das ist der musikalische Stoff, den der Fan erwartet, aber neu und überraschend ist das natürlich nicht.

Und dann folgt mit "Above the Blue" und dem titelgebenden Longtrack "Glass Shadows" das Herzstück des Albums. "Above the Blue" ist eine Ballade, in der Heather Findlay ihres 2007 verstorbenen Großvaters gedenkt - mit minimalistischem Piano vor einem Hintergrund aus Donockley's zurückhaltenden Pipes und drohenden, aber leisen Drums. Ein Song, der am Ohr vorbei direkt unter die Haut zu gehen scheint. Aber das ist - Album-dramaturgisch gesehen - nur die Einleitung zu einem der besten Songs, die Mostly Autumn je geschrieben haben: "Glass Shadows" ist ein fast düsteres Epos mit einem schauerromantischen Mittelteil aus tiefen Klavierakkorden und ebenso tiefen Hammond-Orgeltönen, bei dem man sich trotz seines schnellen Tempos noch gruseln kann - das ist ganz großes Kino für die Ohren, dieser eine Track ist das ganze Album wert.

Danach kann natürlich kaum noch was getoppt werden, und so folgen denn auch in den letzten zwei Songs die Auskehrer und Rausschmeißer - nette Songs zwar, aber die hinterlassen nichts, wenn man sie gehört hat. Wahrscheinlich sind die nur auf dem Album, damit nach dem Höhepunkt nicht gleich alles zu Ende ist?

Irgendwie erinnert mich dieses Album (in seiner Gliederung, nicht etwa musikalisch) ein wenig an "Paradise out of Time" von Poor Genetic Material. Da war das doch auch so ähnlich: Nach größeren Werken war mal Zeit gewesen für ein schlichtes Songalbum mit ein bis zwei starken Nummern. Hatte ich nicht oben geschrieben, Mostly Autumn könnten mal eine schöpferische Pause vertragen? Wer weiß, vielleicht ist dieses Album ja genau das?

Anspieltipp(s): Wenn man Zeit hat, natürlich den genialen Longtrack, ansonsten "Above the Blue" oder "Unoriginal Sin". Und mich würde mal interessieren, ob bei "Flowers for Guns" sonst noch wer an Fleetwood Mac denkt.
Vergleichbar mit: Mostly Autumn fast wie gehabt, aber man muss Liam Davison und Iain Jennings aus dem Bandsound subtrahieren, was nicht jedermanns Geschmack sein dürfte.
Veröffentlicht am: 5.7.2008
Letzte Änderung: 29.5.2012
Wertung: 9/15
Die Super-Tracks 7 und 8 sind mir 12-13 Punkte wert, dafür die ersten drei Tracks nur 5-6. Der Rest ist gut erträgliches Mittelmaß.

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 2)


Ich wollte dieses Album nicht kaufen. Ich hatte Angst davor, nun weiß ich auch warum. Denn letztlich hat doch der Fanboy, der Sammeltrieb gesiegt und das Album ist nun Bestandteil meiner Sammlung.

Um gleich mal den Kollegen Henning zu zitieren: „...Mostly Autumn könnten mal eine schöpferische Pause vertragen? Wer weiß, vielleicht ist dieses Album ja genau das…“ Ja, leider, aber warum muss man denn eine schöpferische Pause von knapp einer Stunde auch noch veröffentlichen?

„Glass Shadows“ beginnt mit drei bewegteren Songs, die ganz in der Bandtradition, eher belanglos sind. Der Opener „Fireside“ mischt den Mostly Autumn-Sound mit Bluesrock-Elementen, das ist zumindest ungewöhnlich. Das Balladen-Trio von „Unoriginal Sin“ bis „Tearing at the Faerytale“ ist da emotional schon ergreifender, allerdings dringen die Songs nicht mehr so tief unter die Haut wie früher. Aber das Finale von „Unoriginal Sin“ mit leichtem Bombastfaktor und typischen floydigen Bryan Josh-Gitarren und das sehr intensive „Paper Angels“ getragen von Heather Findlays zerbrechlichem Gesang und wiederum singenden Gitarren sind gute Momente.

Es wird also? Noch kommen ja die Höhepunkte „Above The Blue“ und „Glass Shadows“... und hier stürzt das Album leider endgültig ab. „Above The Blue“ ist mir dann doch zu spartanisch geraten, auch wenn Heather Findlays Vortrag eindringlich 'rüber kommt. Leider zerstören die kitschigen Synthie-Streicher für mich dann letztlich die intime Atmosphäre. Und die Begeisterung von Henning für „Glass Shadows“ kann ich mir nur mit dem Strohhalm erklären, nach dem der Fan in seiner Verzweiflung greift. Sicherlich hat der Longtrack im Prinzip die typischen Mostly Autumn-Trademarks wie folkige Passagen, doppelstimmigen Gesang, verhaltenen Bombast und floydige Gitarren intus, aber alles das wirkt seltsam undynamisch, ungelenk, irgendwie ohne rechtes Selbstbewusstsein. Will sagen, der Track zündet einfach nicht und im Vergleich mit früheren Großtaten verblasst er ohnehin zur bloßen Ahnung, was eine Band wie Mostly Autumn einst ausgemacht hat.

„Glass Shadows“ ist für mich – so weh mir das tut – ein Dokument einer Band, die letztlich geschrumpft auf ihren Kern (die neuen Mitmusiker sind nicht mehr als Begleitband für Bryan Josh und Heather Findlay), ausgebrannt und ideenlos wirkt. Anscheinend hat der Verlust des gewachsenen Bandgefüges eine Art Kreativitätsstau ausgelöst. Ob da noch mal ein Weg hinausführt? Als Fan hoffe ich das natürlich und stelle inzwischen „Glass Shadows“ in den Plattenschrank, wo es vermutlich sein weiteres Dasein als Staubfänger fristen muss.

Ach ja, Fleetwood Mac-Vergleiche: In der Tat muss ich bei „Flowers for Guns“ an Stevie Nicks denken und zumindest der Anfang von „Fireside“ könnte auch gut auf „Tusk“ auftauchen. Da ist also schon 'was dran...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.11.2008
Letzte Änderung: 29.11.2008
Wertung: 5/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mostly Autumn

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1998 For All We Shared 10.00 1
1999 The Spirit Of Autumn Past 12.00 1
2001 The Last Bright Light 12.00 1
2001 The Story So Far 9.00 1
2001 (Music inspired by) The Lord Of The Rings 10.00 1
2001 The story so far (DVD) 9.00 1
2003 At the Grand Opera House (DVD) 10.00 1
2003 The next chapter (DVD) 5.00 1
2003 Passengers 10.00 2
2004 The V-Shows (DVD) 10.00 1
2004 Pink Floyd Revisited (DVD) 12.00 1
2005 Storms Over Still Water 8.00 1
2006 Storms Over London Town 8.00 1
2006 Heart Full Of Sky 10.00 3
2010 Go well Diamond Heart 8.00 1
2012 The Ghost Moon Orchestra 5.00 1
2017 Sight of Day 8.00 1

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