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Fates Warning

aus: USA


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Bemerkungen


Die heute immer noch aktive amerikanische Plattenfirma Metal Blade veröffentlichte Mitte der 80er Jahre eine Sampler-Reihe mit dem Namen "Metal Massacre". Die Tracklists von damals lesen sich heute wie ein "Who is Who" des sogenannten US-Metals. Diese schwer abzugrenzende Spielart des Heavy Metals war das Ergebnis der in die Staaten hinüberschwappenden New Wave of British Heavy Metal (Iron Maiden, Judas Priest, Saxon ...). Aus heutiger Sicht lassen sich wohl am ehesten diejenigen amerikanischen Bands unter dieser Überschrift zusammenfassen, die die britischen Vorbilder nicht an Schnelligkeit (Speed Metal) oder Aggressivität (Thrash Metal) überbieten wollten, sondern stattdessen epischer, atmosphärischer und komplexer agierten. So überrascht es nicht, dass auf dem 1984 erschienenen "Metal Massacre 5" gleich zwei Bands zu finden sind, die auch aus der Geschichte des Progressive Metals nicht wegzudenken sind. Während Voivod, die mit dem Track "Condemned to the gallows" vertreten sind, eher die Rolle des vom Kult umgebenen Außenseiters darstellen würden, sollten sich die 1982/1983 gegründeten Fates Warning ("Soldier Boy") bald als eine der wichtigsten Band des anspruchsvollen Metals und Leitbild vieler Nachahmer offenbaren.

Es ist übrigens nicht uninteressant, die weitere Karriere von Fates Warning mit der Entwicklung zu vergleichen, die die andere große Progmetal-Band mit US-Metal Hintergrund nahm: Queensryche aus Seattle.

Fates Warning, deren Wurzeln in Hartford (Connecticut) liegen, hatten sich erst kurz zuvor umbenennen müssen, da unter ihrem früheren Namen, Misfit, die Band um Glenn Danzig bereits berüchtigt geworden war. Vom noch unter dem alten Namen veröffentlichten Demo schafften es dann aber fast alle Tracks auf das ebenfalls 1984 auf Metal Blade erscheinende "Night on Bröcken". Von der Besetzung des Debuts, dem man seine britischen Einflüsse noch deutlich anhören kann, ist 2004 nur noch der griechisch-stämmige Gitarrist Jim Matheos an Bord. Es war aber nicht so sehr seine Gitarre, die die ersten drei Alben der Band aus dem Gros der US-Metal-Gruppen heraushob, sondern der einzigartige Gesang von John Arch. Mit seiner hohen Stimmlage erfüllte er zwar nur ein Genremerkmal und auch die Fantasy-Texte sind US-Metal typisch, aber mit seiner von LP zu LP immer verspielteren und arabeskenhafteren Art, Melodien zu erfinden, ließ Arch seine Konkurrenten weit hinter sich. Unumstrittener Höhepunkt und Abschluss der ersten auch instrumental immer anspruchsvollereren Fates Warning Phase stellt das 1986 erschienene Album "Awaken the guardian" dar. Für US-Metal wie für Prog-Metal Fans ein Meilenstein.

Ob an diesem entscheidenden Punkt in der Band-Geschichte der Sänger "dismissed" wurde, oder er selber keine Lust mehr auf die sich anbahnende Entwicklung der Band hatte, darüber finden sich unterschiedliche Aussagen. Jedenfalls steht seit 1988 ("No Exit") ununterbrochen Ray Alder, der von der Band Syrus herüberwechselte, hinter dem Mikrofon. Die Beantwortung der Frage, ob die Arch- oder die Alder-Alben die besseren sind, ist das Lieblingsstreitthema der Fates Warning Fans. Als kleinsten gemeinsam Nenner könnte man festhalten, dass die neue Stimme die Musik der Band eingängiger gestaltete. Auch instrumental entfernte man sich nun vom zumindest unterschwellig aggressiven Metal-Sound der 80er Jahre und spielte künstlerisch anspruchsvollen und atmosphärisch dichten Progressive Metal, der ganz ohne Gefrickel auskam. Es folgte die kommerziell wohl erfolgreichste Phase, die die Alben "Perfect Symmetry" (1989) und "Parallels" (1991) zu Tage brachte und die Band auch in Europa (Dynamo) touren ließ. Nachdem Fates Warning 1994 ein für die meisten Fans dann doch zu kommerzieller Album veröffentlichten, wurde es ruhig um die Band und Auflösungsgerüchte machten die Runde.

Das letzte und zur Zeit noch unbeendete Kapitel von Fates Warning begann mit dem 1997 veröffentlichten "A pleasant shade of gray", das nur aus einer düsteren 60-Minuten-Komposition besteht. Die Band griff damit den Faden früherer Longtracks von "The spectre within" und "No exit" auf und sponn ihn im modernen Sound-Gewand weiter. Am Bass steht seit 1997 einer der bekanntesten Bassisten der Metal-Szene, Joey Vera (Armored Saint u.v.a.), am Keyboard findet sich niemand anderes als Kevin Moore (ehemals Dream Theater, nun Chroma Key und auch O.S.I.).

Nach einer Live Doppel-CD, fand der moderne Stil der Band im 2000 erschienenen "Disconnected" seine Fortsetzung. Als vollwertige Bandmitglieder sind mittlerweile neben Jim Matheos und Ray Alder nur noch Mark Zonder (früher bei den (Überraschung!) US-Metallern von Warlord) am Schlagzeug genannt, womit Fates Warning im neuen Jahrtausend eher Projekt- als Band-Charakter aufweist. Für Matheos und Alder ist es darüberhinaus nur ein Projekt unter mehreren, denn neben Solo-CDs (Alder unter der Firma "Engine") finden sich die Unterschriften einer der beiden unter vielen CDs der letzten Jahre (z.B. O.S.I., Redemption). Etwas Besonderes stellt dabei sicherlich der 30 minütige 2-Tracker "A twist of fate" dar, auf dem John Arch 2003 endlich ein neues Lebenszeichen von sich gab und dabei von Matheos an der Gitarre unterstützt wurde.

Zweifel daran, dass die Musiker in der Zusammensetzung "Fates Warning" überhaupt noch mal zusammenkommen würden, räumten 2003 eine US-Tour mit Dream Theater und Queensryche und ein Jahr später das zehnte Album der Band, "X", aus. Zumindest für Schlagzeuger Mark Zonder ist dies jedoch definitiv das letzte Fates Warning Album.

(Georg Heep)

Leitfaden


Fates Warning-Eintrag im Leitfaden "ProgMetal"

Personell verwandte Bands (Pfadfinder)


A Chinese Firedrill; John Arch; Arch/Matheos; At War With Self; Chroma Key; Engine; Jim Matheos; Kevin Moore; OSI; Redemption

Alle besprochenen Veröffentlichungen von Fates Warning

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 Night on Bröcken 7.00 2
1985 The spectre within 7.50 2
1986 Awaken the guardian 12.50 2
1988 No exit 9.00 2
1989 Perfect Symmetry 12.00 3
1991 Parallels 8.50 4
1994 Inside Out 6.00 3
1997 A Pleasant Shade of Gray 11.67 6
1998 Still Life 11.33 3
2000 Disconnected 10.00 4
2004 X 10.40 5
2005 Live In Athens (DVD) 11.50 2
2013 Darkness In A Different Light 10.67 3
2016 Theories Of Flight 10.50 4

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