The Alan Parsons Project
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Bemerkungen
Alan Parsons markiert den seltenen Fall, dass ein Tontechniker und Produzent ein Team von Studiomusikern um sich schart, um sein studiotechnisch perfektes Ideal von pompös-artifizieller Musik mit Rockband, Orchester und Chor zu realisieren. Dabei liegen gerade bei Parsons die gelungene Umsetzung anspruchsvoller Konzepte und das Abdriften in Banalität, Langeweile und Schmalz eng beieinander, sind in der Regel auf jedem Album zu finden. Mal geht die Rechnung auf (Tales of Mystery, I Robot, Pyramid), mal nicht (Eve, Ammonia Avenue, Vulture Culture), aber meist liegt Parsons irgendwo dazwischen. Zu Anfang steht sein berühmtes Album mit den Songs, die die beklemmenden Kurzgeschichten von Edgar Allen Poe in musikalische Form bringen, gefolgt von dem an Isaac Asimovs Science Fiction angelehnten Album „I Robot“ und dem die Geheimnisse der Pyramiden nachspürenden dritten Parsons-„Klassiker“. Danach werden die Alben ziemlich lau. „Eve“ trieft vor Schmalz. Während „The Turn of a friendly Card“ und „Eye in the Sky” noch ein Bild souveräner Leistung abgeben, geht der Daumen bei “Ammonia Avenue” und “Vulture Culture” eindeutig nach unten. Mit „Stereotomy“ gelingen ihm zumindest wieder halbwegs hörtaugliche Ohrwürmer und in der letzten Gemeinschaftsproduktion mit Woolfson „Gaudi“ (1987) blitzt noch einmal der Anspruch eines Konzeptalbums auf. Konzept und Songschreiberqualität vereinigt Eric Woolfson dann 1990 auf seinem Solo-Album „Freudiana“. Parsons selbst kehrt auch wieder auf die Bildfläche zurück und liefert 1993 mit „Try Anything Once“ ein adäquates Comeback. Das Nachfolgealbum „On Air“ glänzt durch erhabene Leichtigkeit und „The Time Machine“ schließlich wirkt etwas orientierungslos bis überflüssig. Mit "A valid Path" (2004) startet Parsons aber noch einmal vollständig neu durch, verabschiedet sich konsequent vom Rock-Mainstream inkl. seiner langjährigen Weggefährten aus der Alan Parsons Band und setzt in Kooperation mit neuen Musikern der Electronic-Szene seine musikalischen Vorstellungen erstaunlich frisch um.
Inhaltlich haben Parsons und sein langjähriger Studiogefährte Eric Woolfson einen Hang zum Phantastischen. Immer wieder geht es um die Abgründe der menschlichen Seele und Vereinsamung in einer technisierten Welt. Dabei sind auch hier die Umsetzungen höchst unterschiedlich gelungen.
Fazit: In seinen besten Augenblicken gelingt es Parsons musikalisch wie textlich ein Gefühl von geradezu kosmischer Einsamkeit zu erzeugen, in seinen – leider vergleichsweise häufigen – schlechteren unterscheidet er sich nicht vom Pop-Mainstream.
(Christian Rode)
Leitfaden
The Alan Parsons Project-Eintrag im Leitfaden "Progverwandter Rock und Pop der 70er"
Personell verwandte Bands (Pfadfinder)
Duncan Mackay; Francis Monkman; Alan Parsons; Parzivals Eye; Eric Woolfson
Alle besprochenen Veröffentlichungen von The Alan Parsons Project
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