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Deus Ex Machina

imparis

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008 (CD+DVD, Aufnahmen von 2006)
Besonderheiten/Stil: HardRock; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Cuneiform
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Buonez Bonetti Violine
Maurino Collina Gitarre
Alberto Piras Gesang
Porre Porreca Bass
Fabrizio Puglisi Keyboards
Claudio Trotta Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. La Diversità di Avere un'Anima 7:53
2. Giallo Oro 12:04
3. Il Testamente dell'Uomo Saggio 6:54
4. Cor Mio 5:13
5. La Fine del Mondo 14:48
6. Cosmopolitismo Centimetropolitano   (live) 11:56
Gesamtlaufzeit58:48
Disc 2
1. Rhinoceros   (DVD; 1-7: live in Paris 2006) 9:39
2. La Diversità di Avere un'Anima 8:21
3. Giallo Oro 11:13
4. Dove non può esserci contradizzione 10:04
5. Il Pensiero che porta alle Cose importanti 7:46
6. Cosmopolitismo Centimetropolitano   (drum solo) 5:09
7. Cosmopolitismo Centimetropolitano 11:56
8. Interviews

1. DeM speak 22:30
2. Fabrizio plays (Giallo Oro) 5:44

9. Extras

1. Paris backstage 6:00
2. Excerpts from Maresa, Spain 2002 16:55
3. Excerpts from Chapel Hill, USA 1996 9:27
4. Excerpts from Italian TV, 1996 4:20
5. Ad Montem, 1993 Videoclip 4:56

Gesamtlaufzeit134:00


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Die Italiener Deus ex Machina waren etwas aus meinem Fokus geraten, nachdem ich mir vor vielen Jahren ihr titelloses Zweitwerk zugelegt hatte. Ihr zum 20-jährigen Bestehen erschienenes Album imparis, bestehend aus einer CD und einer DVD, bot nun Gelegenheit, sich endlich wieder mit dieser Formation zu beschäftigen.

Die Aufnahmen für imparis entstanden bereits im Sommer 2006, als Deus ex Machina im Pariser Club Le Triton auftraten. Dieser verfügt auch über ein Tonstudio, und so entstand dort neben einem Konzertvideo, das den Hauptteil der DVD bildet, gleich noch ein Studioalbum, eingespielt in nur drei Tagen. Neben fünf neuen Stücken enthält dieses auch eine Liveversion eines älteren Stücks.

Wie eingangs erwähnt, ist meine Kenntnis der DeM-Diskographie (noch) sehr lückenhaft, daher kann ich nicht sagen, in wie weit sich die Band seit ihrem letzten Album Cinque weiterentwickelt hat. Den Rezensionen der Kollegen nach zu urteilen, scheinen allerdings nicht gerade Welten dazwischen zu liegen. DeM spielen auch hier einen treibenden Jazzrock mit gelegentlichem Anflug von Härte, kantig, komplex, aber auch mal mit ruhigeren Passagen. Die hervorragenden Leistungen der Musiker werden ergänzt vom großartigen Gesang Alberto Piras'. Dessen ungewöhnliche Gesangslinien, die an die Vokalakrobatik eines Demetrio Stratos bei Area erinnern, sind für mich die Krönung der Musik. Trotzdem ist es erfreulich, dass es auch lange instrumentale Passagen gibt, ansonsten bestünde die Gefahr, dass die Musik geradezu "erdrückt" würde von dieser kraftvollen Stimme. Während früher auch lateinische Texte benutzt wurden, sind die neuen Stücke, soweit ich das vom Hören beurteilen kann, komplett in Italienisch gesungen.

Die DVD enthält hauptsächlich einen Mitschnitt des erwähnten Konzerts vom Sommer 2006 in Paris. Bild- und Tonqualität sind sehr gut (bin aber kein High-End-Fanatiker), die Performance kraftvoll, packend, einfach beeindruckend. Neben zwei Stücken von imparis gibt es je zwei Stücke der beiden davor erschienenen Alben.

Neben einem längeren Interview (inklusive einer Soloeinlage von Fabrizio Puglisi an einem mittels CD-Hüllen präparierten Klavier) gibt es außerdem noch Ausschnitte aus früheren Konzerten (2002 und 1996). Vor allem die '96er Aufnahmen zeigen die Band noch deutlich hardrockiger, aber auch damals schon mit deutlichem Jazzrock-Einfluss und kaum weniger komplex als heute. Bild und Ton sind bei diesen Aufnahmen allerdings nicht ganz so gut, und bei den Aufnahmen aus den USA nervt ein auf die Bühne gebetener Zuschauer mit seinem Gehüpfe etwas. Obwohl, ist auch irgendwie ganz amüsant, der Typ. Zum Abschluss gibt es noch einen Videoclip von 1993.

Sicherlich keine ganz leichte Kost, was hier geboten wird, aber um ein vielfaches interessanter als das übliche Neo-Retro-Einerlei.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.9.2008
Letzte Änderung: 13.9.2008
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 3)


Sollte dieses Album nicht eigentlich „inParis“ heißen? Okay, Rezensenten-Flach-Wortwitz abgehandelt... 2006 versammelten sich die Italiener Deus Ex Machina in Paris um eines ihrer seltenen Alben (bei ungefähr sechs Studiowerken in 17 Jahren (eigentlich sogar schon 23 Jahren) Bandgeschichte, kann man schon von selten reden) aufzunehmen. Wenigstens gingen die Italiener gleich in die vollen und produzierten neben einer CD, gleich noch eine DVD und gaben dafür entsprechende Live-Konzerte.

Alleine die Tatsache, dass es wieder ein neues Album gibt, sollte DeM-Fans glücklich machen und „imparis“ hat denn auch alle Ingredenzien, die den Genuss zu einem großen machen. Tightes, hardrockiges Bandzusammenspiel, jazziger Improvisationsreichtum, die dichte Rhythmussektion um Superdrummer Trotta und Bassist Porreca und natürlich der exaltierte Gesang von Alberto Piras. Diese Kombination sichert Deus Ex Machina einen besonderen Platz im zeitgenössischen Prog, wenn nicht sogar eine gewisse Einmaligkeit.

Okay, gegenüber „Cinque“ und vor allem dem Feuerwerk „Equilibrismo Da Insofferenza“ agiert die Band auf „imparis“ etwas gemächlicher (wirklich nur etwas), aber das sind marginale Unterschiede. Dafür hat meinem Gefühl nach Violinist Bonetti mehr Raum und Keyboarder Puglisi genehmigt sich ein paar Extravaganzen. Vielleicht mag das auch daran liegen, dass, wie mir scheint, die finalen Versionen der Album-Stücke aus Studiojams herausentwickelt worden sind. Da schleicht sich ja schnell mal eine eher relaxte Passage ein oder mal ein Solo zuviel. Aber das schmälert letztlich den außerordentlichen Hörgenuss nicht wirklich. Zumal auch Gitarrist Collina ordentlich in die Saiten greift und jederzeit den rockigen Charakter der Musik in den Vordergrund rückt.

Nach knapp 47 Minuten neuer Musik zeigen Deus Ex Machina dann noch mit einer mitreißenden Liveversion von „Cosmopolitismo Centimetropolitano“, wo sie wirklich zu Hause sind. Das lässt die Sehnsucht nach einem Konzert dieser wilden Band wachsen. Gut, dass die DVD hier schon mal etwas Erleichterung verschafft.

Die DVD hat kleinere technische Schwächen, so liegt der Ton nur als 2.0-Stereosound vor, das Bild kommt im 4:3-Format und ist nicht immer scharf. Auch die Schnitte sind zuweilen etwas hektisch, aber das war's dann schon mit Mecker. Das im „Le Triton“ dargebotene Konzert ist formidabel und ungeheuer mitreißend. Auch die DVD-Boni bieten dem Fan echten Mehrwert. Über die kuriose Piano-Darbietung von Puglisis hat Jochen ja schon berichtet, daneben gibt es ältere Liveaufnahmen, die zeigen, dass die Band live schon immer in ihrem Element war. Und es gibt ein sehr interessantes Interview mit dem Kern der musikalischen Besetzung (inklusive kleinerer Eingriffe anderer Familienmitglieder, anscheinend befinden wir uns im Garten des Hauses einer der Musiker), der ja nun schon viele Jahre zusammenspielt. Hier erfahren wir, warum sich DeM überhaupt gegründet haben, warum sie sich selbst als Rockband sehen (das Wort Jazz fällt überhaupt nie), warum in lateinisch singen Spaß macht, warum es schwierig ist, sich als klassisch ausgebildeter Musiker auf Rockmusik einzulassen und wie problematisch es ist mit einer Violine in einer Rockband zu bestehen (davon kann auch David Cross ein Liedchen singen). Sehr interessant und vor allem unterhaltsam das Ganze (kommt in italienisch mit englischen Untertiteln).

Insgesamt ist „imparis“ ein gelungenes Album und ein gelungenes Gesamtpaket für Fans und solche, die es werden wollen. Wer bisher nichts von Deus Ex Machina besitzt, der findet hier einen idealen Einstiegspunkt.

Anspieltipp(s): Cor Mio, weil es kurz ist ;-)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.9.2008
Letzte Änderung: 21.9.2008
Wertung: 12/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 3 von 3)


Ich bin beeindruckt. Was für ein Unterschied im Vergleich zum eindimensionalen Retroprog, der uns aus fast allen Teilen der Welt erreicht! Offenbar sind die Italiener zur Zeit die besseren Progger, wenn es darum geht, Traditionen lebendig umzusetzen. In diesem Fall sind es sowohl Traditionen des Progressive Rock als auch die der Jazzrock-Fusion und der Avantgarde. Das hier ist wohl auch Retroprog, der aber gar nicht angestaubt klingen will.

Dem Keyboarder Puglisi, der schon eine Abhandlung über den Free-Jazz-Pianisten Cecil Taylor verfasste, werden die neulich verstärkten jazzigen Einflüsse zugeschrieben. Der Keyboardstil des Musikers vereinigt Einflüsse wie Chick Corea und Gentle Giant-Keyboarder Kerry Minnear. Des Herrn Puglisi mitunter sehr originelle Keyboardsolos sind für mich das wichtigste, wenn auch nicht das herausragendste Merkmal der Band. Natürlich ist der Sänger Alberto Piras - der zutreffend mal Prog-Pavarotti genannt wurde - in seiner Leistung herausragend, aber ohne die durchkomponierten Instrumentalteile der Stücke, ohne die Tasten- Gitarren- und Geigensolos, könnte Deus Ex Machina nicht durch die Vielfalt zwischen Freiheit und Disziplin beeindrucken. Da mutet es nicht einmal absurd an, wenn die Musiker die eigene offene Einstellung mit der von John Coltrane vergleichen.

Auch sehr erwähnenswert: das leichtfüßig-funkige Spiel des Schlagzeugers, das die schrägsten Rhythmen fast selbstverständlich erscheinen lässt. Dieses - neben der Spielfreude des Sextetts - kommt vor allem bei dem aktuellen Konzert auf der DVD zum Tragen.

Dank Doppelpaket mit dem neuen Album und einer DVD, die auch mit älteren Aufnahmen aufwartet, kann sich jeder ein ungefähres Bild über die stilistische Entwicklung der Formation machen, über eine gewisse Tendenz weg von rockiger Gitarre, hin zu jazzigen Keyboards. Der Anteil der auf Jazzrock und Jazz angelehnten Einfälle scheint also gestiegen zu sein. Durch die DVD erfahren wir darüberhinaus, dass auch Show und Humor bei den Konzertauftritten eine Rolle spiel(t)en, beides in erster Linie vom Sänger und Frontman ausgehend.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.10.2008
Letzte Änderung: 18.10.2008
Wertung: 12/15

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1991 Gladium Caeli 9.00 2
1994 Deus Ex Machina 10.00 1
1995 De Republica 11.00 1
1998 Equilibrismo Da Insofferenza 12.00 1
2002 Cinque 11.75 4
2016 Devoto 10.50 4

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