Electric Light Orchestra
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Bemerkungen
Bereits 1969 wurde das Electric Light Orchestra als Experimental-Plattform von Roy Wood, Jeff Lynne und Bev Bevan, drei ehemaligen Musikern von The Move, gegründet. Nach einer Aussage von Jeff Lynne wollten ELO "da anfangen, wo 'I am the walrus' von den Beatles aufhört". Von Beginn an, stand hinter dem Konzept die Idee, eine Fusion von klassischer Musik und Rock 'n' Roll zu kreieren. Und so waren von Anfang an Cello und Geige ein fester Bestandteil des typischen ELO-Sounds, was ihnen jenseits des Atlantiks den netten Beinamen "die englischen Jungs mit den großen Fiddeln" einbrachte.
Ganz den eigenen Ansprüchen folgend tobte man sich auf der ersten LP nach dem damaligen Stand der Technik aus. Gegeneinander laufende Stile, gewollte Brüche, rückwärts eingespielte Soli, teilweise durch ein Megaphon aufgenommener Gesang - die Kritiker waren begeistert, aber Roy Wood wurde die Sache doch einfach zu ernst, so dass er die Band gleich wieder verließ, um die Formation Wizzard zu gründen. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Jeff Lynne als Songschreiber und Produzent in Personalunion die vollständige Kontrolle und verfeinerte den Klassik-Rock-Ansatz im Laufe der Jahre immer mehr.
Zwar waren die nachfolgenden Alben weniger experimentierfreudig, doch schuf Lynne mit feinem Gespür für klassisch angehauchte, sinfonische Musik in Verbindung mit Soft Rock und eingängigen, aber keineswegs platten Melodien, eine interessante Symbiose. Der kommerzielle Erfolg gab ihm Recht, im Laufe der 70er gelangen dem Electric Light Orchestra mit Produktionen wie "Eldorado", "Face the music", "A new world record" und vor allem dem Doppelalbum "Out of the blue" satte Erfolge in den Alben- und Single-Charts. Zudem konnten ausverkaufte Tourneen dies- und jenseits des Atlantiks gefeiert werden. Mit dem etwas missglückten 79er Album "Discovery" biederte man sich dann recht offensichtlich bei der gerade auslaufenden Discowelle an.
In den 80ern wurden die klassischen Streicher immer mehr zurückgefahren und die Keyboards übernahmen diese Rolle. Mit etwas glattgebügelten, mehr synthetisch klingenden Alben wie "Time" oder "Secret messages" hatte Lynne sich zwar dem Zeitgeist angepasst, doch der Erfolg der Vergangenheit wollte sich trotz veritabler Singlehits wie "Hold on tight" oder "Rock 'n' Roll is king" nicht mehr ganz einstellen, so dass die Originalband Mitte der 80er von der Bildfläche verschwand.
Als Produzent von z.B. George Harrison, den Travelling Wilburys, Tom Petty oder Joe Cocker blieb Jeff Lynne aber weiterhin erfolgreich. Zudem probte er auch kurzfristig mit mäßigen Erfolg eine Wiederbelebung der Band, während ein Teil seiner ehemaligen Kollegen ihr Glück als ELO II versuchten.
(Kristian Selm)
Leitfaden
Electric Light Orchestra-Eintrag im Leitfaden "Progverwandter Rock und Pop der 70er"
Personell verwandte Bands (Pfadfinder)
Centipede; Wizzard
Alle besprochenen Veröffentlichungen von Electric Light Orchestra
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