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Cheer-Accident

Fear Draws Misfortune

(Tipp des Monats 3/2009)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009 (offizielle VÖ: 20.01.2009)
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Jazz; Moderne Electronica; Psychedelic; RIO / Avant; Zeuhl; sonstiges
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jeff Libersher guitar, bass, trumpet, vocals, fish, cabasa
Thymme Jones drums, vocals, pseudo-marimba, synthesizer, piano, organ, trumpet, fake-sax, fake-cello
Alex Perkolup bass, guitar, vocals, nylon guitar

Gastmusiker

Carla Kihlstedt vocals, violin
Julie Pomerleau violin
Beth Yates flute
Lise Gilly alto sax
Andrew Ciccone clarinet
Aleksandra Tomaszewska vocals
Marketa Fajrajzlova vocals
Fred Lonberg-Holm cello
Dave Smith baritone sax
Mike Hagedorn trombone
Laura Boton vocals
Doug Abram tenor sax
Andrea Faught cornet, pseudo-bassoon
Rob Pleshar tuba

Tracklist

Disc 1
1. Sun Dies 5:49
2. Mescalito 1:06
3. And Then You Realize You Haven't Left Yet 1:31
4. Blue Cheadle 5:47
5. Disenchantment 3:42
6. The Carnal, Garish City 4:17
7. According to the Spiral 2:48
8. Humanizing the Distance 6:54
9. Your Weak Heart 9:41
Gesamtlaufzeit41:35


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Cheer-Accident bescheren uns 2009 wieder ein neues Album. Es ist bereits ihr 16. (offiziell erscheint es erst am 20.01., aber es kann bereits bei Cuneiform bestellt werden und wird auch schon versendet), von denen ich bisher - peinlich, peinlich - nur das erste (fantastische) Album kenne. Leider habe ich auch den vielgelobten Auftritt der Band im April 2008 in Würzburg verpasst, so ist dieses neue Album also erst mein zweiter Kontakt mit der Musik von Cheer-Accident.

"Fear Draws Misfortune" ist ein spannendes, unterhaltsames, moderat verrücktes, einfach gutes Album geworden. Mir scheint es, als gingen Cheer-Accident wieder ein bisschen "back to the roots". Das Kerntrio besteht nun aus den bekannten Größen Libersher und Jones, dazu kommt mit Alex Perkolup ein neuer Bassist und Gelegenheits-Gitarrist / -Sänger. Daneben lassen sich die Jungs von an die 15 Gastmusikern unterstützen, von denen die bekannteste möglicherweise die unvergleichliche Carla Kihlstedt ist, die mit Stimme und Violine den einen oder anderen Song veredelt.

Cheer-Accident bieten flotten Kammerprog, der kein bisschen düster aus den Boxen poltert, gemischt mit retroproggigen Crimson-Reminiszensen (gerade bei der Gitarrenarbeit) und sogar ein bisschen Pop-Appeal in den Melodien. Das Ganze ist farbig und reichhaltig instrumentiert. Die diversen Bläser und gelegentliche harte Pianoläufe sorgen für allerlei angejazzte Momente. Das gemeinsame Touren mit Sleepytime Gorilla Museum hat offensichtlich nicht nur diese beeindruckt (Nils Frykdahl schwärmte am Rande eines Konzerts in Würzburg in höchsten Tönen von Cheer-Accident), sondern eben auch umgekehrt. So hat ein bisschen was der Anarcho-Metal-Attitüde von SGM Eingang in die Musik auf "Fear Draws Misfortune" gefunden, so dass es schon mal krachig-laut wird. Aber immer mit einem Augenzwinkern, denn Cheer-Accident nehmen offensichtlich nichts allzu ernst. Wavige Klänge, ein bisschen Elektronik und industriell-schleifende Sounds runden den Klangcocktail ab. Der dünne, hohe Gesang hat schon das Debüt begleitet und das ist auch hier so. Daran ändern auch die GastvokalistInnen nicht viel, außer, dass es ab und zu exaltierten Chorgesang zu hören gibt (vielleicht auch hier eine kleine Verbeugung vor SGM). Aber irgendwie stört das in diesem Gebräu auch überhaupt nicht.

Mit "Fear Draws Misfortune" liefern Cheer-Accident ein durchweg hoch spannendes, vor Ideen sprühendes, moderat schräges Werk ab, welches zeigt, dass das Kreativ-Potential dieser Band keineswegs aufgebraucht ist. Da die Songs ineinander über gehen und so ein bisschen der Eindruck einer langen Suite entsteht, ist auch die relative Kürze des Albums einigermaßen zu verkraften. Tolles Album für einen gelungenen Jahresauftakt 2009!

Anspieltipp(s): in einem durch!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.1.2009
Letzte Änderung: 1.1.2009
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Ebenso wie Kollege Thomas kenne ich außer diesem lediglich noch das erste Album von Cheer-Accident. Immerhin konnte ich die Band beim oben erwähnten Konzert im April 2008 in Würzburg erleben und damit überhaupt erst kennen lernen. Es ist doch immer wieder erstaunlich, dass man nach so vielen Jahren, in denen man die "Szene" erkundet, immer noch Bands entdecken kann, die schon ewig existieren, ohne dass man irgendwann auch nur mal dem Namen begegnet ist.

Was das Trio und die zahlreichen Gäste servieren, ist genau die Art Musik, mit der man die vom Neo-Retro-Einheitsbrei verklebten Gehörgänge wieder frei spülen kann. Eine gelungene Kombination jazziger, avantgardistischer und gelegentlich waviger Klänge wird geboten, gar Zeuhl-Gesänge werden mal angestimmt (die mich indes weniger an Magma als an Eskaton erinnern). Ein bisschen Retro ist zwar auch dabei, aber erstens crimsoid, was immer erfreulich ist, und zweitens klingt die Musik insgesamt trotzdem zeitgemäß. Bei aller Schrägheit sind die Songs doch auf eigenartige Weise auch wieder eingängig, und manchmal gibt es sogar richtig wohligen Schönklang, wie im Auftakt und Ausklang von Your Weak Heart.

In Worten lässt sich diese stilistische Vielfalt, die dennoch geschlossen klingt, kaum beschreiben. Wer Musik abseits ausgetrampelter Retro-Pfade schätzt, sollte hier unbedingt zugreifen. Bleibt noch zu hoffen, dass die drei mal wieder den Weg nach Deutschland finden!

Anspieltipp(s): ganz!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.1.2009
Letzte Änderung: 22.5.2009
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 3 von 3)


Seit fast 30 Jahren gibt es Cheer Accident (die ersten Aufnahmen der Gruppe stammen aus dem Jahre 1981). Die Wurzeln der Band gründen in einer Art von Postpunk, einem schräg-kantigem Rock, der mit so allerlei avantgardistisch-dadaistischen Exkursen gepaart wurde. Auch andere US-Bands die damals entstanden, Thinking Plague, Birdsongs Of The Mesozoic und 5 UU's z.B., begannen ähnlich. Bei Cheer Accident kam eine gute Portion Progreminiszenzen dazu, vor allem ein kaum zu überhörender Einfluss seitens King Crimson (man höre das Debütalbum der Band - "Sever roots, tree dies"). Danach wilderte die Formation um Jeff Liebersher und Thymme Jones in allerlei Gefilden zwischen Wave, Punk, Krach, Indierock, Metal und Pop, blieb dabei aber immer ausgesprochen unkommerziell und gleichzeitig erfindungsreich (und verdiente mit ihrer Musik vermutlich keinen Pfennig).

Mit "Fear Draws Misfortune" schlagen Cheer Accident einen Bogen zurück zu ihren Anfängen, bieten eigentlich lupenreinen US-RIO (ganz im Stile des Debüts oder der ersten Produktionen der anderen oben genannten Bands), wobei die verschiedenen Gastmusiker die genretypische Kammerrockatmosphäre noch verstärken. Dabei klingt die Musik durchaus modern und frisch, was aber natürlich auch daran liegt, dass solcherlei Klänge ziemlich zeitlos sind und z.B. auch das Debüt der Band heute noch frisch und modern klingt. Unaufdringlich, meist durchaus melodisch, aber doch immer schräg und komplex graben sich die "Songs" der Amerikaner in die Gehörgänge. Cheer Accident ist mit "Fear Draws Misfortune" eine wunderbare Scheibe gelungen, die zwar dem RIO/Avant-erfahrene Hörer kaum etwas Neues bietet, aber trotzdem, gerade wegen der stilistischen Einheitlichkeit, der Farbigkeit und des Vermeidens von Extremen, sehr gut unterhält, und das auf sehr hohem Niveau! Kaufen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.3.2009
Letzte Änderung: 23.3.2009
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Cheer-Accident

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1988 Sever roots, tree dies 11.50 2
1991 Dumb Ask 9.00 1
1993 Babies Shouldn't Smoke 12.00 1
1994 The Why Album 10.00 1
1997 Enduring the American Dream 9.00 1
1999 Trading Balloons 11.00 1
2000 Salad Days 11.00 1
2002 Variations on a goddamn old man (2002) 8.00 1
2003 Introducing Lemon 11.00 1
2005 Variations on a goddamn old man (2005) 10.00 1
2006 What Sequel? 10.50 2
2011 No Ifs, Ands or Dogs 12.00 1
2017 Putting Off Death 10.00 2
2018 Fades 11.00 1

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