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Animals As Leaders

Animals As Leaders

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009 (Debut-Album)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Metal; Progmetal
Label: Prosthetic Records
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Tosin Abasi guitars, bass

Gastmusiker

Misha Monsoor programming

Tracklist

Disc 1
1. Tempting Time 5.23
2. Soraya 4.27
3. Thoroughly at Home 4.02
4. On Impulse 6.09
5. Tessitura 1.06
6. Behaving Badly 4.26
7. The Price of Everything and the Value of Nothing 5.32
8. CAFO 6.41
9. Inamorata 6.08
10. Point to Point 1.44
11. Modern Meat 2.06
12. Song of Solomon 4.16
Gesamtlaufzeit52:00


Rezensionen


Von: Kai Lorenz Kruppa @ (Rezension 1 von 3)


So manch unscheinbares, unbekanntes Album hat es zuweilen faustdick hinter den Ohren. Zu dieser raren, aber feinen Gruppe gehört (knapp) das namenlose Debut-Album von »Animals As Leaders«. Immerhin wird die Stilrichtung »instrumentaler Progmetal« durch diese CD um einen interessanten Beitrag reicher. Doch aufgepasst: Diejenigen, die außer Fripp, Gabriel & Co. nur wenig an sich heranlassen, seien schon jetzt gewarnt. Denn unterm Strich ist »Animals As Leaders« ein wuchtiges, in Teilen bleischweres Gitarrenalbum geworden, das mit filigranem Prog recht wenig zu tun hat. Glaubt man den Informationen der englischsprachigen wikipedia-Seite, verbirgt sich hinter »Animals As Leaders« ein Ein-Mann-Projekt, das weder einen Schlagzeuger aus Fleisch und Blut noch andere (Gast-)Musiker neben sich duldet. Tosin Abasi heißt der blutjung aussehende Solist, der nicht nur aufgrund seiner Erscheinung ein wenig an Planet-X-Gitarrist Tony MacAlpine erinnert. Alle Gitarren- und Basseinspielungen stammen aus seinen flinken Händen.

Im Mittelpunkt der Kompositionen steht – wen wundert’s – die Gitarre, die sich dem Hörer in vielerlei Gestalten offenbart – jedenfalls ist die Bandbreite zwischen unverzerrtem, latin-artigem Saitengezupfe, quirlig-schnellen Soli und brachialen Riffs nahezu vollständig abgedeckt. Die zwölf, für ›progressive‹ Verhältnisse recht kurzen Stücke sind – jedenfalls was die Saiteninstrumente angeht – mit viel Herzblut eingespielt worden, auch wenn so manche Passage dadurch etwas hektisch und überfrachtet wirkt. Das monotone Schlagzeugspiel ›aus der Steckdose‹ trägt freilich nicht gerade zu einer atmosphärischen Verdichtung des Albums bei. Außerdem spürt der aufmerksame Hörer in jeder Sekunde, dass »Animals As Leaders« mangels einer Band mit Ecken und Kanten, mit Stärken und Schwächen ein Solo- bzw. Referenzwerk eines ehrgeizigen Gitarristen ist und bleiben wird. Auf der anderen Seite schafft es der US-Amerikaner, mit diversen elektronischen Einlagen ein wenig zusätzliche Farbe ins Spiel zu bringen.

Insofern hinterlässt »Animals As Leaders« einen zwiespältigen Eindruck, denn diverse programmierte Datenmaschinen können natürlich nur einen unbefriedigenden Ersatz für talentierte (und lebende) Musiker darstellen. Dem andernorts hergestellten Vergleich mit den beiden Bands Canvas Solaris und Gordian Knot ist (in diesem speziellen Punkt) deshalb nur unter gehörigen Bauchschmerzen zuzustimmen. Trotzdem sorgt das Album für ein buntes und kurzweiliges Hörvergnügen – der etwas heftigeren Sorte selbstverständlich. Hör- und Sehproben gibt es auf der entsprechenden myspace-Seite.

Anspieltipp(s): Behaving Badly, Song of Solomon
Vergleichbar mit: ...einem Mix aus Blotted Science, Steve Vai und einem Drumcomputer.
Veröffentlicht am: 28.6.2009
Letzte Änderung: 28.6.2009
Wertung: 9/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 3)


Wie man hört, musste sich Reflux-Gitarrenvirtuose Tosin Abasi von Prosthetic Records lange bitten lassen, bevor er sein Soloprojekt "Animals As Leaders" in Angriff nahm. "Egotistical and unnecessary" sei so etwas. Seien wir froh, dass es von diesem Irrtum abgekommen ist...

Nicht dass der bescheidene Abasi sich nicht erst am Atlanta Institute Of Music eingeschrieben hätte, um seine kompositorischen Fähigkeiten noch ein wenig aufzupolieren, bevor er schließlich doch ins Studio ging. 2008 war das, zusammen mit dem Toningenieur Misha Mansoor, der zudem noch die Keys und das Schlagzeug bediente. Hoppla! Das ist ja ein Drumcomputer...!

Nicht dass man das bemerken würde, so dynamisch klingt das Schlagzeug hier. Abgesehen davon ist "Animals As Leaders" ein absolutes Gitarrenalbum, das man aufgrund der hier zur Schau gestellten Virtuosität wohl vage in den Tech-Metal-Kontext einrücken muss, das aber jazzig, rockig, djentig und sogar elektronisch ist. Auch wenn sein Spiel meist frickelig und von einer metallischen Härte geprägt ist, der Stilist in Abasi schert sich nicht um die konservativ-starren Regeln, die Genrezuschreibungen so mit sich bringen. Und so hört der aufgeschlossene Progfan auf diesem rein instrumentalen Album Vieles, was ihn in den letzten Jahren begeistert hat: vertrackte Passagen, wie sie für Dream Theater oder Liquid Tension Experiment typisch sind, eleKCtisches, wie man es in den letzten 10, 15 Jahren aus dem Umfeld King Crimsons gehört hat (Tuner, Gavin Harrison & Ø5Ric), auch King Crimson selbst werden an einzelnen Stellen in Erinnerung gerufen ("On Impulse") und natürlich darf auch meschugges nicht fehlen...

Und auch wenn das Album vor allem Abasis erstaunliche technische Fähigkeiten dokumentiert, "Animals As Leaders" ist ein unglaublich breit angelegtes Album: Der Stilmix und die Klangfarben reichen von Metal bis Elektronik, von hart bis spacig. Mal erklingen metallisch harte Drums, mal klingt es, als würde Pat Mastelotto aus seinen V-Drums menschenunmögliche Patterns hervorzaubern. Mal klingt Abasi nach einem rücksichtslosen Tech-Metaller, mal bekommt er wunderschön schwebende Melodien hin - "Animals As Leaders" durchbricht mit Leichtigkeit die Grenzen gleich mehrerer Genres. Vor allem aber ist es die allgegenwärtige Intelligenz der beteiligten Musiker, die einen beim Hören so begeistert. Hier wird nichts auf Kosten anderer Elemente vernachlässigt: Virtuosität hat ihren Platz, aber auch Melodie und Geschmack. Härte, aber auch Filigranes und spacig-atmosphärisches. Krumme Takte - aber auch... - halt! Nein, gerade Takte gibt es hier nun wirklich nicht. Aber wozu auch, das machen ja schon (fast) alle anderen.

"Animals As Leaders" dürfte eines jener Progmetal-Alben sein, die auch Leute ansprechen, die normalerweise keinen Metal - oder keinen Progmetal hören. Es hat so einen Na-wenn-das-Progmetal-ist-mag-ich-Progmetal-und-das-sogar-sehr-gern-Effekt!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.9.2011
Letzte Änderung: 13.9.2011
Wertung: 12/15
Mehr will!

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Auf ihrer ersten Langrille gehen Animals as Leaders noch nicht so abgefahren zu Werke wie auf dem brillianten Weightless. Mit dem gleichnamigen Debut legt Tosin Abasi gewissermassen den "Beginner`s Guide" zu seiner Sicht der musikalischen Dinge vor.

Das Rhythmusgerüst ist insgesamt gerader und hat mehr rechte Winkel als auf Weightless, der Hörer findet häufiger mal eine, im weitesten Sinne, mitsummbare Melodie und nachvollziehbare Harmoniebögen, die Struktur der Stücke ist linearer.

Bisweilen findet sich so etwas wie ein leichter Drum`n`Bass-Einschlag. Abasi zupft öfters mal zarte Gitarren-Soloeinlagen, um in der nächsten Sekunde dann urplötzlich in hektische Griffbrettakrobatik auszubrechen, angeschoben von treibend-pumpenden Beats. Mal erhält das Gitarren/Drum-Gerüst beinahe porcupinetree`sche Soundscapes und Klangblöcke übergestülpt, die eine gewisse Gradlinigkeit, ein repetitives Muster, erzeugen.

Dies trägt dazu bei, dass die Kompositionen nachvollziehbarer und "nachverfolgbarer" sind als auf dem Nachfolger.

Für mich sind beide Alben grosses Kino; die etwas bessere Note, die ich Weightless gebe, gründet auf der Tatsache, dass die Musik dort noch mehr auf die Spitze getrieben wird, die Umsetzung noch radikaler ist. Ich bin sehr gespannt, was da noch kommen wird.

Anspieltipp(s): alles
Vergleichbar mit: wenig
Veröffentlicht am: 25.1.2012
Letzte Änderung: 25.1.2012
Wertung: 12/15
Beginner`s Guide to Weightless

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Animals As Leaders

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Weightless 12.33 3
2014 The Joy Of Motion 13.00 3
2016 The Madness of Many 13.00 2

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