Edge
Bemerkungen
Edge sind eine Neo-Progressive Band aus Bromsgrove in England, die sich zunächst Galadriel nannte.
Die Ursprünge der Band gehen zurück in?s Jahr 1979, als die Brüder Page begannen Musik zu machen. Im Dezember 1982 war es dann soweit, Galadriel wurden gegründet. Mit Sängerin Gillian Greenfield, deren Stimme recht grell, reichlich exzentrisch und dabei auch noch hörenswert war, wurde 1983 ein erstes, 30minütiges Demotape aufgenommen. Die Intention der Band war darauf schon deutlich zu hören: Progressive Rock im Stile von Genesis et al. in das neue Jahrzehnt retten. Neben den Keyboards stand dabei besonders die Querflöte von Oliver Page in Zentrum des musikalischen Geschehens. Da die Band aber immer weniger mit Sängerin Gill klarkam, entschied man sich die Dame aus den Diensten Galadriels zu entlassen.
Die Band war sich einig, wieder eine Sängerin und keinen zweiten Gabriel zu suchen. Gefunden wurde Frances Hallard, mit der man nun zwei Demos (je 45 Minuten) aufnahm und auf Konzerten verkaufte. Im April 1984 war dies ?Anthems for the Heathen? und schon im August des gleichen Jahres folgte ?Ty?n-y-Cym?, das seinen interessanten Namen von einem walisischen Städtchen entlehnt, in der das meiste Material während der Ferien geschrieben wurde. Beide Tapes standen bei Fans und Sammlern hoch im Kurs und auch der Verfasser dieser Zeilen hört sie trotz ihrer bescheidenen Soundqualität bis heute regelmäßig. U. a. ist darauf ein (auf 7 Minuten gekürztes) Medley aus Songs von Genesis, Yes, Marillion, Pallas und Bowie enthalten.
Inzwischen war man unzufrieden mit der Namenswahl: Galadriel klang schlicht zu proggig und man wollte zukünftig unter einem Namen auftreten, der weniger berechenbar war. Einige Namen wie ?The Edge of Faith? und ?Age of Faith? habe ich damals in den Fanzines gelesen, doch das nächste Demoalbum ?Suction 8? erschien 1986 (später auch auf CD bei Ugum/MSI) letztendlich unter dem simplen Namen ?Edge?. Fran Hallard verlies im Anschluss die Band, womit das Kapitel ?Edge? eigentlich beendet war?
?doch 1991 erschien wie aus dem Nichts ein neues Album (auf CD) mit dem Titel ?Sarcastic Fringeheads?, bei dem auch Frances Pearless (die Dame hatte inzwischen geheiratet) wieder mit an Bord war. Wenngleich die Songs noch immer verspielt und progressiv waren, so hatte sich der Sound der Band jedoch grundsätzlich verändert. Vorbei die Zeiten, da man Genesis (und auch Marillion) als große Vorbilder heraushören konnte. Wenngleich noch immer die Querflöte neben den Keyboards Dreh- und Angelpunkt der Musik war, tendierten Edge nun in eine jazzigere Richtung, die ihnen auch gut lag.
Nun war das Ende der Band aber endgültig besiegelt. Die jungen MusikerInnen wurden älter, waren beruflich und familiär gebunden und wohnten auch nicht mehr um die Ecke. Keyboarder Jez Ford zog es nach Australien, wo er bis heute Musik macht. Er ist musikalischer Kopf eines Duos namens BJezus, das (leider) stark am Mike & the Mechanics erinnert.
Soviele Worte zu einer unbedeutenden Neo-Prog Band aus einem Nest irgendwo südwestlich von Birmingham? Nun, genau wie Appletwig Cutter ist Galadriel/Edge für mich ein kleines Juwel der 80er. Sie gehörten nicht zur ?Marquee-Szene? und sind somit fast vergessen (abgesehen von einigen unbelehrbaren NWOBPR?lern, die diese Szene und generell den Progressive Rock der zweiten Welle noch immer feiern). Der Galadriel-Song ?Moonstone? gehört für mich zu den besten Prog-Songs der 80ern. R.I.P.
(Gün Schote)
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