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Steven Wilson

Insurgentes

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: improvisiert; Konzeptalbum; New Artrock; Postrock
Label: KScope
Durchschnittswertung: 10.2/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Steven Wilson Guitars, keyboards, voice, etc.

Gastmusiker

Theo Travis Flute, clarinet
Michiyo Yagi Koto
Gavin Harrison Drums
Tony Levin Bass
Mike Outram Guitar
Jordan Rudess Grand Piano
Clodagh Simmonds Vocals
Sand Snowman Acoustic guitar

Tracklist

Disc 1
1. Harmony Korine 5:08
2. Abandoner 4:48
3. Salvaging 8:18
4. Veno Para Las Hadas 5:58
5. No Twilight Within the Courts of the Sun 8:37
6. Significant Other 4:32
7. Only Child 4:24
8. Twilight Coda 3:25
9. Get All That You Deserve 6:17
10. Insurgentes 3:55
Gesamtlaufzeit55:22


Rezensionen


Von: Michael Büttgen @ (Rezension 1 von 5)


Avenida de los Insurgentes. So heißt eine sehr lange Straße - vielleicht die längste Straße der Welt – in Mexico City. In dieser Straße wurde das erste Soloalbum von Steven Wilson produziert und der Name "Insurgentes" (die Aufständischen) kreativerweise direkt übernommen. Seit der Ankündigung des Albums kribbelte es also in den Fingern der Fanmeute gewaltig. Als schließlich ein Trailer und eine eigene Webseite zum Album veröffentlicht wurde, waren viele Porcupine Tree-Nerds den Tränen nah, und als das Album schließlich als Special-Edition in – natürlich – limitierter Auflage erschien, war es – natürlich – in einer Nanosekunde ausverkauft und nicht einen Tag später besserten diverse Händler via eBay damit ihre Rentenkasse auf.

Der gewohnte Hantier also, nix ungewöhnliches. Oder doch? Vielleicht ist "Insurgentes" ja irgendwie ungewöhnlich? Vielleicht klingt das erste Soloalbum von Wilson ja eben nicht nach Porcupine Tree, oder nach irgendwelchen anderen Bands des ewig arbeitenden und nicht müde werdenden Allroundgenies?

Weit gefehlt, denn zumindest "Harmony Korine" klingt schon mal stark nach ruhigeren Porcupine Tree, bzw. wäre von der Eingängigkeit her auch gut bei Blackfield aufgehoben. Trotzdem – oder gerade deswegen(?) – geht der Song sofort mit seinem eindrucksvollen Refrain ins Ohr und bleibt dort positiv haften.

"Abandoner" und "Salvaging" lassen die Ohrwurmhaftigkeit des Openers links liegen und schleppen sich mit einer eigenartig faszinierenden Atmosphäre in Richtung alte Porcupine Tree. "Salvaging" erinnert dabei mit seiner sehr bedrückenden, fast beängstigenden Stimmung stellenweise an Scott Walker (Hört euch auch mal "Port Rubicon" auf der Bonus-CD an!).

Ganz anders – und tatsächlich mal ungewöhnlich – klingt dagegen "No Twilight Within the Courts of the Sun". Sehr extravagant, improvisiert, fast jazzig mit interessantem Spannungsaufbau. "Significant Other" und "Only Child" gehen dann schon wieder mit ihren einfachen Songstrukturen in die gewöhnliche Porcupine Tree-Richtung. Beileibe keine schlechten Songs, ganz klar, aber vielleicht hätte ich mir dafür eine längere Phase des atmosphärisch/experimentellen Teils gewünscht, der sich mit "Twilight Coda" und dem hervorragenden, extrem spannenden "Get All That You Deserve" wiederfindet.

"Insurgentes", der traumhafte Titeltrack, beendet die Reise durch den Wilson'schen Solokosmos und hinterlässt, zumindest nach dem ersten Höreindruck, sicher eine Menge fragende Gesichter bei den Fans, die so gespannt auf das Album waren. Man weiß nicht so recht, was man damit anfangen soll.

Das Album wirkt im ersten Moment durch die teils seltsamen experimentellen Ausflüge sperrig. Der rote Faden ist nur schwer zu erahnen, auch weil immer mal zwischendurch leichte, eingängige Songs auftauchen. Es drängt sich der Gedanke auf, als wusste Wilson nicht genau wo er hin wollte. Ein PopProg-Album a la Blackfield, oder vielleicht ein Porcupine Tree-Album der alten Schule mit experimentellem Einschlag?

Findet man dennoch den Zugang, was nicht gänzlich unmöglich ist, eröffnet sich dem geneigten Hörer ein durchaus spannendes Album mit hervorragenden Gänsehautmomenten und einem positiven Langzeiteffekt.

Übrigens: Wer die – im wahrsten Sinne des Wortes – schwere Special-Edition leider nicht mehr ergattern konnte, hat bis auf die äußerst geschmackvolle Verpackung zumindest musikalisch nichts Großartiges verpasst, was die Bonussongs angeht.

Anspieltipp(s): Harmony Korine, Salvaging
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.1.2009
Letzte Änderung: 27.7.2013
Wertung: 10/15
Da ist noch Spielraum, da kommt noch viel Besseres.

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 5)


Das erste CD-Solowerk des PT-Masterminds (wenn man mal von seiner COVER-Single-Reihe absieht) erschien 2008 in einer 3000 Auflage in Buchformat. Neben dem Album enthält diese Ausgabe auch eine Bonus-CD mit 5 Titeln und eine DVD-Audio mit einer hochauflösenden Stereospur, einer 5.1.-Abmischung in DTS sowie einen 18minütigen Filmausschnitt von Lasse Hoile. Für alle, die diese Ausgabe verpasst haben, im Frühjahr 2009 erscheint das Werk auch als reguläres DVDA/CD-Set mit 32seitigem Booklet. Es fehlt nur die Bonusdisk und das großformatige Buch.

Nun mein Eindruck, der sich allerdings "nur" auf die 5.1-Version des Albums bezieht.

Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen, es ist für mich deutlich besser als die letzten beiden PORCUPINE TREE-Alben, erreicht aber nicht ganz die Klasse von NO-MANs letztem Werk "Schoolyard Ghosts". Besser als PT deshalb, weil die Bandbreite der Songs größer ist, Steve Wilson gelingt es auf dem Album, die ganze Bandbreite seiner Nebenprojekte zu einem schlüssigem Ganzen zu vereinen. Schlechter als No Man ist es aber für mich, weil es hier und da für mich etwas zu laut und bei zwei Songs zu "simpel" wird.

Harmony Korine erinnert in seiner Eröffnung frappant an U2 aus ihrer "Joshua Tree-Phase", aber Wilsons Gesang und bratzende Gitarrenriffs neben sphärischen Synthies machen klar, das hier Porcupine Tree Pate standen. Der Track hätte ohne Probleme auch auf einem der beiden letzten Alben erscheinen können.

Der zweiter Titel "Abandoner" klingt wie eine Mischung aus frühen Portishead und No-Man. Er beginnt als dezente Ballade und endet im DRONE-Stil von Bass Communion. Die standen auch Pate für das folgende "Salvaging", bei dem Wilson mit Elementen des Tracks "The Sky move sideways" sich selbst zitiert. Bei diesem Song gibt es ein lyrisches Intermezzo mit dem Streicher-Ensemble. Der Song ist für mich, der harte Klänge nicht so liebt, ziemlich gelungen. Besonders der Einsatz von Dirk Serries (VIDNA OBMANA) an der Drone Gitarre im Zusammenspiel mit den Bassriffs paßt gut zusammen und das erwähnte Intermezzo bricht die Schwere auf. Im völligen Kontrast dazu "Veneno Para Las Hadas". Dieser Titel ist schwebend-lyrisch, sanft pulierende Basstöne, schwebende Synthie- und Gitarren wogen sanft hin und her, unterstützt von einem sanften Klavier. Mit Tim Bowness als Sänger wäre das ein No-man-Stück.

Kernstück der CD für mich ist das über acht Minuten lange "No Twilight Within The Courts Of The Sun". Hier standen KING CRIMSON eindeutig Pate. Der ganze Titel klingt wie eine spontan aufgenomme Session von Bassist (hier Tony Levin), Schlagzeuger und zwei Gitarristen. Eher verhalten-jazzig zum Anfang, pendelt der Titel zwischen wuchtig-laut, stellenweise stakkatohaft und sanft lyrisch dahin. Eine der besten Nummern, die Wilson in den letzten Jahren geschrieben hat.

Das folgende "Significant Other" ist Songorientierter, erinnert viel stärker an seine Stammband und ist einfach laut (bis auf das Glockenspiel am Ende). Nun folgt für mich der schwächste Song. "Only Child" ist ein netter Popsong im PT-Stil mit stellenweise brachialen Gitarreneinwürfen, dem es für meine Ohren einfach an Abwechslung fehlt. Hier spielt Gavin Harrison so monoton-stupide daher, wie ich es vom Konzert her in (schlechter) Erinnerung habe. Das folgende Instrumental "Twilight Coda" ist dagegen wieder git anhörbar. Eigentlich besteht der Titel "nur" aus schwebenden, hallenden Flächen, einer einfachen Pianomelodie, leicht psychedelischen Effekten gepaart mit einer akustischen Gitarre, aber zum Ende hin löst sich die Struktur immer mehr auf und ein Klavier übernimmt die Melodieführung. "Get all you deserve" ist BASS COMMUNION pur - Dronegitarren ohne Ende, ein Wall aus lauten Tönen, um dem titelgebenen Abschlusssong den gebührenden Kontrast zu geben. "Insurgentes" ist eine wunderschöne Wilsonballade, leicht traurig daher kommend, aber nicht depressiv, sondern voll unterschwelliger Hoffnung mit leicht asiatischem Einschlag durch die 17saitige Bass-Koto.

Also wie gesagt, ein gelungenes Album. Meiner Meinung nach tut es dem Herrn gut, neben seinem Stammschlagzeuger andere Musiker einzubeziehen. Allein die Klangfarben durch Theo Travis oder Dirk Serries, um nur zwei zu nennen, geben dem Album das gewisse Etwas, was den letzten PT-Alben in meinen Augen fehlt.

Freut euch also auf das Frühjahr. Klanglich ist an dem Album wie gewohnt nichts auszusetzen. Der 5.1.-Mix ist gelungen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.1.2009
Letzte Änderung: 16.1.2009
Wertung: 11/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 5)


Steven Wilson hat eine sehr spezielle Art Musik zu machen und damit haben seine Produktionen einen hohen Wiedererkennungswert. Insurgentes ist dabei weniger groovig-rockig als die Sachen von Porcupine Tree ausgefallen, dafür aber songorientierter als Bass Communion. Es hat mit seiner schwermütig-düsteren Atmosphäre, die das gesamte Album durchzieht und für Zusammenhalt sorgt, als Solo-Projekt definitiv seine Daseinsberechtigung.

Dass die ersten zwei Drittel der Scheibe dabei aufgrund unterschiedlicher Herangehensweisen etwas sperrig klingen, macht das Album für mich gerade interessant. Wenn etwa auf das noisig-dröhnende No Twilight... das entspannte Significant other folgt, dann ist das ein Kunstgriff, den wir schon von Deadwing kennen, der aber nichts von seiner Berechtigung und Wirksamkeit verloren hat.

Problematisch finde ich eher das letzte Drittel, das für meinen Geschmack zu wenig Abwechslung bringt; Wilson gibt sich da etwas sehr ruhig-schleppendem Schwermut hin, auch wenn es bei Get all that you deserve am Ende ordentlich "drohnt". Nach dem ruhigen Significant other folgt noch ein netter Midtempo-Popsong, der sich aber schon zu wenig abhebt. Und was danach kommt, finde ich nicht mehr spannend, sondern eher zu gleichförmig. Wobei ich nichts gegen die Qualität der Songs an sich sagen möchte, aber die Dramaturgie des Albums flacht nach dem sechsten Stück einfach ab und es schleppt sich etwas langweilend dahin.

Wenn es bei den ersten 37 Minuten geblieben wäre, hätte ich mir schwer vorstellen können, wie Wilson dieses Album noch hätte toppen wollen. So aber gestehe ich ihm durchaus noch eine Steigerung zu.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.4.2009
Letzte Änderung: 13.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 4 von 5)


Der ausführliche Genuss von Steven Wilsons Meisterwerk "Grace For Drowning" hat mich wieder an "Insurgentes" erinnert, Wilsons erstes Solowerk, welches in meiner Wahrnehmung irgendwie untergegangen ist. Und da das Album dieser Tage - Oktober / November 2011 - als nettes Paket, nämlich das "Insurgentes"-Album selbst, die DVD-A mit dem 5.1-Surround-Mix in DTS und Dolby Surround sowie dem Remix-Album "NSRGNTS RMXS", zu kleinem Preis wiederveröffentlicht wird, gibt es also Grund genug mal wieder reinzuhören.

Heute, zwei Jahre später, mit dem Wissen, dass Steven Wilson diesem ersten Versuch noch einen modernen Klassiker folgen hat lassen können, gefällt mir "Insurgentes" auch besser. Schön gehört? Ich weiß nicht, die grundlegenden Kritikpunkte sind schon noch die gleichen: Zu nah am bisherigen Schaffen Wilsons ist das Album. Songs wie "Harmony Korine", "Abandoner", "Significant Other", "Only Child", der Titelsong und so weiter würden auf einem Porcupine Tree-Album allenfalls für mildes Erstaunen sorgen, keinesfalls aber entscheidend aus dem Rahmen fallen. Aber umgekehrt sind sie natürlich lebende Beweise für Wilsons besonderes Talent melodiöse, hochatmosphärische New Artrock-Song mit floydigem Touch zu schaffen, die auf angenehme Weise unterhalten und kein bisschen langweilig sind.

Aus dem Rahmen fällt natürlich "No Twilight Within the Courts of the Sun". Mit diesem für Wilson'sche Verhältnisse ziemlich schrägen, ziemlich krachigen Jazzrocker (mit deutlichem King Crimson-Vibe) verlässt Steven Wilson seine Komfort-Zone und zeigt ganz neue Qualitäten. Was in gewisser Weise auch für "Get All That You Deserve" gilt, welches sich nach ruhigem Beginn in eine gewaltige Drone-Orgie steigert.

"Insurgentes" ist die erste Solo-Fingerübung eines der musikalischen Genies unserer Zeit. Ein gutes Album, aber noch kein Überflieger.

Ach ja: Die Surround-Version des Albums ist ein audiophiler Genuss und wertet das Ganze nochmals deutlich auf.

Anspieltipp(s): Harmony Korine, No Twilight Within The Courts Of The Sun
Vergleichbar mit: einer Mischung aus Porcupine Tree, Blackfield und Bass Communion, Steven Wilson-Musik eben
Veröffentlicht am: 3.11.2011
Letzte Änderung: 12.3.2012
Wertung: 10/15
Das beste Porcupine Tree-Album, wo nicht Porcupine Tree draufsteht...

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Von: Marc Colling @ (Rezension 5 von 5)


Das erste Solowerk von SW ist nicht leicht zu erobern. Vielleicht will diese Musik auch gar nicht erobert werden. Sie öffnet sich freiwillig demjenigen, der ihr den gebührenden Respekt entgegen bringt. Denn diesen braucht man schon gegenüber dem Musiker. Er macht es uns wirklich schwer ihn zu mögen, geht unbeirrt seinen Weg und schert sich nicht drum, was andere denken. Das birgt natürlich die Gefahr, dass die Fans sich abwenden. Aber es wird genau so viele geben, die ihn gerade wegen seiner Geradlinigkeit mögen.

Auf Insurgentes ist auch nicht alles gelungen. Mit etwas Abstand betrachtet merkt man schon die Schwachstellen. SW wollte viele Ideen auf ein Album bringen, die teilweise aber etwas zusammenhanglos klingen. Somit verliert sich der eine oder andere Song irgendwo im Nirwana. Doch hat es auch starke Momente, die einen nur noch fassungslos zurück lassen. Im allgemeinen stellt man aber fest, dass es SW (noch) nicht ganz gelingt, seine Songs so nebeneinander zu stellen, dass das Ganze einen Sinn ergibt. So sind die meisten Songs zwar gut, wirken aber in ihrem Gesamtkontext nicht immer so, wie das bei besserer Anordnung möglich gewesen wäre. Die Wechsel sind teils zu abrupt, es fehlt ab und zu der Flow.

Auf der Habenseite steht ganz klar ABANDONER mit seinen elektronischen Drums zu Anfang, seinem fast triphopmässigen Sound und seinen sehr interessanten Klängen aus dem Synthie. Auch SALVAGING hat mit seinem stoischen Bass und seinen psychedelischen Momenten Biss. Nur der Schluss ist hier etwas merkwürdig geraten mit seinen Streichern und seinen Dronesounds. SIGNIFICANT OTHER klingt sehr nach SW und ist eher ruhig gehalten und ONLY CHILD mag nicht jedem gefallen wegen seiner catchy Basslinie, die aber schlussendlich positiv im Ohr klebt. Auch der kürzeste Song des Albums, TWILIGHT CODA, ist spannend und experimentell. Hier überzeugt SW mit schwebenden und dichten Sounds, einer gezupften A-Gitarre und einem abschließenden, kurzen Klavierspiel.

Etwas unentschlossen stehe ich NO TWILIGHT WITHIN THE COURTS OF THE SUN gegenüber. Ist das noch eine Jazz Improvisation oder ist das einfach nur lärmig? Jedenfalls ist der Song verstörend, lärmt bis zum Exzess um dann plötzlich in Stille und Sprechgesang zu verfallen. Auch zeigt Gavin Harrison am Schlagzeug hier mal, was alles in ihm steckt. Wenn man ihn denn lässt. Das hat schon was, ist allerdings nichts für MelodicProg Hörer. Ähnlich geht es ebenfalls mit GET ALL YOU DESERVE, was sehr ruhig beginnt, sich dann aber zu einem Dronemonster entwickelt.

Durchgefallen sind VENENO PARA LAS HADAS, was viel zu sehr nach No-Man klingt in deren schwächeren Momenten.

SW liefert hier eine anständige Arbeit ab, doch mittlerweile weiß man, dass da noch Luft nach oben war. Und die hat er beim Nachfolger bereist benutzt.

Anspieltipp(s): Abandoner, Salvaging
Vergleichbar mit: all seinen Nebenprojekten
Veröffentlicht am: 2.4.2016
Letzte Änderung: 2.4.2016
Wertung: 9/15
sehr mutig, keine Kompromisse

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Steven Wilson

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Unreleased Electronic Music 10.00 1
2009 NSRGNTS RMXS - 1
2011 Grace For Drowning 11.67 6
2012 Get All You Deserve 13.67 3
2013 Drive Home 13.00 2
2013 The Raven That Refused To Sing And Other Stories 11.44 10
2014 Cover Version 10.00 1
2015 Hand.Cannot.Erase. 11.43 7
2015 Transience - 1
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2017 To the Bone 8.67 3

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